Inzone Mouse-A im Test: Sensorik, Software und Verarbeitung

 2/3
Fabian Vecellio del Monego
139 Kommentare

Kabellose Sensorik mit 8.000 Hz

Im Jahr 2026 bieten die großen und namhaften Hersteller von Gaming-Mäusen mit ihren Topmodellen auch kabellos USB-Abfrageraten von bis zu 8.000 Hz. Sony tut also gut daran, bei High-End-Bepreisung auch an dieser Stelle mitzuhalten. Und mit dem PixArt PAW-3950, den Sony als PAW-3950IZ adaptiert, ist das sensorische Grundgerüst gegeben. Es handelt sich im Grunde genommen um den gleichen Sensor, mit dem auch Razer im Herbst 2022 zunächst 4.000 Hz und 2023 schließlich 8.000 Hz erschloss.

PixArt PMW-3331 PixArt PMW-3360 PixArt PAW-3370 PixArt PMW-3399 PixArt PAW-3950 Logitech Hero 2
Sensorik Optisch
Auflösung 100–8.500 CPI 200–12.000 CPI 100–19.000 CPI 100–20.000 CPI 100–30.000 CPI 100–44.000 CPI
Geschwindigkeit 7,6 m/s 6,3 m/s 10,2 m/s 16,5 m/s 19 m/s 22,6 m/s
Beschleunigung 343 m/s² 490 m/s² 686 m/s² 863m/s²
Lift-off-Distance ~ 2,8 mm ~ 1,2 mm ~ 1,5 mm ~ 1 mm

Der Blick auf das Datenblatt verrät wenig überraschend, wie bei derartigen High-End-Mäusen üblich, rein zu Zwecken des Marketings jenseits jeglicher Notwendigkeit aufgeblasene Kennzahlen. Kein Spieler braucht mittlere fünfstellige CPI-Werte, noch wird er seine Maus mit der 70-fachen Erdbeschleunigung über den Schreibtisch jagen. Diese Werte können also getrost ignoriert werden.

In der Praxis verhält sich der PixArt PAW-3950IZ dann tatsächlich sehr ähnlich zur bekannten Implementierung in Razers Mäusen. Das mag ob des Sensors nicht überraschen, zeigt aber immerhin, dass Sony an dieser Stelle Sorgfalt hat walten lassen: Im Standardbetrieb mit 1.000 Hz arbeitet der Sensor vorbildlich und im Rahmen menschlicher Wahrnehmung fehlerfrei.

Ersichtlich wird auch, dass Sony auf die MotionSync-Fähigkeit des PAW-3950 zurückgreift. Es handelt sich um eine Synchronisierung der Sensor-Framerate, der internen Datenverarbeitung der Maus und der USB-Abfragerate. Im Grunde genommen arbeitet die Technik ähnlich wie G-Sync oder FreeSync bei Grafikkarten und Bildschirmen: Einzelne Arbeitsschritte werden so aufeinander abgepasst, dass möglichst kein Leerlauf und keine Wartezeiten entstehen. Vom Sensor erfasste Daten werden von der Mouse-A schnellstmöglich zu Datenpaketen geschnürt und im exakten 1-ms-Takt an den PC gesendet. Nicht nur vergeht stets exakt gleich viel Zeit zwischen zwei Updates, auch der zeitliche Abstand zwischen zwei Messpunkten bleibt identisch.

Wird die USB-Abfragerate auf 2.000 Hz hochgedreht, ändert sich an alldem erst einmal nichts. Die 2.000 Hz liegen stabil an und der Abstand zweier Datenpunkte fällt erwartungsgemäß auf 0,5 ms. MotionSync ist weiterhin aktiv.

Beim Wechsel auf 4.000 Hz wird es dann – einmal mehr – seltsam. Analog zur Viper V2 Pro, die ComputerBase vor einigen Jahren mit Razers 4.000-Hz-Implementierung im Test hatte, fällt die vervierfachte USB-Abfragerate nicht mehr ganz so konsistent aus. Tatsächlich liegt die Stabilität in den Messungen unterhalb der Razer-Maus. Das ist schon bei der Detail­betrachtung der Rohdaten der Mausbewegung in Form der xyCounts sichtbar, wird aber insbesondere beim Blick auf die davon abgeleitete Geschwindigkeit xyVelocity deutlich.

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich schließlich bei den vollen 8.000 Hz. Der Abstand zwischen den einzelnen USB-Abfragen liegt wiederum ausreichend stabil bei rund 0,25 ms, die achtfache Frequenz liegt also nativ an.

Eine mögliche Erklärung für das Verhalten wäre abermals ein Verzicht auf MotionSync bei USB-Abfrageraten jenseits der 2.000 Hz. In der Praxis macht das allerdings keinen relevanten Unterschied. Zwar laufen 4.000 Hz und 8.000 Hz nicht perfekt, bieten aber nichts­destoweniger bereits auf dem Desktop im direkten Vergleich eine merkliche Verbesserung zu 1.000 Hz, wie im Test auch mit einem 144-Hz-Display festgestellt werden kann: Die Bewegung des Mauszeigers fühlt sich ein wenig flüssiger an.

