Single- statt Dual-Channel: RAM ist zu teuer? Ein Modul tut es bei Ryzen 9000X3D auch!?

Volker Rißka
264 Kommentare
Single- statt Dual-Channel: RAM ist zu teuer? Ein Modul tut es bei Ryzen 9000X3D auch!?

RAM ist teuer, DDR5 richtig teuer. Für AM5 ist das ein Problem. Doch ist mit 9000X3D vielleicht der Griff zu nur einem Riegel eine Option? ComputerBase ist der Frage mit dem brandneuen Ryzen 7 9850X3D (Test) nachgegangen und hat den kompletten Test noch einmal mit Single-Channel statt Dual-Channel durchgeführt.

Dual-Channel-RAM muss sein – oder?

Der parallele Betrieb von zwei Speicherkanälen durch den Einsatz von mindestens zwei RAM-Riegeln (Dual-Channel-Modus) ist auf modernen Mainboards mit aktuellem Arbeitsspeicher das Maß der Dinge. Moderne Prozessoren können fast immer zwei Speicherkanäle ansprechen um die optimale Leistung herauszuholen, die zwei Kanäle dürfen dann bis zu zwei Module fassen – 2 DIMMs per Channel (2DPC) heißt das. PC-Gamer haben über die letzten 10+ Jahre gelernt: Mit Single-Channel sinkt die Leistung, das macht man normalerweise nicht!

Aber was ist mit Blick auf die steigenden Preise für Arbeitsspeicher aktuell schon noch normal?

Dual-Channel-RAM im Einsatz
Dual-Channel-RAM im Einsatz
Single-Channel-RAM im Einsatz
Single-Channel-RAM im Einsatz

Halber Speicher = halber Preis = weniger Leistung?

Denn wenn 16 GByte bereits über 200 Euro und 32 GByte DDR5 bereits über 400 Euro kosten, dann ist die Schmerzgrenze bei vielen Kunden doch längst überschritten.

Ein „Ausweg“, der oft empfohlen wird: Sich bei DDR4- oder gar DDR3-Systemen umzusehen, doch diese Ratgeber haben einzig und allein die RAM-Kosten im Blick. Dabei sind auch andere Aspekte wichtig, denn die meisten DDR4-Plattformen sind Auslaufmodelle, von DDR3-Plattformen gar nicht erst zu sprechen: Sie sind längst End-of-Life, Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen, Support gibt es auch keinen mehr.

Dabei hat die ganze Speicherkrise sogar mit dem drastischen Anstieg von DDR4-Speicher im Frühjahr 2025 begonnen, griff erst danach auf alle modernen Varianten über und kommt nun wieder zu DDR4 zurück. Auch 16 GByte DDR4 kosten inzwischen über 100 Euro und die Lager werden ganz schnell leer. Das ist zwar nur etwa halb so viel wie für DDR5, doch passende Mainboards und – viel wichtiger – halbwegs aktuelle und noch für x Jahre nutzbare CPUs zu einem angemessenen Preis zu finden, ist mitunter eine ziemliche Herausforderung.

Denn hier wiederum sind die modernen Plattformen weit vorn: Sockel-AM5-Boards gibt es für sehr wenig Geld und einen AMD Ryzen 5 9600X gibt es ab 194 Euro – und der ist im Gaming schneller als ein alter AMD Ryzen 7 5800X3D, von Anwendungen und dem Stromverbrauch ganz zu schweigen. Dass die Plattform vom Hersteller zudem für „2027+“ mit Support beworben wird, macht AM5 zu einem ziemlich unschlagbaren Gesamtpaket.

Der Sockel AM5 lebt über 2027 hinaus
Der Sockel AM5 lebt über 2027 hinaus (Bild: AMD)

Single- vs. Dual-Channel auf 9000X3D im Test

Ist es also eine Alternative, ein modernes Ryzen-9000X3D-System erst einmal nur mit einem Speicherriegel zu betreiben und erst später einen zweiten hinzuzufügen?

Um das herauszufinden, hat ComputerBase den kompletten Test des AMD Ryzen 7 9850X3D noch einmal wiederholt – allerdings dieses Mal nur mit 1 × 16 GByte DDR5-5600 CL26 statt 2 × 16 GByte DDR5-5600 CL26, also dem Speicher-Referenztakt, für den der Prozessor offiziell freigegeben ist.

