Corsair Warthog im Test: Testergebnisse, Messwerte und Fazit
2/2Testsystem und Methodik
Das verwendete Testsystem ist mit einem Ryzen 9 3900X und einer Radeon RX 6800 XT im (ehemals) gehobenen Leistungssegment angesiedelt, um so die Wärmeentwicklung ungeschönt und unter realen Bedingungen zu beobachten.
| Komponente | |||
|---|---|---|---|
| CPU | Ryzen 9 3900X, 105 Watt TDP | ||
| Mainboard | MSI X470 Gaming M7 AC | ||
| Arbeitsspeicher | Corsair Vengeance RGB DDR4-3200 | ||
| Grafikkarte | ASRock Radeon RX 6800 XT Taichi (Länge: 330 mm) | ||
| SSD | Mushkin Helix-L 1 TB, M.2 | ||
| CPU-Kühler | be quiet! Dark Rock Pro 4 (Höhe: 163 mm) | ||
| Netzteil | Corsair RM1000e (Tiefe: 140 mm) | ||
| Gehäuselüfter | ab Werk | Front: 2 × Corsair RS200 (200 mm, 4-Pin) Heck: 1 × Corsair RS120 (120 mm, 4-Pin) |
|
Zwei Szenarien und drei Testreihen
Gegenüber punktuellen Temperaturmessungen zu einem willkürlichen Zeitpunkt werden alle ermittelten Temperaturen und GPU-Lüfterdrehzahlen im Zeitverlauf protokolliert und dargestellt. Ermittelt werden die Messwerte über einen Zeitraum von 20 Minuten, der vom Start des Spiels Cyberpunk 2077 (WQHD, volle Details) bis zu dessen Beendigung reicht. Dabei werden zwei Betriebsmodi untersucht:
- Mit einer Lüfterdrehzahl, die in 30 cm Abstand zur Front bei gemessenen 33 dB(A) liegt und damit als noch flüsterleise zu bezeichnen ist. Jedwedes Nebengeräusch im Raum lässt das Gehäuse aus der Wahrnehmung verschwinden.
- Mit höchster Drehzahl der Lüfter, also bei maximaler Gehäusekühlleistung.
| Name | Front | Heck | CPU-Kühlerlüfter |
|---|---|---|---|
| 01 Low | 2 × RS200 650 rpm |
1.000 rpm | 600 rpm |
| 02 High | 2 × RS200 1.000 rpm |
2.100 rpm | |
| 03 High CPU | 1.200 / 1.500 rpm |
Lautstärke und Rahmenbedingungen
Damit die CPU-Temperatur ohne den Einfluss einer automatischen Steuerung gemessen werden kann, wird der CPU-Lüfter mit festen 600 U/min betrieben. Die GPU-Lüftersteuerung wird hingegen aktiv gelassen. Im Leerlauf stehen die Lüfter also still. Unter Spielelast versuchen sie, die GPU knapp unter der kritischen Zieltemperatur zu halten.
Der Geräuschpegel ohne aktive Geräuschquellen im Raum beträgt 31,3 dB. Die Skalierung der Einheit Dezibel (dB) erfolgt logarithmisch. Das bedeutet, dass eine Steigerung von 10 dB für das menschliche Empfinden etwa einer Verdopplung der Lautstärke entspricht. Die Raumtemperatur betrug zum Testzeitpunkt zwischen 24,0 und 25,0 °C.
Bevor es an die Temperaturen geht, gilt der erste Blick wie immer der Lautstärke in den verschiedenen Situationen. Während die reinen Lautstärkemessungen keine Besonderheiten aufzeigen, fallen die großen RS200-Lüfter jedoch negativ auf. Zwar hält sich die gemessene Lautstärke auch unter maximaler Drehzahl in Grenzen, jedoch fallen die Lüfter ab einer Last von etwa 80 Prozent mit störenden Nebengeräuschen auf.
CPU-, VRM-, SSD- und RAM-Temperatur
Der Blick auf die Systemtemperaturen zeigt, dass die großen Frontlüfter und das doch sehr offene Design nur bedingt förderlich sind. Die erreichten Werte sind dabei zwar keinesfalls schlecht, bewegen sich jedoch „nur“ im guten Mittelfeld.
Hinsichtlich der CPU-Temperatur pendelt sich die Testreihe 01 zwischen 63 und 64 °C ein, während der Gehäusebruder Frame 5000D bei etwa 60 °C liegt. Unter maximaler Drehzahl wird der Unterschied noch deutlicher. Während das Corsair Warthog mit maximaler Drehzahl der Front- und Hecklüfter eine CPU-Temperatur von etwa 59 °C erreicht, sind es beim Frame 5000D etwa 52 bis 53 °C. Die übrigen Werte bei den SSD-, VRM- und Arbeitsspeichertemperaturen bewegen sich auf ähnlichem Niveau.
GPU-Temperatur und -Lüfterdrehzahl
Die Analyse der Grafikkartentemperatur zeigt sich ernüchternd. Die großen Frontlüfter bewegen nur wenig in Sachen GPU-Temperatur. Das Corsair Warthog schafft es nicht, das störrische Grafikkartenmodell aus seinem Sweetspot von 87 bis 90 °C hervorzulocken. Hier gilt die Faustregel; Werte unterhalb dieser Grenze sind super, darüber schlecht.
Die GPU-Temperatur im Corsair Warthog bewegt sich exakt innerhalb dieser Grenze, sodass die Kühlleistung ebenso wie bei den anderen Systemkomponenten als durchschnittlich betitelt werden kann.
Fazit
Das Corsair Warthog ist eine massiv anmutende, aber dadurch optisch erfrischende Abwechslung im ansonsten recht sterilen Gehäusemarkt. Es wirkt wie aus einem anderen Jahrzehnt und versprüht schon beinahe Retro-Vibes. Es kommt zudem mit einer Handvoll nützlicher Features, von denen insbesondere die kleine Leuchte am I/O-Shield hervorzuheben ist.
Dem ausgerufenen Preis von rund 200 bis 230 Euro stehen kleinere Makel gegenüber, die es hinzunehmen gilt. Wenngleich eine offene Kabelführung am Boden und wenig Platz für sperrige ATX-Stromkabel nicht jedem Betrachter direkt auffallen mögen, stört beides.
Im Kern ist das Warthog eben ein verkleidetes Frame 4000D, das gerade einmal die Hälfte kostet. Im Vergleich zu diesem macht das Warthog teils sogar Abstriche. Hinsichtlich der Temperaturmessungen bewegt sich das Gehäuse im guten Mittelfeld.
Die Verarbeitungsqualität ist hingegen hervorragend. Die transportbedingen Probleme des Musters aus der 1. Charge will Corsair für die Handelsware ausschließen können: Die Geräte wurden alle zurückgerufen, was den Start von August auf Oktober verzögert hat.
Beim Warthog ist Optik Trumpf. Wer darauf steht, darf zugreifen, wenn er mit den Einschränkungen leben kann.
- Massive Bauweise
- Markantes Design
- Sinnvolle Lüfterschienen
- Nützliche I/O-Shield-Leuchte
- Praktischer modularer Aufbau
- Offene Kabelführungen
- Wenig Festplattenoptionen
- Wenig Platz für 24 Pin ATX-Stromkabel
ComputerBase wurde das Warthog leihweise von Corsair zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
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