Galaxy Note 20 Ultra Hands-On: Augen auf beim schnellen Stylus-Kauf

Nicolas La Rocco 136 Kommentare
Galaxy Note 20 Ultra Hands-On: Augen auf beim schnellen Stylus-Kauf

tl;dr: Als letzter Anbieter eines High-End-Smartphones mit Stylus schickt Samsung das Galaxy Note 20 und Galaxy Note 20 Ultra an den Start. Die Neuerungen betreffen vor allem Stylus, Kamera, Konnektivität und Akkus. Neue Farben gibt es obendrein. Den nur noch in Europa angebotenen Prozessor kennen Galaxy-S20-Besitzer bereits.

Farben und Speichervarianten

Samsung hat das Galaxy Note 20 und Galaxy Note 20 Ultra in jeweils zwei Varianten sowie jeweils drei, aber für jedes Modell teils unterschiedlichen Farben für den deutschen Markt vorgestellt. Das Galaxy Note 20 kommt in Mystic Bronze (matt), Mystic Green sowie Mystic Grey als LTE- oder 5G-Modell und wird ausschließlich mit 8 GB RAM und 256 GB nicht erweiterbarem Festspeicher angeboten. Die Farben Mystic Bronze (matt), Mystic Black und Mystic White stehen für das Galaxy Note 20 Ultra zur Auswahl, das Samsung mit 256 GB oder 512 GB erweiterbarem Speicher und immer mit 5G anbietet. Der Arbeitsspeicher des Galaxy Note 20 Ultra liegt stets bei 12 GB.

Technische Daten im Überblick

Samsung Galaxy Note 20
Samsung Galaxy Note 20 Ultra
Software:
(bei Erscheinen)
Android 10.0
Display: 6,70 Zoll
1.080 × 2.400, 393 ppi
Full HD+ Super AMOLED, HDR, Gorilla Glass Victus
6,90 Zoll
1.440 × 3.088, 494 ppi
WQHD+ Super AMOLED, HDR, Gorilla Glass Victus
Bedienung: Touch, Stylus, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner
SoC: Samsung Exynos 990
2 × Exynos M5, 2,73 GHz
2 × Cortex-A76, 2,50 GHz
4 × Cortex-A55, 2,00 GHz
7 nm, 64-Bit
GPU: Mali-G77 MP11
800 MHz
RAM: 8.192 MB
LPDDR5
12.288 MB
LPDDR5
Speicher: 256 GB 256 / 512 GB (erweiterbar)
1. Kamera: 12,0 MP, 4320p
LED, f/1,8, AF, OIS
108,0 MP, 4320p
LED, f/1,8, AF, OIS
2. Kamera: 64,0 MP, f/2,0, AF, OIS 12,0 MP, f/3,0, AF, OIS
3. Kamera: 12,0 MP, f/2,2, AF
4. Kamera: Nein
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 10,0 MP, 2160p
Display-Blitz, f/2,2, AF
2. Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced Pro
5G:
Nein
Variante
NSA/SA
NSA/SA
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac/ax
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 5.1
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
Weitere Standards: USB 3.1 Typ C, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 4.300 mAh
fest verbaut, kabelloses Laden
4.500 mAh
fest verbaut, kabelloses Laden
Größe (B×H×T): 75,2 × 161,6 × 8,30 mm 77,2 × 164,8 × 8,10 mm
Schutzart: IP68
Gewicht: 192 g 208 g
Preis: 925 € / 1.023 € ab 1.060 € / 1.364 €

Planes Display und Kunststoff für das normale Note 20

Galaxy Note 20 und Galaxy Note 20 Ultra unterscheiden sich nicht nur primär über die unterschiedlich großen Displays, wie es der Blick auf Datenblatt zunächst suggeriert. Das kleinere Galaxy Note 20 hat einen vollkommen unterschiedlichen Aufbau, da ein planes Display ohne Krümmung und eine Rückseite aus Kunststoff verbaut werden. Wer rundherum Glas und Metall verlangt, muss zum Galaxy Note 20 Ultra greifen, dessen Display eine leichte Krümmung zum linken und rechten Rand aufweist. Erneut fällt diese aber dezent aus, um die nutzbare Fläche des Stylus möglichst groß zu halten.

Mehr Pixel und Hz für das Note 20 Ultra

Hinsichtlich der Bildschirmgrößen gibt es 6,7 Zoll beim Galaxy Note 20 und 6,9 Zoll beim Galaxy Note 20 Ultra. Die Größe ist aber wieder nur ein Unterscheidungsmerkmal, denn das bessere Dynamic-AMOLED-Panel mit 3.088 × 1.440 Pixeln gibt es nur in der Ultra-Variante, während der normale Ableger 2.400 × 1.080 Pixel auf einem Super-AMOLED-Plus-Panel bietet. Auch 120 Hz gibt es nur für das Ultra-Modell, wobei dies nach dem Galaxy S20 erneut nur mit reduzierter FHD-Auflösung möglich ist. Ein Ultraschall-Fingerabdrucksensor von Qualcomm sitzt in beiden Smartphone wieder im unteren Viertel des Displays.

