NAS-Festplatten: WD Red fortan nur als „Plus“ oder „Pro“ ohne SMR

Michael Günsch 136 Kommentare
NAS-Festplatten: WD Red fortan nur als „Plus“ oder „Pro“ ohne SMR
Bild: Western Digital

Western Digital lässt trotz berechtigter Kritik nicht davon ab, die SMR-Technik in seinen NAS-Festplatten der Serie WD Red einzusetzen. Allerdings lassen sich die SMR-Modelle nun eindeutig von jenen mit herkömmlichem Aufzeichnungsverfahren (CMR) unterscheiden: Fortan steht „WD Red“ für SMR und „WD Red Plus“ für CMR.

WD Red steht nun für SMR, WD Red Plus für CMR

Über die neue Namensgebung informiert Western Digital im Unternehmensblog. Es handelt sich bei WD Red Plus also um keine neuen Modelle, sondern lediglich eine Umbenennung der CMR-basierten WD Red. Die vier SMR-basierten Modelle mit den Kennungen WD20EFAX, WD30EFAX, WD40EFAX und WD60EFAX bilden fortan allein die Serie WD Red als Einstieg in das Portfolio der NAS-Festplatten. Wer kein SMR nutzen möchte, muss zu WD Red Plus oder WD Red Pro greifen. Eine Grafik verschafft einen Überblick.

WD Red mit SMR, WD Red Plus und WD Red Pro mit CMR
WD Red mit SMR, WD Red Plus und WD Red Pro mit CMR (Bild: Western Digital)

Obwohl der Einsatz von Shingled Magnetic Recording (SMR) aufgrund potenzieller Nachteile wie Problemen und Leistungseinbußen in Verbindung mit RAID-Konfigurationen und dem ZFS-Dateisystem für den NAS-Bereich eher ungeeignet ist, sieht Western Digital dies weiterhin anders. Im Blog heißt es, dass die SMR-Modelle „die Wahl für die Mehrheit der NAS-Besitzer, deren Anforderungen leichtere SOHO-Workloads sind“, bilden. SOHO ist die Abkürzung für „Small Office, Home Office“, für kleine Büros oder den Heimarbeitsplatz sieht Western Digital also kein Problem durch den Einsatz von SMR.

Our current device-managed shingled magnetic recording (DMSMR) (2TB, 3TB, 4TB, and 6TB) WD Red series will be the choice for the majority of NAS owners whose demands are lighter SOHO workloads.

Western Digital

SMR ist für NAS-Anwendungen nicht ideal

Einige Anwender wie auch Experten sehen dies jedoch anders. Tests von Publikationen wie Serve The Home oder Ars Technica haben die potenziellen Probleme bestätigt und sind mit dem Hersteller Seagate einer Meinung, der SMR nicht für NAS-Anwendungen empfiehlt. Mit Synology hat zudem der größte NAS-Hersteller Konsequenzen gezogen und die WD Red mit SMR als inkompatibel zu den eigenen Systemen markiert.

At absolute best, SMR disks underperform significantly in comparison to CMR disks; at their worst, they can fall flat on their face so badly that they may be mistakenly detected as failed hardware.

Jim Salter, Ars Technica

Der Schritt, die SMR-Technik durch die Neuverteilung der Serien vom restlichen NAS-HDD-Angebot abzugrenzen, geht aber aus Sicht der Redaktion in die falsche Richtung, da viele Kunden die Marke „WD Red“ mit uneingeschränkt NAS-tauglichen Festplatten verbinden.

Heimlicher SMR-Einsatz hat ein Nachspiel

Das Thema SMR bei WD Red ist so oder so für Western Digital noch nicht erledigt und könnte als Sammelklage vor Gericht enden. Nicht der Einsatz von SMR per se, sondern dass dieser anfangs ohne Kennzeichnung, also heimlich erfolgte, bildet die Grundlage der Klage betroffener Kunden. Western Digital ist nicht der einzige Hersteller, der so vorging, denn auch Toshiba und Seagate haben SMR-Technik ohne Kennzeichnung eingesetzt, taten dies aber nicht bei ihren NAS-Serien.