Huawei MatePad Air im Test: Das dünne Tablet setzt auf ein mattes OLED-Display
Mit dem MatePad Air bringt Huawei ein dünnes und leichtes 12-Zoll-Tablet mit mattem OLED-Display. Damit ist das Alleinstellungsmerkmal des Tablets erneut gesichert, doch auch abseits dessen präsentiert es sich im Test optional mit Stift und Tastatur im Alltag als zuverlässiger Begleiter.
Mit dem MatePad Air bringt Huawei ein neues, dünnes 12-Zoll-Tablet mit mattem OLED-Display, das mit optionalem Stift und Tastatur vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bietet. ComputerBase konnte das Tablet, das tatsächlich eine kleine Lücke im Portfolio von Huawei schließt, vor dem heutigen Verkaufsstart bereits ausführlich testen.
Wo ordnet sich das neue Air ein?
Nach dem MatePad Pro Max (Test) als neues 13-Zoll-Flaggschiff kehrt auch mit dem MatePad Air – in Deutschland – eine neue Bezeichnung bei Huaweis Tablet ein, weshalb eine Einordnung im Vergleich zu den anderen Huawei-Tablets wichtig ist. Denn Huawei hat bereits mehrere Modelle mit 12-Zoll-Display auf dem Markt.
Der wichtigste Unterschied, neben Dicke und Gewicht, liegt im Vergleich im Display des Tablets. Das MatePad Air nutzt ein OLED-Display. Das MatePad 12X 2025 (Test) setzt hingegen auf ein 12 Zoll großes LC-Display. Das MatePad Pro 12.2 (2025) (Test) nutzt wiederum ein 12 Zoll großes Tandem-OLED-Display, das mit bis zu 2.000 cd/m² heller leuchtet als das OLED-Display des MatePad Air, das bis zu 1.200 cd/m² erreichen soll.
| Huawei MatePad Air | Huawei MatePad Pro 12.2 (2025) | Huawei MatePad 12X (2025) | Huawei MatePad Pro Max | |
|---|---|---|---|---|
| Software: (bei Erscheinen) |
HarmonyOS 4.3 | |||
| Display: | 12,00 Zoll, 1.840 × 2.800 275 ppi, 144 Hz OLED, HDR |
12,20 Zoll, 1.840 × 2.800 275 ppi, 144 Hz Tandem OLED, HDR |
12,00 Zoll, 1.840 × 2.800 280 ppi, 144 Hz LCD, HDR |
13,20 Zoll, 2.000 × 3.000 273 ppi, 144 Hz OLED, HDR |
| Bedienung: | Touch, Stylus, Physische Tastatur, Gesichtsscanner | Touch, Stylus, Physische Tastatur, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner | Touch, Stylus, Physische Tastatur, Gesichtsscanner | Touch, Stylus, Physische Tastatur, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner, Status-LED |
| SoC: | HiSilicon Kirin T93C 4 × Taishan Mid, 2,27 GHz 4 × Cortex-A510, 1,72 GHz 7 nm, 64-Bit |
HiSilicon Kirin T92 1 × Taishan Big, 2,40 GHz 3 × Taishan Mid, 2,00 GHz 4 × Cortex-A510, 1,60 GHz 7 nm, 64-Bit |
HiSilicon Kirin T92 1 × Taishan Big, 2,40 GHz 3 × Taishan Mid, 2,00 GHz 4 × Cortex-A510, 1,60 GHz 64-Bit |
HiSilicon Kirin T93 Pro 1 × Taishan Big, 2,75 GHz 4 × Taishan Mid, 2,27 GHz 4 × Cortex-A510, 1,72 GHz 7 nm, 64-Bit |
| GPU: | Maleoon 935B | Maleoon 920 | Maleoon 935 | |
| RAM: | 8.192 MB | 12.288 MB | ||
| Speicher: | 256 GB | 512 GB | 256 GB | 512 GB |
