Spielejahr 2025: Einschätzungen der Redaktion, Part 2
2/3Nicolas La Rocco
Indiana Jones and the Great Circle
Mein Spiele-Highlight des Jahres ist ein Titel, der bereits Ende 2024 auf den Markt kam, dem ich mich aber erst im neuen Jahr widmen konnte: Indiana Jones and the Great Circle. Das Spiel sah nicht nur fantastisch aus oder überzeugte mit genialem Gameplay; für mich waren es Story und schlichtweg das Feeling, das unterbrochen aufkam und mich derart in das Abenteuer eintauchen ließen, wie es vermutlich noch nicht einmal die beste VR-Brille der Welt ermöglichen würde. Es war, als würde man nach der legendären Indiana-Jones-Trilogie jetzt selbst zugleich in die Rolle des Indy und des Regisseurs Steven Spielberg schlüpfen – einfach perfekt!
Mafia: The Old Country
Positiv in Erinnerung bleibt mir zudem Mafia: The Old Country, das sich ebenfalls wie ein Film spielte. Setting und Story waren mitreißend, die offene Welt extrem schön gestaltet, wenn auch mit sehr wenigen Möglichkeiten der Interaktion. Kein Vergleich zu anderen Open-World-Spielen. Dennoch hat mich das Spiel abgeholt, wenn auch ein wenig zu kurzweilig.
Tomb-Raider-Trilogie neu erlebt
Und nach der jüngsten Ankündigung zwei neuer Tomb-Raider-Spiele gab es dieses Jahr auch noch einen Nostalgietrip mit der vorherigen Trilogie: Tomb Raider (2013), Rise of the Tomb Raider (2015) und Shadow of the Tomb Raider (2018). Vor allem Shadow of the Tomb Raider kann sich selbst 2025 noch sehen lassen, zumal auch dort bereits Raytracing-Effekte zum Einsatz kamen. Für Abenteuerlust sorgten jedoch alle drei Teile, ich freue mich schon auf die nächsten Spiele aus der bald 30 Jahre alten Serie.
Christian Schnegelberger
Ich möchte mein Spielejahr auf drei Titel eingrenzen. Den Anfang macht dabei ein tolles Spiel vom Anfang des Jahres: Kingdom Come: Deliverance II. Rollenspiele sind normalerweise gar nicht direkt in meinem Fokus und auch den ersten Teil von Kingdom Come: Deliverance hab ich lange ignoriert, was auch am Zustand des Spiels lag. Doch Teil 2 konnte mich am Anfang des Jahres und dank DLCs und üppigem Umfang lange in 2025 begeistern. Die Welt ist toll, das Spiel in gutem, wenn auch nicht perfektem Zustand, und die ausgezeichneten Charaktere und abwechslungsreichen Quests machen wirklich Spaß, auch mit dem Kampfsystem kam ich gut klar. Klar störten manche Bugs stark, so wie das Problem nicht im gemieteten Zimmer übernachten zu können, und so gab es immer wieder kleine Pausen von KCD2, doch bald wurde weitergespielt. Daher ist Kingdom Come: Deliverance II unbedingt eine Reise wert, falls man das Genre nicht gänzlich meiden will.
