Ich grabe den Thread mal aus, weil ich mich auch aktuell damit befasse.
Ungard schrieb:
Das stimmt auch nur halb, klar wer gleich den TOP Tarif nimmt und Altersrückstellung usw, der ist ggf. fein raus. Zahlt aber dann auch mehr als wie in der GKV.
Wer sich vom billigen Tarif ködern lässt, den erwischt es im Alter.
https://www.rbb-online.de/kontraste/ueber_den_tag_hinaus/gesundheit/mythos_privatversicherung.html
Bärenmarke schrieb:
Was du behauptest stimmt eher nicht so ganz. Klar man kann immer den schlechten Tarif raussuchen, wo man dann so wie in deinem Link mit heruntergelassenen Hosen dasteht. Aber wieso sollte man das? Man erkundigt sich und vergleicht die Beitragsentwicklung von den letzten 10 Jahren, passt seinen Tarif entsprechend an, ist doch nicht immer alles in Stein gemeiselt, deswegen ist ein Vergleich über Check24 auch nur bedingt sinnvoll.
Naja, ich würde schon sagen, dass PKV auf Dauer tatsächlich günstiger geht.
Insb. wenn man keine Kinder plant, kann die PKV auf Dauer tatsächlich günstiger sein. Ich verstehe da auch den Satz von Bärenmarke nicht. Effektiv sehe ich keinen Tarif (Zumindest bei Check24), der wirklich schlechter ist als die GKV.
Ich nehme mal als Vergleich die aktuellen Zahlen. Natürlich kann man nicht voraussehen, wie sich das in 40-60 Jahren entwickelt, aber:
GKV+Pflegeversicherung kostet aktuell im Maximalsatz 463,19€/Monat (AN Beitrag alleine).
Wenn ich jetzt einen günstigen Tarif nehme, z.B. den Start-Plus von der Signal Iduna, habe ich leicht bessere Leistungen als in der GKV, zahle aber mit 27 nur 178,19€ selbst. Das sind im Monat 285€ weniger, als in der GKV.
Wenn ich diese 285€ Differenz nehme und direkt über die PKV als Beitragsentlastung einzahle, lande ich effektiv beim doppelten Betrag, also 570€/Monat. Warum? Weil die Beitragsentlastungsbeiträge mit in den PKV Beitrag einfließen, und der Arbeitgeber sich bis zum GKV Grenzbetrag daran beteiligen muss. D.h. ich zahle für den Tarif effektiv 178,19, mit den Rücklagen aber das gleiche wie für die GKV.
Der Tarif kostet, stand jetzt, für einen Arbeitnehmer mit 60, immer noch weniger als die GKV! Und zwar aktuell 368,49€/Monat AN-Beitrag. Sind immer noch fast 100€ weniger, also mit AG Anteil 200€ die man mit 60 noch in die Beitragsentlastung einzahlen kann. Gleichzeitig wird der Tarif ab 60 aber theoretisch noch 10-15% günstiger, weil ab 60 die 10% Pflichtbeitrag zur Beitragsentlastung entfallen, außerdem entfällt der Baustein für das Krankentagegeld. Aber die lasse ich hier mal weg.
Würde mich nicht wundern, wenn man mit diesen Rücklagen in der Beitragsentlastung die ersten Rentenjahre gar keine Beiträge in die PKV zahlt, und auch danach noch sehr sehr lange unter dem GKV Beitrag bleibt.
Nachteil: Der Tarif hat einen Selbstbehalt von 480€/Jahr.
Vorteil: Wenn ich keine Leistungen in Anspruch nehme (Außer Vorsorge + Zahnreinigung), kriege ich zwischen 300-1000€ zurück (Abhängig von den Geschäftszahlen der Versicherung im jeweiligen Jahr). Wenn man die in jungen Jahren auf Seite legt, würde ich vermuten, dass man da als junger Mensch trotz Selbstbehalt am Ende im + steht.
Was viele auch vergessen: Auch als PKV Versicherter kriegt man von der Gesetzlichen Rentenkasse Geld. 2022 sind es 7,95% des Rentenbeitrags, aber maximal die Hälfte des PKV Beitrags.
Also ganz so pauschal ist das nicht. Zugegebenermaßen eher ein Randfall, aber pauschal würde ich schon sagen, dass man auch praktisch Geld sparen kann.