| 1. Kamera: | 50,0 MP, 2160p f/1,80, AF, Dual-LED |
50,0 MP, 2160p f/1,80, AF, LED |
||
| 2. Kamera: | Nein | 8,0 MP, f/2,20 | Nein | |
| 3. Kamera: | Nein | |||
| 4. Kamera: | Nein | |||
| 5. Kamera: | Nein | |||
| 1. Frontkamera: | 12,0 MP, 2160p Display-Blitz, f/2,40 |
8,0 MP, 2160p Display-Blitz, f/2,00 |
8,0 MP, 1080p Display-Blitz, f/2,00 |
12,0 MP, 2160p Display-Blitz, f/2,40 |
| 2. Frontkamera: | Nein | |||
| GSM: | Nein | |||
| UMTS: | Nein | |||
| LTE: | Nein | |||
| 5G: | Nein | |||
| WLAN: | 802.11 a/b/g/n/ac/ax/be Wi-Fi Direct |
802.11 a/b/g/n/ac/ax Wi-Fi Direct |
||
| Bluetooth: | 6.0 | 5.2 | 6.0 | |
| Ortung: | Nein | A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo, QZSS | Nein | A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo |
| Weitere Standards: | USB-C 3.1, Tastatur-Dock | USB-C 3.2, Tastatur-Dock | USB-C, Tastatur-Dock | |
| SIM-Karte: | – | |||
| Akku: | 10.100 mAh, 66,0 W fest verbaut |
10.100 mAh (39,49 Wh), 100,0 W fest verbaut |
10.100 mAh, 66,0 W fest verbaut |
9.760 mAh, 66,0 W fest verbaut |
| Größe (B×H×T): | 182,9 × 271,6 × 5,30 mm | 182,5 × 271,3 × 5,50 mm | 183,0 × 270,0 × 5,90 mm | 196,3 × 289,3 × 4,70 mm |
| Schutzart: | – | |||
| Gewicht: | 509 g | 512 g | 555 g | 509 g |
| Preis: | ab 749 € | 999 € | ab 574 € | 1.649 € |
Im Gegensatz zum MatePad Pro Max mit Kirin T93 Pro nutzt das MatePad Air den Kirin T93C, der statt auf 9 Kerne und 14 Threads wieder auf ein Cluster mit 8 Kernen und 12 Threads setzt. Ihm fehlt der einzelne, schnellste Kern. Stattdessen sind im T93C zwei Cluster mit je 4 Kernen verbaut, deren Taktfrequenzen mit denen des T93 Pro im MatePad Pro Max übereinstimmen. Bei der CPU kommt die Maleoon 935B zum Einsatz, zu der jedoch weitere Details fehlen.
| MatePad Pro Max | MatePad Air | |
|---|---|---|
| SoC und Takt | Kirin T93 Pro 1 × Taishan Big mit 2,75 GHz 4 × Taishan Mid mit 2,27 GHz 4 × E-Cores mit 1,72 GHz |
Kirin T93C 4 × Taishan Mid mit 2,27 GHz 4 × E-Cores mit 1,72 GHz |
| GPU | Maleoon 935 | Maleoon 935B |
Das MatePad Air liegt somit zwischen dem MatePad 12X und dem MatePad Pro 12.2, wobei es letzteres dank neuerem Kirin-Prozessor bei der Leistung vielleicht sogar in den Schatten stellen könnte, bei der Ausstattung wie Display und GPS jedoch unterlegen ist.
Speicher, Preis und Verfügbarkeit des MatePad Air
Das MatePad Air ist ab heute mit 50 Euro Rabatt zum Preis von 749 Euro wahlweise mit M-Pencil Pro oder Keyboard-Cover im Lieferumfang verfügbar. Es wird in Deutschland zumindest zunächst nur mit 8 GB RAM und 256 GB internem Speicher angeboten, der nicht mittels microSD-Karte erweitert werden kann. Eine Version mit 12 GB RAM wird zwar gelistet, kann derzeit aber nicht bestellt werden. Amazon führt das neue MatePad Air ebenfalls bereits für 749 Euro*.
