Asus RTX 3080 Noctua OC im Test: Und wieder wird die Konkurrenz deklassiert

Update Wolfgang Andermahr
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Asus RTX 3080 Noctua OC im Test: Und wieder wird die Konkurrenz deklassiert

Asus hat sich nach der GeForce RTX 3070 Noctua Editon erneut mit dem österreichischen Kühlerspezialisten Noctua zusammengetan und die im Herbst 2021 fast sehnlicher erwartete GeForce RTX 3080 Noctua OC Edition umgesetzt. Auch dieses Modell deklassiert im Test die versammelte Konkurrenz.

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ComputerBase hat sich die Asus GeForce RTX 3080 Noctua OC Edition auch im Fractal Design Torrent einmal genauer angesehen und Lautstärke- sowie Temperaturentwicklung festgehalten. Während die Flaggschiff-Modelle von AMD und Nvidia, die Radeon RX 6950 XT und vor allem die GeForce RTX 3090 Ti, zuletzt empfindlich auf die Gehäusebelüftung reagiert haben und im Grafikkarten-Testsystem leicht bis deutlich überfordert gewesen sind, zeigt sich die GeForce RTX 3080 Noctua OC Edition deutlich weniger davon beeindruckt.

Asus und Noctua lassen der RTX 3070 die 3080 folgen

Es war ein Einstand nach Maß: Asus hatte sich im Herbst 2021 mit dem österreichischen Kühlerspezialisten Noctua zusammengetan und mit der GeForce RTX 3070 Noctua OC Edition (Test) nicht nur die leiseste von ComputerBase jemals getestete GeForce RTX 3070, sondern gleich auch eine der kühlsten vorgestellt. Die versammelte Custom-Design-Konkurrenz war auf einen Schlag deklassiert.

Ob die Kooperation zwischen Asus und Noctua nach dem ersten Versuch weitergehen wird, war damals noch unklar – der Erfolg der 3070 sollte darüber mit entscheiden. Offensichtlich hat das Projekt funktioniert, denn nun schickt Asus mit der GeForce RTX 3080 Noctua OC Edition das zweite Modell ins Rennen, das über der anderen Grafikkarte angesiedelt ist.

Doch können Asus und Noctua den Erfolg bei der GeForce RTX 3080 Noctua OC Edition wiederholen? Das wird der Test klären. Mit einer Leistungsaufnahme von 340 Watt und damit 100 Watt mehr als bei der Erstauflage nimmt das Anforderungsprofil an den Kühler zu, aber auch die Konkurrenz muss auf einer GeForce RTX 3080 mehr Abwärme abführen.

Die Asus GeForce RTX 3080 Noctua OC Edition im Detail

Die Asus GeForce RTX 3080 Noctua OC Edition orientiert sich stark an der GeForce RTX 3070 Noctua OC Edition und folgt demselben Erfolgsrezept. Die Grafikkarte selbst basiert auf der Asus GeForce RTX 3080 TUF: Die Taktraten sind identisch, dasselbe gilt für das PCB. Auch der unter den Lüftern und der Kühler-Verkleidung liegende Kühlkörper basiert auf dem TUF-Modell der 3080, wurde aber aufgebohrt.

Unter der Haube steckt ein größerer TUF-Kühler

Statt einer Höhe von nur 32 mm bei der TUF kommt der Kühlkörper der Noctua auf 42 mm, darüber hinaus wurde die Gesamtbreite um 9 mm auf 120 mm erhöht und der Abstand der Heatpipes ist um 6 mm auf 94 mm angewachsen. Doch nicht nur die Ausmaße des Kühlkörpers haben sich verändert. Das original TUF-Design umfasst einen separaten Heatsink für den Speicher und eine Kupferplatte für die GPU, das Noctua-Design fußt dagegen auf einer einzelnen, größeren Kupferplatte, die sich um GPU und GDDR6X-Speicher zugleich kümmert. Dadurch soll verhindert werden, dass zu hohe Speichertemperaturen die Grafikkarte in irgendeiner Weise ausbremsen können.

Links der Kühler der 3080 Noctua, rechts der Kühler der 3080 TUF
Links der Kühler der 3080 Noctua, rechts der Kühler der 3080 TUF (Bild: Noctua)

Bei den zwei Lüftern handelt es sich erneut um den je Stück rund 27 Euro teuren NF-A12x25 PWM – Noctuas Flaggschiff-Modell, was Lüfter angeht. Der Durchmesser beträgt 120 mm, die Maximaldrehzahl liegt bei 2.000 Umdrehungen in der Minute, die Kabel zum Anschluss wurden gekürzt.