Ein AMD Ryzen 7 9850X3D mit nur einem Speichermodul
Ein AMD Ryzen 7 9850X3D mit nur einem Speichermodul

Auswirkungen auf die Speicherbandbreite

Dass der Wechsel in reinen Bandbreitentests sichtbar wird, zeigt stellvertretend der Speichertest von AIDA64. Nur noch 38 GB/s als Transferrate beim Schreiben sind klar auf den Single-Channel-Modus zurückzuführen, im Dual-Channel-Betrieb waren es knapp 60 GB/s. Auch die Lese- und Kopierwerte steigen deutlich sowie einige andere leicht an. In theoretischen Tests ist Dual-Channel-Betrieb also wie erwartet der klare Gewinner.

Bildvergleich: AIDA64-Speicherbenchmark mit einem Speichermodul AIDA64-Speicherbenchmark mit zwei Speichermodulen

Auswirkungen in Anwendungen

Mit stetig wachsendem Praxisbezug bleibt von den theoretischen Unterschiede aber kaum noch etwas übrig. Vielen Alltagsanwendungen ist es schlichtweg egal, ob dort ein oder zwei Module verbaut sind. Der Unterschied ist oft maximal messbar, nicht aber spürbar respektive hätte große Auswirkungen. Ein Grund, warum OEMs & ODMs in vielen vor allem günstigeren Komplett-PCs und Notebooks mit primärem Office-Bezug auch heute oft nur ein Speichermodul verbauen.

Leistungsrating
Leistungsrating – Multi-Core
    • AMD Ryzen Threadripper 7980X
      350/350W, DDR5R-5200CL32
      90
    • AMD Ryzen Threadripper 7970X
      350/350W, DDR5R-5200CL32
      79
    • AMD Ryzen 9 9950X3D
      170/200 W, DDR5-5600CL26
      63
    • Intel Core Ultra 9 285K 25H2
      250/250 W, CU-DDR5-6400CL36
      61
    • AMD Ryzen 9 9950X
      170/200 W, DDR5-5600CL26
      61
    • Intel Core Ultra 9 285K
      250/250 W, DDR5-5600CL26
      60
    • AMD Ryzen 9 7950X3D
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      55
    • Intel Core i9-14900KS
      320/320 W, DDR5-5600CL26
      55
    • Intel Core Ultra 7 265K (CU)
      250/250 W, CU-DDR5-6400CL36
      54
    • Intel Core i9-14900K
      253/253 W, DDR5-5600CL26
      53
    • AMD Ryzen 9 9900X3D
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      51
    • AMD Ryzen 9 9900X
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      51
    • AMD Ryzen 7 9850X3D Dual-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      41
    • AMD Ryzen 7 9800X3D Dual-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      40
    • Intel Core Ultra 5 245K 25H2
      159/159 W, CU-DDR5-6400CL36
      40
    • AMD Ryzen 7 9700X (cTDP)
      105/142 W, DDR5-5600CL26
      39
    • AMD Ryzen 7 9850X3D Single-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      39
    • Intel Core i5-14600K
      181/181 W, DDR5-5600CL26
      37
    • Intel Core Ultra 5 235 (CU)
      65/121 W, CU-DDR5-6400CL36
      36
    • AMD Ryzen 7 9700X
      65/88 W, DDR5-5600CL26
      36
    • AMD Ryzen 7 7700X
      105/142 W, DDR5-5200CL26
      35
    • AMD Ryzen 7 7800X3D 25H2
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      33
    • AMD Ryzen 5 9600X
      65/88 W, DDR5-5600CL26
      31
    • Intel Core Ultra 5 225F (CU)
      65/121 W, CU-DDR5-6400CL36
      30
    • AMD Ryzen 5 7600X
      105/142 W, DDR5-5200CL26
      28
    • Intel Core i5-12600K
      150/150 W, DDR5-4800CL24
      27
    • AMD Ryzen 5 7600
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      27
    • AMD Ryzen 5 7500F
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      27
    • AMD Ryzen 5 7600X3D 25H2
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      25
    • AMD Ryzen 7 5800X3D
      105/142 W, DDR4-3200CL14
      25
    • AMD Ryzen 5 7500X3D 25H2
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      25
    • AMD Ryzen 5 8400F
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      25
    • Intel Core i5-14400F
      65/148 W, DDR5-4800CL24
      23
    • Intel Core i3-12100F
      58/89 W, DDR5-4800CL24
      14
Einheit: Prozent, Geometrisches Mittel

Auswirkungen in Spielen

In Spielen sieht es auf den ersten Blick ähnlich aus. Mit nur einem Modul ausgestattet, leistet ein neues System mit AMD Ryzen 7 9850X3D nur 5 Prozent weniger bei den FPS und damit so viel wie ein AMD Ryzen 7 9800X3D mit zwei Modulen. Bei den Frametimes sind es im Durchschnitt 8 Prozent. Für über 200 Euro Preisunterschied auf der Rechnung ist das ein durchaus annehmbares Resultat.