Der maßgebliche Vorteil der höheren Abfragerate bleibt letztlich die höhere temporale Auflösung. Dass die Position des Zeigers präziser ermittelt und dargestellt wird, macht einen größeren Unterschied als die minimal schnellere Aktualisierung. 4.000 Hz und 8.000 Hz bieten aufgrund der höheren Anzahl an Messpunkten pro Intervall außerdem genug Spielraum, damit selbst bei Aussetzern eine höhere Auflösung der Bewegung möglich ist. Selbst wenn der Maus oder Funkempfänger zwei aufeinander­­folgende Datenpakete verloren gehen, das dritte und vierte Paket aber erfolgreich übertragen werden, ist die resultierende Mauszeiger­­bewegung noch präziser als mit einer perfekt arbeitenden 1.000-Hz-Maus.

Positiv anzumerken ist überdies, dass Sony die erhöhten USB-Abfrageraten nur fährt, wenn die Bewegung der Mouse-A dies auch tatsächlich konstruktiv ermöglicht. Kommen etwa nicht mehr als 1.000 Daten­punkte pro Sekunde zusammen, etwa weil die Maus still steht oder bei zu niedriger Sensorauflösung zu langsam bewegt wird, fällt die USB-Abfragerate dynamisch auf 1.000 Hz. Erst, wenn schnelle Bewegungen bei einer ausreichend hohen Empfindlichkeit so viele Datenpunkte pro Sekunde erzeugen, dass 1.000 Hz der limitierende Faktor wären, steigt die Frequenz dynamisch an.

Ordentliche Akkulaufzeiten und Schnellladen

Geladen wird die Mouse-A ausschließlich über den USB-C-Anschluss an der Vorderseite. Bei komplett leerem Akku dauert der Ladevorgang rund eineinhalb Stunden. Sony verweist aber auf die Schnell­­lade­­fähigkeit: Nach nur 5 Minuten Laden reiche die Laufzeit für 10 Stunden. Bei einer vollen Ladung sind bei 1.000 Hz an die 90 Stunden abrufbar, wohingegen die Laufzeit mit höheren USB-Abfrageraten kontinuierlich sinkt, bis bei 8.000 Hz nur noch 19 Stunden möglich sind, so der Hersteller. Im Testbetrieb kann die Redaktion Sonys Daten bestätigen. Damit ist die Mouse-A auch im Vergleich zur Konkurrenz gut unterwegs, die erreichten Laufzeiten sind üblich.

Zur kabellosen Verbindung braucht es keine langen Worte: Sie arbeitet stabil und hat beim Testen keine Probleme bereitet. Sony legt der Maus einen größeren Funkadapter bei, der über das beigelegte Mauskabel an den PC angeschlossen und dann bestenfalls direkt vor der Maus oder dem Mauspad platziert wird. Bei höheren USB-Abfrageraten kann es sonst zu Problemen kommen, etwa wenn der Adapter direkt im PC stecken würde, der wiederum in einer Ecke unterm Schreibtisch steht. Der Adapter leuchtet im Betrieb recht prägnant weiß, was sich auch nicht abschalten lässt. Wer sich davon gestört fühlt, muss mit Klebeband zu Werke gehen.

Software

Auch wenn Nutzer der Mouse-A zum Betrieb keine Treiber benötigen, kann es sich dennoch lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Sony bietet mit dem Inzone Hub ein eigenes Programm an, um beispielsweise die Sensorauflösung oder Tastenbelegung der Maus nach eigenem Belieben zu konfigurieren. Der Download ist über die Website des Herstellers möglich.

Soweit, so üblich. Ein Vorteil der Mouse-A ist aber, dass diese Software gar nicht heruntergeladen und installiert werden muss, sondern als „Inzone Hub for Web“ auch per Webbrowser zur Verfügung steht. Webbrowser muss dabei aber enger definiert werden, denn der Firefox wird beispielsweise nicht unterstützt. Nutzer mit einem Browser auf Chromium-Basis sind hier auf der sicheren Seite. Mit diesem Weg ist Sony übrigens nicht allein, auch beispielsweise Corsair und Razer arbeiten an entsprechenden Web Apps.

Die App – sei es im Browser oder als installiertes Programm – erlaubt die üblichen Maus-Einstellungen zur Sensorik und der Tastenbelegung. Die Komplexität respektive die ausgebauten Möglichkeiten zu einer Makro-Sekundärbelegung, wie von den großen etablierten Maus-Herstellern bekannt, gibt es nicht; für die allermeisten Spieler reicht der Umfang aber völlig aus.

Der große Leser-Blindtest Nativ vs. DLSS 4.5 vs. FSR AI – mach mit und wähle deine Favoriten!