Synology 2023 and Beyond: DSM 7.2, eigene Kameras und neue Speicherlösungen

Frank Hüber
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Synology 2023 and Beyond: DSM 7.2, eigene Kameras und neue Speicherlösungen
Bild: Synology

Auf dem jährlichen Event „Synology 2023 and Beyond“ hat Synology heute Neuigkeiten bezüglich der eigenen NAS-Software DiskStation Manager (DSM) und kommender Produkte bekannt gegeben. Dabei handelt es sich auch um einen neuen Router und eigene IP-Kameras für die NVR-Systeme und Surveillance Station der NAS-Systeme.

DSM 7.2 kommt Anfang 2023

Mit dem DSM 7.2 hat Synology das nächste Update für das eigene NAS-Betriebssystem angekündigt und eine Veröffentlichung Anfang 2023 in Aussicht gestellt. DSM 7.2 führt unter anderem volle Volumen-Verschlüsselung ein, was die Speicherleistung gegenüber auf freigegebenen Ordnern basierender Verschlüsselung um 48 Prozent steigern soll.

WORM-Ordner gegen Ransomware

Mit DSM 7.2 werden zudem WORM-Ordner (write once, read many) eingeführt. In derartigen Ordnern werden Daten vor Manipulation geschützt, indem diese für einen festgelegten Zeitraum nicht geändert oder gelöscht werden können. Auch über Hyper Backup können künftig unveränderliche Datensicherungen durchgeführt werden. Indem die Daten nicht manipuliert werden können, möchte Synology insbesondere auch den Schutz vor Ransomware und Cyberkriminellen erhöhen, die immer wieder die Daten auf Systemen verschlüsseln, um „Lösegeld“ für die Entschlüsselung zu erpressen.

Daten remote löschen mit Synology Drive

Auch Synology Drive wird ein Update erhalten, mit dem Teams ihre geteilten Daten mit Wasserzeichen und Download-Richtlinien schützen können. Über die Möglichkeit, Daten remote zu löschen, sollen Sicherheitsrisiken minimiert werden, indem synchronisierte Ordner etwa von gestohlenen Windows- und macOS-Clients entfernt werden können. Des Weiteren wird die Massenbereitstellung durch die automatische Anmeldung mit AD-Anmeldedaten und die Einrichtung von Datensicherungs- und Synchronisierungsaufgaben erleichtert, so Synology.

SMB-Multichannel

Auch das Teilen von Daten über SMB erfährt mit DSM 7.2 Veränderungen, indem eine protokollübergreifende Dateisperre zwischen SMB-Freigaben und Synology Drive sicherstellt, dass gerade verwendete Dateien nicht bearbeitet oder überschrieben werden können. Mit SMB-Multichannel-Übertragung können darüber hinaus alle zwischen Servern und Clients verfügbaren Netzwerkverbindungen genutzt werden, um die Leistung der SMB-Dateiübertragung zu erhöhen.

KI-Kameras von Synology

Mit NVR-Systemen und der Surveillance Station bietet Synology bereits Hard- und Software für die Videoüberwachung. Anfang 2023 kommen eigene IP-Kameras der Synology 500-Serie hinzu, deren Einstellungen sich direkt in der Surveillance Station verwalten lassen. Die Kameras bieten Funktionen wie eine Eindringungs-, Personen- und Fahrzeugerkennung und erscheinen in zwei Formfaktoren mit 5-MP-Sensoren für Aufnahmen in 16:9 mit 3K (2.880 × 1.620) bei 30 FPS. Die Kameras unterstützen PoE und sind wetterfest (IP67) und somit sowohl für den Innen- und Außenbereich einsetzbar.

Skalierbare Speicherserver

Ebenfalls für 2023 in Aussicht gestellt hat Synology neue, horizontal skalierbare Systeme für die Datei- und Objektspeicherung. Die Scale-Out-Cluster sollen deutlich schneller als Synologys aktuell größte Lösungen sein, da Leistung und Kapazität durch das Hinzufügen weiterer Geräte nahezu linear skaliert werden können. Die erste Generation horizontal skalierbarer Systeme unterstützt Cluster mit bis zu 60 Servern für über 12 PB effektive Speicherkapazität, über 60 GB/s sequenzielles Schreiben und über 80.000 gleichzeitige Verbindungen. Die Cluster bieten über 99,99 Prozent Verfügbarkeit und unterstützen Synologys Datensicherungslösungen Hyper Backup und Active Backup.

Weltweite Sicherungsverwaltung

Eine neue Verwaltungsplattform für Active Backup und C2 Backup soll Synologys lokale und Cloud-Lösungen vereinen, so dass sich die Verwaltung, Bereitstellung und Überwachung von Datensicherungsaufgaben in der gesamten IT-Infrastruktur unabhängig von Ort und Größe der Systeme und Dienste realisieren lassen. Über die Plattform lassen sich sämtliche Geräte und Dienste sichern und bei Bedarf wiederherstellen.

Datensicherung
Datensicherung (Bild: Synology)

Active Insight: Erkennung von Verstößen und Missbrauch

Auch Active Insight erhält Anpassungen, um automatisch Aktivitäten zu verhindern, die gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen. Die neue Funktion zur Vermeidung von Datenverlust überwacht dafür die Benutzeraktivitäten wie Anmeldungen, Dateizugriffe oder das Teilen von Dateien und Ordnern und vergleicht die Prüfsummen von hochgeladenen oder geteilten Dateien. Wenn Schwellenwerte erreicht oder Regeln ausgelöst werden, kann das System entweder Warnungen verschicken oder direkt eingreifen, etwa indem die Verbindung zu potenziell mit Ransomware infizierten Clients getrennt wird.

Neuerungen für C2 Identity

Auch Synology C2 Identity, die zentrale Verwaltung von Identitäten und Geräten, wird im kommenden Jahr ausgebaut, um kennwortlose lokale und Online-Anmeldungen bei Geräten und Diensten zu ermöglichen. Unter anderem werden Windows Hello und Apple Face ID/Touch ID integriert und in Verbindung mit dem kommenden C2-Identity-Benutzerportal können Mitarbeiter, die verwaltete Geräte verwenden, automatisch bei Webdiensten mit SAML-Unterstützung angemeldet werden. Optional kann für sensiblere Dienste wie ERP- oder CRM-Systeme die zweistufige Authentifizierung (2FA) aktiviert werden.

Mit dem WRX560 hat Synology zudem einen neuen Wi-Fi-6-Router angekündigt.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Synology unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.