8 vs. 16 vs. 32 GB RAM: Benchmarks mit FPS, Ladezeiten und Fazit

 2/2
Wolfgang Andermahr
438 Kommentare

Benchmarks in Full HD und Ultra HD

Auf die Framerate hat der Arbeitsspeicher nur in einigen Spielen eine größere Auswirkung, sodass die Einflüsse auf das Rating gering sind. Einzig 8 GB sind für viele heutige Titel zu wenig, sodass es dort größere Auswirkungen gibt. Weniger bei den Durchschnitts-FPS, denn dort legt das Testsystem mit 16 GB gegenüber der 8-GB-Variante nur um 2 Prozent in 1.920 × 1.080 zu. Bei den Perzentil-FPS ist der Abstand mit 9 Prozent dagegen deutlich größer. 32 GB zeigen dann keine generellen Verbesserungen mehr. Die Durchschnitts-FPS steigen um weitere 1 Prozent und die Perzentil-FPS um noch einmal 2 bis 3 Prozent an, das war es dann aber auch.

In 3.840 × 2.160 schrumpft das gesamte Testfeld zusammen, was jedoch nicht verwunderlich ist, da bei diesem Szenario die Last massiv Richtung der GPU geschoben wird. 8 GB zeigen zwar auch dann Ermüdungserscheinungen, jedoch sind selbige deutlich geringer. Die Durchschnitts-FPS sind bei einem 16-GB-System dann nur noch 1 Prozent und die Perzentil-FPS 4 Prozent besser.

Einzelne Spiele zeigen dagegen deutlich größere Abstände

Die Benchmarks der einzelnen Spielen zeigen dagegen, dass einige wenige Titel mit 8 GB deutlich schlechter laufen als mit mehr Arbeitsspeicher. Andere wirken dagegen ziemlich unbeeindruckt. In die letztgenannte Kategorie fallen Assassin's Creed Valhalla und Cyberpunk 2077, die mit 16 GB zwar etwas schneller laufen, aber auch mit 8 GB nur geringe Einbußen aufweisen.

Und dann gibt es Titel, die mit 8 GB offenbar größere Schwierigkeiten haben. Gears 5 zeigt zwar nur 4 Prozent bessere Durchschnitts-FPS mit 16 GB, die Perzentil-FPS sind aber gleich um 32 Prozent höher. Und nicht nur das: Gears 5 weist mit maximalen Details und 8 GB gelegentlich störende Hänger auf, die es mit mehr RAM nicht gibt.

Die restlichen Spiele zeigen teils auch größere Unterschiede, aber nicht mehr ganz so gravierende. Anno 1800 legt bei den Perzentil-FPS mit 16 GB um 9 Prozent zu, 32 GB bringen dann noch einmal 4 bis 6 Prozent. Watch Dogs: Legion schneidet bei der Messreihe mit 16 GB um 8 Prozent besser als mit 8 GB ab, 32 GB bringen weitere 6 Prozent. In 3.840 × 2.160 sind die Unterschiede erneut deutlich kleiner und die Hänger in Gears 5 auch kein Problem mehr, dennoch zeigen sich Unterschiede zwischen der RAM-Bestückung.

Ob 2 oder 4 Module, macht keine wirklichen Unterschiede

Ob die 32 GB durch zwei Dual-Rank- oder vier Single-Rank-Module realisiert sind, macht keine Unterschiede. Das ist allerdings nicht verwunderlich, denn in beiden Fällen gibt es beim RAM dann vier Ranks. Lediglich in wenigen Spielen zeigen sich minimale Unterschiede von 1 bis 2 Prozent in mal die eine, mal die andere Richtung.

