Ryzen 7 8700G & 5 8600G (OC) im Test: App-Benchmarks, Multimedia und Stromverbrauch

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Testmethodik für Anwendungen

Alle nachfolgenden Tests in Anwendungen wurden auf einem Asus ROG Strix B650E-E Gaming Wifi mit BIOS 2214, aktuellem Windows 11 und 2 × 16 GB G.Skill Trident Z5 durchgeführt. Als Kühler kam ein Noctua NH-U14S mit Doppellüfter-Bestückung zum Einsatz.

AMD Ryzen 7 8700G im Detail
AMD Ryzen 7 8700G im Detail
AMD Ryzen 5 8600G im Detail
AMD Ryzen 5 8600G im Detail

In den Sicherheitseinstellungen von Windows 11 war die „Kernisolierung“ („Core Isolation“) aktiv, die „Speicherintegrität“ („Memory Integrity“) im Gegensatz zu den Gaming-Benchmarks hingegen deaktiviert – so bleibt die Vergleichbarkeit mit älteren Testergebnissen in diesem Punkt gewahrt.

In der Regel arbeiten beide Ryzen in den vorgegebenen Taktparametern. Der maximale Single-Core-Turbo-Takt des AMD Ryzen 7 8700G liegt bei 5,15 GHz und damit 50 MHz über seiner Spezifikation, der AMD Ryzen 5 8600G folgt mit 5,05 GHz im Maximum dem gleichen Prinzip. Das ist nichts Ungewöhnliches bei AMD Ryzen, denn die CPUs dürfen seit Ryzen 5000 oft ein wenig über ihrer Spezifikation beim Takt hinaus arbeiten, nachdem bei Ryzen 3000 viele Prozessoren die beworbenen GHz bei Kunden nicht ganz erreicht hatten.

Benchmarks im Desktop-Parcours

Mehr-Kern-Anwendungen sind prädestiniert für moderne Prozessoren, da sie viele Kerne und vor allem noch mehr Threads bieten. Sie werden je nach Software mehr oder weniger gut genutzt, in der Regel klappt das aber ziemlich gut.

Multi-Core
Multi-Core – Leistungsrating
    • Core i5-13600K (181 W)
      DDR5-5600CL36
      32
    • Ryzen 7 7700X (142 W)
      DDR5-5200CL32
      29
    • Ryzen 7 7700X (88 W, Eco)
      DDR5-5200CL32
      28
    • Core i5-13500
      DDR5-4800CL38
      27
    • Ryzen 7 7700 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      27
    • Ryzen 7 7700X (65 W)
      DDR5-5200CL32
      26
    • Ryzen 7 7800X3D (162 W)
      DDR5-5200CL32
      26
    • Ryzen 7 8700G (88 W)
      DDR5-5200CL32
      25
    • Core i5-12600K
      DDR4-3200CL14
      23
    • Ryzen 7 5800X
      DDR4-3200CL14
      22
    • Ryzen 5 7600X (142 W)
      DDR5-5200CL32
      22
    • Ryzen 5 7600X (88 W, Eco)
      DDR5-5200CL32
      22
    • Ryzen 7 5800X3D
      DDR4-3200CL14
      22
    • Core i5-13400F
      DDR5-4800CL38
      21
    • Ryzen 5 7600X (65 W)
      DDR5-5200CL32
      21
    • Ryzen 5 7600 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      21
    • Ryzen 7 5700G
      DDR4-3200CL14
      20
    • Ryzen 5 7500F (88 W)
      DDR5-5200CL32
      20
    • Ryzen 7 5700X
      DDR4-3200CL14
      20
    • Ryzen 5 8600G (88 W)
      DDR5-5200CL32
      20
    • Ryzen 5 5600X
      DDR4-3200CL14
      17
    • Core i5-12500
      DDR4-3200CL14
      17
    • Core i5-12400
      DDR4-3200CL14
      16
    • Ryzen 5 5600G
      DDR4-3200CL14
      16
    • Ryzen 5 5500
      DDR4-3200CL14
      15
Einheit: Prozent, Geometrisches Mittel

Sechs moderne Kerne sind heute in Form des AMD Ryzen 5 8600G fast so schnell wie acht Kerne des Vorgängers alias AMD Ryzen 7 5700G. Und der neue Ryzen 7 8700G ist wiederum über 20 Prozent schneller als ein AMD Ryzen 7 5700G.

