Alexa Tablet 12 Pro im Test: Amazon überrascht mit Play Store und mattem Display
Amazon liefert mit dem Alexa Tablet 12 Pro ein offenes Android-Tablet mit Google Play Store. Und als wäre das nicht Überraschung genug, ist es auch noch hervorragend verarbeitet und bietet ein mattes Display mit 120 Hz sowie Stift und Tastatur. Nur verschenken kann auch Amazon solche Hardware eben nicht.
Mit den neuen Alexa-Tablets vollzieht Amazon eine echte Kehrtwende. Statt auf ein geschlossenes System mit eigenen Diensten und möglichst günstige Hardware zu setzen, öffnen sich Amazons neue Tablets plötzlich bei der Software und bieten gute Technik zum fairen Preis. Mit dem vorinstallierten Google Play Store und Android 16 sind Käufer nicht mehr auf das limitierte Angebot von Amazons eigenem AppStore angewiesen. Und mit dem Nanomatte-Display des Alexa Tablet 12 Pro bietet Amazon einen matten Bildschirm, für den sonst insbesondere Huawei mit seinen PaperMatte-Displays bei Tablets bekannt ist. Zurückzuführen dürfte dieser Wandel insbesondere auf eine Person sein, Panos Panay, den ehemaligen Chef der Microsoft-Surface-Sparte, der vor fast drei Jahren zu Amazon gewechselt ist. Ob der neue Ansatz die neuen Alexa-Tablets tatsächlich zu einer Alternative zu iPad und Co macht, klärt unser Test.
Neben dem Alexa Tablet 12 Pro, das mit und ohne Nanomatte-Display verfügbar ist, bietet Amazon auch ein neues Alexa Tablet 11 und Alexa Tablet 8 an. Das Amazon Alexa Tablet 12 Pro ist in Graphit mit 128 GB Speicher und 8 GB RAM zur UVP von 499,99 Euro verfügbar*. Mit Nanomatte-Display kostet es in dieser Variante 559,99 Euro*. Möchte man 256 GB Speicher und 16 GB RAM, bekommt man immer auch das Nanomatte-Display, und die UVP beträgt 669,99 Euro*. Dieses Modell kommt auch im Test zum Einsatz.
| Modell | Konfiguration | Preis |
|---|---|---|
| Amazon Alexa Tablet 12 Pro | 8 GB RAM / 128 GB Speicher | 499,99 Euro* |
| Amazon Alexa Tablet 12 Pro Nanomatte | 8 GB RAM / 128 GB Speicher | 559,99 Euro* |
| Amazon Alexa Tablet 12 Pro Nanomatte | 16 GB RAM / 256 GB Speicher | 669,99 Euro* |
| Amazon Alexa Tablet 11 | 8 GB RAM / 128 GB Speicher | 379,99 Euro* |
| Amazon Alexa Tablet 11 | 8 GB RAM / 64 GB Speicher | 329,99 Euro* |
| Amazon Alexa Tablet 8 | 4 GB RAM / 128 GB Speicher | 279,99 Euro* |
| Amazon Alexa Tablet 8 | 4 GB RAM / 64 GB Speicher | 229,99 Euro* |
| Amazon Alexa Tablet Pro Keyboard | – | 139,99 Euro* |
| Amazon Alexa Tablet Pro Pen | – | 84,99 Euro* |
Als Zubehör exklusiv für das Alexa Tablet 12 Pro bietet Amazon einen Eingabestift und ein magnetisches Keyboard an. Beides wird im Test ebenfalls näher beleuchtet. Das Set aus Tablet, Tastatur und Stift, das Amazon als Produktivitätsbundle vermarktet, kostet derzeit 805 Euro*.
Hervorragende Verarbeitung statt Plastikbomber
Nimmt man das Alexa Tablet 12 Pro zum ersten Mal in die Hand, ist der Unterschied zu älteren Amazon-Tablets eklatant – Aluminium-Unibody-Gehäuse statt Plastikbomber. Allein bei der Verarbeitung trennen das neue Tablet Welten von seinen Vorgängern. Im klassischen iPad-Look mit Metallgehäuse und flachen Seiten überzeugt die Verarbeitung des Alexa Tablet 12 Pro auf ganzer Linie. Sauber gefräste Lautsprecherausgänge, minimale Spaltmaße und Metalltasten mit sehr gutem Druckpunkt. Mit diesem Gehäuse, das es auf Abmessungen von 270,8 × 183,9 × 6,5 mm und ein Gewicht von 550 Gramm bringt, muss sich Amazon nicht mehr vor der Konkurrenz verstecken.