Leistungsrating 720p + Astral RTX 5090
Leistungsrating 720p + Astral RTX 5090 – Durchschnitts-FPS
    • AMD Ryzen 7 9850X3D Dual-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      191
    • AMD Ryzen 7 9800X3D Dual-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      182
    • AMD Ryzen 7 9850X3D Single-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      182
    • AMD Ryzen 7 7800X3D 25H2
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      160
    • AMD Ryzen 5 7600X3D 25H2
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      147
    • AMD Ryzen 5 7500X3D 25H2
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      141
    • Intel Core Ultra 9 285K 25H2
      250/250 W, CU-DDR5-6400CL36
      140
    • Intel Core Ultra 5 245K 25H2
      159/159 W, CU-DDR5-6400CL36
      130
    • AMD Ryzen 5 9600X 25H2
      65/88 W, DDR5-5600CL26
      121
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS), Geometrisches Mittel

Ausnahmen bestätigen die Regel

Der Durchschnitt zeigt ein klares Bild ohne gravierende Unterschiede zwischen Single- und Dual-Channel-Betrieb, aber es gibt sie, die Ausreißer; sowohl bei echten Anwendungen als auch Spielen.

In Anwendungen ist es natürlich der Speicherbenchmark von 7-zip, der darauf reagiert, überraschend aber auch Geekbench im Multi-Core-Test, der sogar den größten Unterschied von 21 Prozent zeigt.

Diagramme
7-Zip 24.09 – Multi-Core
  • Total Score:
    • AMD Ryzen Threadripper 9970X
      350/350W, DDR5R-6400CL32
      455.842
    • AMD Ryzen Threadripper 9980X
      350/350W, DDR5R-6400CL32
      448.123
      mit 128 Threads in 7-Zip 25.00: 690996
    • AMD Ryzen Threadripper 7980X
      350/350W, DDR5R-5200CL32
      439.772
      mit 128 Threads in 7-Zip 25.00: 639482
    • AMD Ryzen Threadripper 7970X
      350/350W, DDR5R-5200CL32
      438.203
    • AMD Ryzen 9 9950X3D
      170/200 W, DDR5-5600CL26
      238.654
    • AMD Ryzen 9 9950X
      170/200 W, DDR5-5600CL26
      236.729
    • AMD Ryzen 9 7950X3D
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      234.979
    • Intel Core i9-14900KS
      320/320 W, DDR5-5600CL26
      202.272
    • Intel Core i9-14900K
      253/253 W, DDR5-5600CL26
      201.202
    • Intel Core Ultra 9 285K 25H2
      250/250 W, CU-DDR5-6400CL36
      197.526
    • AMD Ryzen 9 9900X3D
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      192.955
    • AMD Ryzen 9 9900X
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      189.525
    • Intel Core Ultra 9 285K
      250/250 W, DDR5-5600CL26
      181.920
    • Intel Core Ultra 7 265K (CU)
      250/250 W, CU-DDR5-6400CL36
      168.674
    • AMD Ryzen 7 9850X3D Dual-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      142.885
    • AMD Ryzen 7 9800X3D Dual-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      139.562
    • Intel Core i5-14600K
      181/181 W, DDR5-5600CL26
      135.504
    • AMD Ryzen 7 7700X
      105/142 W, DDR5-5200CL26
      134.334
    • AMD Ryzen 7 9700X (cTDP)
      105/142 W, DDR5-5600CL26
      133.465
    • AMD Ryzen 7 9850X3D Single-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      133.041
    • Intel Core Ultra 5 245K 25H2
      159/159 W, CU-DDR5-6400CL36
      128.310
    • AMD Ryzen 7 7800X3D 25H2
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      127.301
    • AMD Ryzen 7 9700X
      65/88 W, DDR5-5600CL26
      125.797
    • Intel Core Ultra 5 235 (CU)
      65/121 W, CU-DDR5-6400CL36
      120.184
    • AMD Ryzen 5 7600X
      105/142 W, DDR5-5200CL26
      105.945
    • AMD Ryzen 5 9600X
      65/88 W, DDR5-5600CL26
      102.571
    • AMD Ryzen 7 5800X3D
      105/142 W, DDR4-3200CL14
      101.578
    • AMD Ryzen 5 7500F
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      101.085
    • AMD Ryzen 5 7600
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      100.928
    • AMD Ryzen 5 7600X3D 25H2
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      95.872
    • AMD Ryzen 5 7500X3D 25H2
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      92.721
    • AMD Ryzen 5 8400F
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      92.690
    • Intel Core Ultra 5 225F (CU)
      65/121 W, CU-DDR5-6400CL36
      91.593
    • Intel Core i5-12600K
      150/150 W, DDR5-4800CL24
      90.950
    • Intel Core i5-14400F
      65/148 W, DDR5-4800CL24
      82.871
    • Intel Core i3-12100F
      58/89 W, DDR5-4800CL24
      47.358
Einheit: MIPS