Der AMD Ryzen 7 8700G versucht wie viele CPUs in der 65-Watt-Klasse insbesondere am oberen Ende den Spagat. Die Package-Power (PPT) liegt in den fordernden Tests stets am Limit von 88 Watt – das ist genau das gleiche Spiel wie bei anderen 65-Watt-Lösungen (Ryzen 7000 ohne X-Suffix) mit acht oder noch mehr Kernen. Bei AMD ist wie üblich zwar eine TDP von 65 Watt in dieser Klasse gesetzt, das bedeutet aber auch immer, dass im Turbo-Einsatz der Maximalverbrauch beim Faktor 1,35 dessen liegt, solange die Temperaturen ebenfalls nicht dagegen sprechen. In der Regel kommt das PPT-Limit jedoch immer zuerst. Das ist beim Ryzen 7 8700G genauso der Fall, was auch Taktabsenkungen auf beispielsweise 4,7 oder 4,6 GHz zur Folge hat.

Ryzen 7 8700G in CB R20: Die PPT von 88 Watt wird ausgeschöpft
Ryzen 7 8700G in CB R20: Die PPT von 88 Watt wird ausgeschöpft

Der AMD Ryzen 5 8600G kann diese 88-Watt-Marke ebenfalls erreichen. Sie ist in reinen Anwendungen aber die seltene Ausnahme, beim Einsatz inklusive integrierter Grafik allerdings auch anzutreffen. Es erklärt dann am Ende jedoch ebenso, warum AMD beim Takt nicht höher gegangen ist – der würde vornehmlich nur auf dem Papier existieren.

In Anwendungen mit geringer Last oder auf nur einem oder zwei Kernen spielt das allerdings keine Rolle. Hier zählt nur, was der maximale Turbo-Takt zulässt. Und dann sind die neuen Ryzen 8000G mit ihren rund 5 GHz eben genauso schnell wie andere Ryzen 7000 mit rund 5 GHz.

Single-Core
Single-Core – Leistungsrating
    • Core i5-13600K (181 W)
      DDR5-5600CL36
      1.062
    • Ryzen 7 7700X (142 W)
      DDR5-5200CL32
      1.053
    • Ryzen 7 7700X (65 W)
      DDR5-5200CL32
      1.053
    • Ryzen 7 7700X (88 W, Eco)
      DDR5-5200CL32
      1.053
    • Ryzen 5 7600X (88 W, Eco)
      DDR5-5200CL32
      1.035
    • Ryzen 5 7600X (65 W)
      DDR5-5200CL32
      1.032
    • Ryzen 5 7600X (142 W)
      DDR5-5200CL32
      1.030
    • Core i5-12600K
      DDR4-3200CL14
      1.002
    • Ryzen 7 7700 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      996
    • Core i5-13500
      DDR5-4800CL38
      981
    • Ryzen 5 7600 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      978
    • Ryzen 7 8700G (88 W)
      DDR5-5200CL32
      961
    • Ryzen 5 7500F (88 W)
      DDR5-5200CL32
      959
    • Ryzen 7 7800X3D (162 W)
      DDR5-5200CL32
      953
    • Ryzen 5 8600G (88 W)
      DDR5-5200CL32
      947
    • Core i5-12500
      DDR4-3200CL14
      938
    • Core i5-13400F
      DDR5-4800CL38
      936
    • Core i5-12400
      DDR4-3200CL14
      896
    • Ryzen 7 5800X
      DDR4-3200CL14
      852
    • Ryzen 7 5700X
      DDR4-3200CL14
      817
    • Ryzen 5 5600X
      DDR4-3200CL14
      816
    • Ryzen 7 5700G
      DDR4-3200CL14
      805
    • Ryzen 7 5800X3D
      DDR4-3200CL14
      793
    • Ryzen 5 5600G
      DDR4-3200CL14
      753
    • Ryzen 5 5500
      DDR4-3200CL14
      729
Einheit: Punkte, Geometrisches Mittel

Der deutlich gesteigerte Turbo-Takt bei Ryzen 8000G hat gegenüber dem Vorgänger Ryzen 5000G zur Folge, dass der Neuling im besten Fall 29 Prozent Vorsprung herausholt: in POV-Ray von einem AMD Ryzen 5 5600G auf den neuen AMD Ryzen 5 8600G. Im Mittel ist es etwas weniger, aber dennoch deutlich ausgeprägt.