Auch Amazons 12-Zoll-Tablet kippelt aufgrund der herausstehenden Kamera, wenn es ohne Hülle flach auf dem Tisch liegt. Allerdings nur leicht und nur, wenn man ganz links unten oder ganz rechts oben auf das Gehäuse tippt.
Das Tablet ist offiziell nach IP52 zertifiziert. Es ist somit staubgeschützt, bietet aber nur Schutz gegen fallendes Tropfwasser, wenn das Gehäuse bis zu 15 Grad geneigt ist. IP52 bietet keinen Schutz gegen starkes Spritzwasser, Wasserstrahlen oder Untertauchen.
Magnetische Tastatur mit Trackpad
Gar nichts mehr merkt man davon, wenn man auf die abnehmbare Tastatur setzt, die auch ein Trackpad und eine Alexa-Taste bietet. Sie besteht aus zwei Teilen, einem Cover für die Rückseite und der Tastatur für die Vorderseite. Das Tablet lässt sich auch nur mit dem Cover für die Rückseite nutzen, das magnetisch andockt und einen Kickstand integriert hat. Diesen Kickstand, der die untere Hälfte des Covers darstellt, muss man anfänglich durchaus etwas kräftiger aufstellen, da der initiale Widerstand am Knick sehr hoch ist, wodurch der Neigungswinkel zunächst etwas zu steil ist. Dann lastet zu wenig Gewicht auf dem Kickstand und er klappt sich wieder ein. Hier ist etwas mehr Kraft beim Aufstellen ausnahmsweise auch mal mehr. Die hintere Hülle hält aber zuverlässig am Tablet und löst sich beim Aufstellen des Kickstands nicht ständig ab. Die Magnetkraft ist also sehr gut gewählt, um im Alltag nicht für Frust zu sorgen.
Die Tastatur dockt sich ihrerseits magnetisch an den unteren schmalen Rahmen des Tablets im Landscape-Modus an und verbindet sich über vier Pins mit den Kontakten am Tablet. Diese physische Verbindung ist für die Benutzung Voraussetzung. Nimmt man die Tastatur ab, kann sie nicht genutzt werden. Auch das integrierte, angenehm breite, aber etwas schmale Touchpad funktioniert gut. Tastenklicks sind nicht rein haptisch umgesetzt, sondern das Touchpad lässt sich im unteren Bereich tatsächlich drücken. In den Android-Einstellungen lässt sich beispielsweise auch die Scrollrichtung umkehren und die Zeigergeschwindigkeit anpassen. Optionen, die wir bei Huawei-Tablets immer wieder vermissen.
Beim Aufklappen des Tastatur-Covers schaltet sich das Display ein, beim Schließen wird das Display automatisch deaktiviert. Mit angeschlossener Tastatur lassen sich mehrere Fenster nebeneinander öffnen, um beispielsweise parallel auf E-Mails und Websites oder andere Apps zugreifen zu können.
Sehr guter Eingabestift knapp hinter Huawei
Der Eingabestift ist ein aktiver USI-2.0-Stift mit 4.096 Druckstufen, Neigungserkennung, magnetischer Halterung und kabellosem Laden. Er hält magnetisch in einer Mulde an der Oberseite des Tablets und wird in dieser auch geladen.
Der Stift reagiert gut und aktiviert schon leicht über dem Display einen Hover-Effekt auf Schaltflächen und Symbolen. Die präzise Eingabe geht im Alltag leicht von der Hand. Im direkten Vergleich mit einem PaperMatte-Display und einem M-Pencil Pro von Huawei gleitet der Amazon-Stift aber etwas schlechter über das matte Display des Alexa-Tablets. Hier bietet die Huawei-Kombination auf dem MatePad Pro 12" (Test) weniger Reibung und ein angenehmeres Gefühl beim Zeichnen und Schreiben – insbesondere, wenn man den Stift etwas stärker neigt. Besser als auf einem spiegelnden iPad mit Apple Pencil fühlt sich Amazons Lösung aber dennoch an.
