DRAM-Preisverfall: Intel erobert den Halbleiter-Thron zurück

Frank Hüber 41 Kommentare
DRAM-Preisverfall: Intel erobert den Halbleiter-Thron zurück
Bild: Intel

Intel hat sich die Spitzenposition im Halbleitermarkt zurückerobert. Nachdem sich das Unternehmen sowohl im Jahr 2017 als auch 2018 Samsung geschlagen geben musste, ist Intel im Jahr 2019 wieder der Hersteller mit dem größten Umsatz im Halbleitergeschäft.

Profitiert hat Intel dabei aber insbesondere von dem Abschwung im Speichermarkt, der auch den Umsatz von Samsung negativ beeinflusst hat. Denn während Intels Halbleiterumsatz im Jahr 2019 im Vergleich zu 2018 nur um 0,7 Prozent gefallen ist, musste Samsung einen Umsatzrückgang von 29,1 Prozent des Halbleiterumsatzes hinnehmen. Auch SK Hynix auf Platz 3 und Micron auf dem vierten Platz verzeichneten 2019 einen deutlich Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr, mit 38 und 32,6 Prozent fiel dieser sogar noch höher aus als bei Samsung. In einem Markt, der im vergangenen Jahr in Sachen Umsatz fast nur Verlierer kannte, war Intel somit nur einer der glücklichsten Verlierer.

Der globale Umsatz mit Halbleitern belief sich im Jahr 2019 noch auf 418,3 Milliarden US-Dollar, so Gartner, nachdem er im Jahr 2018 bei 474,6 Milliarden US-Dollar lag – ein Rückgang von 11,9 Prozent im Jahresvergleich.

Halbleiter-Umsatz, 2019, weltweit (in Millionen US-Dollar), Gartner
Platzierung 2019 Platzierung 2018 Hersteller Umsatz 2019 Marktanteil (%) 2019 Umsatz 2018 Wachstum (%) 2018-2019
1 2 Intel 65.793 15,7 66.290 -0,7
2 1 Samsung 52.214 12,5 73.649 -29,1
3 3 SK Hynix 22.478 5,4 36.240 -38,0
4 4 Micron Technology 20.056 4,8 29.742 -32,6
5 5 Broadcom 15.293 3,7 16.261 -6,0
6 6 Qualcomm 13.537 3,2 15.375 -12,0
7 7 Texas Instruments 13.203 3,2 14.593 -9,5
8 8 ST Microelectronics 9.017 2,2 9.213 -2,1
9 12 Kioxia (Toshiba Memory) 8.797 2,1 8.533 3,1
10 10 NXP 8.745 2,1 9.022 -3,1
Andere 189.169 45,2 195.713 -3,3
Gesamt 418.302 100 474.631 -11,9

Der Speichermarkt machte im Jahr 2019 dabei 26,7 Prozent der Halbleiterverkäufe aus und erfuhr einen Umsatzrückgang von durchschnittlich 31,5 Prozent. Innerhalb des Speichermarktes ging der DRAM-Umsatz um 37,5 Prozent zurück, was auf das Überangebot zurückzuführen ist, das von Ende 2018 bis ins Jahr 2019 andauerte. Die übermäßigen Lagerbestände bei den OEMs, die durch eine geringere Nachfrage auf dem Hyperscale-Markt ausgelöst worden waren, wurden erst im Laufe des ersten Halbjahres 2019 abgebaut. Die Lagerbestände bei den DRAM-Anbietern drückten dann im zweiten Halbjahr 2019 die Preise, so dass die durchschnittlichen Verkaufspreise im Jahr 2019 um 47,4 Prozent zurückgingen.

Speicherpreise sollen wieder steigen

In diesem Jahr sollen die Preise für NAND-Flash allerdings deutlich steigen, wozu auch Probleme und Brände in den Fabriken beitragen könnten.