DPD steigert Effizienz: Test von what3words im MBUX der Mercedes-Benz Sprinter

Frank Hüber 41 Kommentare
DPD steigert Effizienz: Test von what3words im MBUX der Mercedes-Benz Sprinter
Bild: DPD

Ein Testlauf von Mercedes-Benz, DPD und what3words zeigt den Unternehmen zufolge eine Effizienzsteigerung von 15 Prozent durch die Integration der Adressierungslösung von what3words in das MBUX (Test) der zur Paketzustellung eingesetzten Sprinter von Mercedes-Benz.

3 Wörter kennzeichnen Orte genauer

Durch die Integration von what3words in die Mercedes-Benz User Experience (MBUX) erhalten die Fahrer genauere Informationen zu vordefinierten Parkplätzen und spezifischen Lieferanteneingängen, was zu einer Zeitersparnis bei der Zustellung führt. what3words ist ein neuer Weg, um präzise Standorte zu identifizieren, selbst wenn diese in einem nicht genau kartografierten Bereich wie einem Industriegebiet ohne Straßenadressen liegen.

what3words hat die Welt in 3-m-Quadrate unterteilt und für jedes Quadrat eine einzigartige Adresse vergeben, die aus drei Wörtern aus dem Wörterbuch besteht. 2017 war Mercedes-Benz der erste Automobilhersteller der Welt, der die Möglichkeit der Suche und Navigation zu what3words-Adressen in sein bordeigenes MBUX-System integrierte. Bei großen Fabriken oder Lagerhallen kann so beispielsweise der genaue Liefereingang gesucht werden und nicht nur die Anschrift, bei der der Fahrer dann selbst nach dem richtigen Lieferantenstellplatz suchen muss. Insbesondere dann, wenn der Fahrer mit dem Zustellgebiet nicht vertraut ist, erleichtert ihm dies die Zustellung.

Test anhand historischer Route

In einem Testlauf hat DPD nun Paketzusteller mit und ohne dieses System gegeneinander antreten lassen. Der Effizienztest wurde in Nagold, Deutschland durchgeführt. Das Testgebiet erstreckte sich über die gesamte Stadt und umfasste etwa 50 Lieferungen. Während ein Fahrer die klassische Navigation nutzte, setzte der andere auf what3words. Letzterer schloss die Route 15 Prozent beziehungsweise 30 Minuten schneller ab. Der Test beinhaltete aber auch die Möglichkeit, what3words-Standorte per Push-Benachrichtigung aus der Ferne an das Fahrzeug zu senden, eine Funktion, die sich derzeit noch in der Entwicklung befindet und nicht allen Nutzern zugänglich ist. Bei diesem speziellen Test wurde dem Fahrer auch der genaue Parkplatz in der Nähe des Liefereingangs zugewiesen, was die Gehstrecken des Fahrers minimierte. Zudem waren beide Fahrer mit dem Zustellgebiet nicht vertraut. Der Test bot für den Einsatz von what3words somit fast ideale Voraussetzungen, die im Alltag nicht immer vorliegen dürften, was die Effizienzsteigerung schmälert.

Die Route, die zum Einsatz kam, entsprach aber einer so tatsächlich bereits durchgeführten, historischen Route von DPD. Sie umfasste Innenstadt- und Industriegebiete, und die Abgabepunkte auf der Route waren eine Kombination aus 55 Prozent B2B-Kunden und 45 Prozent B2C-Kunden. Die Routen wurden unter Alltagsbedingungen im Liefergebiet Nagold gefahren und zur üblichen Zeit gestartet. Beide Fahrer hielten sich jederzeit an die Verkehrsregeln.

Parkplatz wichtiger als genauer Übergabepunkt

Der Test zeigte, dass 80 Prozent des Effizienzgewinns aus der Bereitstellung der what3words-Adresse für den optimalen Parkplatz resultierte. Dadurch wurde die Fahrzeit und die Zeit für die Parkplatzsuche reduziert. Die verbleibenden 20 Prozent der Effizienzsteigerung kamen dadurch zustande, dass eine what3words-Adresse für den genauen Übergabepunkt vorlag, wodurch die Gehzeit der Fahrer reduziert wurde.

Ob die 3-Wort-Navigation bei DPD in Zukunft nun aber immer eingesetzt werden soll, dazu machte das Unternehmen noch keine Angaben.