Mattes OLED im 3:2-Format
Das MatePad Air setzt erneut nicht nur auf ein mattes PaperMatte-Display, mit dem Huawei Spiegelungen und Reflexionen effektiv verhindert, sondern wie bereits erwähnt im Gegensatz zum MatePad 12X auch auf ein OLED-Panel. Die matte PaperMatte-Beschichtung, die Huawei inzwischen von günstigen bis teuren Tablets zum Standard gemacht hat, überzeugt auch beim Air erneut mit einer angenehmen Haptik, auf der Finger und Stift angenehmer streichen als auf einem normalen, spiegelnden Display. Angenehmer Nebeneffekt: Normale Fingerabdrücke sind auf der matten Oberfläche anders als bei spiegelnden Varianten kein Problem. Matte Displays kann Huawei einfach.
Mit 2.800 × 1.840 Pixeln und somit 275 ppi bietet das Display ein scharfes Bild und einen perfekten Kontrast. Die Bildwiederholrate des 12-Zoll-Displays kann adaptiv zwischen 30, 60, 90, 120 und 144 Hz wechseln. Wahlweise überlässt man dies je nach Anwendung dem Tablet selbst oder legt in den Einstellungen fest, dass beispielsweise immer mit hoher Frequenz gearbeitet werden soll. Auch beim Air ist das Display im praktischen 3:2-Format gehalten und überzeugt mit einer angenehmen Farbtemperatur von 6.843 Kelvin.
Die Spitzenhelligkeit des OLED-Displays gibt Huawei mit 1.200 cd/m² an. Mehr als beim MatePad 12X mit 1.000 cd/m², weniger als beim MatePad Pro 12.2 mit Tandem-OLED 2.000 cd/m². Im Test lassen sich im Automatikmodus bis zu 1.245 cd/m² messen, wenn nicht das gesamte Display weiß darstellt. Wird in SDR hingegen das gesamte Display mit einem weißen Bild gefüllt, sind maximal 782 cd/m² möglich – kein Spitzenwert, aber ein sehr gutes Ergebnis.
Der Rahmen um das Display fällt mit 4,7 mm angenehm schmal aus, auch wenn High-End-Flaggschiffe wie das MatePad Pro Max mit nur noch 3,5 mm hier noch schmalere Ränder bieten. Die Frontkamera findet erneut in diesem Rahmen Platz, so dass keine Notch im Display nötig ist.
Dank des OLED-Displays ist der Schwarzwert mit 0,0 cd/m² ebenso wie der Kontrast perfekt – auf dem Display leuchtet nichts, was nicht auch leuchten soll. Die minimale Helligkeit bei der Darstellung von Weiß ist mit 5,7 cd/m² allerdings etwas höher als bei den letzten Modellen.
In Summe gibt es am Display des Huawei MatePad Air somit nichts zu kritisieren. Die Darstellungsqualität überzeugt, Auflösung und Frequenz sind hoch und Helligkeit, Kontrast und Farbwiedergabe hervorragend.
Dünnes Gehäuse und geringes Gewicht
Mit 5,3 mm hat Huawei auch das Gehäuse dünner gemacht als beim MatePad 12X und beim MatePad Pro 12.2. Das 13 Zoll große MatePad Pro Max trägt zwar weiterhin den Titel des dünnsten Tablets, aber beim Gewicht unterscheiden sich beide Modelle nicht. Auch das MatePad Air bringt es auf leichte 509 Gramm. Zusammen mit dem Smart Magnetic Keyboard wiegt das MatePad Air so nur rund 850 Gramm und ist leichter als fast alle Notebooks dieser Größe auf dem Markt.
Um das Gehäuse noch dünner zu machen, hat Huawei die innere Struktur des Tablets überarbeitet, wofür auch das OLED-Display angepasst werden musste. Statt auf einem Rahmen kann das OLED-Panel nun direkt auf dem Gehäuse befestigt werden. Dies reduziert die Komplexität des inneren Aufbaus, das Gewicht und auch die Dicke des Geräts. Den so gewonnenen Platz hat Huawei bei den äußeren Abmessungen eingespart und rund 0,6 mm gewonnen.
