Spielejahr 2025: Einschätzungen der Redaktion, Part 3

 3/3
Fabian Vecellio del Monego
220 Kommentare

Andy Frischholz

Anno 117: Pax Romana ist einer der offensichtlichen Hits des Jahres und hat bei mir voll eingeschlagen. Was die Faszination für mich vermutlich besonders leicht macht: Anno 1800 und weitere Vorgänger hatte ich ausgelassen, meine Städtebau-Pause dauert vermutlich über zehn Jahre. Viele Gameplay-Updates der letzten Jahre habe ich also schlicht verpasst.

Nun war es das von mir favorisierte Römer-Szenario, was mich zurück in die Anno-Welt brachte. Und hey, es funktioniert. Es ist beeindruckend, wie der Spielfluss mich in seinen Sog zieht. Das Gameplay wirkt rund und geht trotz langer Pause noch gut von der Hand, die Grafik und Atmosphäre ist fantastisch. Die ersten Stunden vergingen wie im Flug. Nun freue ich mich, an den Feiertagen noch viel mehr Zeit in der Römer-Welt zu verbringen.

Anno 117 im Benchmark-Test
Anno 117 im Benchmark-Test

Am meisten überrascht hat mich aber in diesem Jahr ein Retro-Klassiker. Die Fugger 2, eine Wirtschafts- und Politiksimulation aus den 1990er Jahren, ist unter dem Titel Mittelland AD über Steam abrufbar. Und das erstaunliche ist: Das Spielprinzip funktioniert bis heute, die politischen Ränkelspiele bereiten mir nach wie vor enormen Spaß. Wer das Spiel in den 90ern mochte, sollte definitiv einen Blick riskieren.

Marek Lindlein

Besonders gefallen haben mir dieses Jahr zwei Titel, die zum Release allgemein eher schlecht angekommen sind: Borderlands 4 und Europa Universalis 5. Bei Borderlands 4 wurde oft der technische Zustand kritisiert, den ich allerdings erst im Rahmen des Linux-Tests am Windows-PC gemerkt hatte: Langes Shader-Kompilieren und Shader-bedingtes Ruckeln hatte ich in meinen Spielstunden unter Linux nicht. Und auf Seiten des Spielspaßes hat Borderlands 4, wie ich finde, vieles richtig gemacht.

Europa Universalis 5
Europa Universalis 5

Auch bei EU5 sind die Meinungen gemischt, dennoch habe ich bereits meine 100 Spielstunden voll und es macht Spaß. Klar müssen noch einige Patches her, dennoch befindet sich der Titel auf einem guten Weg. Ansonsten gab es dieses Jahr auch viel Cyberpunk, Guild Wars 2, World of Tanks, War Thunder, Mafia: The Old Country und Kingdom Come: Deliverance II.

Andreas Merchel

Dieses Jahr hat es mir besonders Kingdom Come Deliverance I angetan. Nachdem es schon länger in meiner Epic-Bibliothek gewartet hatte, habe ich es durch ein Versehen nochmals auf Steam gekauft und begeistert das Spiel gestartet. Die Story hat mich besonders gefangen genommen, während mich das Kampfsystem regelmäßig in den Wahnsinn getrieben hat (RIP Maus). Vieles wurde nur per Text und dazu auch noch zu spät erklärt. Sobald ich die letzten Stunden durch habe, freue ich mich aber schon auf den zweiten Teil, der bereits in der Bibliothek wartet.

Als zweites Spiel bin ich immer wieder bei Ultimate Admiral: Dreadnought gelandet. Lange Zeit hatte ich immer die US-amerikanische Seite gewählt, dieses Mal ging es von Deutschland aus in den Rest der Welt. Fast 1.500 Stunden sprechen für dieses Langzeitspiel. Seit dem letzten Steam Sale hänge ich aber bei Workers & Resources: Soviet Republic fest.

Die größte Enttäuschung war hingegen Call of Duty: Black Ops 7. Ich hatte mich während eines Klinikaufenthaltes sehr auf diese Abwechslung gefreut und wurde bitter enttäuscht. Die Frage lautet dann auch: Wie kurz kann man ein Spiel spielen? Ja. Nach 30 Sekunden im Singleplayer hatte ich schon keinen Bock mehr und eine Rückerstattung veranlasst. Es ist damit das erste Call of Duty, das ich jemals zurückgegeben habe. Zum Glück hatte ich mir vor ein paar Monaten das Add-on United Offensive zum allerersten CoD, noch auf Basis der guten alten Quake-III-Engine, gekauft, sodass dieser missratene Singleplayer schnell überwunden war.

Und worauf freue ich mich besonders im Jahr 2026? Ehrlich gesagt auf kein PC-Spiel, sondern auf die neue Galactica aus Battlestar Galactica. Stilecht aus Klemmbausteinen wartet sie auf ihren Aufbau. Die Originale wurde von mir bereits letztes Jahr aufgebaut.

Maine

Das Jahr 2025 stand bei mir im Zeichen des Abarbeitens meines Pile of Shame. Mit fast schon generalstabs­mäßiger Disziplin und Planung konnte ich so diverse Spieleperlen nachholen: Cyberpunk 2077: Phantom Liberty, The Witcher 3: Blood and Wine und Jagged Alliance 3 sind allesamt Umfangs­monster und haben mich die meiste Zeit des Jahres gut beschäftigt.

