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Refine 2 im Test: Mit dem 2. Stuhl legt Fractal Design noch einmal nach

DevPandi
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Refine 2 im Test: Mit dem 2. Stuhl legt Fractal Design noch einmal nach

Ende 2024 überzeugte der Fractal Design Refine als erster Stuhl der Marke im Test trotz kleiner Abzüge in der B-Note. Jetzt, knapp zwei Jahre später, bringt der Hersteller mit dem Refine 2 den Nachfolger auf den Markt und will gezielt an den damaligen Schwachstellen nachgebessert haben. Mit Erfolg?

Fractal Design legt den Stuhl neu auf

Vor zwei Jahren brachte Fractal Design den ersten eigenen Stuhl auf den Markt und der Refine (Test) konnte direkt überzeugen. Ein paar Kritikpunkte gab es aber: Und anderem waren die Armlehnen zu leicht (ausversehen) verstellbar. Mit dem Refine 2 will Fractal Design jetzt nachgebessert haben. Also: Wie schlägt sich der Fractal Refine 2 im Alltagstest?

Die Antwort auf diese Frage ist komplex und hängt neben dem Blick auf etwaige Verbesserungen stark davon ab, welche individuellen Erwartungen an einen Bürostuhl gestellt werden. Anders als beim noblechairs Aura TX (Test), der sich im Juli dem Test stellen musste, fällt das Urteil dieses Mal nicht ganz so eindeutig aus.

Warum? Weil der Fractal Design Refine 2 auf dem Papier und im ersten Eindruck ein richtig guter Bürostuhl mit einem schlichten, modernen Auftritt ist. Die Rahmenkonstruktion wirkt angenehm luftig, der dunkelgraue Stoff und das schwarze Mesh machen optisch einiges her und – der wichtigste Punkt: Es sitzt sich hervorragend auf ihm. Er stützt und entlastet den Körper an genau den richtigen Stellen und lässt im Grundsatz ausreichend Raum für Bewegungen.

Fractal Design Refine 2
04.09.2026
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Solide Synchronmechanik
  • Stufenlose verstellbare Rückenfeder
  • Umfangreiche 4D-Armlehnen
  • Leichtgängige Rollen
  • Sehr gute Anleitung
  • Mesh bietet gutes Sitzgefühl
  • Gute Unterstützung bei Haltung
  • Mesh kratzig (Mesh- + Hybrid-Variante)
  • Leichte Einschränkung der Sitzdynamik
ComputerBase-Empfehlung für Fractal Design Refine 2

Und doch gibt es einen Haken, der stark vom persönlichen Empfinden abhängt: Sitzfläche und Rückenlehne sind zwar ergonomisch ein Genuss, was das reine Sitzgefühl angeht, auf nackter Haut ist das Mesh jedoch gewöhnungsbedürftig rau und schränkte die Bewegung zusammen mit dem leichten Schalendesign ein.

Während des gesamten Testzeitraums war es ein ständiges Hin und Her, das letztlich in einer klaren Erkenntnis mündete: Sollte der Bezug der reinen Stoff-Variante genauso angenehm und flauschig sein wie die Stoff-Elemente an der Mesh-Version, stünde dieser Stuhl dauerhaft vor dem Schreibtisch und würde mit Händen, Füßen und Zähnen verteidigt werden. Die Mesh-Variante ist es im ganz konkreten persönlichen Anwendungsfall aber definitiv nicht. Alle Details liefert der nachfolgende Test.

Varianten, Preise und Eckdaten

Fractal Design bietet den Refine 2 in zwei Farbvarianten – Light und Dark – sowie drei Materialkombinationen für Sitz- und Rückenfläche an: Fabric (Sitzfläche und Rückenlehne komplett mit Stoff bezogen), Mesh (beide Kontaktflächen aus Mesh mit seitlichen Stoffrändern) und Hybrid (Sitzfläche in Stoff, Rückenlehne als Mesh-Stoff-Kombination). Für alle sechs daraus resultierenden Modelle nennt Fractal Design eine unverbindliche Preisempfehlung von 579,99 Euro. Damit ist der Stuhl gegenüber dem Vorgänger in der Preisliste um 30 Euro im Preis gestiegen.

