Dimensity 9000: MediaTek kommt Qualcomm mit ARMv9 und TSMC N4 zuvor

Nicolas La Rocco
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Dimensity 9000: MediaTek kommt Qualcomm mit ARMv9 und TSMC N4 zuvor
Bild: MediaTek

MediaTek kommt Qualcomm mit einem neuen System-on-a-Chip für 2022er Android-Flaggschiffe zuvor, das die neuen ARMv9-Kerne nutzt. Der Dimensity 9000 trumpft mit hohen Taktraten, großer Grafikeinheit, neuem Bildprozessor und verbesserten 5G-Eigenschaften auf. Mit der Fertigung bei TSMC in N4 gibt es eine weitere Premiere.

MediaTek setzt auf TSMC N4

Mit dem Dimensity 9000 gibt es erstmals einen öffentlich angekündigten Prozessor, der in N4 bei TSMC gefertigt wird. Der diesen Sommer zum Technology Symposium präsentierte Node knüpft an N5 an und fällt durch einen Shrink sechs Prozent kleiner aus. N4 ist eher für den Mainstream ausgelegt, während N3 die neue Speerspitze markiert. Mit N4P steht bereits ein Nachfolger des N4-Nodes in den Startblöcken.

Neue ARMv9-Kerne mit hohen Taktraten

MediaTek ist zudem der erste Chip-Anbieter, der sich der reinen 64-Bit-ARMv9-Architektur verschreibt und dabei auf den Cortex-X2, Cortex-A710 und Cortex-A510 mit einem 1+3+4-Aufbau aus Prime-, Power- und Efficiency-Kernen setzt, die mit 3,05 GHz, 2,85 GHz und 1,80 GHz hohe Taktraten aufweisen. Als GPU kommt die neue Mali-G710 MP10 zum Einsatz, deren nur noch zehn Cores allerdings mit 20 Cores aus der bisherigen Generation Mali-G78 zu vergleichen sind. Mit 20 Prozent Zugewinn von einer Generation zur anderen dürfte die GPU bisherige Mali-G78-MP20-Umsetzungen in Schach halten.

Übersicht zum MediaTek Dimensity 9000
Übersicht zum MediaTek Dimensity 9000 (Bild: MediaTek)

Bildprozessor schafft dreimal 32 Megapixel

Einen neuen Bildprozessor (ISP) gibt es mit dem Imagiq790 ebenfalls. Der ISP adressiert das Verlangen vieler OEMs, mehrere hochauflösende Kameras ansprechen und deren Rohdaten parallel verarbeiten zu können. Einzelne Sensoren werden mit bis zu 320 Megapixeln unterstützt, gleichzeitig auslesen lassen sich dreimal 32 Megapixel mit jeweils drei HDR-Belichtungsstufen. HDR-Videoaufnahmen sind in bis zu 4K-Auflösung möglich, mit SDR wird 8K unterstützt. Beim Abspielen von Videos ist 8K AV1 an Bord, für das AV1-Encoding ist aber noch keine Engine integriert. An den ISP dockt der MiraVision790 für die Bildausgabe an, die Displays mit bis zu WQHD+ bei 144 Hz oder FHD+ bei 180 Hz und die Wiedergabe von HDR10+ Adaptive unterstützt.

5G-Modem bessert bei Sub-6 nach

Der Dimensity 9000 bietet abermals ein integriertes Modem, sodass kein separater Chip benötigt wird. MediaTek verzichtet zwar weiterhin auf den mmWave-Support, was den Dimensity 9000 laut Hersteller uninteressant für den US-Markt macht, wo viele Mobilfunkanbieter darauf setzen. Doch nachgelegt wurde im Sub-6-Spektrum, in dem jetzt bis zu 300 MHz Bandbreite über drei Frequenzblöcke aggregiert werden können, um bis zu 7 Gbit/s im Downlink zu ermöglichen. MediaTek richtet sich mit dem Dimensity 9000 an alle Märkte abseits der USA.

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