Im Test vor 15 Jahren: ATi Radeon X700 XT als Konter zur GeForce 6600 GT

Robert McHardy 83 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: ATi Radeon X700 XT als Konter zur GeForce 6600 GT

tl;dr: Mit der Radeon X700 XT (Test) brachte ATi im September 2004 eine Antwort auf Nvidias hervorragende Mittelklasse-Grafikkarte GeForce 6600 GT heraus. Im Vorabtest zeigte sich trotz eines noch unfertigen Produktes und unausgereiften Treibers eine ebenbürtige Leistung.

Mit RV410 gegen NV43

Die von ATi für die X700-Serie verwendete RV410-GPU war im Grunde genommen ein beschnittener Abkömmling der High-End-GPUs R420/R423. Gegenüber diesen fehlte es der RV410 an Pipelines sowie Speicher. Wie auch bei Nvidias GeForce-6600-Serie waren alle X700-Grafikkarten mit der neuen PCI-Express-Schnittstelle versehen und boten ein 128 Bit breites Speicherinterface.

Ein in puncto Zukunftssicherheit klarer Nachteil war, dass die RV410 kein DirectX 9.0c unterstützte, das über Jahre hinweg den Markt beherrschen sollte – sicher war das vor 15 Jahren allerdings noch nicht. Die Preise von Radeon X700 und GeForce 6600 respektive XT- und GT-Modell waren identisch. Der im Vergleich doppelt so große Speicher der X700 Pro war mit einem satten Aufpreis von 50 US-Dollar gegenüber der X700 verbunden.

Radeon
X700
Radeon
X700 PRO
Radeon
X700 XT
GeForce
6600
GeForce
6600 GT
Chip RV410 NV43
Transistoren ca. 146 Mio.
Fertigung 110 nm
Taktung (MHz) 400 420 475 300 500
Renderpipes 8
Pixelfüllrate 3.200 MPix/s 3.360 MPix/s 3.800 MPix/s 2.400 MPix/s 4.000 MPix/s
TMUs je Pipe 1
Texelfüllrate 3.200 MTex/s 3.360 MTex/s 3.800 MTex/s 2.400 MTex/s 4.000 MTex/s
Vertexeinheit DX9, VS 2.0+ DX9, VS 3.0
Vertexpipes 6 3
Interface PCIe x16
SLI-Modus nein ja
Texturen pro Pass 8
Pixelshader PS 2.0+ PS 3.0
Speicher (MByte) 128, DDR 256, GDDR3 128, GDDR3 128, DDR 128, GDDR3
Anbindung 128 Bit
Speichertakt (MHz) 350 430 525 250 500
Bandbreite (MByte/s) 11.200 13.760 16.800 8.000 16.000
RAMDAC 2 × 400 MHz
Präz. pro Kanal 24 Bit 32 Bit
US-Preis (ohne MwSt.) $ 149 $ 199 (256 MB) $ 199 $ 149 $ 199

Da es sich bei der getesteten Radeon X700 XT um ein Vorabmodell handelte, konnte ComputerBase im September 2004 Aspekte wie die Lautstärke nur eingeschränkt beurteilen. Und selbst für die Benchmarks stand den zu einer Presseveranstaltung geladenen Redaktionen damals nur ein Tag zur Verfügung. Über die Benchmarks hinweg – abgesehen von manchem Aussetzer, der durch den unausgereiften Treiber bedingt war – lag die X700 XT etwa gleichauf mit einer GeForce 6600 GT. In einigen Titeln war die Leistung etwas höher, in anderen etwas niedriger.

Gleichstand bei Leistung und Preis

Wer sich nun im September 2004 zwischen einer GeForce 6600 GT und einer Radeon X700 XT entscheiden musste, hatte keine einfache Wahl. Gleicher Preis, gleiche Leistung, ähnliche Features. Aufgrund der Natur eines Vorabtests war es auch ComputerBase zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich, ein endgültiges Urteil zu fällen. Eines war jedoch sicher: Wer auf DirectX 9.0c Wert legte, für den war die GeForce die einzige Option.

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