Display mit 120 Hz und matter Beschichtung
Das Amazon Alexa Tablet 12 Pro beherbergt ein 12-Zoll-Display mit 2.800 × 1.840 Pixeln (280 ppi), einer Bildwiederholrate von 120 Hz, laut Amazon bis zu 500 nits Spitzenhelligkeit und einem 3:2-Seitenverhältnis. Die Auflösung sorgt für ein sehr scharfes Bild, bei dem auch kleiner Text hervorragend dargestellt wird. Auch die matte Oberfläche reduziert die Schärfe hier nicht sichtbar. Amazon dürfte sich bewusst auch dafür entschieden haben, das Tablet mit aktiviertem Darkmode auszuliefern, der dauerhaft eingeschaltet ist, obwohl es sich um ein IPS-LCD und kein OLED-Display handelt, da dies die Darstellungsqualität des matten Displays verbessert.
Auch das Seitenverhältnis von 3:2 überzeugt im Test, da man über die größere Höhe mehr Inhalte beim Surfen und Arbeiten anzeigen kann. Interessant ist, dass Amazon auch nur beim Alexa Tablet 12 Pro auf 3:2 setzt. Beim Alexa Tablet 11 kommt 16:10 zum Einsatz, beim Alexa Tablet 8 hingegen ein Seitenverhältnis von 5:3.
Im Test kommt das Nanomatte-Display im Alexa Tablet 12 Pro zum Einsatz, das über eine matte Oberflächenbeschichtung verfügt und so Reflexionen und Spiegelungen reduzieren bzw. vermeiden soll. Amazon bietet das Alexa Tablet 12 Pro auch mit einem normalen Display an, über dessen Qualitäten in diesem Test jedoch kein Urteil gefällt werden kann. Das Nanomatte-Display setzt auf eine geätzte Blendschutztechnologie. In Zusammenarbeit mit Corning wurde ein Photolithografie-Verfahren entwickelt, das eine pixelgenaue Textur auf Subpixel-Ebene ins Glas ätzt. Dies soll insbesondere dazu führen, dass Details und Farbtreue erhalten bleiben und eine hervorragende Lesbarkeit drinnen wie draußen, aus jedem Blickwinkel und bei jedem Licht gewährleistet wird.
Im Test zeigt sich, dass helle Lichtquellen vor allem aus normaler und weiterer Entfernung hervorragend gestreut werden, so dass sie keine Reflexionen auf dem Display zeigen. Im direkten Vergleich mit dem Huawei MatePad Pro 12" wird aber auch sichtbar, dass eine helle Lichtquelle in unmittelbarer Nähe zum Display schlechter gebrochen wird. Hier hat das PaperMatte-Display von Huawei leichte Vorteile. Dennoch liefert das Amazon-Tablet hier eine überzeugende Leistung ab, zumal Farben und Schärfe kaum unter der matten Darstellung leiden.
Messungen des Displays: heller als versprochen
Im Test werden bei der vollflächigen Darstellung von Weiß auf dem Alexa Tablet 12 Pro mehr als 600 cd/m² erreicht, was die offizielle Angabe von Amazon von 500 cd/m² doch deutlich übertrifft. Das ist zwar deutlich weniger als aktuelle OLED-Tablets erreichen können, für ein IPS-Panel aber durchaus gut, vor allem auch da dieser Wert problemlos bei vollflächiger Darstellung in SDR und HDR gehalten werden kann. Allerdings wird auch bei geringerem Weißanteil keine höhere Spitzenhelligkeit erreicht.
Die minimale Helligkeit liegt bei nur 2 cd/m², was ebenfalls überzeugt. Mit 6.410 Kelvin ist die Farbtemperatur zudem angenehm warm und liegt sehr nah am angestrebten Optimum von 6.500 Kelvin.
Mit einem Schwarzwert von 0,324 cd/m² bei maximaler Helligkeit erzielt das Alexa Tablet 12 Pro einen Kontrast von fast 1.900:1. Ein für ein IPS-Display ebenfalls überzeugender Wert. Hier sind OLED-Displays, bei denen Schwarz tatsächlich ein an diesen Stellen ausgeschaltetes Display bedeutet, allerdings deutlich im Vorteil.
Insgesamt überzeugt das Display des Alexa Tablet 12 Pro, wenn man auch den Preisrahmen des Tablets berücksichtigt. Dass ein mattes OLED-Display eines Huawei MatePad Pro 12" insgesamt das bessere Display ist, steht außer Frage, der Preis des Geräts beträgt aber auch rund das Doppelte.
