Enermax ETS-F40-FS Silent im Test: Preisliche Alternative zum Freezer 34 eSports

Thomas Böhm
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Enermax ETS-F40-FS Silent im Test: Preisliche Alternative zum Freezer 34 eSports

Enermax bietet mit dem ETS-F40-FS in der Silent Edition einen großen Tower-Kühler im Budgetsegment an. Er ist ein unauffälliger Zeitgenosse, der zum kleinen Preis einen leisen 140-mm-Lüfter bietet. Den mit einem Lüfter preislich im selben Segment positionierten Arctic Freezer 34 eSports schlagen kann er nicht.

Enermax möchte mit dem ETS-F40-FS einen Anteil am Kühlermarkt ergattern. Der Kühler versteht sich als etwas kostengünstigere Version des ETS-T50 (Test), denn es muss auf eine Heatpipe verzichtet werden. Vier Heatpipes werden im Direct-Touch-Verfahren mit einem großen Kühlturm und einem 140-mm-Axiallüfter verbunden. Der Grundaufbau des ETS-T50 als asymmetrischer Tower-Kühler, der Platz für hohen Arbeitsspeicher schafft, bleibt beim ETS-F40-FS also erhalten.

Enermax ETS-F40-FS Silent Edition: Der Kühler überragt den ersten PCIe-Slot noch nicht
Enermax ETS-F40-FS Silent Edition: Der Kühler überragt den ersten PCIe-Slot noch nicht

Insgesamt bietet Enermax den ETS-F40-FS in drei verschiedenen Versionen an. Den preislichen Einstieg mit knapp über 30 Euro markiert die „Silent Edition“, die auf optische Spielereien verzichtet und einen puristischen CPU-Kühler darstellt. Als etwas teurer angesiedelte Variante für über 35 Euro gibt es den Kühler in „Solid Black“, der nun nicht nur rundum eine schwarze Beschichtung erhält, sondern zudem über eine schwarze Kunststoff-Zierblende verfügt, die die Enden der Heatpipes verbirgt. Der Preisvorteil zum ETS-T50 AXE verpufft an dieser Stelle bereits, denn letzteren gibt es ebenfalls ab 35 Euro zu kaufen.

Die Luxusversion des ETS-F40-FS mit A-RGB gleicht schließlich der in Schwarz gehaltenen Modellvariante, verfügt aber zusätzlich über farbige Leuchtdioden in der Zierblende und im Lüfter. Das A-RGB-Modell wandert ab knapp unter 40 Euro über die virtuelle Ladentheke. Im Test muss sich die Silent Edition beweisen, denn abseits von Farb- und Lichtspielen teilen sich alle drei Kühlermodelle des ETS-F40-FS denselben Grundaufbau.

Enermax ETS-F40-FS (Silent Edition)
Bauform: Tower
Größe (L × B × H): 140 × 65 × 156 mm (ohne Lüfter)
140 × 93 × 156 mm (mit Lüfter)
Gewicht: 750 g (mit Lüfter)
Heatpipes: Kupfer, 4 × 6 mm (Ø)
Direct Touch/Contact
Lamellen: Aluminium, 44 Stück
Abstand: ?
Kühler-Montage: Zweistufige Halterung mit Rückplatte
Lüfter (Modell 1): 1 × 140 × 140 × 25,5 mm
Hydraulisches Lager
300 – 1.200 U/min
30,8 – 126,2 m³/h
0,1 – 2,2 mm H₂O
10,0 – 23,0 dBA
4-Pin-PWM
Lüfter (Modell 2):
Lüfter-Montage: Befestigung: Drahtbügel
Entkopplung: ?
weitere Halterung beigelegt
Kompatibilität: AMD: Sockel FM2(+)/FM1/AM3(+)/AM2(+)/AM4
Intel: LGA 2066/2011/1366/LGA 1200/115x/775
Preis: ab 34 €

Enermax ETS-F40-FS Silent Edition im Detail

Der ETS-F40-FS folgt einem klassischen Aufbau für Tower-Kühler. Seine vier Heatpipes sind U-förmig gebogen und enden in einem Radiator aus Aluminiumlamellen. Der Radiator ist relativ zur CPU-Auflagefläche versetzt, um auch mit montiertem Lüfter einen ausreichenden Abstand zum Arbeitsspeicher freizulassen. In der Silent Edition spart sich Enermax optische Spielereien: Die Heatpipes zeigen sich kupferfarben und weder eine Beschichtung der Lamellen noch eine Zierblende als oberen Abschluss gibt es.