Benchmarks des MatePad Air
Eingangs wurde bei der Unterscheidung der Tablets bereits auf das SoC mit Kirin T93C und Maleoon 935B eingegangen. Wichtiger als diese Bezeichnungen ist am Ende aber, was der Nutzer für eine Leistung erhält und vor allem, wie sich das Tablet im Alltag bedienen lässt. Denn auch wenn Huawei mit den eigenen Chips nicht auf die modernste Fertigung und US-Technik zurückgreifen kann, merkt man hiervon im Alltag, wenn man keine Raytracing-Spiele auf dem Tablet spielen möchte, im Grunde nichts. HarmonyOS 4.3, das in Deutschland weiterhin auf Android basiert und so auch zu Android-Apps kompatibel ist, fühlt sich bei der Benutzung schnell und flüssig an. Eine träge, langsame und behäbige Oberfläche sucht man beim MatePad Air vergebens. Diese, im Alltag wichtigere Erkenntnis ist aber nur die eine Seite der Medaille, denn auch Benchmarks ordnen die Leistung ein.
Benchmarks des Kirin T93C
- 3DMark Sling Shot Extreme Unlimited (Metal/OpenGL ES 3.1)
- 3DMark Sling Shot Unlimited (Metal/OpenGL ES 3.0)
- 3DMark Wild Life Extreme Unlimited (Metal/Vulkan)
- 3DMark Wild Life Unlimited (Metal/Vulkan)
- 3DMark Wild Life Unlimited Stresstest (Metal/Vulkan)
- 3DMark Steel Nomad Light Unlimited (Metal/Vulkan)
- 3DMark Steel Nomad Light Unlimited Stresstest (Metal/Vulkan)
- 3DMark Solar Bay Unlimited (Metal/Vulkan)
Im 3DMark ist das neue MatePad Air zwar dem MatePad 12X und MatePad Pro 12.2 gewachsen und kann diese je nach Test auch deutlich hinter sich lassen, es zeigt sich aber auch, dass das größere MatePad Pro Max mit einem schnellen Kern mehr sich doch noch einmal deutlich um 10 bis fast 40 Prozent vom Air absetzen kann.
Ein aktuelles Oppo Pad 5 (Test) mit Mittelklasse-MediaTek-SoC wird vom MatePad Air hingegen deutlich geschlagen. Dass die Huawei-SoCs zu den langsamsten Prozessoren auf dem Markt gehören, stimmt durch die zahlreichen Optimierungen, die das Unternehmen in den letzten Jahren trotz der Sanktionen vorgenommen hat, eben auch nicht mehr. Mit den High-End-SoCs von Apple oder Qualcomm kann sich das Unternehmen hingegen aktuell zweifellos auch nicht messen.
Der Geekbench zeigt, was das veränderte Cluster mit 4+4 Kernen statt 1+3+4 Kernen in der Praxis bedeutet: Die Multi-Core-Leistung ändert sich kaum, die Single-Core-Leistung ohne einen schnellen einzelnen Kern fällt hingegen deutlich geringer aus.
Im GPU-Benchmark von Geekbench kann die Maleoon-935B-GPU nicht mit der Variante im T93 Pro im MatePad Pro Max (+36 %) mithalten, sich aber dennoch um fast 60 Prozent vor den Grafikeinheiten im MatePad 12X und MatePad Pro 12.2 absetzen.
Im PCMark und den Browser-Benchmarks liegen die verglichenen Modelle sehr eng beieinander, was auch zeigt, wie wenig Einfluss ein einzelner schneller Kern im Vergleich zu den acht schneller taktenden Kernen der SoC-Modelle hat. Erst die Kombination aus 8 schnelleren kleinen Kernen und einem schnellen P-Core, wie man sie beim MatePad Pro Max findet, sorgt dann für etwas Vorsprung.
Im PCMark Storage kann das MatePad Air mit einer schnellen Speicherarchitektur punkten und sich an die Spitze des Feldes setzen.
