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Lakka 3.3 mit LibreELEC 9.2: Spielkonsole auf Basis von RetroArch für Klassiker

Sven Bauduin
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Lakka 3.3 mit LibreELEC 9.2: Spielkonsole auf Basis von RetroArch für Klassiker
Bild: RetroArch

Die sehr leichte Linux-Distribution Lakka auf Basis der freien Mediaplayer-Software LibreELEC verwandelt einen Mini-PC vom Schlage eines Raspberry Pi 4 sowie Pi 3 mit Hilfe von RetroArch in nur wenigen Schritten in eine echte Retro-Spielkonsole für Plattformen von Atari über Nintendo bis hin zu Sega und der Sony PlayStation.

Mehr als 50 Retro-Plattformen in einem System

LibreELEC, als Abspaltung des auf Kodi basierenden Betriebssystems OpenELEC, und das freie und plattformübergreifende Front-End für Emulatoren, Game-Engines und Videospiele RetroArch in der aktuellen Version 1.9.7 vom 25. Juli bilden das Fundament von Lakka 3.3, der neuesten Version des kleinen, aber durchaus umfangreichen Leichtgewichtes unter den Gaming-Distributionen.

Lakka 3.3 nutzt RetroArch 1.9.7 für die Emulation von Retro-Spielkonsolen
Lakka 3.3 nutzt RetroArch 1.9.7 für die Emulation von Retro-Spielkonsolen (Bild: RetroArch)

Unter Zuhilfenahme des neuesten RetroArch 1.9.7 und dessen Ökosystem libretro ermöglicht die äußerst modulare Distribution, mehr als 50 Plattformen zu emulieren. Ganz gleich ob Atari 2600, Nintendo Game Boy, Sega Master System oder Sony PlayStation. Vor allem ältere Konsolen-Generationen stehen im Mittelpunkt des freien Betriebssystems. Die umfangreiche FAQ beantwortet alle Fragen zu den unterstützten Spielkonsolen und erläutert rechtliche Fragen.

Basis wechselt auf RetroArch 1.9.7

Mit dem Wechsel von Lakka 3.2 auf Lakka 3.3 gehen laut den offiziellen Release Notes die folgenden Neuerungen einher.

  • RetroArch updated from 1.9.5 to 1.9.7
    • Optimized scanning of large data sets
    • Added support for mapping multiple controllers to a single input device
    • ‘Analog to Digital Type’ usability improvements
    • Updated translations from Crowdin
  • Cores updated to their most recent versions
    • Dolpin: add dolphin-emu/Sys folder to RetroArch system folder
    • New: np2kai core (PC-98)
  • Generic: enable MIDI sequencer support
  • Generic: add Gamecon support
  • RPi: disable 4K modes
Lakka 3.3 – Release Notes

Bereits im Juni hatten die Entwickler der Distribution einen offiziellen 64-Bit-Support für den Raspberry Pi 3 spendiert und Laka 3.2 (Release Notes) veröffentlicht, welches weitere Neuerungen wie die freie Grafikbibliothek Mesa 3D in der Version 21.1.2 mitbrachte.

Neue Systemabbilder für x86 und ARM

Die Retro-Distribution ist sowohl als x86-Systemabbild (IMG) für die Installation auf gewöhnlichen Desktop-PCs als auch in zwei Ausführungen für ARM-Plattformen wie den Raspberry Pi 3, Pi 4 oder Pi 400, den BananaPi oder das Cubieboard der ersten und zweiten Generation erhältlich.

Der YouTube-Kanal von „RetroArch und LibRetro“ zeigt Schritt für Schritt, wie die Installation von Lakka gelingt.

Lakka und LibreELEC laufen auch auf älteren Modellen der Raspberry-Pi-Serie und auf offiziell nicht unterstützten Mini-PCs und Einplatinen-Computern, dann aber mit möglichen Einschränkungen bei den unterstützten Plattformen.

Für experimentierfreudige Anwender und Entwickler steht auch immer die sehr frühe Entwicklerversion („Nightly“) von Lakka zum Download bereit. Hilfe bei der Fehlersuche ist laut den Machern von Lakka „ausdrücklich erwünscht“.

Klassiker spielen mit Komfort

Die legale Nutzung der zahllosen Retro-Spiele, für die der Nutzer selbstverständlich freie oder offiziell erworbene ISO-Dateien besitzen muss, werden über Lakka 3.3 mit Features wie deutlich verbesserten Shadern, einer Zurückspulen-Option für den aktuellen Spielstand sowie der Möglichkeit jeder Zeit speichern zu können aufgewertet.

Lakka läuft auf der Nintendo Switch

Außerdem unterstützt die Distribution von Haus aus die Controller der Xbox und Xbox 360 sowie den DualShock 3 und DualShock 4 der PlayStation 3 und PlayStation 4. In der Zwischenzeit lässt sich Lakka aber auch auf der Nintendo Switch nutzen.

Weitere Informationen liefern die offizielle Website der Gaming-Distribution, die umfangreiche FAQ sowie das hilfsbereite Forum.

Hinweis: Der Autor weist darauf hin, dass es in Deutschland nicht erlaubt ist, einen wirksamen Kopierschutz zu umgehen und es nur dann legal ist eine ISO-Datei zu nutzen, wenn diese vom Hersteller selbst herausgegeben wurde oder aber das entsprechende Spiel in der Zwischenzeit als Open Source oder FOSS gilt.

Das Betriebssystem Lakka 3.3 selbst verwendet keine originale oder manipulierte Firmware der emulierten Systeme, sondern bildet diese ausschließlich nach.