Im Test vor 15 Jahren: Nvidias nForce 500 für AMDs Sockel AM2 mit DDR2-RAM

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Nvidias nForce 500 für AMDs Sockel AM2 mit DDR2-RAM

Bereits beim Erscheinen des Athlon 64 war klar, dass AMD den neuen DDR2-Speicherstandard sobald wie möglich unterstützen würde. Im Mai 2006 war es so weit und AMD stellte den AM2-Sockel mit DDR2-Unterstützung (Test) vor. In puncto Leistung nahmen sich die Plattformen allerdings nicht viel.

Neue AM2-Prozessoren mit gleichen Spezifikationen

Der neue Sockel bedingte auch neue Prozessoren. AMD legte zum Start acht Dual-Core- und neun Single-Core-CPUs in verschiedenen Preis- und Leistungsklassen auf. Alle Modelle brachten DDR2-Unterstützung mit sich, im Detail gab es jedoch Unterschiede. Während die Single-Core-Ableger lediglich DDR2-667 unterstützten, konnten die Dual-Core-Ableger mit schnellerem DDR2-800 umgehen. Dabei handelte es sich um keine hardwareseitige, sondern um eine von AMD ins Bios implementierte Beschränkung. Abseits der DDR2-Unterstützung waren die Prozessoren quasi identisch mit ihren Vorläufern.

Die Prozessoren im Überblick
Merkmale Athlon 64 X2
Athlon 64 FX-62
Athlon 64
Sempron 64
Athlon 64 X2
Athlon 64 FX-60
Athlon 64
Athlon 64 FX
Codename Windsor (1 MByte/512 kByte) Orleans (512 kByte)
Manila (256 kByte/128 kByte)
Manchester (1 MByte)
Toledo (2 MByte)
Venice (512 kByte)
San Diego (1 MByte)
Taktrate oder
Modellnummer
(Takt in GHz)
3800+ (2,0 GHz, 2 × 512 kByte)
4000+ (2,0 GHz, 2 × 1 MByte)
4200+ (2,2 GHz, 2 × 512 kByte)
4400+ (2,2 GHz, 2 × 1 MByte)
4600+ (2,4 GHz, 2 × 512 kByte)
4800+ (2,4 GHz, 2 × 1 MByte)
5000+ (2,6 GHz, 2 × 512 kByte)
FX-62 (2,8 GHz, 2 × 1 MByte)
Athlon 64
3800+ (2,4 GHz 512 kByte)
3500+ (2,2 GHz, 512 kByte)
3200+ (2,0 GHz, 512 kByte)
Sempron 64
3600+ (2,0 GHz, 256 kByte)
3500+ (2,0 GHz, 128 kByte)
3400+ (1,8 GHz, 256 kByte)
3200+ (1,8 GHz, 128 kByte)
3000+ (1,6 GHz, 256 kByte)
2800+ (1,6 GHz, 128 kByte)
3800+ (2,0 GHz)
4200+ (2,2 GHz)
4400+ (2,2 GHz)
4600+ (2,4 GHz)
4800+ (2,4 GHz)
FX-60 (2,6 GHz)
3000+ (1,8 GHz)
3200+ (2,0 GHz)
3500+ (2,2 GHz)
3700+ (2,2 GHz)
3800+ (2,4 GHz)
4000+ (2,4 GHz)
FX-55 (2,6 GHz)
FX-57 (2,8 GHz)
Fertigung 90 nm
Sockel Sockel AM2 (940) Sockel 939
Dual-Core
Multithreading
Peripherie-Interface 8 GByte/s HyperTransport 8 GByte/s HyperTransport
6,4 GByte/s HyperTransport
8 GByte/s HyperTransport 8 GByte/s HyperTransport
Speichercontroller integriert für
DDR2-800
integriert für
DDR2-667
integriert für
DDR-400
Transistoren 153,8 Mio. (2 × 512 kByte)
227,4 Mio. (2 × 1 MByte)
kA (128 kByte)
81,1 Mio (256 kByte)
81.1 Mio (512 kByte)
154 Mio. (2 × 512 kByte)
233,2 Mio. (2 × 1 MByte)
68,5 Mio. (512 kByte)
114 Mio. (1 MByte)
Chipgröße 183 mm³ (2 × 512 kByte)
230 mm² (2 × 1 MByte)
kA (128 kByte)
103 mm² (256 kByte)
103mm² (512 kByte)
147 mm² (2 × 512 kByte)
199 mm² (2 × 1 MByte)
83,5 mm² (512 kByte)
115 mm² (1 MByte)
L1-Execution-Cache 2 × 64 kByte 64 kByte 2 × 64 kByte 64 kByte
L1-Daten-Cache 2 × 64 kByte 64 kByte 2 × 64 kByte 64 kByte
L2-Cache 2 × 512 kByte
2 × 1.024 kByte
128 kByte
256 kByte
512 kByte
2 × 512 kByte
2 × 1.024 kByte
512 kByte
1.024 kByte
L2-Anbindung 128 Bit
L2-Modus L1 exclusive
Cache insgesamt 1.280 kByte
2.304 kByte
256
384 kByte
640 kByte
1.280 kByte
2.304 kByte
640 kByte
1.152 kByte

Ohne zusätzliche Leistung, aber mit mehr Features

Trotz des neuen und schnelleren Speichers ergab sich in der Praxis kein Leistungszuwachs auf der AM2-Plattform. In den Benchmarks lagen die Leistungsunterschiede zwischen gleichen Prozessoren auf Sockel 939 und AM2 im Rahmen der Messungenauigkeit.