Akkulaufzeit des MatePad Air
Beim Akku bietet auch das MatePad Air eine Kapazität von 10.100 mAh, obwohl es nur noch 5,3 mm dick ist. Hier ist somit ein direkter Vergleich zum MatePad 12X und MatePad Pro 12.2 möglich, die auf ein älteres SoC und andere Displays setzen, aber eine identische Akkukapazität bieten.
Huawei nennt für das MatePad Air eine Akkulaufzeit von bis zu 16 Stunden bei der lokalen HDR-Videowiedergabe. Beim Online-Streaming von Videos werden bis zu 10 Stunden genannt.
Der Akku des Air kann mit bis zu 66 Watt über USB-C geladen werden. Das vollständige Aufladen dauert im Test knapp 90 Minuten. Zur Schonung des Akkus wird allerdings nur nach manuellem Aktivieren auch tatsächlich mit 66 Watt geladen.
ComputerBase testet die Akkulaufzeit wie immer in zwei Szenarien, bei der YouTube-Wiedergabe über WLAN und im Akkutest des PCMark, wobei das Display immer auf 200 cd/m² kalibriert ist. Ein Reduzieren der Auflösung ist deaktiviert, die Bildwiederholfrequenz beträgt 144 Hz.
Mit fast 17 Stunden Akkulaufzeit bei der YouTube-Wiedergabe erreicht das MatePad Air in diesem Szenario ein sehr gutes Ergebnis. Das langsamere MatePad Pro 12.2 von 2025 mit gleich großem Akku wird um fast 2 Stunden hinter sich gelassen, das MatePad 12X sogar um rund 4 Stunden übertroffen.
Auch im PCMark kann das Air im Vergleich zum MatePad Pro 12.2 um knapp 1 Stunde zulegen. Hier könnte neben dem SoC auch das Tandem-OLED des Pro-Modells mehr Energie benötigen.
50-Megapixel-Hauptkamera, 12-MP-Selfies
Als Hauptkamera setzt das MatePad Air an der Rückseite auf einen 50-Megapixel-Sensor mit Blende f/1,80, wie ihn das Unternehmen auch in den anderen Tablets dieses und des letzten Jahres verbaut. Neben Autofokus bietet die Kamera einen LED-Blitz zur Unterstützung. Das Kameramodul ragt erneut aus dem Tablet heraus, ohne Cover kippelt es deshalb leicht.
Bei Videoaufnahmen unterstützt die Hauptkamera Aufnahmen mit 4K-Auflösung und 60 FPS. Die mit der Kamera gemachten Bilder sind gut, insbesondere bei guten Lichtverhältnissen bieten sie kräftige, natürliche Farben und eine gute Schärfe. Verlässt man allerdings helles Tageslicht, wird auch die Qualität schlechter.
Die 12-Megapixel-Frontkamera ist in den dünnen Rand um das Display integriert. Sie kann auch zum Entsperren des Tablets mittels Gesichtsscan als Alternative zu einer PIN genutzt werden. Möchte man die Frontkamera für Videotelefonie im professionellen Rahmen nutzen, sollte man für ausreichend Licht sorgen, um starkes Bildrauschen zu reduzieren.
Wi-Fi 7, NearLink und Bluetooth 6.0
In Sachen WLAN, NearLink und Bluetooth bietet das MatePad Air mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0 aktuelle Standards. NearLink wird wie bei Huawei üblich erneut zur Verbindung mit dem eigenen Zubehör wie Keyboard, Maus und M-Pencil genutzt und machte im Test keinerlei Probleme bei der Verbindung. Stift und Tastatur werden direkt über das Tablet aufgeladen und besitzen keinen eigenen Ladeanschluss.
Bei Wi-Fi 7 werden 2,4 und 5 GHz unterstützt, das 6-GHz-Frequenzband bei Wi-Fi 7 ist nur optional und wird von vielen Geräten, wie auch dem neuen Tablet von Huawei, deshalb noch nicht geboten.