Der zweite Titel ist mein Dauerbrenner: Landwirtschafts-Simulator 25. Ja, trotz der Bugs und der Probleme sowie der stark angestaubten Optik. Allerdings mit der Einschränkung, dass ich rund 140 Modifikationen verwende, die mal mehr mal weniger Stark die Spielbalance verändern, Unzulänglichkeiten des Spiels kaschieren oder neue Inhalte hinzufügen. Ohne die Mods wäre es keine 40 Stunden auf der Platte geblieben, mit Mods ist das Spiel eben der Titel gewesen, der bei kleinen Zeitfenstern oder zum Entspannen immer wieder gestartet und gespielt wurde und so eine unglaublich hohe Spielzeit ansammeln konnte. Aber ich will doch nur noch kurz die Karotten ernten, das Holz verkaufen oder die Hühner füttern … 🐔
Den Abschluss macht Assetto Corsa Rally. Auch wenn ich mit dem dritten Teil der Reihe mehr Zeit verbracht habe und auch andere Rennsimulationen öfter gespielt habe, wie das Rallye-Spin-off, so ist dies doch meine Überraschung im Spielejahr. So unerwartet wie der Titel für mich kam, hat er mir doch selbst im Early Access direkt gefallen. Läuft gut, sieht gut aus, es macht Spaß die wenigen Autos über die noch wenigeren Strecken zu jagen und so hat das Spiel doch nach Jahren das Potential die Rallye-Community mit einem Titel zu versorgen, der – abseits der Spaßrennspiele wie der Dirt-Reihe oder dem eher enttäuschendem WRC-Titel von EA – wieder zum Dauerbrenner werden könnte, wie seit Jahren Richard Burns Rally.
Steffen Weber
Die Siedler II war das erste PC-Spiel, das mich Anfang der 1990er Jahre auf einem 486er in seinen Bann gezogen hatte. Mit zunächst nur 8 MB EDO-RAM waren spätere Missionen zwar kaum spielbar, aber da die Wirtschaft des Computer-Gegners nach längerer Spieldauer zuverlässig ins Stocken geriet, ließen sich auch Ruckelpartien am Ende erfolgreich bewältigen. Die Faszination ging soweit, dass ich für meinen Vater später reihenweise Custom-Maps baute, an denen er dann Spaß haben oder auch mal verzweifeln durfte. Es war für mich also keine Frage, dass ich Pioneers of Pagonia (Benchmarks) ausprobieren musste.
Da mein eigenes System dafür über keine ausreichende GPU verfügt („GPU Error 887A0006“), kamen mir kürzlich drei Gratismonate GeForce Now in Form eines Magenta-Moments-Gutscheins ganz gelegen. Der erste Gehversuch mit GeForce Now im Browser führte dazu, dass auf meinem UHD-Display ein massiv unscharfes Bild dargestellt wurde, von dem ich kaum glauben mag, dass es 1080p gewesen sein soll. Ein Versuch mit der Windows-App brachte aber Besserung: Dort konnte ich die Auflösung manuell auf 1440p hochschrauben und das Ergebnis war zwar nicht perfekt hochauflösend, aber gut spielbar.
Auch wenn die Gebäude und Warenketten ganz andere sind als früher™, konnten mich die wuselnden Pagonier schnell begeistern. Dass ich hereinzoomen und sehen kann, wie Gebäude halbwegs realistisch erbaut werden statt pixelzeilenweise zu erscheinen, hat mich die Zeit schnell vergessen lassen. Auf der anderen Seite kann das Spiel auch leicht etwas überwältigend sein, wenn schon in der zweiten Mission wiederholt eine ganze Handvoll neue Gebäudetypen gleichzeitig freigeschaltet werden und nicht nur diesbezüglich Hinweise über Hinweise erscheinen.
Und wenn die Missionsziele am rechten Rand zwischenzeitlich fast bildschirmfüllend werden, weil einem in gewiss guter Absicht wirklich sehr detailliert vorgegeben wird, welche einzelnen Schritte man noch zu erledigen hat, dann kann anstelle des eventuell romantisch-verklärten Siedelns sogar manchmal ein wenig Stress aufkommen. Ich werde aber bestimmt weitersiedeln, denn man muss ja auch nicht jede Mikroaufgabe sofort abarbeiten, sondern kann die Missionsziele zwischendurch auch einfach mal zuklappen.
Dennis Krause
Laut dem Steam-Rewind 2025 stehen am Ende gerade einmal 19 Titel, darunter The Finals, Civilization VI, Stellaris und Cyberpunk 2077, die es über die Plattform auf meinen Monitor geschafft haben. Wirklich neu hinzugekommen sind Civilization VII sowie Islanders: New Shores, das inzwischen sogar für Smartphones verfügbar ist.
