Synology: NAS-SSDs mit 2,5" oder M.2 und neue Erweiterungs­karten

Frank Hüber 72 Kommentare
Synology: NAS-SSDs mit 2,5" oder M.2 und neue Erweiterungs­karten
Bild: Synology

Synology startet mit einer eigenen SSD-Produktpalette, die für den Einsatz in den eigenen NAS-Systemen gedacht ist. Mit den Modellen SAT5200, SNV3400 und SNV3500 bietet Synology drei verschiedene Modelle, die sich beim Formfaktor und der genutzten Schnittstelle unterscheiden.

Die SAT5200 nutzt das 2,5-Zoll-Format und die SATA-Schnittstelle mit 6 Gbit/s. Bei der SNV3400 kommt hingegen der M.2-2280-Formfaktor und NVMe mit PCIe 3.0 x4 zum Einsatz. Dieselbe Schnittstelle aber den größeren M.2-22110-Formfaktor nutzt die SNV3500.

Die beiden NVMe-SSDs sind zunächst nur mit einer Kapazität von 400 GB erhältlich, während es die SAT5200 in Kapazitäten von 480, 960 und 1.920 GB geben wird. Die SAT5200 ist mit 1,3 Drive Writes Per Day (DWPD) spezifiziert, womit Synology garantiert, dass sich die SSD 1,3-mal am Tag über die vollständige Kapazität beschreiben lässt. Bei der SNV3400 und SNV3500 liegt dieser DWPD-Wert bei 0,68, was beispielsweise weniger ist als bei der Seagate IronWolf 510, die einmal am Tag vollständig beschrieben werden kann.

Synology SNV3400 und SNV3500
Synology SNV3400 und SNV3500 (Bild: Synology)

Laut Hewitt Lee, Direktor der Synology Product Management Group, ist die Nutzung von SSD-Cache in NAS-Systemen im Jahr 2019 um das 2,4-Fache gestiegen und reine SSD-Setups hätten um 53 Prozent zugenommen. Nach eigenen Angaben habe man sich deshalb entschieden, seinen Kunden selbst „zuverlässigere Laufwerke als die auf dem Markt erhältlichen“ anzubieten. Dafür habe man die neuen SSD-Modelle tausende Stunden in den eigenen Systemen getestet. Beide Aussagen lassen sich schwerlich prüfen.

Konkurrenzfähige IOPS beim SSD-Debüt

Die SAT5200 liefert laut Synology konstant bis zu 98.000 IOPS beim wahlfreien Lesen und 67.000 IOPS beim wahlfreien Schreiben. Die beiden SSDs der Synology-SNV-Serie liefern hingegen 205.000 IOPS beim wahlfreien Lesen und 40.000 IOPS bei dauerhaftem wahlfreien Schreiben. Zieht man hier die Seagate IronWolf 510 mit 480 GB zum Vergleich heran, so erreicht diese 193.000 IOPS beim wahlfreien Lesen und 20.000 IOPS beim wahlfreien Schreiben. Das Modell mit 960 GB von Seagate erreicht hingegen 345.000/28.000 IOPS Read/Write. Das sequentielle Lesen (128KB, QD32) beziffert Synology bei der SNV-Serie auf 3.100 MB/s, das sequentielle Schreiben (128KB, QD32) auf 550 MB/s.

Schutz vor Stromausfall und 5 Jahre Garantie

Die SAT5200 und die SNV3500 schützen die Datenintegrität durch einen eingebauten Schutz vor Stromausfall. Alle neuen Modelle unterstützten die Lebensdaueranalyse im DiskStation Manager, wobei DiskStation Manager 6.2.3 oder höher benötigt wird. Die Garantie der neuen SSDs liegt bei 5 Jahren.

Die SAT5200 besitzt eine unverbindliche Preisempfehlung von rund 190 Euro für das 480-GB-Modell, 345 Euro bei 960 GB und 618 Euro bei 1.920 GB. Die SNV3400 mit 400 GB soll hingegen rund 155 Euro kosten, während die UVP der SNV3500 mit 400 GB bei 178,50 Euro liegt.

Neue Erweiterungskarten: Synology M2D20 und E10M20-T1

Mit der M2D20 NVMe-SSD-Card bringt Synology einen Nachfolger der M2D18 auf den Markt. Hierbei handelt es sich um eine M.2-SSD-Adapterkarte, die PCIe 3.0 x8 nutzt.

Die Erweiterungskarte E10M20-T1 bietet hingegen zwei M.2-Slots, die die Formfaktoren 2280 und 22110 unterstützen, und einen 10-Gigabit-RJ-45-Netzwerkanschluss (10GBASE-T/NBASE-T), der neben 10 Gbit/s auch 1, 2,5 und 5 Gbit/s unterstützt. Auch diese Karte nutzt PCIe 3.0 x8.

Update 12.06.2020 09:50 Uhr

Inzwischen konnte ComputerBase auch die Preise der E10M20-T1 und M2D20 in Erfahrung bringen. Demnach weist die M2D20 eine unverbindliche Preisempfehlung von 160 Euro (exkl. MwSt.) auf, während die E10M20-T1 eine UVP von 220 Euro (exkl. MwSt.) hat.

Update 12.06.2020 12:31 Uhr

Synology hat sich gegenüber ComputerBase noch einmal zu den genauen Beweggründen für die Veröffentlichung eigener SSDs zur Nutzung in den eigenen NAS-Systemen geäußert. Der wichtigste Grund sei die Garantie der Kompatibilität und höchst-mögliche Zuverlässigkeit mit den eigenen NAS-Systemen gewesen, die man nur durch eigene SSDs habe gewährleisten können. In der Vergangenheit sei es bereits zu Inkompatibilitäten zunächst als kompatibel getesteter M.2-SSDs gekommen, nachdem SSD-Hersteller neue Firmware-Versionen veröffentlicht hatten, mit denen es in den NAS-Systemen von Synology dann zu Problemen kam. Anders als bei HDDs kommt den Firmwares bei SSDs eine weitaus höhere Bedeutung zu.

Kunden hätten sich so nicht mehr auf eine uneingeschränkte Kompatibilität und Datensicherheit verlassen können, was schlussendlich auf Synology zurückgefallen sei, auch wenn ihrerseits keine Änderungen vorgenommen wurden. Nur mit dem Angebot eigener SSDs könne Synology diese volle Kompatibilität dauerhaft gewährleisten und Kunden müssen vor dem Kauf nicht prüfen, ob eine von Dritt-Herstellern erworbene SSD mit dem NAS kompatibel ist oder es Einschränkungen in Abhängigkeit der Firmware gibt.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Synology unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.