Obere Mittelklasse mit MediaTek Dimensity 8400
Als Prozessor greift Amazon auf den MediaTek Dimensity 8400 zurück. Das in 4 nm gefertigte SoC verfügt über acht CPU-Kerne in Form von Arm Cortex A725, die mit bis zu 3,25 GHz takten können. Die GPU, eine Arm Mail-G720, besitzt sieben Kerne und wird von einer NPU unterstützt. Im Vergleich zu bisherigen Amazon-Tablets bietet das neue Flaggschiff also deutlich mehr Leistung. Amazon selbst beziffert diesen Zuwachs auf eine dreifache Prozessorleistung und eine neunfache GPU-Leistung.
Der CPU stellt Amazon im Testmodell 16 GB RAM zur Seite. Beim RAM handelt es sich immer um LPDDR5X, beim Speicher ist es jedoch von der gewählten Größe abhängig, ob UFS 3.1 (128 GB) oder UFS 4.0 (256 GB) zum Einsatz kommt.
Benchmarks des Alexa Tablet 12 Pro
- 3DMark Wild Life Extreme Unlimited (Metal/Vulkan)
- 3DMark Wild Life Unlimited (Metal/Vulkan)
- 3DMark Wild Life Unlimited Stresstest (Metal/Vulkan)
- 3DMark Steel Nomad Light Unlimited (Metal/Vulkan)
- 3DMark Steel Nomad Light Unlimited Stresstest (Metal/Vulkan)
- 3DMark Sling Shot Extreme Unlimited (Metal/OpenGL ES 3.1)
- 3DMark Sling Shot Unlimited (Metal/OpenGL ES 3.0)
- 3DMark Solar Bay Unlimited (Metal/Vulkan)
- 3DMark Solar Bay Unlimited Stresstest (Metal/Vulkan)
Einem Samsung Galaxy Tab S11 (Test) mit MediaTek Dimensity 9400+ oder halbwegs aktuellen Apple iPad muss sich der Dimensity 8400 im 3DMark klar geschlagen geben, kann sich aber ein gutes Stück vor sämtlichen Huawei-Tablets mit Kirin-SoC platzieren. Das SoC platziert sich in der Mittelklasse und ist kein High-End-Chip.
Und auch wenn in den Stresstest ein kleiner Leistungsrückgang nach einigen Durchläufen zu erkennen ist, fällt dieser vergleichsweise moderat aus.
Das ändert sich auch im Geekbench 6.3 nicht grundsätzlich, auch wenn hier je nach Benchmark die Huawei-Tablets etwas besser abschneiden und etwa bei der Single-Core-Leistung am Dimensity 8400 durchaus vorbeiziehen können. Beim GPU-Test enteilt das Amazon-Tablet auch diesen Modellen dann jedoch klar.
Auch im PCMark Work 3.0 und den Browser-Benchmarks ordnet sich das Alexa-Tablet hinter den iPads und dem schnelleren Galaxy Tab S11 aber vor den Huawei-Tablets ein. Im PCMark Storage schneidet es dank schnellem Speicher sehr gut ab.
Mit dem Alexa Tablet 12 Pro erhält man in Sachen Leistung also kein High-End-Flaggschiff, auf dem man auch umfassenden Videoschnitt betreiben sollte, aber ein grundsolides Gerät, dessen Leistung über bisherige Amazon-Tablets deutlich hinausgeht und im Alltag keinerlei Probleme bereitet. Android 16 fühlt sich zu jeder Zeit flüssig und schnell an, Apps lassen sich problemlos auch mit Multitasking parallel ausführen und für Streaming oder Web-Browsing ist die Leistung ohnehin mehr als ausreichend.
9.000-mAh-Akku lädt mit 27 Watt
Amazon verbaut im Alexa Tablet 12 Pro einen Akku mit einer Kapazität von 9.000 mAh. Das ist vergleichsweise klein, die meisten Tablets dieser Größe überschreiten inzwischen die Grenze 10.000 mAh. Für die Akkulaufzeit nennt Amazon 16 Stunden bei der Videowiedergabe und 20 Stunden im Kindle-Modus.
Aufladen lässt sich der Akku über USB-C mit maximal 27 Watt. Auch das ist weniger als viele Konkurrenten bieten, die mitunter 100 Watt bieten. Das vollständige Aufladen des Tablets dauert im Test so etwas über 2 Stunden. Ein Ladegerät liefert Amazon wie inzwischen bei allen Herstellern üblich nicht mit.
