Intel Core i9-9900KS im Test: Benchmarks in Games und Anwendungen sowie Preis/Leistung

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Volker Rißka 1.158 Kommentare

Für den Test des neuen Prozessors kommt das mit Ryzen 3000 eingeführte neue Testsystem zum Zuge. Alle CPUs arbeiten dabei wie immer – und soweit möglich (siehe erste Seite) – gemäß Herstellervorgaben. Ein BIOS-Update für das Z390-Board von Asus war nötig, damit die CPU wie erwartet lief. Einen Einfluss auf die Leistung älterer Intel-CPUs hat dieses Update nicht. Windows 10 war mit allen aktuellen Updates für Version 1903 versehen.

Intel Core i9-9900KS
Intel Core i9-9900KS

Benchmarks in Spielen (Full HD und UHD)

Maximal 300 MHz mehr Takt beim Core i9-9900KS bei Last auf mehr als vier Kernen gegenüber dem 9900K zeigen sich in einigen Spielen gar nicht, andere wiederum legen leicht zu. Intels Ziel, die schnellste Gaming-CPU noch schneller zu machen, wird mit 4 Prozent Vorsprung wie erwartet erreicht.

Deutlicher ist nun aber wieder der Abstand zu Ryzen 3000. Die beiden schnellsten Lösungen von AMD übertrumpft Intels jüngster Spross bei den Frametimes um 11, bei den regulären FPS jetzt wieder um 14 Prozent.

Wird die Auflösung über Full HD angehoben, gehen alle CPUs näher zusammen, da die Grafikkarte in den Vordergrund rückt. In UHD trennen alle schnellen AMD- und Intel-Prozessoren höchsten 5 Prozent in den Frametimes und noch weniger bei den FPS und sind somit als quasi ebenbürtig anzusehen.

Benchmarks in Anwendungen

Auch in der Testreihe mit modernen Anwendungen für Desktop-PCs zeigen die minimalen Taktunterschiede des Core i9-9900KS zum 9900K einen kleinen Leistungsgewinn. Dieser ist natürlich Multi-Core-Anwendungen vorbehalten, denn im Single-Core-Einsatz liegt der gleiche Takt an, folglich wird auch die identische Leistung bereitgestellt. Am Fazit zum Core i9 auf Basis von Coffee Lake Referesh in Anwendungen ändert das am Ende nichts.

Für einen Preis von knapp über 500 Euro gibt es den AMD Ryzen 9 3900X, der dank zwölf Kernen viel mehr Leistung in modernen Anwendungen bietet – das Plus liegt bei beachtlichen 28 Prozent. AMDs Achtkerner der neuen Generation liegen aufgrund des geringen Taktes etwas zurück. Kommt jedoch auch hier der Preis ins Spiel, liegen sie wieder vorn, denn der AMD Ryzen 7 3700X leistet nur 6 Prozent weniger, kostet aber über 200 Euro weniger.

Die Konfiguration der CPUs nach Intels strikten Vorgaben hat in Anwendungen einen größeren Einfluss als in Spielen, denn hier ist der Prozessor in der Regel voll ausgelastet und erreicht die Limits auch. Im Schnitt sind es 6 Prozent Leistungsverlust gegenüber dem Modus „Freie Fahrt“, im Worst Case wird es aber auch zweistellig. Die durchklickbaren Diagramme zeigen das Verhalten der CPU in jedem Test.

Preis/Leistung in Anwendungen und Games

Auf vielfachen Wunsch der Community wird das Preis-Leistungs-Diagramm wieder eingeführt – nachdem es vor einigen Jahren aufgrund der Wünsche der Community entfernt worden war. Diese Diagramme sind nicht perfekt, denn sie gewichten sehr stark und berücksichtigen beispielsweise andere Komponenten wie die im Test in Spielen genutzte Grafikkarte vom Schlag einer GeForce RTX 2080 Ti nicht. In jedem Fall sollten diese Diagramme nicht zur alleinigen Kaufentscheidung genutzt werden.

600 Euro verlangen Händler aller Voraussicht nach zum Start für den neuen Intel Core i9-9900KS, was einen deutlichen Aufpreis von fast 100 Euro gegenüber dem 9900K bedeutet und weit entfernt von Intels Preisempfehlung (25 US-Dollar Aufpreis) ist. Auf dem Preisniveau liegen sogar die nun im Preis gefallenen Skylake-X, im Anwendungs-Rating sieht es für den 9900KS dementsprechend schlecht aus. Nahezu jede andere CPU in der Mittelklasse und dem Preisbereich ist derzeit besser für Anwendungen beim Verhältnis von Preis zu Leistung geeignet.

In Spielen liefert der Intel Core i9-9900KS die höchste Leistung, kostet aber auch am meisten. In Relation aus Leistung und Preis stehen viele CPUs hier deutlich besser da, denn sie liefern beispielsweise 85 Prozent der Leistung des besten Modells für den halben Preis. Das Spiel ließe sich sogar noch weiter treiben: Ein Ryzen 3 als APU liefert kombiniert mit der besten Grafikkarte ebenfalls noch 50 Prozent der Leistung eines 9900KS, kostet aber nur ein Achtel. Durch die Auswirkung der Grafikkarte schneiden kleinere Prozessoren in dem Rating immer tendenziell besser ab, als große Modelle.

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