Diagramme
Performancerating: Gesamt
    • Athlon 64 FX-60 S939 DDR400 CL2
      96,7
    • Pentium XE 965 S775 DDR2-667 CL5
      95,6
    • Athlon 64 X2 5000+ SAM2 DDR2-800 CL4
      95,1
    • Athlon 64 X2 4800+ S939 DDR400 CL2
      91,1
    • Pentium XE 955 S775 DDR2-667 CL5
      90,7
    • Pentium D 960 S775 DDR2-667 CL5
      90,1
    • Athlon 64 X2 4600+ SAM2 DDR2-800 CL4
      90,0
    • Athlon 64 X2 4600+ S939 DDR400 CL2
      89,7
    • Pentium D 950 S775 DDR2-667 CL5
      86,4
    • Athlon 64 X2 4400+ S939 DDR400 CL2
      85,2
    • Athlon 64 X2 4200+ SAM2 DDR2-800 CL4
      83,9
    • Athlon 64 X2 4200+ S939 DDR400 CL2
      83,8
    • Athlon 64 FX-57 S939 DDR400 CL2
      83,0
    • Pentium XE 840 S775 DDR2-667 CL5
      82,7
    • Pentium D 940 S775 DDR2-667 CL5
      82,2
    • Athlon 64 X2 3800+ SAM2 DDR2-800 CL4
      79,2
    • Athlon 64 X2 3800+ S939 DDR400 CL2
      78,5
    • Pentium D 930 S775 DDR2-667 CL5
      78,4
    • Pentium 4 670 S775 DDR2-667 CL5
      77,1
    • Pentium D 920 S775 DDR2-667 CL5
      74,1
Einheit: Prozent

Der nForce 500 bot einiges

Der Vorteil der AM2-Plattform waren die neuen Chipsätze und die damit einhergehenden Features. So präsentierte Nvidia zum Start der Plattform gleich vier Chipsätze: nForce 550, nForce 570 Ultra, nForce 570 SLI und nForce 590 SLI (Test). Diese boten eine Vielzahl an Anschlüssen, Unterstützung für mehrere Grafikkarten und einige weitere Features.

Asus M2N32-SLI Deluxe mit nForce 590 SLI
Asus M2N32-SLI Deluxe mit nForce 590 SLI

Der nForce 590 SLI war beispielsweise in der Lage, die PCIe- als auch die HyperTransport-Verbindung zu übertakten und die Bandbreite so um 25 Prozent zu steigern. Das war allerdings nur beim Einsatz einer oder mehrerer GeForce 7900 GTX möglich. Drei der vier Chipsätze konnten ihre zwei nativen Gbit-Ethernet-Anschlüsse per „Teaming“ zusammenschließen, wodurch sich die Bandbreite effektiv verdoppeln ließ.

nForce 500 Series
nForce 590 SLI nForce 570 SLI nForce 570 Ultra nForce 550
Segment Enthusiast SLI Leistung SLI Leistung, ohne SLI Mainstream
CPU Sockel AM2
Athlon 64 FX
Athlon 64
Sockel AM2
Athlon 64 FX
Athlon 64
Sockel AM2
Athlon 64 FX
Athlon 64
Sockel AM2
Athlon 64
Sempron
SLI ja, 2 × x16 ja, 1 × x16, 2 × x8 nein
LinkBoost ja nein
SLI-Ready Memory ja nein
Max. Overclocking ja nein
FirstPacket ja nein
DualNet ja nein
Natives GigaBit LAN ja, 2 × ja, 1 ×
LAN Teaming ja nein
TCP/IP Beschleunigung ja nein
MediaShield ja
SATA/PATA 6/2 4/2
SATA 3 GByte/s ja
RAID-Modi 0, 1, 0+1, 5 0, 1, 0+1
nTune 5.0 ja
PCIe Lanes/Kanäle 46/9 28/6 20/5
Aufteilung 16, 16, 8,
1, 1, 1, 1, 1, 1
16, 8, 1, 1, 1, 1 16, 1, 1, 1, 1
USB 2.0 10
PCI Plätze 5
Audio HD Audio (Azalia)

Fazit

Wer den Sockel AM2 in Betracht zog, um potentiell Leistungsgewinne aus dem schnelleren DDR2-Speicher zu ziehen, der konnte diesen Gedanken verwerfen. Die Kosten standen dabei – da CPU, Mainboard und Arbeitsspeicher getauscht werden mussten – in keinem Fall im Verhältnis zum Nutzen. Anders sah es für Anwender aus, die ein neues System bauen wollten. Hier bot es sich an, auf den Sockel AM2 zu setzen, da zukünftige Prozessoren ausschließlich dafür erscheinen sollten. Zudem warteten die neuen Chipsätze mit Features auf, die für einige Nutzer interessant sein konnten.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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