In Spielen ist es ganz ähnlich. Vielen Titeln ist es im Benchmark nicht so wichtig, wie viele Speicherriegel zum Einsatz kommen, im Worst-Case-Fall sind es bei den Frametimes aber dann doch bis zu 20 Prozent Verlust. Der Blick auf das verbleibende absolute Niveau zeigt allerdings auch hier: Es reicht um auch schnelle Grafikkarten in höheren Auflösungen auszulasten. Im Durchschnitt fallen die FPS um 5 Prozent und die Frametimes um 8 Prozent.

Gaming-Leistung Ryzen 7 9850X3D Dual- vs. Single-Channel-RAM
Spiel FPS Frametimes
Dual-Channel
(2×16 DDR5-5600CL26)
Single-Channel
(1×16 DDR5-5600CL26)
Dual-Channel
(2×16 DDR5-5600CL26)
Single-Channel
(1×16 DDR5-5600CL26)
Anno 1800 100 % 100 % 100 % 95 %
Avowed 100 % 90 % 100 % 88 %
F1 2024 100 % 97 % 100 % 95 %
Baldur's Gate 3 100 % 97 % 100 % 93 %
Cyberpunk 2077 100 % 97 % 100 % 96 %
Horizon Forbidden West 100 % 99 % 100 % 97 %
Marvel's Spider-Man 2 100 % 84 % 100 % 80 %
Outcast – A New Beginning 100 % 97 % 100 % 97 %
Starfield 100 % 96 % 100 % 92 %
Star Wars Outlaws 100 % 92 % 100 % 93 %
Ø 100 % 95 % 100 % 92 %
Diagramme
Anno 1800 – FPS, Durchschnitt
    • AMD Ryzen 7 9850X3D Single-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      145,2
    • AMD Ryzen 7 9850X3D Dual-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      144,9
    • AMD Ryzen 7 9800X3D Dual-Chan
      120/162 W, DDR5-5600CL26
      133,1
    • AMD Ryzen 7 7800X3D 25H2
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      117,7
    • AMD Ryzen 5 7600X3D 25H2
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      114,2
    • AMD Ryzen 5 7500X3D 25H2
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      111,5
    • Intel Core Ultra 9 285K 25H2
      250/250 W, CU-DDR5-6400CL36
      86,1
    • AMD Ryzen 5 9600X 25H2
      65/88 W, DDR5-5600CL26
      85,5
    • Intel Core Ultra 5 245K 25H2
      159/159 W, CU-DDR5-6400CL36
      84,4
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

DDR5-4800 vs. DDR5-6000

Parallel zu den Tests der Redaktion hat AMD in ein ähnliches Horn geblasen und darauf hingewiesen, dass es auch gerne DDR5-4800 statt DDR5-6000 („der Sweetspot“) sein darf um die Preise so niedrig wie möglich zu halten. Auch in diesem Fall wurde der Ryzen 7 9850X3D herangezogen. Hier liegt der Unterschied in Spielen letztlich sogar noch unterhalb dessen, was beim Ausbau eines Moduls im ComputerBase-Test herausgekommen ist.

