"16-jährige Deutsch-Afghanin von Bruder erstochen" - Ein Ehrenmord?

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DiVaheight

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Hi Leute!

Ich habe gerade bei MSN gelesen, dass ein 23-jähriger Deutsch-Afghane seine jüngere Schwester mit mehr als 20 Messerstichen getötet hat.
In der Familie gab es offenbar große Differenzen, da , ich zitiere mal, "das Mädchen sich den strengen Regeln nicht beugen wollte. Auf eigenen Wunsch war sie ausgezogen und lebte zuletzt in einem Jugendhaus."
Was in dem gesamten Kontext vielleicht noch genannt werden sollte ist, dass das Mädchen "erst vor eineinhalb Jahren einen Preis der Toepfer-Stiftung für Toleranz und respektvolles Miteinander gewonnen [hat]."
Der Täter war übrigens schon polizeibekannt und ist erst "im vergangenen Jahr auf seine Schwester losgegangen und hatte sie zusammengeschlagen."

Eine Diskussion zu diesem Thema zu führen ist nicht einfach glaube ich, aber wahrscheinlich aufgrund dessen um so wichtiger. Verurteilen wird vermutlich jeder von uns diesen Mord (wie jeden anderen Mord auch), doch was können wir als freiheitliche, demokratische und rechtstaatliche Gesellschaft aktiv tun, um solche speziellen Mordfälle zu verhindern? Können wir das überhaupt oder sind wir machtlos gegenüber allem, was in der oft als "Parallelgesellschaft" deklarierten muslimischen Bevölkerung passiert? Reicht die Beweislage überhaupt aus, um von einen Ehrenmord sprechen zu können? Wenn ja, macht dieses überhaupt einen Unterschied?

(Quelle: http://news.de.msn.com/panorama/Article.aspx?cp-documentid=8323074)
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum werden solche Leute bei Tatbestand nicht auf Lebenszeit abgeschoben?
Das wäre die beste Lösung. Aber nein, Vater Staat schaut nur zu und handelt nicht...

Ich finde, es spielt keine Rolle warum ein Mord passiert. Ein "Ehrenmord" ist ebenso schlimm wie ein anderer Mord.
 
-Kenny- schrieb:
Ein "Ehrenmord" ist ebenso schlimm wie ein anderer Mord.

Ich denke genauso. Ob es einen "besseren" oder "schlechteren" Mord gibt, glaube ich nicht. Nur hat jeder Mord einen besonderen Hintergrund, quasi einen Nährboden, den es zu bekämpfen gilt. Und bei diesem speziellen Fall scheint religiöser Fanatismus und eine ebenfalls durch Religion, Kultur und Mentalität bedingte patriarchische Familienstruktur das Bakterium für den Nährboden zu sein - oder?
 
Viel Phantasie braucht man tatsächlich nicht, um gleich einen neuen Thread aufzumachen und einen blutige private Angelegenheit in einem gesellschaftlichen Problem umzudefinieren: religiöser Fanatismus, Religion, Kultur und Mentalität, patriarchische Familienstruktur – das alles wäre für dich schon Bakterium für den Nährboden. Als wäre das hier im Forum nicht schon mal das Thema Islam und ähnliches bis zu den verrücktesten Schlüssen ausdiskutiert, wo der eine oder andere gebanned wurde.

Warum willst du noch hier die Tragödie einer ganzen Familie ausschlachten? Eine Minderjährige, die von dieser Welt schon ziemlich nur Verkehrtes versteht und keinen Halt irgendwo findet. Und ihr Bruder, der schon lange vieles und sein Leben überhaupt nicht mehr unter der Kontrolle hat. Gibt es nicht zuhauf davon und auch noch mit deutschem Vorzeichen?

Oder kannst du nichts anderes vorbringen, als dass die andere sowieso die falsche Religion, Kultur, Mentalität, Familienstruktur haben? Dann würdest du mit deinen verkehrten Gedanken ein gutes Thema für einen neuen Thread geben.

Ich würde sagen: das hier gehört geschlossen.
 
Der geständige Verdächtige wird als Intensivtäter bezeichnet. Es wird von Spannungen innerhalb der Familie gesprochen. Daraus gleich einen sog. Ehrenmord zu machen ist gewagt und im Moment nicht durch Fakten untermauert. Morde passieren fast immer im engsten privaten Umfeld. Die Täter sind Ehemänner, Nachbarn, Liebhaber oder hier eben der Bruder des Opfers. Das ist nicht ungewöhnlich.

Die „freiheitliche, demokratische und rechtstaatliche Gesellschaft“ verhindert Morde gewöhnlich durch Abschreckung. Dafür stehen entsprechende Paragrafen im Strafgesetzbuch. Hinzu kommt die Gefahrenabwehr durch eine gute Polizeiarbeit, durch die sich das Risiko für die Täter erhöht, nach der Tat überführt und geschnappt zu werden.

Mord wird in Deutschland wie Mord bestraft, ganz unabhängig von der Herkunft der Täter, ihrer Religion oder ihren traditionellen Vorstellungen.

Also, worüber soll hier eigentlich diskutiert werden?
 
Im letzten Absatz des Eingangsposts sind einige Fragen. ;)

Aber diese wurden hier auch alle schon durchdiskutiert.
Und bevor es ausartet, mache ich hier zu.


Ob Ehrenmord oder Mord, spielt keine Rolle.
Es sollte den Ermittlungsorganen überlassen werden, was es war und nicht der Presse.
Die so oder so die Meinung bilden will.
 
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