Akkulaufzeit des Alexa Tablet 12 Pro
ComputerBase testet die Akkulaufzeit wie immer in zwei Szenarien, bei der YouTube-Wiedergabe über WLAN und im Akkutest des PCMark, wobei das Display immer auf 200 cd/m² kalibriert ist.
Mit 15,5 Stunden bei der YouTube-Wiedergabe erreicht das Alexa Tablet 12 Pro in diesem Test fast die von Amazon genannte Akkulaufzeit von 16 Stunden bei der Videowiedergabe. Damit liegt das Tablet aber trotzdem nur im guten Mittelfeld, auch wenn die Effizienz deutlich höher als beispielsweise bei Huawei-Tablets ausfällt, die dies wiederum mit größeren Akkus versuchen auszugleichen.
Im Akkutest des PCMark fällt das Alexa-Tablet dann jedoch mit rund 10,5 Stunden etwas weiter zurück und wird gleich von mehreren Huawei-Tablets im Testfeld überholt. Bei etwas stärkerer CPU-Last macht sich der kleinere Akku dann also doch schneller bemerkbar.
Android 16 mit Play Store und allen Apps
Wie eingangs bereits erwähnt, ist eine der größten Überraschungen der neuen Alexa-Tablets die Software. Amazon setzt nicht nur auf Android 16 als aktuelle Basis, die mit einer eigenen Oberfläche leicht angepasst wurde, sondern das Alexa Tablet 12 Pro nutzt auch den Google Play Store. Der Amazon AppStore ist auf dem Tablet gar nicht mehr vorinstalliert. Als Nutzer ist das äußert positiv, denn man hat uneingeschränkt Zugriff auf alle Apps, die im Google Play Store verfügbar sind. Also auch YouTube, Netflix, Gmail, Chrome und Google Docs sind überhaupt kein Problem und lassen sich ohne Sideloading sofort installieren.
Schon ab Werk sind die Standard-Google-Apps alle in einem Ordner vorinstalliert. Auch alle Google Service stehen somit zur Verfügung und der Play Integrity API Checker bescheinigt dem Alex Tablet 12 Pro alle Integritätsstufen – etwas, dass Huawei mit seinen Tablets und microG nicht erreichen kann.
Darüber hinaus sind erwartungsgemäß auch die eigenen Amazon-Apps wie beispielsweise Prime Video, Kindle, Audible, Amazon Music, Amazon Silk und Amazon Luna vorinstalliert. Und ja, über die angepasste Oberfläche rückt Amazon diese in der oberen rechten Ecke auf dem Startbildschirm auch etwas in den Fokus und unten rechts darf die kleine Alexa-Schaltfläche für den direkten Zugriff auf den Sprachassistenten ab Werk auch nicht fehlen, aber das sind wirklich überschaubare Anpassungen, die im Alltag nicht stören. Vor allem, wenn man bedenkt, welchen Wandel Amazon hier vollzogen hat.
Mit einem nahezu unangepasstem Android 16 zeigt Amazon auch, was Google selbst bei Hardware nicht leistet. Amazon verspricht Software-Sicherheitsupdates für mindestens vier Jahre ab dem Kauf des Tablets über Amazon. Mindestens möchte Amazon laut Supportseite* jedoch sieben Jahren Android-Upgrades und sechs Jahre Sicherheitsupdates bereitstellen.
Gänzlich fehlerfrei, so ehrlich muss man an dieser Stelle sein, lief das Alexa Tablet 12 Pro im Test softwareseitig aber nicht. Mitunter ließ sich der Bildschirm kurzzeitig nicht bedienen, ein kurzes Ausschalten und Reaktivieren des Displays schaffte hier Abhilfe, und auch manche Funktionen wie das Erstellen von Screenshots über die Leiser- und Power-Taste wurden plötzlich nicht mehr registriert. In jedem Fall half immer ein Neustart des Tablets. Amazon hat bereits ein Update in Aussicht gestellt, das einige der Probleme beheben soll. Auch für frühe Käufer ist dies also Pflicht.
