GeForce GTX 1650 GDDR6 im Test: Effizienter Turing-Einsteiger mit GDDR6

Wolfgang Andermahr
175 Kommentare
GeForce GTX 1650 GDDR6 im Test: Effizienter Turing-Einsteiger mit GDDR6

tl;dr: Die GeForce GTX 1650 gibt es nun mit GDDR6- anstatt GDDR5-Speicher, weil GDDR5 ein Auslaufmodell ist. Damit das neue Modell trotz schnellerem Speicher in seiner Klasse bleibt, hat Nvidia den GPU-Takt leicht gestutzt. Der Test zeigt dann auch: Beide Generationen schneiden sehr ähnlich ab.

Zuerst schien es sich bei der GeForce GTX 1650 mit GDDR6 um ein exklusives Modell für Asien zu handeln. Etwas später zeigte sich jedoch, dass es die GeForce GTX 1650 GDDR6 auch in Deutschland geben wird, wie Nvidia gegenüber ComputerBase bestätigte. Und das hat einen einfachen Grund: Der altgediente GDDR5-Speicher wird nicht mehr hergestellt.

Da die Grafikkarte trotz automatisch schnellerem Speicher weiterhin schlicht „GeForce GTX 1650“ heißen sollte, hat Nvidia versucht, beide Varianten anzugleichen. Deshalb bietet die GDDR6-Version zwar 50 Prozent mehr Speicherbandbreite, taktet die TU117-GPU als Ausgleich aber etwas niedriger. Welche Auswirkungen das auf das neue Einstiegsmodell der Generation Turing hat, wird der Test klären.

Ein Modell von Gigabyte im Test

Für den Artikel hat sich die Gigabyte GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC in der Redaktion eingefunden. Sie ist der bereits getesteten GeForce GTX 1650 WindForce OC sehr ähnlich, unterscheidet sich letztendlich nur bei den Taktraten und der Speicherart. Auf den folgenden Seiten stellt ComputerBase die Unterschiede heraus.

Gigabyte GeForce GTX 1650 GDDR6 WindForce OC im Test
Gigabyte GeForce GTX 1650 GDDR6 WindForce OC im Test

Die GeForce GTX 1650 mit etwas Feintuning

Die GeForce GTX 1650 mit GDDR6 ist technisch zu einem Großteil identisch zur GeForce GTX 1650 mit GDDR5-Speicher. Es wird wieder die kleinste Turing-GPU, der TU117, eingesetzt. 896 Shader-Einheiten sind aktiv; es gibt ein 128 Bit breites Speicherinterface, einen 4 GB großen Speicher und die maximale Leistungsaufnahme beträgt 75 Watt – entsprechend wird es Modelle mit einem und ohne einen zusätzlichen 6-Pin-Stromstecker geben.

TU117-GPU und GDDR6-Speicher der GeForce GTX 1650
TU117-GPU und GDDR6-Speicher der GeForce GTX 1650

Anstatt GDDR5- kommt aber GDDR6-Speicher zum Einsatz, der nicht mehr mit 4.000 MHz, sondern mit 6.000 MHz arbeitet. Entsprechend beträgt die Speicherbandbreite 192 GB/s anstatt 128 GB/s, was einem Plus von 50 Prozent entspricht. Um das auszugleichen, hat Nvidia den Takt der GPU reduziert. So gibt der Chip-Hersteller den durchschnittlichen Boost-Takt nicht mehr mit 1.665 MHz, sondern mit 1.590 MHz an, sodass die Rohleistung bei dem neuen Modell um 5 Prozent geringer ausfällt. Der Basis-Takt beträgt 1.410 MHz anstatt 1.485 MHz.

