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Im Test vor 15 Jahren: Ein nahezu unhörbarer Gaming-PC für 3.100 Euro

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Ein nahezu unhörbarer Gaming-PC für 3.100 Euro

Im Test vor 15 Jahren trat mit dem Intel Ultimo 07 (Test) ein Komplettrechner des deutschen OEMs Besser-Leise an, der als nahezu unhörbarer spieletauglicher PC vermarktet wurde. Mit einem Preis von etwa 3.100 Euro ließ sich der Hersteller die Mischung aus Mid- und High-End-Hardware gut bezahlen. Heute gibt es ihn nicht mehr.

Mit Intel Core 2 Extreme und Nvidia GTS

Der Ultimo 07 verfügte über eine Mischung aus Mid- und High-End-Hardware. Als Prozessor kam mit dem Intel Core 2 Extreme X6800 eine extrem schnelle und teure CPU zum Einsatz. Bei der Grafikkarte setzte Besser-Leise hingegen auf ein weniger extravagantes Modell und griff auf eine GeForce 8800 GTS zurück – verglichen mit den schnelleren GeForce 8800 GTX und Ultra war die niedrigere Energieaufnahme und somit Abwärme das bestechende Argument. Abseits dieser zwei Hauptkomponenten verfügte der Rechner über einen Thermalright Ultra 120 zur Kühlung des Prozessors.

Die Komponenten fanden in einem gedämmten Silverstone TJ07 mit drei 120-mm-Lüftern von Scythe Platz. Zudem bestach der Computer mit einer sauberen Verlegung des Dämmmaterials und der Kabel.

Eine etwas ungewöhnliche Besonderheit des Ultimo 07 war die Nutzung von zwei 500-Watt-Netzteilen, wovon eines exklusiv für die verbaute GeForce 8800 GTS genutzt wurde. Die Motivation hinter dem Einsatz der zwei Netzteile war, dass es sich um für damalige Verhältnisse sehr effiziente Modelle handelte, insbesondere effizienter als einzelne Netzteile mit 1.000 Watt Leistung. Dementsprechend drehten ihre Lüfter weniger auf und der PC agierte insgesamt leiser.

Besser-Leise „Intel Ultimo 07“
Prozessor Intel Core 2 Extreme X6800 (2 × 2,93 GHz, 4 MByte L2)
Kühler Thermalright Ultra 120
Motherboard Asus P5WDG2-WS Professional, i975X/iCH7R/6702PXH
Grafikkarte Gainward GeForce 8800 GTS, 640 MByte
Soundkarte Creative Sound Blaster X-Fi Xtreme Music PCI
Arbeitsspeicher 2 × 1024 MByte Kingston HyperX DDR2 800, Dual-Channel
Netzteil 2 × Seasonic S12-500 SS-500HT 500 Watt
DVD-Brenner 2 × Sony NEC Optiarc DVD RW AD-7170S 18x SATA Brenner
Festplatten 2 × 500 GByte Samsung SpinPoint Raid 0, SATA II
Gehäuse Silverstone TJ07, gedämmt mit Noiseblocker Platinum
Lüfter 3 × Scythe SFLEX SFF21D 120 mm (~850 U/min)
2 × ADDA AD1212MB-A73GL 120 mm im Netzteil (~1000 U/min)
1 × 70 mm Radial als Grafikkartenlüfter (~1500 U/min)
Cardreader 50-in-1 ICY Box, silver
Display VL Systems M-Play 202 Plus inkl. Fernbedienung
Gesamtgewicht ~24 kg
Komplettpreis 3.100 Euro

Gute Temperaturen (für ein gedämmtes System)

Für ein gedämmtes System wies das Ultimo 07 gute Temperaturen auf, hatte aber einige vereinzelte Hotspots. Das betraf die Grafikkarte und das Mainboard. Insbesondere der passiv gekühlte Chipsatz erreichte mit 60 °C hohe Temperaturen. Insgesamt konnte dem System nichtsdestoweniger eine gute Kühlung attestiert werden, da alle Komponenten ausreichend gekühlt wurden.

Temperaturmessungen
  • Maximalwerte:
    • CPU
      53
    • 1. Kern
      60
    • 2. Kern
      59
    • Motherboard
      45
    • GPU
      75
    • GPU Diode
      79
    • GPU Umgebung
      68
  • Minimalwerte:
    • CPU
      37
    • 1. Kern
      42
    • 2. Kern
      41
    • Motherboard
      41
    • GPU
      56
    • GPU Diode
      61
    • GPU Umgebung
      53
Einheit: °C

Wenn das Intel Ultimo 07 eines konnte, dann war es ruhig arbeiten. In einem normalen Arbeitszimmer mit einem gemessenen Grundschallpegel von 30,4 dB(A) war das System im Betrieb zwar wahrzunehmen, aber nahezu lautlos. Im Leerlauf lag der gemessene Schalldruckpegel einen halben Meter von der Front des PCs entfernt bei sehr leisen 31,7 dB(A). Im schlimmsten Fall, wenn der Schalldruckpegel ausgehend vom Deckel des Gehäuses gemessen wurde, lag dieser bei immer noch leisen 33,1 dB(A). Unter Volllast stieg der Schalldruckpegel auf 32,0 dB(A) an der Front und 33,5 dB(A) am Deckel an. Der Bootvorgang mit 40,4 dB(A) – wenn die Grafikkarte für eine Sekunde den Lüfter voll aufdrehte – und der Betrieb des DVD-Laufwerks, wenn Daten kopiert wurden, mit 49,6 dB(A) bestätigten die Regel.

Lautstärkemessungen
    • Grundpegel
      30,4
    • Leerlauf (Front)
      31,7
    • Leerlauf (linke Seite)
      32,7
    • Leerlauf (rechte Seite)
      32,9
    • Leerlauf (Heck)
      33,3
    • Leerlauf (Oben)
      33,1
    • Leerlauf (linke Seite – geöffnet)
      33,7
    • Volllast (Front)
      32,0
    • Volllast (linke Seite)
      33,1
    • Volllast (rechte Seite)
      33,2
    • Volllast (Heck)
      33,4
    • Volllast (Oben)
      33,5
    • Volllast (linke Seite – geöffnet)
      34,2
    • DVD-Brenner (Zugriff / Daten kopieren, Front)
      49,6
    • DVD-Brenner (DVD Schauen, Front)
      36,2
    • DVD-Brenner (DVD-Brennen, Front)
      35,8
    • Bootvorgang Maximum (Front)
      40,4
Einheit: dB(A)

Fazit

Besser-Leise hatte mit dem Intel Ultimo 07 einen potenten und extrem ruhigen Computer im Angebot. Etwas fragwürdig war die Komponentenauswahl mit einem vergleichsweise überproportional teuren Hauptprozessor, einer mittelstarken Grafikkarte und nur zwei GByte Arbeitsspeicher. Für Spieler war das System in jedem Fall ausreichend, aber nicht zwangsläufig den hohen Anschaffungspreis von 3.100 Euro wert. Wer leisen Betrieb über Leistung stellte, der war mit dem Intel Ultimo 07 dennoch gut beraten – das nötige Kleingeld vorausgesetzt.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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