Stylus-Latenz auf bestenfalls 9 ms reduziert

Veränderungen hat der S-Pen genannte Stylus erfahren, der nicht mehr rechts unten, sondern links aus dem Gehäuse gezogen wird, da Samsung den Platz für ein größeres Kameramodul benötigt. Wo der S-Pen im Smartphone steckt, ist aber weniger relevant, als wie viel schneller nun mit dem Stift interagiert werden kann. Samsung hat die Latenz deutlich reduziert, und zwar von 42 ms auf nur noch 9 ms – aber nur dann, wenn dann das Galaxy Note 20 Ultra gemeint ist. Für das Galaxy Note 20 liegt die Verbesserung bei 26 ms statt 42 ms. Beim ersten Ausprobieren des Ultra-Modells hinterließ der S-Pen auf Anhieb einen deutlich reaktionsfreudigeren Eindruck. Werden schnell hintereinander Linien gezeichnet, laufen diese kaum mehr den Bewegungen der Stiftspitze hinterher.

Beim Software-Paket für den Stylus ist das Feature „Samsung Notes Sync“ hinzugekommen, das unter Voraussetzung der Anmeldung mit demselben Samsung-Konto synchronisierte Notizen auf allen Endgeräten zur Verfügung stellt. Außerdem lässt sich der Stylus nun vermehrt für die gesamte Bedienung des Smartphones nutzen, sodass weniger häufig ein Wechsel zwischen S-Pen und Fingern vollzogen werden muss. Das betrifft in erster Linie die Android-Wischgesten für die grundlegende Navigation. Das Wischen vom linken, rechten oder unteren Bildschirmrand, um zwischen geöffneten Anwendungen zu wechseln, ist jetzt auch mit dem Stift möglich.

Neuer 108-Megapixel-Sensor mit Dual-Pixeln

Die neue Kamera erbt das Galaxy Note 20 Ultra vom Galaxy S20 Ultra, allerdings nur auf den ersten Blick in identischer Umsetzung. Denn obwohl mit 108 Megapixeln der vermeintlich gleiche Sensor zum Einsatz kommt, handelt es sich um eine neue Generation mit Dual-Pixel-Technologie, die dem letzten Modell fehlte. Dabei besteht jedes Pixel aus zwei Photodioden, die Licht aus unterschiedlichem Winkel einfangen, um einen schnellen Autofokus per Phasenvergleich auch unter komplizierten Bedingungen durchzuführen. Das dürfte die vor allem zu Beginn des Marktstarts aufgetretenen Autofokus-Probleme des Galaxy S20 Ultra beim Galaxy Note 20 nicht erneut aufkommen lassen.

Neu ist auch das Teleobjektiv, dessen hybrider (also optisch plus digitaler) einen „Space Zoom“ von nur noch maximal 50-facher Vergrößerung erlaubt. Die exakte optische Vergrößerung, die weiterhin mit Hilfe eines Periskop-Aufbaus erzielt wird, muss noch ermittelt werden. Allgemein nimmt Samsung etwas Abstand im Marketing vom „Space Zoom“, denn auf der Rückseite ist diese Bezeichnung diesmal nicht aufgedruckt. Der Sensor bietet 12 Megapixel, die Blende der festen Brennweite beträgt f/3.0. Als dritte Kamera gibt es erneut ein Ultraweitwinkel-Objektiv mit 12 Megapixeln und f/2.2.

Das Note 20 zoomt mit 64 Megapixeln digital

Drei Kameras, aber mit abweichendem Aufbau, bietet auch das normale Galaxy Note 20. Die Hauptkamera mit Weitwinkel-Objektiv arbeitet mit eher klassischen 12 Megapixeln bei Blende f/1.8, die Ultraweitwinkel-Kamera bietet die gleiche Auflösung bei f/2.2. Das Teleobjektiv kommt wie beim Galaxy S20 mit einem rein digitalen Zoom über einen Crop des mit 64 Megapixeln auflösenden Sensors. Diesen Sensor verwendet Samsung zudem erneut, um 8K-Videoaufnahmen auch beim günstigeren Ableger zu ermöglichen, da die dafür benötigten rund 33 Megapixel auf der Hauptkamera gar nicht zur Verfügung stehen würden. Beim Galaxy S20 Ultra ist das mit den 108 Megapixeln hingegen kein Problem. Für Videoaufnahmen steht ein neuer Pro-Modus analog zu dem für Fotos zur Auswahl, mit dem Anwender auch in 21:9 und mit 24 FPS in einer Art Kinomodus filmen können. Externe Mikrofone mit Pegelüberwachung werden ebenso unterstützt.

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