Nvidia GeForce GTX 1650 Nvidia GeForce GTX 1650 GDDR6 Nvidia GeForce GTX 1650 Super
Chip: TU117 TU116
Transistoren: ca. 4,7 Mrd. ca. 6,6 Mrd.
Fertigung: TSMC 12 nm
Shader-Einheiten: 896 1.280
Basis-Chiptakt: 1.485 MHz 1.410 MHz 1.530 MHz
Maximaler Chiptakt: 1.815 MHz 1.800 MHz 1.920 MHz
TFLOPs (FP32): 3,3 TFLOPs 3,2 TFLOPs 4,9 TFLOPs
TFLOPs (FP16): 6,5 TFLOPs 9,8 TFLOPs
KI-Kerne: Keine
TFLOPs (FP16) mit KI: Nein
Raytracing: Nein
ROPs: 32
Pixelfüllrate: 58 GPix/s 61 GPix/s
TMUs: 56 80
Texelfüllrate: 102 GTex/s 101 GTex/s 154 GTex/s
DirectX (Feature-Level): 12_1
Speichergröße: 4 GB GDDR5 4 GB GDDR6
Speichertakt: 4.000 MHz 6.000 MHz
Speicherinterface: 128 Bit
Speicherbandbreite: 128 GB/s 192 GB/s
Leistungsaufnahme Typisch/Maximal: ?/75 Watt ?/100 Watt

Die Gigabyte GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC im Detail

Die GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC ist aktuell Gigabytes Spitzenmodell unter den GDDR6-Varianten. Es ist zwar nicht Baugleich zur GeForce GTX 1650 WindForce OC mit GDDR5 – so unterscheiden sich das PCB und die Monitoranschlüsse –, allerdings zeigen die zwei Ausführungen zweifelsohne eine starke Verwandtschaft. Die Grafikkarte ist aktuell ab 170 Euro gelistet und lieferbar.

Die GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC ist mit einer Länge von 19,5 cm eine recht kurze Grafikkarte, wobei das Kühlsystem deutlich über die Platine hinaussteht, die nur auf 15 cm kommt. Vier Spannungswandlerkreise sind auf der Karte vorhanden und ein 6-Pin-Stromstecker wird für den Betrieb benötigt.

Das Kühlsystem ist einfach gehalten: Mehr als einen simplen Alu-Kühlkörper mit einigen groben Lamellen gibt es nicht. Für die Frischluft sind zwei 75 mm breite Axiallüfter zuständig, die bei niedrigen Temperaturen den Betrieb einstellen. Die Gigabyte GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC ist übertaktet. So liegt der durchschnittliche Turbo bei 1.710 MHz und damit 120 MHz höher als Nvidias Referenzangaben. Die maximale Leistungsaufnahme beträgt dagegen die gewöhnlichen 75 Watt.

Die Gigabyte-Grafikkarte kann mittels eines DVI-, DisplayPort-1.4- oder HDMI-2.0b-Anschlusses angesteuert werden. Damit unterscheidet sich das GDDR6-Modell diesbezüglich deutlich von der GDDR5-Variante, die mit drei Mal HDMI und ein Mal DisplayPort aber auch etwas merkwürdig bestückt gewesen ist.

Merkmal Gigabyte
GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC
Karte PCB-Design Gigabyte
Länge, Breite 19,5 cm, 11,0 cm
Stromversorgung 1 × 6 Pin
Kühler Design WindForce 2X, 2,0 Slots
Kühlkörper Alu-Kern
Lüfter 2 × 75 mm (axial)
Lüfter abgeschaltet (2D) Ja
Anlaufdrehzahl 1.890 Umdrehungen
Takt
(Stromsparmodus)
GPU-Basis 1.410 (300) MHz
GPU-Durchschnitt 1.710 MHz
GPU-Maximum 1.965 MHz
Speicher 6.000 (810) MHz
Speichergröße 4.096 MB GDDR6
Leistungsaufnahme Standard TDP 75 Watt
Maximale TDP 75 Watt
Anschlüsse 1 x DisplayPort 1.4
1 x HDMI 2.0b
1 × DVI

Auf der nächsten Seite: Taktraten, Benchmarks, Lautstärke, Temperatur und Leistungsaufnahme