Einfachere Telematik-Tarife: Toyota sendet Fahrverhalten in Amazons Cloud

Jan-Frederik Timm 168 Kommentare
Einfachere Telematik-Tarife: Toyota sendet Fahrverhalten in Amazons Cloud
Bild: Toyota

Toyota und Amazon arbeiten in Zukunft enger zusammen: Der japanische Automobilkonzern wird die Amazon Web Services (AWS) zur Verarbeitung und Analyse der schnell anwachsenden Flotte an mit dem Internet vernetzten Fahrzeugen nutzen. Das soll der Entwicklung dienen, aber auch Telematik-Versicherungstarife möglich machen.

Gesammelte Daten besser auswerten

Immer mehr Fahrzeuge sind über das Internet mit dem Backend des Herstellers verbunden. Welche Daten sie wann teilen, ist nicht nur für Nutzer oft nur schwer nachvollziehbar, auch Automobilkonzerne ringen mit deren Auswertung. Toyota wird in Zukunft Amazon AWS nutzen, um die von so genannten „Connected Cars“ zur Verfügung gestellten Daten an zentraler Stelle sammeln und auswerten zu können.

Connected Cars von Toyota senden in Zukunft Daten zu Amazon AWS
Connected Cars von Toyota senden in Zukunft Daten zu Amazon AWS (Bild: Toyota)

Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur in das Design und die Entwicklung neuer Fahrzeuge einfließen, sondern auch neue Dienstleistungsangebote wie Car Sharing, Ride Sharing, Full-Service-Leasing sowie neue die Kommunikation von anstehenden Werkstattaufenthalten und Versicherungs-Tarifen, die das Fahrverhalten des Versicherten berücksichtigen, möglich machen oder vereinfachen.

Telematik-Tarife locken mit Rabatt-Versprechen

So genannte Telematik-Tarife gibt es mittlerweile von immer mehr Versicherungsunternehmen, offensiv wirbt HUK dafür. Bisher setzen sie voraus, dass der Versicherte im Auto eine (mit dem Smartphone verbundene) „GPS-Blackbox“ oder sein Smartphone mit der App des Versicherungsunternehmens mit sich führt. Anhand zahlreicher Parameter wie der Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen, dem Beschleunigungs- und dem Bremsverhalten sowie dem Tag und der Tageszeit bewertet der Versicherer das Fahrverhalten und verspricht bei „vernünftiger Fahrweise“ Rabatte gegenüber dem Standardtarif.

Die Verbraucherzentrale NRW zog im Rahmen eins Überblicks über die Vor- und Nachteile sowie die Funktionsweise derartiger Tarife erst Anfang August ein zwiespältiges Fazit: „Wer achtsam fährt und bereit ist, seinen Fahrstil überwachen zu lassen, wird von Kfz-Versicherern mit niedrigeren Prämien belohnt. Die sogenannten Telematik-Tarife bergen jedoch auch Risiken.

So ticken Telematik-Tarife bisher
So ticken Telematik-Tarife bisher (Bild: Verbraucherzentrale NRW e.V.)

Neben der Überwachung des eigenen Fahrverhaltens und der Abhängigkeit vom Algorithmus des Anbieters stellt demzufolge in einigen Fällen schon die GPS-Blackbox ein Argument gegen den Telematik-Tarif dar, denn „die Kosten für das Gerät oder die Miete können im Zweifel Ihre Ersparnis bei der Versicherungsprämie übertreffen“. Toyotas Cloud-Lösung würde, sofern Versicherer darauf zugreifen können werden, die Kosten für zusätzliche Hardware in Zukunft entfallen lassen.

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