HBM2E: Auf dem Papier und von Samsung offiziell mit 3,2 Gbps

Volker Rißka 43 Kommentare
HBM2E: Auf dem Papier und von Samsung offiziell mit 3,2 Gbps
Bild: Samsung

HBM ist in der Speicherbranche so etwas wie der Ankündigungsweltmeister. Auf dem Papier sehr flott und stets sogar noch schneller in den Spezifikationen, sind echte Produkte mit den schnellsten Chips rar. Nun wird es noch flotter und Samsung wiederholt passend dazu eine Ankündigung von vor einem Jahr erneut.

Mehr Tempo mit Flashbolt

Vor fast genau einem Jahr hat Samsung HBM2E „Flashbolt“ als 33 Prozent schnellere Variante der bisherigen HBM2-Lösungen präsentiert: 3,2 anstatt bisher 2,4 Gbit/s beträgt die Datenrate von HBM2E. Die Speicherbandbreite für einen kompletten Speicherstack steigt so von 307 auf 410 GB/s. Da erstmals 16- statt 8-Gigabit-Chips zum Einsatz kommen, können durch die bisher bereits genutzte Technik der achtfachen Stapelung fortan maximal 16 GByte in einem HBM2E-Package realisiert werden.

Samsung 16 GB HBM2E Flashbolt
Samsung 16 GB HBM2E Flashbolt (Bild: Samsung)

In der heute veröffentlichten Presseaussendung wiederholt Samsung die Ankündigung aus dem vergangenen Jahr – und verspricht noch mehr. Demnach seien die Chips sogar für Geschwindigkeiten von bis zu 4,2 Gbps geeignet, die Transferrate würde damit letztlich auf 538 GB/s ansteigen, was 75 Prozent mehr wären als die Basisspezifikationen von HBM2 mit 2,4 Gbps. Mitbewerber SK Hynix hatte einen Zwischenschritt bei 3,6 Gbps geplant.

Das Problem: Selbst die bisher schnellsten HBM2-Chips werden aktuell nicht genutzt, obwohl sie schon vor vielen Jahren angekündigt wurden und seit knapp zwei Jahren in Serie gefertigt werden. Maximal kommen Varianten mit 2,0 oder neuerdings erstmals 2,2 Gbps zum Einsatz. Bis die schnelleren HBM2E-Chips in einem Produkt genutzt werden, wird vermutlich eine gewisse Zeit vergehen. Samsung nennt passend dazu einen Produktionsbeginn frühestens im ersten Halbjahr dieses Jahres. Einsatzgebiet werden auch in Zukunft Profi-Lösungen sein, ob es noch einmal eine Consumer-Karte geben wird, ist mehr als fraglich. Zu speziell und vor allem teuer sind die Chips, der Vorteil gegenüber dem aktuell genutzten GDDR6 nur in Grenzszenarien, wie sie im Profi-Bereich auftauchen, sichtbar.

Offizielles JEDEC-Update für 3,2 Gbps freigegeben

Noch im Januar 2020 hatte die JEDEDC als antreibendes Konsortium die Spezifikationen für HBM2E mit 3,2 Gbps freigegeben. Darin wird lediglich die Bandbreite erhört, alle weiteren Parameter bleiben zum bisherigen Standard identisch, was die Spannung und maximale Kapazität einschließt.