DDR5-4800 statt DDR5-600 zeigt AMD
DDR5-4800 statt DDR5-600 zeigt AMD (Bild: AMD)

Auch wenn die Verluste bei den FPS und den Frametimes laut Messungen von PCGH auch größer ausfallen können und AMD mit der Analyse natürlich nicht alles und jedes Grenzszenario abgedeckt hat, ändert sich auch hier nichts an der Aussage: Das Gesamtpaket CPU+RAM ist stets mehr als stark genug, auch mit langsamerem Speicher.

Fazit und Empfehlung

Kann man einen Ryzen 9000X3D mit nur einem RAM-Riegel betreiben, ohne die Leistung ins Bodenlose oder gar auf das Niveau der AM4-Plattform fallen zu lassen? Der Test liefert die Antwort: Ja, man kann. Je nach Anwendung oder Spiel geht dabei durchaus Leistung verloren, normalerweise ergibt das also keinen Sinn. Aber das gilt für normale Zeiten und die haben wir aktuell nicht.

Single-Channel ist auf X3D aktuell eine Option

Deshalb ist der Griff zu nur einem DDR5-Riegel etwas, das man mit Blick auf die stark gestiegenen Speicherpreise tun könnte, wenn es um die Frage geht, ob man – zum Beispiel von Intel LGA 1151 kommend – endlich wie geplant auf Sockel AM5 mit X3D wechselt, oder „nur“ zu AM4 greift um zu sparen – oder gar nichts tut.

Denn eine aktuelle DDR5-Plattform mit X3D-Prozessor und passender Grafikkarte ist mit nur einem Speichermodul noch immer schneller unterwegs als eine alte Plattform mit DDR4. Dafür hat sich einfach zu viel bei den Prozessoren getan, die vielleicht günstigerer DDR4-Speicher nicht herausreißen kann – von der viel moderneren Plattform mit aktuellen Anschlüssen ganz abzusehen.

AMD Ryzen 7 9850X3D mit schnellem Speicher
AMD Ryzen 7 9850X3D mit schnellem Speicher

Angesichts dessen, dass es aktuelle Sockel-AM5-Mainboards mit passenden AMD-CPUs für vergleichsweise wenig Geld gibt, geht die Empfehlung bei einem kompletten Neukauf deshalb klar in diese Richtung – und nicht zurück. Sind hingegen noch 16 oder 32 GByte halbwegs aktueller DDR4 vorhanden, kann die Rechnung eine andere sein. Dann macht die Überbrückung für ein paar Jahre mit älterer Plattform eventuell Sinn.

Ryzen 9000X3D mit Single-Channel-RAM
  • Eine gute Idee in harten Zeiten
    41,1 %
  • Wenn schon 9000X3D, dann auch Dual-Channel
    25,9 %
  • Dann rüste ich lieber gar nicht auf
    33,0 %

Und was ist mit anderen CPUs?

Dass AMDs X3D-CPUs mit großem L3-Cache in Spielen weniger vom RAM abhängig sind, ist bekannt, aber wie sieht es mit anderen CPUs aus? ComputerBase wird der Frage, wie groß die Verluste auf anderen Prozessoren mit nur einem RAM-Riegel in Anwendungen und Spielen sind, in kürze ebenfalls nachgehen. Den Anfang macht der Ryzen 5 9600X.

Kommentar des Autors

Kauft bloß keine DDR4-Plattform und den dazu notwendigen Speicher neu! Die Plattform ist alt und nur weil Speicher vielleicht günstiger ist, ist es der ganze Rest und das Drumherum nicht. DDR5-Systeme sind auch in teuren Zeiten der Weg, den man gehen sollte – und mit 9000X3D auch im Single-Channel-Betrieb schneller als alles, was auf AM4 verfügbar ist. Dual-Channel hat sich als einzig wahre Konfiguration ins kollektive Gedächtnis gebrannt, aber der Test zeigt, dass es in besonderen Zeiten auch anders geht. Je mehr das System zudem Office-Aufgaben übernimmt, umso unwichtiger wird es – nicht umsonst setzen OEMs bei solchen PCs seit Jahrzehnten auf nur ein Modul, auch wenn das Leistung verschenkt. Wenn Speicher derart teuer ist wie aktuell, dann ist der Griff zu nur einem einzigen Riegel (aktuell nur nachgewiesen auf X3D, aber es kommt mehr) definitiv eine Option.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.