Eine Positionsbestimmung mittels GPS bietet das Tablet nicht, kann jedoch den ungefähren Standort per WLAN bestimmen. Einen Steckplatz für Speicherkarten zur Speichererweiterung bietet das Tablet wie eingangs bereits erwähnt nicht.
6 Lautsprecher und 2 Mikrofone
Bei den Lautsprechern, Mikrofonen und dem Fingerabdrucksensor bietet das MatePad Air dieselbe Ausstattung wie das MatePad 12X. Es verfügt somit über sechs für ein Tablet vergleichsweise gute Lautsprecher und zwei Mikrofone, verzichtet aber auf einen Fingerabdrucksensor, den Huawei bei anderen Modellen mitunter in den Ein-/Ausschalter integriert.
Hervorragende Verarbeitung
Abermals nichts zu kritisieren bei einem Huawei-Tablet gibt es an der Verarbeitung. Diese ist auch beim dünnen MatePad Air erneut hervorragend. Das Gehäuse weist nicht nur keine scharfen Kanten und keine Spaltmaße auf, sondern überzeugt auch wieder mit perfekt eingepassten Tasten und sauber gebohrten Aussparungen. Zudem ist es trotz der geringeren Dicke verwindungssteif. Auch die Haptik des matten Displays, der abgerundeten Kanten und der Rückseite überzeugt. Als Tasten sind wie üblich die Lautstärkewippe und der Power-Button umgesetzt. Sie sind wie üblich an der rechten oberen Ecke im Hochkantmodus platziert.
M-Pencil Pro und Smart Magnetic Keyboard
Stift als kabelloser Presenter
Auch das MatePad Air bietet wieder Unterstützung für den M-Pencil Pro und das Smart Magnetic Keyboard. Grundsätzlich unterscheidet sich die Funktionalität nicht von der der anderen Tablets. Der M-Pencil Pro ist zum Schreiben und Zeichnen auf dem Tablet gedacht und bietet Funktionen wie das Zusammendrücken des Stifts zum Aufrufen von Kontextmenüs, damit auf wichtige Funktionen schneller zugegriffen werden kann. Zudem verfügt er am Ende über eine physische Taste, die gedrückt und mit Funktionen belegt werden kann. Das Drehen des Stiftes während des Zeichnens hat zudem Einfluss auf die auf dem Tablet registrierte Form der Spitze, wie bei einem normalen Stift. Neben dem reinen Schreiben und Zeichnen bietet er somit auch erweiterte Funktionen wie das Kopieren von Texten und Bildern auf dem Tablet.
Zudem kann er in WPS nun auch als Presenter genutzt werden, da über ihn ohne direkten Kontakt zum Tablet im Präsentationsmodus per Funk eine Folie vor oder eine Folie zurückgesprungen werden kann.
Neu ist, dass Huawei den Stift auch in der Farbe Pink passend zum pinken Modell des MatePad Air anbietet. Die Farbe des Stifts und des Tablets können somit abgestimmt werden.
Da auf den M-Pencil (Pro) in den letzten Tests bereits mehrfach ausführlich eingegangen wurde, wird an dieser Stelle auf die entsprechenden Abschnitte zum M-Pencil Pro im Test des MatePad 12X 2025 sowie zum Zeichnen und Schreiben, etwa mit GoPaint, in den Tests des MatePad Pro 12.2 und des MatePad 11.5"S verwiesen.
Der M-Pencil Pro hält magnetisch am Rahmen des Tablets und wird über diese Schnittstelle auch drahtlos geladen. Wird er zum ersten Mal magnetisch verbunden, erkennt ihn das Tablet automatisch, stellt eine Funkverbindung her und kann auch Firmware-Updates auf den Stift laden.