Alexa+ mit Bildschirmanalyse kommt aufs Tablet
Die neuen Tablets sind dabei auch für Alexa+ optimiert. Man kann im Handsfree-Modus jederzeit „Alexa“ sagen oder auf „Alexa fragen“ tippen und Alexa steht in einer speziell für Tablets gestalteten Oberfläche bereit, ohne dass man erst eine App öffnen muss. Alle Funktionen etwa zur Steuerung des Smart Homes oder in Form allgemeiner Anfragen, wie man sie von den Echo-Lautsprechern von Amazon kennt, stehen auch auf den Tablets zur Verfügung.
Alexa ist auf dem Tablet aber nicht nur auf Sprachbefehle oder Texteingaben des Nutzers angewiesen, die es verarbeiten kann, sondern mit einer neuen Bildschirmanalyse-Funktion kann Alexa auch einsehen, was gerade auf dem Display angezeigt wird, wenn der Nutzer das möchte. So kann Alexa kontextbezogene Hilfe in Echtzeit liefern. Alexa liest die Seite, filtert die wichtigsten Infos heraus und hilft bei der Beantwortung der Frage, basierend auf dem, was sie über den Nutzer weiß. Ruft man den Spielplan eines Vereins auf, kann man Alexa beispielsweise auch bitten, alle Termine in den Kalender einzutragen. Sie weist dabei auch gleich auf Terminkonflikte hin. Die Bildschirmanalyse-Funktion lässt sich jederzeit in den Einstellungen ein- oder ausschalten, standardmäßig ist sie deaktiviert und ein visueller Hinweis zeigt an, wenn Alexa den Bildschirm sehen kann.
Aber, und auch das kommt einem Paradigmenwechsel gleich, man kann auch einfach Gemini von Google als Teil von Android 16 nutzen, wenn man keine Lust auf Alexa auf dem Tablet hat.
Lesen wie auf einem Kindle auf dem Tablet
Amazon hat dem Alexa-Tablet auch eine tiefere Kindle-Integration spendiert. Öffnet man ein Buch in der Kindle-App auf dem Tablet, werden Benachrichtigungen stumm geschaltet, das Blaulicht wird reduziert und der Akku hält laut Amazon bis zu 20 Stunden. Man hat dabei die Auswahl aus drei Display-Designs, die im Kindle-Modus genutzt werden sollen. „Standard“ fügt Wärme hinzu und behält die Farben bei, „Farbpapier“ macht Farbtöne weicher, indem die Intensität reduziert wird, und „Tintenpapier“ wechselt zu reinen Graustufen.
Schön umgesetzt ist, dass man diesen Wechsel nicht immer manuell durchführen muss. Öffnet man ein Buch, werden beispielsweise die Farben reduziert. Schließt man die Kindle-App und kehrt zur normalen Oberfläche zurück, schaltet das Tablet langsam wieder in den normalen Modus mit voller Farbintensität zurück. Für die Augen ist das Lesen in einem der Kindle-Modi deutlich angenehmer und das matte Display unterstützt diesen Effekt noch einmal spürbar.
Auch die Markierungsfunktionen vom Kindle Scribe (Test) stehen auf dem Tablet zur Verfügung, so dass man markieren, unterstreichen, Notizen schreiben und Seiten mit dem Eingabestift beschriften kann. Alle Anmerkungen werden dann über Kindle-Apps auf stiftfähigen Geräten und dem Kindle Scribe synchronisiert.