Die Hybrid-Varianten sind neu. Nicht mehr angeboten wird dafür die zuvor sehr teure Alcantara-Version.

Fractal Design Refine und Refine 2 – Varianten und Preise
Modell Refine Refine 2
UVP Marktpreis UVP
Light Mesh 549 Euro ab 500 Euro 579,99 Euro
Dark Mesh ab 580 Euro
Light Fabric ab 490 Euro
Dark Fabric ab 490 Euro
Hybrid Light
Hybrid Dark
Alcantara 899 Euro ab 749 Euro

Der Hersteller hat den Refine 2 nach EN 1335-1 (Typ C) sowie ANSI/BIFMA X5.1 zertifizieren lassen und gibt ein maximales Nutzergewicht von 135 kg an (Refine Gen 1: 125 kg). Verbaut wird ab Werk eine Gasdruckfeder der Klasse 4, die typischerweise auch bei Modellen für höhere Gewichtsklassen zum Einsatz kommt und entsprechende Sicherheitsreserven bietet.

Mesh Fabric Hybrid
Sitzhöhe (vom Boden) 485 mm - 605 mm 490 mm - 610 mm
Sitztiefe 450 mm - 505 mm 425 mm - 500 mm 435 mm - 510 mm
Nackenkissenverstellung 140 mm
Armlehnen (Höhe vom Sitz) 145 mm - 255 mm 140 mm - 250 mm
Armlehnen (Abstand) 430 mm - 560 mm
Armlehnen (Winkel der Rotation) +/- 15°
Lordosenstütze (Höhe, Verstellung) 110 mm
Lordosenstütze (Tiefe, Verstellung) 20 mm
Neigung (stufenlos)
Neigung (Positionen) 11
Fußkreuz (Durchmesser) 700 mm
Sitztiefe (Schale) 465 mm 460 mm
Sitzbreite (Schale, Innen) 435 mm
Armlehnen (Länge) 250 mm
Armlehnen (Breite) 110 mm
Rückenlehne (Höhe) 530 mm
Rückenlehne (Breite) 500 mm
Kopfstütze (Höhe) 185 mm
Lordosenstütze-Polster (Breite) 305 mm
Lordosenstütze-Polster (Höhe) 110 mm
Zertifikate EN 1335-1 (Typ C), ANSI/BIFMA X5.1
Maximales Gewicht 135 kg
Garantie 5 Jahre, 3 Jahre auf Polster und Mesh
Gewicht (Stuhl) 26,95 kg 26,5 kg 26,35 kg
Gewicht (Paket) 35,6 kg 35,6 kg 35,2 kg
Paketmaße 1070 (H) × 680 (B) × 410 (T) mm

Die offiziellen Empfehlungen für Körpergröße und Gewicht liegen bei 165 bis 200 cm sowie 60 bis 135 Kilogramm. Fractal Design gewährt 5 Jahre Garantie auf das Grundgerüst und die Mechanik sowie 3 Jahre auf die Bezüge.

Design, Material und Verarbeitung

Die wichtigste Frage für viele Leser ist wahrscheinlich, ob der Fractal Design Refine 2 nach Gaming aussieht. Die kurze Antwort lautet: Nein! Es gibt allerdings auch eine etwas längere Fassung, denn so ganz kann sich Fractal Design nicht von typischen Gaming-Genen lösen – was bereits beim Vorgänger auffiel und von Fractal Design auch genutzt wurde: Der Stuhl verband den „kühlen nordischen Auftritt“ mit Gaming-Genen, die ihn den Titel „Gaming-Stuhl“ trotz des ersten Eindrucks zurecht tragen ließen.

Der Grund: Sowohl Sitzfläche als auch Rückenlehne besitzen eine dezente Schalenanmutung. Wer genau hinsieht, erkennt schnell, dass hier kein klassischer, nüchterner Bürostuhl steht, sondern gestalterischen Trends gefolgt wird. Wer jedoch nicht tief in der Materie steckt, sieht schlicht einen modernen, luftigen Bürostuhl, der sich in ein unaufgeregtes Heimbüro genauso nahtlos einfügt wie in eine Gaming-Ecke.

