Fire in the Hole!: Wiederverwendbare LED-Flash­bang mit 8.000 Lumen

Frank Hüber 180 Kommentare
Fire in the Hole!: Wiederverwendbare LED-Flash­bang mit 8.000 Lumen
Bild: Nextorch

Counter-Strike lässt grüßen: Mit dem Irritationskörper ND20 stellt Nextorch eine wiederverwendbare Blendgranate („Flashbang“) mit USB-C-Anschluss vor, die klassische, explosive Sprengkörper bei Behörden zumindest teilweise ersetzen soll. Zahlreiche LEDs erzeugen einen Stroboskopblitz mit 8.000 Lumen.

Eine herkömmliche Blendgranate, die nur einmal eingesetzt werden kann, koste im Schnitt etwa 50 Euro. Die Zielperson wird dabei durch einen Blitz und eine oder mehrere Detonationen kurz außer Gefecht gesetzt, so dass ein sicherer Zugriff durchgeführt werden kann. Nachteile der klassischen Blendgranaten sind jedoch der Einsatz von Pyrotechnik, Sprengstoff, offenes Feuer und eine Rauchentwicklung. Ihr Einsatz erfordert nicht nur eine Ausbildung, sondern ist in der Umgebung brennbarer Flüssigkeiten nicht möglich und kann Personen verletzen. Zudem können sie Sprinkleranlagen auslösen, was zu zusätzlichen Wasserschäden führen kann.

Materialien aus der Raumfahrt

Die Nextorch ND20 besitzt einige dieser Einschränkungen nicht. Bei der Entwicklung, die vier Jahre gedauert hat, habe man sehr eng mit Einsatzkräften zusammengearbeitet, so das Unternehmen. Mit einer zylindrischen Form und den rundherum montierten Hochleistungs-LEDs blendet die ND20 nahezu in alle Richtungen. Größe (146 × 72 mm) und Gewicht (386 g) seien darauf ausgelegt, den Irritationskörper gut werfen zu können. Das wasser- und stoßfeste Gehäuse der ND20 besteht aus einem harten Spezial-Aluminium, der auch zum Bau von Hubschraubern oder in der Raumfahrt eingesetzt wird. Die LEDs werden durch eine Panzerung aus speziellem Polycarbonat geschützt – ebenfalls ein Produkt aus der Luft- und Raumfahrt, aus dem auch Cockpit-Scheiben hergestellt werden.

Einstellbar und mit Push-Release-Button

Bei der Funktion hat sich Nextorch an den bekannten Flashbangs orientiert. Die Auslösezeit kann in drei Stufen eingestellt werden: 1, 1,5 oder 3 Sekunden. Auch die Laufzeit lässt sich einstellen: 3, 6 oder 12 Sekunden. Der Auslöseschalter ist ein sogenannter Push-Release-Button, die eingestellte Auslöseverzögerungszeit beginnt erst zu laufen, wenn man den Schalter losgelassen hat. Der eingebaute Lautsprecher erzeugt einen Schalldruck von 100 dB. Technisch wären 130 dB möglich, was aber Raum für Klagen auf Schadenersatz und Schmerzensgeld eröffnet hätte. Eine Explosion oder Hitze erzeugt die ND20 nicht, so dass die Einsatzkräfte nicht verletzt werden können. Die Aufladung über USB-C ist mit jedem handelsüblichen Netzteil möglich.

Herkömmliche Blendgranaten vollständig ersetzen wird und will man mit der ND20 jedoch nicht. Sie wird als Ergänzung gesehen, etwa in kritischen Lagen mit Brandgefahr, in der Öffentlichkeit oder zum Training, wo sie die Kosten erheblich senken könne.

350 Euro kostet eine LED-Blendgranate

Die Nextorch ND20 kostet 349 Euro, hat 5 Jahre Garantie und erfordert keinen Sprengstoffschein. Dennoch wird die Nextorch ND20 ausschließlich an Behörden mit Sicherheitsaufgaben ausgegeben und ist nicht für Privatpersonen vorgesehen.