KDE neon: Ubuntu-Derivat mit aktuellstem KDE Plasma

Sven Bauduin 41 Kommentare
KDE neon: Ubuntu-Derivat mit aktuellstem KDE Plasma
Bild: KDE neon

Die Linux-Distribution KDE neon bringt Anwender in den Genuss des neusten KDE-Plasma-Desktops und basiert auf Ubuntu 18.04.3 LTS. Das jüngste Release setzt dabei auf KDE Plasma 5.17.4 und den Linux Kernel 5.0. Die Distribution richtet sich vor allem an experimentierfreudige Anwender und Entwickler, die neue Pakete bevorzugen.

Ubuntu als stabiler Unterbau

Das Betriebssystem setzt seinerseits auf einer bereits bestehenden Distribution auf und basiert zum jeweiligen Release-Termin auf dem neusten Ubuntu mit Long Term Support von Canonical. Im Falle des aktuellen Releases vom 5. Dezember handelt es sich um Ubuntu 18.04.3 LTS („Bionic Beaver“), welches seinerseits auf den nicht mehr ganz so frischen Linux Kernel 5.0 setzt – die reguläre Version Ubuntu 19.10 („Eoan Ermine“) setzt hingegen bereits auf den Linux Kernel 5.3.

KDE Plasma in der neusten Version

KDE neon legt sein Hauptaugenmerk allerdings ohnehin darauf, dass Anwender die neusten Features des KDE Desktop Environments KDE Plasma 5 und der für KDE vorgesehenen Software testen können und kommt dementsprechend mit den neusten Paketen. KDE Plasma liegt in seiner aktuellsten Version 5.17.4 vor und auch das Anwendungsframework Qt mit seinem GUI-Toolkit zur plattformübergreifenden Entwicklung von Programmen und grafischen Benutzeroberflächen befindet sich mit Version 5.13.2 auf dem neusten Stand.

Mit KDE Plasma 5.17.x hat die Desktop-Umgebung und dessen Unterbau weitreichende Optimierungen erhalten. So konnte die Startzeit bis zur vollständigen Einsatzbereitschaft des Systems noch einmal verkürzt werden, zudem erhielt der Nicht-Stören-Modus einige Verbesserungen und die Möglichkeiten zur Positionierung von Widgets wurden optimiert. Neu sind indes die Möglichkeit zum Verwalten von Thunderbolt-Geräten und zu konfigurieren sowie der weiter aufgebohrte Nacht-Modus.

Hinsichtlich Standard-Anwendungen bietet KDE neon beispielsweise Mozilla Firefox in der Version 70.0.1 und den aktuellsten VLC Media Player von VideoLAN in der Version 3.0.8. Die Softwareausstattung ist nach der ersten Installation relativ dünn, kann aber über die verschiedensten Repositories problemlos ergänzt werden. Das Betriebssystem richtet sich in erster Linie an Anwender, die die neusten KDE-Applikationen testen wollen und weniger auf der Suche nach einem Produktivsystem für den täglichen Einsatz sind, auch wenn das Projekt selbst mit den Worten „Featuring the latest officially released KDE software on a stable base. Ideal for everyday users“ wirbt.

Die mehr als 50 Neuerungen von KDE Plasma 5.17 im Allgemeinen und dem Release 5.17.4 im Speziellen können den jeweiligen Release Notes entnommen werden.

KDE Plasma bietet vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten – hier der Nacht-Modus
KDE Plasma bietet vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten – hier der Nacht-Modus (Bild: KDE e.V.)

Eine Distribution in vier Edition

Neben der User Edition (ISO), die sich laut der Macher von KDE neon auch für den täglichen Einsatz eignet, bietet das Projekt ebenso eine Testing Edition (ISO) ohne Qualitätskontrolle an, welche „einige Bugs enthält und sich gut zu Testzwecken eignet“, eine Unstable Edition (ISO), welche zusätzlich auf Pre-Release-Software zurückgreift und dementsprechend noch einmal mehr Bugs enthalten kann als die Testversion, sowie eine spezielle Developer Edition (ISO), die auf der Unstable Edition basiert und zusätzliche Libraries für Entwickler beinhaltet. Alle vier Images sind auf Systeme mit x64-Architektur ausgelegt und lassen sich sowohl als Live-Betriebssystem nutzen als auch lokal auf der Festplatte oder SSD installieren.