Wi-Fi 6: Zertifizierungsprogramm offiziell gestartet

Michael Günsch 13 Kommentare
Wi-Fi 6: Zertifizierungsprogramm offiziell gestartet
Bild: Wi-Fi Alliance

Die Wi-Fi Alliance verkündet den Start des Zertifizierungsprogramms für Wi-Fi 6. Geräte, die nach den Richtlinien des neuen WLAN-Standards erfolgreich geprüft wurden, dürfen fortan das Siegel „Wi-Fi Certified 6“ tragen.

Seit dem vergangenen Oktober ist Wi-Fi 6 als neuer Name des jüngsten WLAN-Standards 802.11ax bekannt. Das vereinfachte Namensschema gilt auch für die Vermarktung der Vorgänger mit Wi-Fi 5 (802.11ac) und Wi-Fi 4 (802.11n).

Obwohl die Spezifikationen des intern weiterhin als 802.11ax geführten WLAN-Standards voraussichtlich erst Anfang 2020 finalisiert werden, startet die Wi-Fi Alliance jetzt das offizielle Zertifizierungsprogramm für Wi-Fi 6. Zahlende Mitglieder können ihr Produkt in einem der authorisierten Testlabore nach den festgelegten Richtlinien prüfen lassen. Bei Erfolg winkt das offizielle Siegel der Wi-Fi Alliance.

Nicht weniger als „hohe Geschwindigkeiten, geringe Latenzzeiten, Energieeffizienz, größere Kapazität und verbesserte Abdeckung“ werden mit Wi-Fi 6 auch im Hinblick auf das einbrechende 5G-Zeitalter mit potenziell schnellerem mobilen Internet versprochen. Auch das Sicherheitsprotokoll erhält mit WPA3 ein Update.

Die erweiterten Funktionen von Wi-Fi 6 werden wie folgt beschrieben:

  • Orthogonal Frequency Division Multiple Access (OFDMA): Effektive Kanalteilung zur Steigerung der Netzwerkeffizienz und geringeren Latenzzeiten für Uplink- und Downlink-Verkehr in stark frequentierten Umgebungen.
  • Multi-User Multiple Input Multiple Output (MU-MIMO): ermöglicht die gleichzeitige Übertragung von mehr Downlink-Daten und ermöglicht es einem Access Point, Daten an eine größere Anzahl von Geräten gleichzeitig zu übertragen.
  • 160-MHz-Kanäle: Erhöht die Bandbreite, um mehr Leistung bei geringer Latenzzeit zu liefern.
  • Target Wake Time (TWT): Verbessert die Akkulaufzeit von Wi-Fi-Geräten, wie beispielsweise Internet of Things (IoT)-Geräten, erheblich.
  • 1024 Quadratur-Amplitudenmodulationsmodus (1024-QAM): erhöht den Durchsatz in Wi-Fi-Geräten durch Kodierung von mehr Daten in der gleichen Spektralmenge.
  • Transmit Beamforming: ermöglicht eine höhere Datenrate bei einer bestimmten Reichweite, was zu einer größeren Netzwerkkapazität führt.

Erste Geräte mit Wi-Fi 6 sind etwa in Form neuer Router von Asus und Netgear oder der Smartphones Samsung Galaxy Note 10 und iPhone 11 (Pro) bereits erhältlich. Die Liste der nach Wi-Fi 6 zertifizierten Geräte wächst kontinuierlich.