Im Test vor 15 Jahren: Mit dem CNPS 9500 nahm Zalman den Mund zu voll

Robert McHardy 87 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Mit dem CNPS 9500 nahm Zalman den Mund zu voll

tl;dr: Nachdem Zalman mit dem CNPS 7700 Cu große Erfolge erzielte, galt es im September 2005 daran anzuknüpfen. Zur Vorstellung des CNPS 9500 (Test) gab der Hersteller vollmundige Versprechen von sich. Der Kühler sollte nicht nur andere 92-mm-Kühler, sondern auch Modelle mit 120-mm-Lüfter und sogar Wasserkühlungen übertreffen.

Die Vorgeschichte

Während der CNPS 7700 Cu ursprünglich eine sehr gute Leistung ablieferte, musste er sich schnell anderen Kühlern geschlagen geben. Insbesondere die aufkommenden CPU-Kühler mit 120-mm-Lüftern konnten durch bessere Leistung bei geringerem Geräuschpegel überzeugen. Auf der CeBIT 2005 zeigte Zalman daher den CNPS 8000, der auf ganze 16 Heatpipes setzte, in dieser Form aber niemals den Markt erreichen sollte. Auf der Computex wurde zwei Monate später der CNPS 9500 vorgestellt, der herkömmliche 120-mm-Kühler deutlich übertreffen sollte. Das suggerierten zumindest Zalmans eigene Tests mit einem Intel Pentium 4 550 bei 30 °C Umgebungstemperatur.

Im Vergleich zu dem zuvor angekündigten CNPS 8000 war der CNPS 9500 relativ kompakt. Die Abmessungen betrugen 85 × 112 × 125 mm (L × B × H), das Gewicht etwa 530 g. Der Kühlkörper war vollständig aus Kupfer gefertigt. Drei achtförmige 6-mm-Heatpipes transportierten die Abwärme von der Bodenplatte zu den radial angeordneten Kühlfinnen. In der Mitte befand sich ein 92-mm-Lüfter, der mit 1.350 bis 2.600 U/min arbeitete. Ein Kritikpunkt, den sich bereits der CNPS 7700 Cu gefallen lassen musste, war, dass der Lüfter selbst aufgrund der Integration in den Kühlkörper nicht austauschbar war. Auch die Installation eines zusätzlichen Ventilators war nicht vom Hersteller vorgesehen.

Im Test wärmer und lauter als manche Konkurrenten

Wenig überraschend war der Zalman CNPS 9500 mit seinem kleinen und hochdrehenden 92-mm-Lüfter lauter als viele Kühler der Konkurrenz mit 120-mm-Lüftern. Zusätzlich musste er auch gegenüber einigen kleineren Lüftern zwischen 77 bis 100 mm zurückstecken. Für geringe Lautstärke musste der Lüfter gedrosselt werden: Mit 5 Volt Betriebsspannung war er quasi unhörbar.

Bei der Kühlleistung ergab sich ein gemischtes Bild. Je nach Szenario konnte der CNPS 9500 entweder alle anderen Kühler hinter sich lassen oder befand sich im Mittelfeld. Bei offenem Gehäuse erreichte er beispielsweise nicht die Leistung eines Scythe Ninja, im geschlossenen Aufbau hängte er den zweitplatzierten Thermalright XP-90C jedoch um 4,5 Kelvin ab. Insbesondere gegenüber seinem Vorgänger, dem CNPS 7700 Cu, konnte sich der CNPS 9500 bewähren – unter Last waren die Temperaturen um 7,5 Kelvin geringer. Wichtig war hierbei, dass der Scythe Ninja als Vertreter der neuesten 120-mm-Kühler (wie Noiseblocker Cool Scraper, Thermaltake Big Typhoon und Sonic Tower) damals nur in einem der Szenarios getestet wurde. Generell konnte der CNPS 9500 aber nicht dessen Leistung erreichen.

Daran wurde auch bereits deutlich, dass sich Zalman beim Vergleich mit Wasserkühlungen samt 120-mm-Radiator deutlich verschätzt hatte. Insgesamt war der CNPS 9500 ein guter Prozessorkühler, der besonders verglichen mit dem Vorgänger eindeutig verbessert worden war, aber nicht den von Zalman geweckten hohen Erwartungen gerecht werden konnte. Kritikpunkte gab es dennoch wenige. Störend war vor allem der hohe Preis von 60 Euro und dass der Lüfter nicht austauschbar war. Die fehlende PWM-Fähigkeit des Lüfters kam hinzu. Abgesehen davon erhielten Kunden mit dem CNPS 9500 einen sehr gut verarbeiteten und kompakten Kühler, der sich leicht montieren ließ und prinzipiell Silent-tauglich war.

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