Magnetisches Keyboard ohne Touchpad
Huawei bietet für seine Tablets je nach Modell unterschiedliche, optionale Tastaturen an – das Smart Magnetic Keyboard oder das Glide Keyboard. Das Smart Magnetic Keyboard, das auch beim MatePad Air genutzt werden kann, verzichtet im Vergleich zum Glide Keyboard auf ein Touchpad und ein Aufbewahrungsfach für den M-Pencil, bietet also eine reine Tastatur und Hülle, die magnetisch an der Rückseite des Tablets hält. Es verbindet sich zudem über drei Kontakt-Pins an der Rückseite des Tablets mit diesem. Über sie wird das Keyboard aufgeladen, es stellt aber zudem eine Funkverbindung über NearLink her.
Das Smart Magnetic Keyboard bietet eine Chiclet-Tastatur mit Scherenmechanik und 1,5 mm Tastenhub. Das Schreibgefühl ist angenehm, an die Größe der Tastatur gewöhnt man sich schnell. Die Tastatur und das Back-Cover sind aus einem Stück, lassen sich also nicht getrennt voneinander aufstellen. An der Tastaturbasis gibt es zwei Kerben, über die der Aufstellwinkel des Tablets justiert werden kann. Der Stift verbleibt beim Smart Magnetic Keyboard auch beim Transport aber am Tablet, nämlich an der Oberseite, an der die Hülle das Tablet nicht umschließt.
Die optionale Tastatur ist 6,9 mm dick und wiegt 308 Gramm. Wie bereits erwähnt, bleibt das MatePad Air also auch als Notebook-Ersatz mit Tastatur ein Leichtgewicht von unter 850 Gramm.
Die Verarbeitung der Tastatur-Hülle ist hervorragend und auch die Haptik mit leicht angerauter Oberfläche überzeugt erneut.
Android-basiertes HarmonyOS 4.3 mit Update-Garantie
Das MatePad Air wird mit HarmonyOS 4.3 ausgeliefert, das auf Android basiert, jedoch auf einen vorinstallierten Google Play Store verzichten muss. Huawei garantiert für das Tablet ebenso wie für alle aktuellen Geräte ab dem Ende des Produktzyklus Software-Updates für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren. Dies entspricht den aktuellen EU-Vorgaben und soll sicherstellen, dass Kunden langfristig von einer stabilen und sicheren Nutzung profitieren können.
Google Play Store, Netflix und Co. installieren
Für den wegen der US-Handelsrestriktionen fehlenden Google Play Store und die Google-Apps und -Dienste gibt es eine Alternative. Über microG und den Aurora Store lassen sich aber innerhalb weniger Minuten alle Google-Apps auf dem MatePad Air installieren. Eine Anleitung von ComputerBase erklärt die hierfür notwendigen Schritte.
So können problemlos auch auf dem neuen Tablet Streaming-Apps wie Netflix, Spotify und Google-Apps wie YouTube, Gmail, Chrome, Google Fotos, Google Kalender, Google Home und Google Maps installiert werden. Mit dem Aurora Store erhält man auch beim MatePad Air im Grunde den Google Play Store, da er lediglich eine Schnittstelle zu den offiziellen Apps im Play Store herstellt, die Apps aber nicht selbst hostet. Die Downloads der Apps erfolgen weiterhin direkt aus dem Google Play Store. Deshalb bekommt man über ihn auch immer die aktuellsten App-Versionen und Updates. Es entsteht auch kein zusätzliches Risiko, mit Malware verseuchte App-Versionen herunterzuladen. Nachteile in dieser Hinsicht gibt es im Vergleich zum Google Play Store somit nicht.
In einer zweiten Anleitung erläutert ComputerBase, wie man auf dem MatePad Netflix mit Widevine-Level L1, Disney+, Spotify, Prime Video, Discord, Banking-Apps und Co. richtig nutzen kann.
Die Einrichtung des Aurora Stores und seine Nutzung ist in den letzten Monaten deutlich einfacher geworden, da keine manuellen Anpassungen der Berechtigungen in den Einstellungen mehr nötig sind.
Mit HarmonyOS Next, das auf Android vollständig verzichtet, in China der Standard auf neuen Huawei-Geräten ist und dort auch nur noch „HarmonyOS“ genannt wird, hat das auf dem MatePad Air genutzte HarmonyOS 4.3 nichts zu tun.
