Cell Broadcast: Bundesweiter Testlauf für Handy-Warnsystem im Herbst

Andreas Frischholz
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Cell Broadcast: Bundesweiter Testlauf für Handy-Warnsystem im Herbst
Bild: Vodafone

In diesem Herbst soll ein erster Testlauf für das Handy-Warnsystem Cell Broadcast erfolgen, verkündet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Versendet werden die Hinweise an die Bevölkerung demnach am bundesweiten Warntag, der vermutlich im September stattfindet.

Fix ist der Zeitraum aber noch nicht, teilte eine Sprecherin des BBK dem Spiegel mit. Für den Warntag Herbst sollen die Mobilfunkbetreiber eine Testversion fertigstellen. Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, sagte Anfang April zur Hauptversammlung, der Warntag 2022 werde am 9. September stattfinden. Für den Übergang in den Regelbetrieb ist dann noch Zeit bis Februar 2023. Bis dahin müssen auch die von der Bundesnetzagentur festgelegten technischen Richtlinien umgesetzt werden. Dazu zählen Sicherheitsstandards, die so hoch sein sollen, dass Hacker keine falschen Warnungen über das System versenden können.

Mit diesem Zeitplan erfüllt Deutschland allerdings nicht die Fristen der EU. Wie die Rheinische Post unter Berufung auf Informationen des Nachrichtenportals The Pioneer berichtete, müsste das System eigentlich bis zum 21. Juni einsatzbereit sein. Bis zum 30. Juni sollen aber zunächst das modulare Warnsystem fertiggestellt und die Schnittstellen zu den Mobilfunknetzbetreibern bereitstehen. Wichtig sei, so schnell wie möglich „vom Testbetrieb in den Wirkbetrieb überzugehen“, so die BBK-Sprecherin laut dem Spiegel.

Konsequenz aus der Hochwasser-Katastrophe

Bei Cell Broadcast werden Warnungen als Push-Nachricht an sämtliche Nutzer versendet, die in einer bestimmten Funkzelle angemeldet sind. Erreicht wird also praktisch jedes Handy. So ist es möglich, mehr Menschen als etwa mit Warn-Apps zu erreichen, die die Nutzer erst einmal installieren müssen.

Dass Cell Broadcast eingeführt wird, ist eine der Konsequenzen aus der Hochwasser-Katastrophe des letzten Sommers. Damals wurde kritisiert, dass die Bevölkerung nicht rechtzeitig genug gewarnt wurde. Mit dem neuen System soll das schnell und flächendeckend in bestimmten Regionen möglich sein. Viele Länder wie Japan, Bangladesch, die USA und die Niederlande setzen es bereits erfolgreich ein.

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