Fractal Design verzichtet glücklicherweise komplett auf anfällige Hochglanzflächen. Sämtliche Metallbauteile aus Stahl und Aluminium sind mattschwarz eloxiert beziehungsweise beschichtet, und auch der GFK-Rahmen sowie die Kunststoffteile präsentieren sich in mattem Schwarz. Alle Komponenten fassen sich beim Auspacken wertig an – Mängel bei der Fertigung werden vergebens gesucht. Ebenso positiv: Kunststoff, Stoffbezug und Mesh riechen ab Werk absolut neutral. Von Lösungs- oder Bindemitteln oder sonstigen chemischen Ausdünstungen fehlt jede Spur.

Die Armlehnen

Die 4D-Armlehnen fallen stabil und robust aus; die Auflageflächen sind mit einem angenehm weichen, matten PU-Polster versehen. Der Hebel für die Höhenverstellung besteht aus mattschwarzem Metall und lässt eine zügige Anpassung zu. Für die seitliche Breitenverstellung sitzt ein unauffälliger Kunststoffknopf an der Innenseite der Lehne. Ebenfalls sauber integriert ist die im Vergleich zum Refine neue Taste an der Vorderseite, mit der sich die Auflage nach vorne und hinten schieben sowie im Winkel drehen lässt.

Hier gibt es jedoch etwas Kritik: Die Rasterung verlangt spürbar mehr Kraftaufwand als die Höhen- und Breitenjustierung; insbesondere das Verdrehen der Armlehnen fällt eine Ecke zu schwergängig aus. In der Summe liefern die 4D-Armlehnen dennoch eine solide Vorstellung ab.

Die Sitzschale

Die Sitzschale samt GFK-Rahmen hinterlässt einen hervorragenden Eindruck, alle Hebel fügen sich bündig ins Gesamtbild ein. Die Materialwahl wirkt wie aus einem Guss, was den Anspruch im gehobenen mittleren Preissegment unterstreicht. Direkt in die Sitzschale integriert sind drei Hebel für Sitztiefe, Sitzhöhe und die Arretierung der Rückenlehnenneigung. Ergänzt wird das Ganze durch einen Drehknauf, über den sich der Gegendruck der Rückenfederung stufenlos dosieren lässt. Das Bedienkonzept bricht mit klassischen Gestängen unter dem Stuhl, geht nach kurzer Zeit jedoch intuitiv von der Hand – auch wenn man in den ersten Minuten gelegentlich zwischen Sitztiefe und -höhe danebengreift.

Die Rückenlehne

Die Rückenlehne spannt das Material straff über den GFK-Rahmen. Die Lordosenstütze lässt sich mit zwei Händen mühelos in der Schiene in der Höhe verschieben, während die Tiefe über einen soliden Drehknauf justiert wird. Die Rasterung greift in beiden Achsen knackig und präzise. Das Nackenkissen sitzt fest an der Rückenlehne, lässt sich stufenlos in der Höhe verschieben und bei Bedarf per Knopfdruck an der Oberkante komplett entnehmen.

Unterm Strich liefert der Fractal Design Refine 2 eine erstklassige Verarbeitungsqualität ab – wäre da nicht das Mesh. Das Material ist zwar handwerklich sauber verarbeitet und vermittelt beim ersten Sitzen eine gute Druckverteilung, wirkt haptisch jedoch leicht gummiert. Dadurch ist es zwar rutschhemmend, bei direktem Kontakt aber eben auch rau und kratzig. Wer auf dem Stuhl gerne die Position wechselt oder unruhig sitzt, spürt den Widerstand des Netzes deutlich.

Ergonomie und Sitzkomfort

Was macht einen guten Stuhl aus? Während sich Material und Verarbeitung noch vergleichsweise nüchtern erfassen lassen, ändert sich das bei der Ergonomie und dem Sitzkomfort schlagartig. Jeder Mensch bringt andere anatomische Voraussetzungen und Vorlieben mit – ein Testbericht kann an dieser Stelle verlässliche Anhaltspunkte liefern, am Ende bleibt ein Probesitzen jedoch unerlässlich. Was für die testende Person optimal funktioniert, muss für den eigenen Körper noch lange nicht die beste Wahl sein.