Leider offen bleibt die Frage, wie es bezüglich der Performance mit zwei 16 GB großen Modulen mit je einem Rank ausschaut, denn diese Konstellation könnte tatsächlich etwas langsamer sein. Da die meisten 16-GB-Module aber ohnehin derzeit Dual-Rank haben, ist die Empfehlung schlicht, zu solch einem Modul zu greifen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Ladezeiten: Mit 8 GB dauert es länger

8 GB haben zwar nur selten einen wirklich spürbaren Einfluss auf die Framerate, bei den Ladezeiten sieht es aber anders aus. Der Extremfall zeigt sich in Assassin's Creed Valhalla, wo 16 GB die Ladezeit ins Hauptmenü beinahe halbieren und das Warten von 59 Sekunden auf 33 Sekunden reduzieren. Die Auswirkungen des Arbeitsspeichers beim Laden zum Spielstand selbst sind dann nur noch minimal.

Größere Unterschiede sind zudem in Borderlands 3 zu verzeichnen. 68 Sekunden benötigt es mit 8 GB ins Menü, 16 GB erledigen dieselbe Aufgabe bereits in 48 Sekunden, 32 GB in 43 Sekunden. Das Laden des Spielstandes wird mit 16 GB massiv schneller, 11 anstatt 20 Sekunden sind erneut fast eine Halbierung. 32 GB bringen dann nur noch eine weitere Sekunde.

Auch die restlichen Spiele laden mit 16 GB schneller als mit 8 GB, doch sind die Unterschiede deutlich geringer.

Hintergrund ist, dass das Spiel nicht alle Daten im RAM ablegen kann, sondern auf den Massenspeicher ausweichen muss („Auslagerungsdatei“). In diesem Fall ist das sogar eine schnelle NVMe-SSD mit PCI Express 4.0 – die Abstände könnten mit langsameren Laufwerken also noch größer werden.

Fazit

Eines lässt sich definitiv sagen: Mit einem nur 8 GB großen Arbeitsspeicher hat man heutzutage nur noch wenig Spaß. In manchen Spielen funktioniert das zwar noch ordentlich, in anderen leidet jedoch nicht nur die Framerate spürbar, denn vor allem die Ladezeiten gehen massiv in die Höhe.

Die gute Nachricht ist dabei, dass in den meisten Rechnern der ComputerBase-Leser keine 8 GB mehr stecken. Ist das doch noch der Fall, sollte über eine Verdoppelung nachgedacht werden. Denn in den Tests hat sich gezeigt, dass 16 GB fürs Spielen eigentlich durchweg ausreichend sind. Es gibt nur wenige Fälle, wo ein noch größerer Speicher bezüglich FPS oder Ladezeiten von Vorteil ist. Und wenn, dann ist dieser eher gering. Wer 16 GB derzeit im Rechner stecken hat, muss entsprechend noch nicht ans Aufrüsten denken.

Wer neu kauft, sollte gleich zu 32 GB RAM greifen

Das ändert aber nichts daran, dass 32 GB derzeit die Optimalkonfiguration für einen Spiele-PC sind, vor allem, wenn dieser auch mit einer flotten CPU und Grafikkarte ausgestattet ist. Zudem wird 16 GB zwangsläufig in absehbarer Zeit das „8-GB-Schicksal“ treffen, mit 32 GB ist man auch zukünftig auf der sicheren Seite. Da RAM aktuell günstig ist, sollte bei einem Neukauf auch gleich zu 32 GB gegriffen werden. Ob es sich dabei um zwei Dual-Rank- oder vier Single-Rank-Module handelt, spielt keine Rolle. Aus Gründen der optimalen Performance sollten einzig zwei Single-Rank-Module außen vor bleiben.

Hilfestellung aus der Community

Eine umfassende Übersicht, ausreichende Erklärungen, regelmäßige Updates und die richtigen Kaufempfehlungen für viele Anwendungsfälle finden interessierte Leser jederzeit im RAM-Ratgeber auf ComputerBase.

Details zu hohen Taktraten sowie Hilfestellungen zum Thema RAM-OC stehen in der AMD Ryzen – RAM OC Community zur Verfügung. Wie es bei Intel Core mit den Vorteilen von RAM-OC aussieht, klärt wiederum der Thread RAM-Overclocking und Auswirkungen auf Spiele bei Intel-CPUs.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.