| Amazon Alexa Tablet 12 Pro (Nanomatte-Display) | Huawei MatePad Air | Apple iPad 11 A16 (WLAN 256 GB) | |
|---|---|---|---|
| Software: (bei Erscheinen) |
Android 16.0 | HarmonyOS 4.3 | iPadOS 18 |
| Display: | 12,00 Zoll, 1.840 × 2.800 280 ppi, 120 Hz IPS, HDR |
12,00 Zoll, 1.840 × 2.800 275 ppi, 144 Hz OLED, HDR |
10,90 Zoll, 1.640 × 2.360 264 ppi, 60 Hz IPS |
| Bedienung: | Touch, Stylus, Physische Tastatur, Fingerabdrucksensor | Touch, Stylus, Physische Tastatur, Gesichtsscanner | Touch, Stylus, Fingerabdrucksensor |
| SoC: | MediaTek Dimensity 8400 1 × Cortex-A725, 3,25 GHz 3 × Cortex-A725, 3,00 GHz 4 × Cortex-A725, 2,10 GHz 4 nm, 64-Bit |
HiSilicon Kirin T93C 4 × Taishan Mid, 2,27 GHz 4 × Cortex-A510, 1,72 GHz 7 nm, 64-Bit |
Apple A16 Bionic 5 ×, 3,46 GHz 4 nm, 64-Bit |
| GPU: | Mali-G720 MC7 | Maleoon 935B | Apple Quad-Core |
| RAM: | 16.384 MB LPDDR5X |
8.192 MB | 6.144 MB LPDDR5 |
| Speicher: | 256 GB | ||
| 1. Kamera: | 13,0 MP, 1080p AF |
50,0 MP, 2160p f/1,80, AF, Dual-LED |
12,0 MP, 2160p f/1,80, AF |
| 2. Kamera: | Nein | ||
| 3. Kamera: | Nein | ||
| 4. Kamera: | Nein | ||
| 5. Kamera: | Nein | ||
| 1. Frontkamera: | 8,0 MP, 1080p | 12,0 MP, 2160p Display-Blitz, f/2,40 |
12,0 MP, 1080p Display-Blitz, f/2,40 |
| 2. Frontkamera: | Nein | ||
| GSM: | Nein | ||
| UMTS: | Nein | ||
| LTE: | Nein | ||
| 5G: | Nein | ||
| WLAN: | 802.11 a/b/g/n/ac/ax Wi-Fi Direct |
802.11 a/b/g/n/ac/ax/be Wi-Fi Direct |
802.11 a/b/g/n/ac/ax |
| Bluetooth: | 5.3 | 6.0 | 5.3 |
| Ortung: | Nein | ||
| Weitere Standards: | USB-C 3.1, Mini-DisplayPort, Tastatur-Dock | USB-C 3.1, Tastatur-Dock | USB-C 2.0, Smart Connector |
| SIM-Karte: | – | ||
| Akku: | 9.000 mAh, 27,0 W fest verbaut |
10.100 mAh, 66,0 W fest verbaut |
7.544 mAh (28,93 Wh) fest verbaut |
| Größe (B×H×T): | 183,9 × 270,8 × 6,50 mm | 182,9 × 271,6 × 5,30 mm | 179,5 × 248,6 × 7,00 mm |
| Schutzart: | IP52 | – | |
| Gewicht: | 550 g | 509 g | 477 g |
| Preis: | ab 670 € | ab 749 € | ab 575 € |
DisplayPort, Wi-Fi 6E mit 6 GHz und Fingerabdrucksensor
Auch bei der übrigen Ausstattung zeigt das Alexa Tablet 12 Pro einige interessante Details. Die vier Dolby-Atmos-Lautsprecher bieten für einen Tablet guten Klang, der für Serien und Videokonferenzen völlig ausreichend ist, und die beiden nach vorne gerichteten Mikrofone sorgen für ein gutes Verständnis von Alexa+-Anfragen. Probleme mit der Verarbeitung und dem Weckwort hatten wir im Test nicht.
Mit Wi-Fi 6E (802.11 a/b/g/n/ac/ax) deckt Amazon nicht nur WLAN mit 2,4 und 5 GHz ab, sondern unterstützt auch das noch weniger frequentierte 6-GHz-Band. Bei Bluetooth wird mit Version 5.3 zwar nicht der neueste Standard geboten, im Alltag spielt dies aber keine Rolle.
Der USB-C-Anschluss unterstützt bis zu 5 Gbit/s und kann auch Audio an verbundene Kopfhörer ausgeben und verarbeitet auch Videosignale, da er als DisplayPort fungiert. Auf diese Weise kann man die Anzeige des Tablets auf einen externen Monitor spiegeln. Den externen Monitor als zweites Display zur Erweiterung der Anzeige zu nutzen, ist allerdings nicht möglich, das Bild wird immer gespiegelt.
In der Power-Taste steckt zudem ein Fingerabdrucksensor, der im Test sehr gut funktioniert und das Tablet schnell entsperrt. Per Gesichtsscan lässt sich das Tablet übrigens nicht entsperren, neben der PIN kann also nur der Fingerabdruck genutzt werden.
Was das Alexa Tablet 12 Pro nicht bietet, ist GPS. Der Standort kann somit nur anhand von WLAN-Daten bestimmt werden. Da auch keine Mobilfunkvariante angeboten wird, wird man das Tablet aber ohnehin nicht zur Navigation einsetzen, so dass der Verzicht auf GPS im Alltag keine große Rolle spielt.