Ebenfalls aus Kostengründen wird auf eine massive Bodenplatte verzichtet. Stattdessen werden im sogenannten Heatpipe-Direct-Touch-Verfahren die CPU-Auflagebereiche der Heatpipes angeschliffen, um diese direkt auf dem Heatspreader zu platzieren. Eine übliche Vorgehensweise für CPU-Kühler in diesem Preissegment. Insgesamt ist der CPU-Kühler ordentlich verarbeitet: Es fallen keine verbogenen Aluminiumlamellen auf und sie sind sauber entgratet.

Serienlüfter und Lieferumfang

Der Serienlüfter des ETS-F40-FS Silent Edition ist ein Axialmodell mit einer Rahmenbreite von 140 mm. Wie für CPU-Kühler üblich, verfügt er über einen abgerundeten Rahmen und die Bohrlöcher eines 120-mm-Lüfters. Der Ventilator wird von Enermax mit einem Drehzahlintervall von 300 bis 1.200 U/min angegeben. Im Testsystem erreicht er bei PWM-Steuerung über das Aquaero 6 eine Drehzahlspanne von 300 bis 1.280 U/min. Dabei verhält er sich im niedrigen Drehzahlbereich erfreulich unauffällig: Lagergeräusche sind nur aus unmittelbarer Entfernung von wenigen Zentimetern wahrnehmbar und selbst dann nur sehr leise. Damit eignet sich der CPU-Kühler hervorragend für Silent-Systeme.

Beim Lieferumfang bietet Enermax die gewohnte Standardkost. Es wird das für die Montage benötigte Zubehör geliefert, inklusive einer gedruckten Anleitung. Als Wärmeleitpaste gibt es eine kleine Spritze, die für mehr als eine Montage ausreicht. Wer den Kühler nachträglich mit einem zweiten Lüfter ausstatten will, kann dies ohne Improvisation tun: Enermax liefert den notwendigen zweiten Satz Lüfterklammern mit. Was allerdings im Lieferumfang fehlt, ist ein extra langer Kreuzschlitz-Schraubendreher. Mit üblichen Schraubendrehern ist die Befestigung des Kühlturms nicht einwandfrei möglich.

Montage im Testsystem

Das Testsystem basiert auf dem AMD-Sockel AM4. Dafür bietet Enermax sogar zwei Montagevarianten an: Der Hersteller liefert eine Backplate für den Kühler mit. Alternativ kann auf die Backplate zurückgegriffen werden, die dem Mainboard beiliegt. Zur Befestigung des Kühlers muss zunächst von der Vorderseite des Mainboards aus eine Montageplatte über Abstandshalter mit der Backplate verschraubt werden. Im nächsten Schritt wird Wärmeleitpaste auf den Heatspreader der CPU aufgebracht, bevor der Kühler dann über zwei vorinstallierte Schrauben fixiert wird. Die Montage gestaltet sich prinzipiell einfach.

Nur prinzipiell, denn der Versuch, den Kühler mit einem handelsüblichen Kreuzschlitz-Schraubendreher zu arretieren, kann in einem ruinierten Schraubenkopf resultieren: Durch den asymmetrischen Aufbau des Kühlers kann der Schraubendreher bei einer der beiden Befestigungsschrauben nicht senkrecht, sondern nur leicht angewinkelt auf der Schraube angesetzt werden. Hier ist besondere Vorsicht angebracht – Enermax sollte an dieser Stelle nachbessern, denn nicht jeder Endkunde kann wie die Redaktion auf einen Fundus an extra langen Schraubendrehern aus dem Lieferumfang anderer CPU-Kühler zurückgreifen.

Verbaut im Testsystem, gibt sich der ETS-F40-FS unkritisch. Der Kühler bleibt unter den kritischen 16 cm Bauhöhe, sodass er in die meisten handelsüblichen Midi-Tower passt. Der asymmetrische Aufbau verhindert, dass Arbeitsspeicher überragt wird. Zum ersten Erweiterungs-Slot schließt der Kühler bündig zum RAM ab. Eine in 90°-Schritten versetzte Montage lässt der Proband auf AMD-Systemen zwar nicht zu, doch damit ist er nicht allein, denn das ist für Tower-Kühler auf AMD-Systemen die Regel und keine Ausnahme.