Google Street View: Jedermann kann Fotos mit dem Smartphone einreichen

Nicolas La Rocco
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Google Street View: Jedermann kann Fotos mit dem Smartphone einreichen
Bild: Google

Ab sofort lassen sich in ersten ausgewählten Regionen nur mit einem Smartphone ausgerüstet eigene Aufnahmen für Google Street View einreichen. Wo bisher spezielles Equipment benötigt wurde, verringert Google die Schwelle zum Mitmachen deutlich. Die Fotos werden von Google etwa bei Gesichtern und Nummernschildern zensiert.

Street-View-Aufnahmen wurden anfangs mit speziell dafür ausgerüsteten Fahrzeugen mit großen 360-Grad-Kameras auf dem Dach von Google angefertigt. Mit diesen Autos ist Google vor dem Start 2007 zunächst die Straßen der Metropolen der USA abgefahren, bevor stetig ein Großteil des gesamten Globus' um Aufnahmen auf Straßenhöhe in Google Maps integriert wurde. Aufnahmen durch Dritte integriert Google ebenfalls in Google Maps, bisher war dafür aber spezielles Equipment notwendig.

Neue Street-View-App mit Aufnahme-Tool

Nach einem Update der Street-View-App für Android kann nun jedermann Fotos für Street View mit dem Smartphone erstellen. Wobei „jedermann“ insofern eingeschränkt ist, als dass bisher nur Anwender aus Toronto, Kanada; New York, Austin, Texas, Nigeria, Indonesien und Costa Rica die neue Funktion nutzen können. Google will das Feature allerdings „bald“ für weitere Regionen freischalten. Außerdem muss Googles Augmented-Reality-Programmierschnittstelle ARCore von dem Gerät unterstützt werden. ARCore ist dieselbe Schnittstelle, die Google für die Live-View-Ansicht in Google Maps verwendet.

Innerhalb der neuen Street-View-App gibt es das Connected-Photos-Tool, mit dem sich über die Smartphone-Kamera eine Reihe von Aufnahmen anfertigen lässt, während man die Straße entlangläuft. Google zeigt aber auch, wie das Smartphone im Auto befestigt dafür genutzt werden kann. Den komplizierten Teil übernimmt Google und rotiert und positioniert die Aufnahmen so, dass eine zusammenhängende Aufnahme entsteht, die sich für Street View eignet. Anschließend wird die Aufnahme so in Google Maps integriert, dass sie an exakt derselben Position der Aufnahme angesehen werden kann.

Googles eigene Bilder haben Priorität

Durch Anwender erstellte Aufnahme werden in Google Maps mit einer gepunkteten blauen Linie auf der Straße dargestellt, während Googles eigene Aufnahmen eine durchgezogene blaue Linie nutzen und, sofern Aufnahmen vorliegen, weiterhin primär für Street View genutzt werden. Mit den durch Nutzer generierten Inhalten will Google also primär Lücken schließen, die das Unternehmen bisher nicht selbst fotografieren konnte oder wo nur veraltetes Bildmaterial vorliegt. Google zufolge seien bisher über 170 Milliarden Fotos auf 16 Millionen Kilometern von den offiziellen Street-View-Autos und Trekkern, also Fußgängern mit großen 360-Grad-Kameras, erstellt worden.

Genauere Angaben in Google Maps

Die Fotos will Google auch dafür verwenden, um Namen und Anschriften von Geschäften in Google Maps zu aktualisieren. Für Street View durch Nutzer und vom Unternehmen selbst erstellte Aufnahmen werden von Google auch genutzt, um etwa Straßenschilder jeglicher Art, Spurmarkierungen und ähnliches zu erfassen.

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