Die Lüfter sind mit dem Kühlkörper auf der Grafikkarte mittels doppelseitigem Klebepad zusammengeklebt, der festgeschraubte Lüfterrahmen sorgt für einen sicheren Halt. Die Kombination aus vergrößertem Kühlkörper und 25 mm hohen Ventilatoren sorgt für eine Breite von 4,3 Slots – so viel wie bei der GeForce RTX 3070 Noctua OC Edition.

Die Noctua OC Edition ist kürzer als die TUF-Variante, mit einer Länge von immer noch 30,5 cm, einer Höhe von 14,5 cm und einer Breite von 8,1 cm (4,3 Slot) muss das Modell erst einmal in das eigene Gehäuse passen. Meistens sollte dies kein Problem sein, dennoch ist eine Überprüfung vor dem Kauf ratsam.

Lüfterkurve, Taktraten und BIOS-Versionen

Wie es sich gehört, schaltet die Asus GeForce RTX 3080 Noctua OC Edition die zwei Axiallüfter für einen lautlosen Betrieb auf dem Windows-Desktop ab. Ab einer GPU-Temperatur von etwa 50 °C springen sie mit etwas über 500 Umdrehungen pro Minute an und pendeln sich bei 800 rpm ein, bevor temperaturabhängig schließlich die finale Drehzahl erreicht wird. Wer will, kann auch problemlos eine manuelle Steuerung der Grafikkarte erstellen. Dabei hat sich gezeigt, dass die beiden NF-A12x25 zumindest auf dem Testexemplar problemlos mit nur 250 Umdrehungen in der Minute laufen und die Drehzahl stabil halten können. Einzig zum Anspringen wird mehr Drehzahl benötigt, die Grafikkarte reduziert sie danach aber selbstständig.

Bei den Taktraten ist die GeForce RTX 3080 Noctua OC Edition identisch mit der GeForce RTX 3080 TUF OC. Entsprechend arbeitet der Basis-Takt mit 1.440 MHz, der durchschnittliche Turbo mit 1.785 MHz und der 10 GB große GDDR6X-Speicher mit 9.504 MHz. Wem das nicht reicht, der kann mittels Asus' Tool GPUTweak II den Boost auf 1.815 MHz erhöhen. 340 Watt sind die maximale Leistungsaufnahme der Grafikkarte, manuell kann sie auf 375 Watt erhöht werden. Zwei 8-Pin-Stromstecker sind für den Betrieb notwendig.

Asus hat die GeForce RTX 3080 Noctua OC Edition mit zwei BIOS-Versionen ausgestattet. Werksseitig ist das Quiet-BIOS aktiv, alternativ lässt sich das Performance-BIOS mit auf Kühlleistung optimierter Lüftersteuerung aktivieren. Das Testmodell kam mit aktivem Performance-BIOS, im Handel soll das aber anders sein.

Ohne (RGB-)LEDs im Noctua-Braun-Design

Was es bei der Asus GeForce RTX 3080 Noctua OC Edition im Gegensatz zur TUF und zu fast allen anderen Custom-Designs der GeForce RTX 3080 nicht gibt, ist eine RGB-Beleuchtung oder eine anderweitige Leuchtquelle. Noctua hat schlicht keine beleuchteten Lüfter im Portfolio und Asus bringt auch keine LEDs im Lüfterrahmen an. Das ist sicherlich auch gut so, denn Noctua-Lüfter und RGB wären zumindest eine sehr gewöhnungsbedürftige Kombination.

Das gilt allerdings auch ohne Beleuchtung, denn der Kühler kommt wie die Lüfter in den klassischen Noctua-Farben daher, die mit dem Braun-Ton zwar sofort erkannt werden, aber nicht für jeden Geschmack etwas sind. Die Haptik der Grafikkarte dagegen ist sehr gut. Der Kühlkörper ist hochwertig und die Verarbeitung der zwei Ventilatoren ist im Grafikkarten-Segment allen anderen bei weitem überlegen. Auch der Rahmen macht einen ordentlichen Eindruck, wobei er allerdings nur aus Plastik ist. Hier ist noch etwas Raum nach oben.

