Leserartikel Abhilfe: "Gummi" beschichtete Gehäuseteil werden klebrig

Mirolux

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Wer kennt es nicht, Gehäuseteile von Elektronischen Geräten wie Handhelds, Mäusen oder Kameras welche
eine Gummiartige Beschichtung erhalten haben werden im lauf der Jahre klebrig.
Als ich vor Jahren in einem nostalgischen Anflug meinen alten Psion 3 auspackte hatte ich das gleiche Problem.
Ich habe alles mögliche Probiert, Spülmittel, Seife, Alkohol, Lösungsmittel, Öl und vieles mehr, aber nichts brachte dieses papende Zeugs weg.
Kurzer Hand landete das Teil dann im Elektroschrott.
Heute hatte ich wieder so ein pappiges Problem bei einem Glätteisen und siehe da, mein erster Versuch klappte hervorragend.

Anmerkung: Nur für technisch versierte!
Sicherheitshinweis: Gummihandschuhe und Schutzbrille tragen


Als erstes solltet ihr das Gerät zerlegen, damit das Gehäuse gründlich gereinigt werden kann.
Am besten zieht ihr euch dafür Latexhandschuhe an, sonst habt ihr schnell Haftnotiz ähnliche Hände und Finger.

Zum reinigen verwendete ich ca. 1 Liter Wasser mit einem gut gemeinten Eßlöffel handelsüblicher Waschsoda (Natriumcarbonat), die gibt es beim "Deutsche Mark" in der Waschmittelabteilung als Pulver für einen Euro.
Gut durchrühren und die Gehäuseteile 2 Minuten einweichen lassen, da ich nur Stahlwolle "00" zur Hand hatte
muß ich jetzt mit einer etwas zerschundenen Oberfläche leben, deshalb empfehle ich, es erst mal mit einer alten Zahnbürste zu probieren (an einigen schwer zugänglichen Stellen ging das sehr gut), wenn das nicht reicht sollte Stahlwolle "0000" verwendet werden (ist allerdings etwas teuer).

Also nach dem einweichen alles sauber aber mit wenig Druck abbürsten und danach ordentlich mit klarem Wasser spülen.
Bei mir erschien nach dem Trocknen an nicht sauber behandelten Stellen ein weißer Belag, dann reicht es, wenn man mit klarem Wasser nach arbeitet.

Da es sich um eine Lauge handelt sollten unbedingt Gummihandschuhe und eine Schutzbrille getragen werden.
Für den Notfall eine Flasche mit klarem Wasser zum Spülen bereit stellen, falls doch was ins Auge geht.
Und bitte keine kompletten Geräte einweichen, bitte nur die Gehäuseteile. ;-)

https://de.wikipedia.org/wiki/Natriumcarbonat

Nicht jede Beschichtung ist gleich, ich hoffe ihr habt bei euren Gerät den gleichen Erfolg.

Gruß Mirolux
 
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Ethanol 99% mit nem Fusselfreien Tuch und da klebt nix. Kratzer musst du da auch nicht befürchten und das zerlegen kannst dir damit auch sparen.
 
Eventuell auch interessant im Auto. Bei VW ist es z.B. so, dass ältere Modelle in der Mittelkonsole und beim Handschuhfach einen Kunststoff verwendet haben, der nach einigen Jahren ausdünstet und klebrig wird.
 
Nochmal zum Verständnis, es wird sicherlich bei weich werdenden Kunststoffteilen nicht funktionieren.
Es geht um eine Gummiartige Beschichtung bei Kunststoffteilen, welche sich mit der Zeit "auflöst".
Das darunter liegende Kunstoffgehäuse Teil ist intakt.
Und Luxuspur, danke für den Tip, aber wie schon oben beschrieben hat Alkohol nichts gebracht, weder Ethyl- noch Isopropylalkohol.
Das funktioniert nur bei Schmoder & Siff.

Wie sich diese Beschichtung nennt weis ich nicht, aber die hat sicherlich einen Namen.
 
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Ich hatte heute auch das Problem: bei einem seit etwa 1,5 Jahren nicht mehr genutzten Zoom-Rekorder (Neupreis über 400 Euro!). Mich traf fast der Schlag, denn das war richtig eklig. Nicht nur klebrig, sondern richtig schmierig.

Zuerst las ich natürlich das Posting von "Mirolux" und war auch schon drauf und dran das Teil auseinanderzuschrauben.

Dann las ich das Posting von "Luxuspur" und dachte, bevor ich alles zerlege, versuch ich's mal mit Brennspiritus. Und siehe da: das ganze Kleb-Schmier-Zeugs ging wunderbar ab! :-)

Da diese Info vielleicht auch für andere noch hilfreich sein könnte, hab ich den Fred noch mal ausgegraben.
 
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Wenn es sich um klassische "Soft-Touch" Oberflächen handelt, müsste in Isopropanol einlegen und einen Tag später Abbürsten auch funktionieren.

Wenn es schnell gehen muss:
 
Das was da meistens das kleben anfängt ist die Soft-touch Oberfläche. Das sind meistens weich PU Beschichtungen. Ob diese jetzt weich werden durch die degredation des PUs oder durch Weichmachermigration sei mal so dahin gestellt, meistens ist es aber ersteres. Wichtig ist dass diese degradierte Schicht weg kommt.
Das ablaugen scheint gut zu funktionieren.
Ethanol bewirkt, dass die Kunststoffschicht quillt und sich daher auch löst (mehr oder weniger)
Orangenölreiniger ist auch sehr gut, in zusammenhang bspw mit Ethanol oder isoprop um die öligen Reste auf der Oberfläche gar zu entfernen.
Ultimaratio, Backofenreiniger. Sollte aber nur als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden wenn man vor der Entsorgung des Teils steckt. Hat das Risiko, dass das Teil sich auch auflöst. Auch bei lackierten Oberflächen.

Es hängt auch ziemlich von der Dicke der Schicht ab. Ob nur Oberflächlich Soft touch, oder ein massiveres Bauteil chemisch zerfällt und deshalb klebrig ist.

Wer das erfunden hat solte mmn den Rest seines lebens damit verbringen, klebrige Innenraumteile von Autos mit Backofenreiniger zu säubern und neu zu lackieren.

Ich hasse das Zeug. Und gesund kann das eigentlich auch nicht sein.
 
AMD Ryzen 9 9950X3D2
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