US Chips Act: Über 460 Interessenten auf Förderung markieren einen Erfolg
Die US-Regierung feiert sich: Der US Chips Act entwickelt sich zu einem Erfolg und wird damit Vorbild für andere Länder. Viel Geld wird durch die Subventionen aber dann auch von Unternehmen zusätzlich ausgegeben, insgesamt gibt es binnen eines Jahres über 460 Interessenten auf Förderung.
Vom Interesse bis hin zu einem finalen Antrag ist es jedoch noch ein Stück Weg, Intel hatte beispielsweise zuletzt durchblicken lassen, dass man jetzt erst damit angefangen hat. Wer am Ende also wie viel nimmt, bekommt oder sich dann doch wieder zurückzieht oder abgelehnt wird, steht noch auf einem anderen Papier.
Today marks one year since @POTUS signed the CHIPS and Science Act into law. In the first year, we've:
— Secretary Gina Raimondo (@SecRaimondo) August 9, 2023
- Sparked $166 billion in manufacturing investments
- Received over 460 statements of interest from companies
- Launched new workforce programs
And we’re just getting started. pic.twitter.com/gYZilxm1uc
Und auch der Boss von Frau Raimondo, US-Präsident Biden, findet viele lobende Worte. Er zielt dabei nicht nur auf die Industrie an sich, sondern auch die Effekte auf die weiteren Bereiche, allen voran das Bildungswesen. Denn die Zusammenarbeit mit Schulen und Universitäten ist ein extrem wichtiger Punkt, um die entsprechende Fachkräfte in den kommenden Jahren auch zur Verfügung zu haben.
Since this day a year ago, at least 50 community colleges have announced programs to help workers access good-paying jobs in the semiconductor industry, and companies have announced over $166 billion to bring chip manufacturing back to the U.S.
— President Biden Archived (@POTUS46Archive) August 9, 2023
And we're just getting started. https://t.co/skmYUlXTty
Der Fachkräftemangel ist und bleibt ein Thema – nicht nur in den USA
Der Fachkräftemangel hatte in den USA zuletzt hohe Wellen geschlagen, viele Gerüchte schossen dabei ins Kraut. TSMC erklärte vor einigen Wochen, taiwanische Fachkräfte zur Fertigstellung der Bauarbeiten nach Arizona (siehe Titelbild) schicken zu wollen. Schnell witterten einige Ortsansässige, dass TSMC hier „billige Fachkräfte“ einschleust und riefen beinahe schon zum Boykott auf.
This is crazy. We need them!
— Elon Musk (@elonmusk) August 9, 2023
Auf der anderen Seite verärgerte auch dies die Taiwaner, die ihren Unmut in Foren Luft machen. Schnell musste TSMC beruhigen, lediglich etwas mehr als 100 Fachkräfte sollen direkt von TSMC kommen, einige weitere von Zulieferern – kein Vergleich jedoch zu den 12.000 Arbeitern, die aktuell dort beschäftigt sind.
Ähnlich könnte es aber auch hierzulande zugehen, wenn zum Start der ganzen neuen Fabriken die Fachkräfte nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Denn es bauen nicht nur Intel und TSMC, sondern auch Bosch, Infineon und einige weitere mehr, die sich alle am gleichen Talentpool bedienen wollen. Auch hierzulande sind die Universitäten und Ausbildungsstätten deshalb zusammen mit der Politik in Zugzwang.