Merkmal Asus RTX 3080
Noctua OC Edition
Asus RTX 3070
Noctua OC Edition
Karte PCB-Design Asus
Länge, Breite 30,5 cm, 14,5 cm 30,5 cm, 14,0 cm
Gewicht 1.840 g 1.571 g
Stromversorgung 2 × 8-Pin
Kühler Design Noctua, 4,3 Slots
Kühlkörper Alu-Radiator mit Kupferkern
6 Heatpipes
Alu-Radiator mit Alu-Kern
, 5 Heatpipes
Lüfter 2 × 120 mm (axial)
(NF-A12x25)
Lüfter abgeschaltet (2D) Ja
Anlaufdrehzahl 530 Umdrehungen 560 Umdrehungen
Takt
(Stromsparmodus)
GPU-Basis 1.440 (210) MHz 1.500 (210) MHz
GPU-Durchschnitt 1.785 MHz 1.875 MHz
GPU-Maximum 1.965 MHz 1.980 MHz
Speicher 9.504 (405) MHz 7.000 (405) MHz
Speichergröße 10 GB GDDR6X 8 GB GDDR6X
Leistungsaufnahme Standard TDP 340 Watt 240 Watt
Maximale TDP 375 Watt 270 Watt
Anschlüsse 3 x DisplayPort 1.4 DSC
2 x HDMI 2.1

Preislich auf TUF-Strix-Niveau

Einen UVP für die neue Noctua OC Edition hat Asus vorab nicht genannt. Wenn die Preissituation ähnlich wie bei der GeForce RTX 3070 ausfällt, müsste sich das Modell zwischen Asus GeForce RTX 3080 Strix und TUF platzieren. Weil die Asus GeForce RTX 3080 als TUF und Strix derzeit fast identische 1.000 Euro kostet, ist es schwer einzuordnen, ob die Noctua Edition darüber, darunter oder auf demselben Preisniveau liegen wird.

Asus RTX 3090 Ti TUF (Oben) und Asus RTX 3080 Noctua (Unten)
Asus RTX 3090 Ti TUF (Oben) und Asus RTX 3080 Noctua (Unten)

So taktet die Asus RTX 3080 Noctua OC Edition in Spielen

1.965 MHz ist der höchste Takt, der während der Testreihen zu irgendeinem Zeitpunkt bei der Asus GeForce RTX 3080 Noctua OC festgehalten worden ist. Das ist aber keine Frequenz, die in Spielen mit hoher Last anliegt, dort ist 1.935 MHz das Maximum. Schlussendlich gilt aber auch dieser Wert nur in geringen Auflösungen und wenn das Power-Limit voll ausgefahren wird.

In fordernden Spielen und hohen Auflösungen wie Ultra HD sind die Frequenzen dagegen ein gutes Stück niedriger. Im Test taktet die Grafikkarte im Werkszustand je nach Spiel mit durchschnittlich 1.742 bis 1.836 MHz. Damit liegt der Takt quasi auf dem Niveau von Nvidias Founders Edition, die Unterschiede sind sehr gering. Offenbar kann das Modell die zusätzlichen 20 Watt nicht in eine höhere Frequenz umsetzen.

Die tatsächlichen durchschnittlichen Taktraten im Phanteks Enthoo Evolv X
CoD: Vanguard Cyberpunk 2077 Doom Eternal Guardians of the Galaxy
Asus RTX 3080 Noctua
Quiet-BIOS
1.797 MHz 1.832 MHz 1.742 MHz 1.836 MHz
Asus RTX 3080 Noctua
Performance-BIOS
1.808 MHz 1.847 MHz 1.760 MHz 1.847 MHz

Mit dem alternativen Performance-BIOS sind die Temperaturen dann etwas niedriger und die Taktraten geringfügig höher, wobei die Unterschiede gering sind. In den vier Testspielen arbeitet die Grafikkarte mit 1.760 bis 1.847 MHz und damit 11 bis 18 MHz schneller als mit dem werkseitig aktiven Quiet-BIOS. Wie die Benchmarks zeigen werden, hat dies aber keine praktischen Auswirkungen.

Und auch im 30 Minuten langen Taktverlauf von Doom Eternal zeigen sich zwischen den zwei BIOS-Versionen nur kleine Unterschiede. Die Asus GeForce RTX 3080 Noctua OC taktet wie jede aktuelle GeForce-Grafikkarten in den ersten Sekunden einer Lastphase leicht höher, danach liegt aber eine ziemlich gleichmäßige Frequenz an, die in einem kleinen Bereich schwankt. Ob das Modell mit dem Quiet- oder dem Performance-BIOS betrieben wird, macht diesbezüglich keine Unterschiede.

Taktverlauf – Ultra HD, Doom Eternal
1.6001.7001.8001.9002.000MHz 11002003004005006007008009001.0001.1001.2001.3001.4001.5001.6001.7001.800Sekunden
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