Übersättigte Kameras
Bei den Kameras setzt Amazon auf eine 13-MP-Kamera auf der Rückseite und eine 8-MP-Frontkamera. Beide unterstützen maximal Full-HD-Video (1080p) und bieten nur wenige Funktionen und keinen Blitz. Selbst Details zur Blende bleibt Amazon in den Spezifikationen schuldig.
Im Alltag schärfen beide Kameras das Bild stark nach, was deutlich sichtbar ist. Zudem sind die Farben je nach Umgebungslicht zu gesättigt oder verblassen, was in beiden Fällen unnatürlich aussieht. Details in dunklen Bereichen gehen schnell verloren. Sie sind also eher eine Notlösung, wenn man keine andere Kamera zur Verfügung hat.
Fazit
Mit dem Alexa Tablet 12 Pro ist Amazon eine echte Überraschung gelungen. Statt des geschlossenen FireOS mit Amazon AppStore bringt Amazon plötzlich ein offenes Android-16-Tablet mit Google Play Store. Und darüber hinaus gibt es das Alexa Tablet 12 Pro plötzlich auch mit einem matten Display, das im Test ebenfalls einen überzeugenden Gesamteindruck abgibt und in dieser Preisklasse sonst bisher nur bei Huawei zu finden ist. Zu verdanken haben Kunden diesen Kurswechsel wohl vor allem einem Mann, Panos Panay, dem ehemaligen Chef der Microsoft-Surface-Sparte, dessen Einfluss bei neuen Produkten mehr und mehr zum Tragen kommt.
Allerdings merkt man eben auch, dass Amazon ein solches Gesamtpaket auch nicht mehr verschenken kann. Für einen Preis von rund 670 Euro* ist das Alexa Tablet 12 Pro eben auch kein Schnäppchen und mit Stift und Tastatur kostet es im Bundle sogar knapp über 800 Euro*. Dafür strahlt das Tablet aber auch eine gänzlich andere Wertigkeit aus. Kein Plastik-Bomber mehr, sondern ein Metall-Unibody-Tablet mit hervorragender Verarbeitung und ein gutes IPS-Display mit 120 Hz.
Aber dass man die Amazon-Dienste nutzen kann, aber eben nicht zwingend muss, führt auch zu einer veränderten Wahrnehmung. Statt das Gefühl zu haben, sich irgendwie mit dem geschlossenen System und den Amazon-Apps arrangieren zu müssen, nimmt man sie nun teils als sinnvolle Ergänzung wahr, die ja durchaus einen Blick wert sein könnten.
Die Leistung ist mit dem MediaTek Dimensity 8400 in der Mittelklasse angesiedelt und auch die Akkulaufzeit ist bei dieser Größe und Gewicht des Tablets eher Durchschnitt als Spitzenklasse – im Alltag aber völlig ausreichend. Kleinere Softwareprobleme haben den Eindruck zum Start zudem noch etwas getrübt, aber Amazon arbeitet bereits an einem Update, das die Fehler beseitigen soll.
Angesichts der Leistung und des Preises von 670 Euro für das Tablet bzw. 805 Euro im Bundle mit Stift und Tastatur konkurriert das Alexa Tablet 12 Pro so auch beispielsweise mit dem Huawei MatePad Air (Test), das im Set mit Stift und Tastatur aktuell 750 Euro kostet, dafür aber spürbar dünner und leichter ist und ein besseres mattes OLED-Display bietet. Allerdings bietet das Huawei-Tablet eben gerade nicht die volle Google-Unterstützung und erfordert manuelles Eingreifen, wenn man auf Apps aus dem Google Play Store zugreifen möchte. So wird das Amazon-Tablet plötzlich zur offenen Alternative – wer hätte das gedacht.
- offenes Android 16 mit Google Play Store
- hervorragende Verarbeitung
- gutes IPS-Display
- reflexionsarme, matte Beschichtung
- 120 Hz Bildwiederholrate
- gute Alexa- und Kindle-Integration
- gute Akkulaufzeit beim Streaming
- praktisches 3:2 Seitenverhältnis
- gute Lautsprecher
- optional mit Keyboard und Stift
- Kameras
- Akkulaufzeit bei Last
ComputerBase hat das Alexa Tablet 12 Pro mit Stift und Tastatur-Cover leihweise von Amazon zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
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