Core i7-12700H im XMG Neo 15 im Test: Fazit

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Jan-Frederik Timm
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Neue mobile CPU-Generation, alte, wenn auch vielerorts noch immer nicht altbekannte Erkenntnis: Intels Core i9 ist zwar auch im Notebook auf dem Papier die schnellste CPU der Serie, in der Praxis ist das aber nicht zwangsläufig der Fall. Das liegt an der maximal verfügbaren Leistungsaufnahme, die der Notebookhersteller prinzipiell zulässt und die das Kühlsystem dann auch praktisch möglich macht.

Core i7 schlägt Core i9

Im konkret getesteten Vergleich zwischen Core i9-12900HK im MSI Raider GE76 und Core i7-12700H im XMG Neo 15 sieht das wie folgt aus: Der Core i9 hält maximal 70 Watt unter Dauerlast, der Core i7 maximal 95 Watt mit Luftkühlung und sogar 120 Watt mit der optionalen AiO XMG Oasis. Und weil beide Prozessoren auf den gleichen Die mit derselben Anzahl aktiver Kerne setzen und am Ende nur die maximalen von Intel erlaubten Taktraten des Core i7 niedriger ausfallen, liegt der Core i7 so im Durchschnitt über die Multi-Core-Benchmarks vorne.

Intel Alder Lake-H: Core i9 vs. Core i7 im Test
Intel Alder Lake-H: Core i9 vs. Core i7 im Test (Bild: Intel)

Im Single-Core-Duell bleibt der Core i9 knapp vorne, aber nicht so weit, wie 300 MHz Single-Core-Turbo-Unterschied erwarten lassen – die relative Schwäche des Core i9 im MSI Raider G76, die mit hoher Wahrscheinlichkeit noch auf das frühe Testmuster zurückzuführen war, wirkt hier noch nach. Denn mehr TDP hilft dem Core i7 in diesem Fall nicht.

Auf dieser Basis überraschen die Spiele-Benchmarks, die den Core i9 leicht in Führung zeigen – GPU-TDP und Treiber waren exakt gleich. Mechanismen wie Dynamic Boost 2.0, die das verfügbare Budget an elektrischer Leistung zwischen GPU und CPU verteilen, haben sich allerdings schon in der Vergangenheit als eigensinnig erwiesen. Gut möglich, dass das auch in diesem Fall der Grund für die Unterschiede ist und neue Treiber, Firmware-Versionen oder auch andere Spiele die Verhältnisse anders aussehen lassen könnten.

Diese Erkenntnisse gelten nicht nur für die 12. Generation Core, sondern auch für die jeweiligen Vorgänger und AMDs mobile Ryzen-CPUs. Bei denen ist eine vermeintlich langsamere CPU dank hoher TDP das ein oder andere Mal schneller als das jeweils bessere Modell. Oder Power-Sharing-Algorithmen sorgen für im Vergleich mit dem Desktop-PC schwer zu erklärende Resultate.

Kunde, informiere dich! OEM, informiere!

Die alles überwiegende Erkenntnis aus diesem Test für Endkunden lautet damit wieder einmal: Informieren und nicht blind nach Marketing-Angaben kaufen ist Trumpf beim (Gaming-)Notebook-Kauf. Denn allzu schnell kauft man dann nur auf dem Papier die beste Lösung und lässt die schnellere, eventuell sogar günstigere außen vor.

Die Industrie ist einmal mehr dazu aufgefordert, mehr Informationen für Kunden bereitzustellen: TDP sollte nicht nur für die GPU, sondern auch für die CPU klar benannt werden – optimalerweise inklusive des langfristig nutzbaren Niveaus.

Das Control Center des XMG Neo 15 E22
Das Control Center des XMG Neo 15 E22

Mehr Kontrolle in Kundenhand

Dass man die Flexibilität, die CPUs und GPUs über die TDP bieten, auch zum Vorteil des Kunden und damit zum Aushängeschild im Marketing nutzen kann, zeigt einmal mehr XMG mit dem Neo 15. Über das Control Center können Nutzer hier alle möglichen Parameter des Notebooks, die OEMs sonst fest über die Firmware vorgeben, um Produkte (intransparent) zu differenzieren, selbst in die Hand nehmen. Selbst wenn das in erster Linie von Nerds genutzt wird, bietet es doch allen Kunden die Möglichkeit, das, was eingesetzte CPU und GPU können, nach den eigenen Wünschen zu nutzen – oder eben auch nicht. Denn nicht nur 120 Watt PL1 = PL2 sind möglich, auf Wunsch geht es auch bis auf 10 Watt hinab.

Dem XMG Neo 15 (E22) und der externen AiO XMG Oasis wird ComputerBase in Kürze noch einen separaten Artikel widmen.

Das XMG Neo 15 (E22) mit Core i7-12700H und GeForce RTX 3080 Ti Laptop GPU
Das XMG Neo 15 (E22) mit Core i7-12700H und GeForce RTX 3080 Ti Laptop GPU

ComputerBase hat das XMG Neo 15 (E22) von XMG unter NDA zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme der Unternehmen auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin. Der Test erschien allerdings erst nach Ablauf der Frist.

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