Abseits von Steam gab es ebenfalls ein paar Abstecher. Mit Freunden habe ich mich erst im Dezember wieder für den alljährlichen, zweiwöchigen Minecraft-Crunch begeistern lassen – der übrigens noch immer andauert. Über den Game Pass habe ich mir außerdem Indiana Jones and the Great Circle sowie The Outer Worlds 2 angeschaut: großartige Titel, die von mir leider viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben.
Bitte mehr (frostiges) Makromanagement
Zur richtigen Zeit konnte mich immerhin Frostpunk 2 packen und in seine eisige Welt des Makromanagements entführen. Den Titel konnte ich bereits zur Gamescom 2023 gemeinsam mit Fabian anspielen, und trotz aller Kritik muss man FP2 loben. Ich weiß: Viele Spieler sind keine Fans von Makromanagement – das hat Ubisoft mit Anno 2205 zu spüren bekommen und nun auch 11 bit studios. Aber ich oute mich gern: Davon bitte mehr. Spiele mit starkem Mikromanagement gibt es wie Sand am Meer, echte Grand-Scale-Titel, die Makromanagement optional zulassen (wie etwa Stellaris), hingegen nur wenige.
Neue Ziele
Von meinen Gaming-Zielen aus dem letzten Jahr habe ich allerdings kaum etwas erreicht: Aloy steckt noch immer in Las Vegas fest, Phantom Liberty ist abgesehen von ein paar Missionen in Night City weiterhin weitgehend unerkundet, und Anno 117 habe ich nur kurz in der Demo angespielt.
Für 2026 setze ich mir daher bewusst realistischere Ziele. Cyberpunk 2077: Phantom Liberty, Horizon Forbidden West und Super Mario Odyssey würde ich gerne vollständig durchspielen. Drei Titel, zwölf Monate, ob ich das schaffe? Wir sehen es nächstes Jahr.
Jan Wichmann
Nachdem ich im vergangenem Jahr wieder zum Spielen gefunden habe, gestaltete sich das Jahr 2025 sehr gemischt. Neben zahlreichen kleinen und eher durchschnittlichen Indie-Titeln fesselten mich drei Titel so richtig.
Den Anfang machte Mafia: The Old Country (Test), das mich nach dem eher mittelprächtigem Mafia 3 wirklich wieder packte. Das eher durchschnittliche Gameplay wurde trotz all seiner Makel und stetig wiederholenden Mustern von der ansehnlichen Grafik und der filmreifen Story aufgefangen. Ein bisschen Kitsch und Klischee mit einer real wirkenden Priese Mafiosoleben haben erstaunlich viel Spaß gemacht.
Nach guten Erinnerungen an altgediente Battlefield-Teile, allen voran Bad Company 2 und Vietnam, stand dieses Jahr auch bei mir das neue Battlefield 6 auf dem Zettel. Ohnehin etwas vom Geiz geplagt, hatte ich obendrein zunächst Performance-Befürchtungen, die sich dann aber schnell legten. Das Spiel ist zwar ein wahres Spektakel und macht ordentlich Spaß, doch konnten die alten „Erinnerungen“ nicht geweckt werden. Der Grund hierfür liegt aber nicht am Spiel selbst, sondern eher an den Mitspielern. Im (echten) Squad macht es Spaß wie eh und je. Einzeln kommt man hingegen aus dem Kopfschütteln nicht raus – medizinische Hilfe oder stumpfer Stellungskrieg, um nur einige Dinge zu nennen.
Schlussendlich begleitet mich seit dem Frühjahr jedoch immer wieder ein alter Bekannter – Dota 2. Abgesehen von meiner Diablo-2-Obsession im Jugendalter, ist dies seit mittlerweile Jahrzehnten mein Liebling. Seinerzeit mit der Warcraft-3-Map begonnen, habe damals sogar Geld für einen Beta-Key bezahlt, nur um wenige Wochen früher spielen zu können. Kurz vor dem Jahresende wurde hier zudem die Spielzeit von 2.000 Stunden unter Steam geknackt – angespielt ist es also endlich.