Zwischendrin blieb aber auch noch Zeit, einen Blick auf die 2. Reihe zu werfen, und so durften auch Terminator: Resistance und Robocop: Rogue City zeigen, ob sie etwas taugen. Beide Spiele stammen vom selben Entwicklerteam, und auch wenn man das geringe zur Verfügung stehende Budget vor allem bei der Spielmechanik merkt, triefen beide Spiele aus jeder Pore die Liebe und Detail­versessenheit, mit der die Entwickler am Werk waren – das ist mir unterm Strich lieber als das 200. auf Hochglanz polierte AAAA-Open-World-Spiel ohne Seele. Robocop: Rogue City sieht aufgrund der verwendeten Unreal Engine 5 auch gar nicht schlecht aus – einfach ein spaßiger Old-School-Shooter zum Hirn- und Gegner-ausknipsen.

Seit dem Release im Oktober bin ich hingegen zumeist in Battlefield 6 unterwegs – ja, in meiner Liste gibt es auch aktuelle Spiele! Also … eines. Battlefield 6 ist nicht perfekt, macht aber trotzdem jede Menge Spaß – näher wird man dem Spielgefühl von Battlefield 3 und 4 vermutlich auch nicht mehr kommen.

Und dann war da ja noch Homeworld 3...

Letztes Jahr noch nicht gespielt, aber schon mit der Befürchtung versehen, dass es enttäuschen könnte, habe ich es dieses Jahr gewagt – und wurde auch enttäuscht. Eine viel zu kurze und viel zu hektisch inszenierte Kampagne mit doofer Story, eher unfreiwillig komischer Antagonistin und völlig bescheuertem Ende war einfach nicht das, was man sich als großer Fan der bisherigen Homeworld-Spiele erhofft hat. Da das Spiel wohl auch finanziell ein völliger Misserfolg war, sieht es für weitere Abenteuer dieses (ehemals) tollen Universums nun äußerst düster aus.

Homeworld 3
Homeworld 3 (Bild: Gearbox Publishing)

DevPandi

Fangen wir doch bei Final Fantasy 7: Rebirth an. Die Geschichte um Cloud und Sephiroth ist altbekannt, gleichzeitig handelt es sich bei FF 7: Remake und Rebirth jedoch eben nicht einfach um eine erneute Erzählung der bekannten Story, sondern um … ja, worum eigentlich genau? Auf der einen Seite wird die bekannte Geschichte erneut erzählt und doch an entscheidenden Stellen auch verändert, und diese Unterschiede sind sogar ein bewusster Teil der Geschichte. So bildet sich nun eine Reihe, die aufeinander aufbaut, und einer der schlimmsten … Nein, an dieser Stelle will ich nicht spoilern.

Weiter geht es dann mit Doom: The Dark Ages. Ja, Doom wird eigentlich nicht für die Story gespielt, und doch hat id seit Doom (2016) einen Fokus darauf gelegt und in den Nachfolgern die Erzählung in den Vordergrund gerückt. Auch hier werden die eigentlichen Vorgänger jedoch nicht einfach negiert, sondern in der Story mit aufgenommen. Doom, Doom 2 sowie Doom 64 bilden mit Doom (2016), Doom: Eternal und nun Doom: The Dark Ages eine Einheit, und verdammt, hat id die Lore von Doom ausgebaut. Auch beim Gameplay weiß das neueste Doom zu überzeugen.

Der November wiederum ist von einem Titel geprägt, der sich hier nun öfter findet: Anno 117. Auch bei mir ist das Spiel mit in der Liste, und mir gefällt Anno 117 sogar aus dem Grund besser als Anno 1800, für den viele Anno 117 kritisieren: weniger Komplexität und Umfang. Anno 1800 ist durch all die DLCs zum Ende zu einem Komplexitäts­monster geworden, das zwar zu Optimierungen eingeladen hat und eine große Tiefe besaß, gleichzeitig sind die neuen Regionen sowie die Luftschiffe und Hochhäuser nur mehr vom Gleichen. Schön für die Hardcore-Spieler, die Millionenstädte bauen wollen – aber für alle anderen? Anno 117 geht zu den Wurzeln zurück, und es macht Spaß, eine römische Kolonie aufzubauen. Und wer es komplexer will: Ein Aquädukt perfekt in die eigene Insel zu integrieren und die Vorteile sowohl beim Anbau als auch bei den Minen mitzunehmen, kann herausfordernd sein.

Und was wurde sonst so gespielt? Da hülle ich dann doch lieber den Mantel des Schweigens darüber, denn auch wenn ich zum Beispiel die Kritik an Pokémon Legends: ZA vollkommen verstehen kann, am Ende ist das eines dieser Cozy-Games, die einfach nebenbei gespielt werden. Kein Anspruch, einfach nur Spaß.

Und eure High- und Lowlights des Gaming-Jahres?

Mit all diesen persönlichen Einblicken sind wir jetzt auf eure Sichtweisen gespannt: Könnt ihr euch einem Redakteur vielleicht vollends anschließen oder möchtet ihr einer Empfehlung entschieden widersprechen? Was hat euch überrascht und was habt ihr vermisst? Gerne könnt ihr in den Kommentaren berichten, welche der bereits genannten Spiele euch dieses Jahr ebenso beschäftigt haben und auf eure Erfahrungen eingehen. Und auch Hinweise zu euren Favoriten und noch gar nicht berücksichtigten Geheimtipps sind gerne gesehen: Wie war euer Gaming-Jahr 2025?

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