AV1-Decoding auf YouTube

Seit RDNA 2 beherrschen AMDs GPUs das Decoding von AV1 in Hardware. Die alten Ryzen 5000G mit Vega-iGPU konnten das also noch nicht.

Auf einem solchen Ryzen-5000G-System spielt YouTube in kompatiblen Browsern daher ohne manuellen Eingriff über youtube.com/testtube nur in 1080p AV1 statt VP09 aus, während Ryzen 8000G in allen Auflösungen Material in AV1 erhält.

Auf dem Ryzen 5000G muss AV1-Encoding jenseits von 1080p auf YouTube erzwungen werden
Auf dem Ryzen 5000G muss AV1-Encoding jenseits von 1080p auf YouTube erzwungen werden
Der Ryzen 7 8600G decodiert auch AV1 in 2.160p60 noch ohne signifikanten Mehrverbrauch
Der Ryzen 7 8600G decodiert auch AV1 in 2.160p60 noch ohne signifikanten Mehrverbrauch

Das nachfolgende Diagramm zeigt, wie die Package-Power der beiden Generationen ausgehend vom Leerlaufverbrauch auf dem Windows-Desktop ausfällt, wenn ein AV1-Video über YouTube (Desktop-Auflösung Full HD, 100 Prozent Skalierung, Wiedergabe im Fenster) abgespielt wird.

AV1-Decoding (PPT, YouTube – Fenster, Desktop 1.080p 100 %)
010203040Watt (W) 151015202530354045505560Sekunden

Während der Ryzen 5 5600G schon in Full HD und darüber hinaus erst recht deutlich mehr als im Leerlauf verbraucht, weil er den AV1-Codec rechenintensiv über die CPU-Kerne „in Software“ decodiert und daher von YouTube automatisch nur in Full HD überhaupt AV1 erhält, steigt der Ryzen 5 8600G bis hinauf auf 4K60 nicht aus: Sein Strombedarf liegt durchweg niedriger als beim Vorgänger schon in Full HD.

Maximal unterstützt die APU mit RDNA 3 wie die Desktop-Grafikkarten mit derselben Architektur 4K240 oder 8K60.

Die De-/Encoding-Fähigkeiten der RDNA-3-GPU
H.264 (AVC) H.265 (HEVC) AV1 VP9
Encodieren 4K330
4:2:0, 8 Bit
4K210
8K48
4:2:0, 8/10 Bit
4K240
8K60
4:2:0, 8/10/12 Bit
4K210
8K48
4:2:0, 8/10 Bit
Decodieren 4K180
4:2:0, 8 Bit
4K180
8K48
4:2:0, 8/10 Bit
4K240
8K60
4:2:0, 8/10 Bit

AV1-Encoding in Handbrake

AV1-Decoding beherrschen RDNA 2 und RDNA 3, exklusiv von RDNA 3 unterstützt wird wiederum AV1-Encoding. Wer den sehr effizienten Codec nutzen will, erfährt mit dem Ryzen 8000G gegenüber dem Vorgänger einen enormen Leistungssprung.

Ryzen 5000G unterstützt AV1-Encoding nur in Software (SVT)
Ryzen 5000G unterstützt AV1-Encoding nur in Software (SVT)
Der Ryzen 5 8600G beherrscht AV1-Encoding in Hardware (AMD VCE)
Der Ryzen 5 8600G beherrscht AV1-Encoding in Hardware (AMD VCE)

Beim Encoding eines Videos mit dem AV1-Codec über Handbrake schlägt die neue die alte Generation mit einer Zeitersparnis von 92 Prozent bei zugleich weniger Verbrauch.