Fractal Design definiert in den technischen Unterlagen eine Zielgruppe mit einer Körpergröße von 160 bis 200 cm sowie einem Körpergewicht von 60 bis 135 Kilogramm. Diese Spanne spiegelt sich in den Abmessungen wider: Die Sitzhöhe lässt sich zwischen 48 und 60 cm variieren, während der Schiebesitz eine Sitztiefe von 44 bis 50 cm abdeckt.

Die gesamte Sitzfläche misst komfortable 54,5 cm in der Breite – inklusive der dezenten Seitenwangen –, während Fractal Design die reine Innenfläche mit 43,5 cm beziffert. Damit finden auch breiter gebaute Personen problemlos Platz.

Der Innenabstand der Armlehnen ist von 44 bis 60 cm variabel. Allerdings lassen sich nur 10 cm dieses 16-cm-Bereichs werkzeuglos per Knopfdruck anpassen; die verbleibenden 6 cm erfordern das Lösen der Verschraubung an der Unterseite.

Dass sich Fractal Design gestalterisch nicht völlig von Gaming-Wurzeln lösen will, wird vor allem an der Sitzfläche spürbar. Zwar fällt das grundlegende Urteil zum Sitzkomfort positiv aus, doch machen sich die angedeuteten Schalenwangen bei einem natürlichen Bewegungsdrang immer wieder bemerkbar. Wer dazu neigt, mit den Beinen seitlich zu wippen oder die Haltung zu variieren, spürt die Kanten des Rahmens. Das ist nicht direkt schmerzhaft, schränkt die Bewegungsfreiheit aber spürbar ein. Die Sitzfläche fällt nach vorne hin stark ab, was im Zusammenspiel mit der Synchronmechanik überzeugt: Beim Zurücklehnen entsteht kein unangenehmer Druck auf die Unterseite der Oberschenkel, der die Durchblutung abdrücken könnte.

Die Rückenlehne überzeugt mit einer stabilen Führung und einer fein gerasterten Lordosenstütze. Sie lässt sich in der Höhe über 14 Stufen um insgesamt 15 cm verstellen; die Ausprägung der Wölbung wird über 20 Stufen um bis zu 2 cm dosiert.

Beim Nackenkissen gibt es Licht und Schatten: Einerseits lässt es sich stufenlos um 13 cm in der Höhe verschieben, andererseits läuft es auf zwei parallelen Schienen. Wird es nicht mit beiden Händen parallel geführt, verkantet es schnell und sitzt schief.

Ein klares Plus ist die stufenlos regulierbare Federkraft der Rückenlehne, die sich präzise auf das eigene Körpergewicht abstimmen lässt. Für Personen am unteren Rand der Skala (rund 60 kg) kann möglicherweise selbst die leichteste Einstellung allerdings noch etwas straff ausfallen.

Rückansicht
Rückansicht

Die 4D-Armlehnen bieten eine schnelle Höhenverstellung über einen Hub von 12 cm sowie die erwähnte Schnelljustierung der Breite. Die Drehung der Lehnenauflagen verlangt hingegen unverhältnismäßig viel Kraftaufwand, sodass spontane Winkelanpassungen im Alltag eher zur Geduldsprobe werden.

In der Gesamtbetrachtung liefert der Fractal Design Refine 2 ein rundes Ergonomie-Paket ab. Wichtige Körperzonen werden anatomisch sauber gestützt und geführt. Wer jedoch einen ausgeprägten Bewegungsdrang hat und auf dem Stuhl aktiv die Position wechseln möchte, sollte vor dem Kauf zwingend Probe sitzen – das gilt insbesondere für die straff gespannte Mesh-Variante, die den Körper konsequent in eine feste Haltung einbettet.

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IFA 2026 (4.–8. September 2026): ComputerBase ist vor Ort!
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