Huawei erweitert Android mit HarmonyOS 4.3 für das Tablet zudem um ein paar Funktionen, die beispielsweise das Zusammenspiel mehrerer Huawei-Geräte mit demselben Huawei-Account verbessern. So lassen sich Dateien schnell zwischen Huawei-Geräten über den SuperHub austauschen, in den man Texte, Bilder, Dateien und Videos ziehen kann, um sie auf einem anderen Gerät zu nutzen. Zudem lassen sich mit Live Multitasking drei Fenster beziehungsweise Apps frei schwebend und nebeneinander anordnen und in ihrer Größe anpassen, um Multitasking auf dem Tablet insbesondere beim Einsatz der Maus und Tastatur zu nutzen.
Fazit
Mit dem neuen MatePad Air schließt Huawei die Lücke zwischen dem MatePad 12X und dem MatePad Pro 12.2. Beim Display dem teureren Pro-Modell etwas unterlegen, ist es dank OLED-Panel dem MatePad 12X deutlich überlegen. Mit geringem Gewicht und einer auf nur 5,3 mm geschrumpften Dicke ist das MatePad Air ein angenehmer Begleiter im Alltag.
Das matte PaperMatte-Display, die hervorragende Verarbeitung und die flexiblen Einsatzmöglichkeiten mit Stift und Tastatur je nach eigenem Bedarf machen das MatePad Air zu einem sehr guten Tablet, das abseits von Hardcore-Gaming auch im Alltag mit einer guten Leistung und guten Akkulaufzeit überzeugt. Das matte Display, das Spiegelungen und Reflexionen effektiv verhindert und eine angenehme Haptik sowohl mit Finger als auch Stift bietet, sorgt insbesondere in Kombination mit dem M-Pencil Pro für ein Alleinstellungsmerkmal von Huawei unter Tablets dieser Preisklasse, auch wenn es bei Huawei inzwischen zum Standard bei allen Tablets geworden ist.
Google-Apps und andere Apps US-amerikanischer Hersteller, die es nicht in Huaweis eigene AppGallery schaffen, lassen sich über den Aurora Store und die microG-Dienste nachinstallieren, dennoch sollten Käufer sich dessen vorab bewusst sein. Wer hingegen gerade nicht möchte, dass die Google-Dienste im Hintergrund aktiv sind, findet wiederum bei Huawei eine Alternative zu anderen (offenen) Betriebssystemen, die bei der Bedienung keine Umstellung erforderlich macht.
Preislich ist das MatePad Air mit derzeit 750 Euro inklusive wahlweise Stift oder Keyboard kein Schnäppchen. Bei Apple gibt es ein OLED-Panel erst mit dem iPad Pro, das in 11 Zoll ab 1.300 Euro startet. Das mit M4-Prozessor viel schnellere iPad Air startet offiziell auch erst ab 800 Euro und nutzt ein IPS-Display. Im Android-Lager gibt es hingegen mit dem Honor MagicPad4 mit Qualcomm Snapdragon 8 Gen 5 für meist unter 700 Euro OLED-Konkurrenz und auch das mit 11 Zoll etwas kleinere Samsung Galaxy Tab S11 X730 ist als reines Tablet bereits für rund 650 Euro erhältlich. Preislich positioniert sich das MatePad Air in diesem Vergleich also durchaus gut, ist aber kein absolutes Schnäppchen – das bei diesem Preis konkurrenzlose matte Display außen vor gelassen.
- dünn und leicht
- hervorragendes OLED-Display
- reflexionsarme PaperMatte-Beschichtung
- gute Akkulaufzeit
- 144 Hz Bildwiederholrate
- praktisches 3:2 Seitenverhältnis
- hervorragende Verarbeitung
- gute Stereo-Lautsprecher
- optional mit Keyboard und M-Pencil Pro
- Mittelklasse-SoC
- ab Werk keine Google-Apps
- unnötige Bloatware
ComputerBase hat das MatePad Air mit M-Pencil Pro und Smart Magnetic Keyboard leihweise unter NDA von Huawei zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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