AV1-Encoding in Handbrake Nightly
    • Ryzen 5 8600G (Hardware)
      0:36
    • Ryzen 5 5600G (Software)
      7:26
Einheit: Minuten, Sekunden

Leistungsaufnahme und Temperatur (CPU-Tests)

In den CPU-Tests wurde wie üblich parallel zu den Anwendungen auch die Leistungsaufnahme ermittelt. Dabei offenbart sich einmal mehr, dass die APUs im Leerlauf durchaus punkten können – es ist eben ein Notebook-Design, das explizit auch dafür designt ist, während der Desktop-Prozessor in seinem Chiplet-Design mit dem stromfressenden IO-Die schon immer seine Mühe hatte. Steigert man bei den APUs dann jedoch kontinuierlich die Last, nähert man sich am Ende bei gleicher TDP/PPT auch exakt der gleichen Leistungsaufnahme wie beispielsweise beim Ryzen 5 7500F an.

Leistungsaufnahme
Leistungsaufnahme – Leerlauf (PC)
  • Windows-Desktop:
    • Ryzen 5 5500
      DDR4-3200CL14
      36
    • Ryzen 5 8600G (88 W) ohne dGPU
      DDR5-5200CL32
      37
    • Ryzen 7 8700G (88 W) ohne dGPU
      DDR5-5200CL32
      38
    • Ryzen 7 5700G
      DDR4-3200CL14
      38
    • Ryzen 5 5600G
      DDR4-3200CL14
      38
    • Core i5-12500
      DDR4-3200CL14
      42
    • Core i5-12400
      DDR4-3200CL14
      43
    • Ryzen 7 5700X
      DDR4-3200CL14
      45
    • Ryzen 7 5800X3D
      DDR4-3200CL14
      46
    • Ryzen 7 5800X
      DDR4-3200CL14
      47
    • Ryzen 7 8700G (88 W)
      DDR5-5200CL32
      51
    • Ryzen 5 8600G (88 W)
      DDR5-5200CL32
      51
    • Ryzen 5 5600X
      DDR4-3200CL14
      52
    • Core i5-12600K
      DDR4-3200CL14
      54
    • Core i5-13600K (181 W)
      DDR5-5600CL36
      56
    • Core i5-13500
      DDR5-4800CL38
      56
    • Ryzen 7 7800X3D (162 W)
      DDR5-5200CL32
      62
    • Ryzen 7 7700X (142 W)
      DDR5-5200CL32
      64
    • Ryzen 5 7500F (88 W)
      DDR5-5200CL32
      69
    • Ryzen 7 7700 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      70
    • Ryzen 5 7600 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      70
Einheit: Watt (W)

Bei den Temperaturen gibt es aufgrund der PPT-Beschränkung ebenfalls keine Überraschungen. Die 88-Watt-Prozessoren agieren in gleichem Umfeld wie die bisherigen Lösungen mit 88 Watt PPT.

CPU-Temperatur (Multi-Core-Last)
  • Prime95 29.8 (Small FFTs max. Power/Heat):
    • Ryzen 7 5700X
      DDR4-3200CL14
      56,0
    • Ryzen 5 5500
      DDR4-3200CL14
      56,0
    • Ryzen 5 5600G
      DDR4-3200CL14
      60,0
    • Ryzen 5 5600X
      DDR4-3200CL14
      64,0
    • Core i5-12500
      DDR4-3200CL14
      66,0
    • Core i5-12400
      DDR4-3200CL14
      66,0
    • Ryzen 7 5700G
      DDR4-3200CL14
      68,0
    • Ryzen 5 7600 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      73,0
    • Ryzen 5 7500F (88 W)
      DDR5-5200CL32
      74,0
    • Ryzen 5 8600G (88 W)
      DDR5-5200CL32
      77,0
    • Ryzen 5 8600G (88 W) ohne dGPU
      DDR5-5200CL32
      77,0
    • Ryzen 7 8700G (88 W)
      DDR5-5200CL32
      78,0
    • Ryzen 7 8700G (88 W) ohne dGPU
      DDR5-5200CL32
      78,0
    • Core i5-13500
      DDR5-4800CL38
      78,0
    • Ryzen 7 7800X3D (162 W)
      DDR5-5200CL32
      81,0
    • Core i5-13600K (181 W)
      DDR5-5600CL36
      81,0
    • Core i5-12600K
      DDR4-3200CL14
      82,0
    • Ryzen 7 5800X
      DDR4-3200CL14
      90,0
    • Ryzen 7 5800X3D
      DDR4-3200CL14
      91,0
    • Ryzen 7 7700X (142 W)
      DDR5-5200CL32
      96,0
Einheit: °C
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