Abspaltung der "Linken" -Chance oder Zerrüttung- ?

Alphamenpower61

Lt. Junior Grade
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Können die "Linken sich ein einer eigenen Partei mit Ihren Vorstellungen verwirklichen ?
Ist es eine Chance wieder Einfluss in der Politik zu gewinnen mit einer neuen Partei ?
Würde es den CDU "Linken" genauso gehen, wie denen in der SPD ?
Haben die Linken in Ihren eigenen Parteien überhaupt noch Mitgestaltungsmöglichkeiten bzw. eine Zukunft ?
Ist die Gefahr einer Zerrüttung gegeben ? oder überwiegen die Vorteile einer eigenen Linkspartei.
Unter welchen Voraussetzungen kann eine neue Linkspartei beim Volk ankommen ?
Wie müsste das Wahlprogramm aussehen ?
Ist soziale Gerechtigkeit nur noch mit einer Linkspartei realisierbar ?
Wie könnte die Parteienlandschaft in der Zukunft aussehen ? z.B. in den nächsten 4 Jahren

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Die "Linken" haben in Ihrer bisherigen Partei (SPD) eigentlich nichts mehr zu sagen. Vorschläge und Kritik werden laufend unterdrückt, Widerständler solange bearbeitet, bis diese wieder nachgeben.
Auch das Festhalten der SPD an Ihrer Agenda 2010 lässt wenig Hoffnung für deren Linksflügel aufkommen.
Unter diesem Gesichtspunkt wäre eine neue Linkspartei, wo sich die Linken wieder verwirklichen können sinnvoll, auch unter dem Gesichtspunkt, daß (weil) die SPD Ihren Kurs beibehält.

Sollte die CDU Ihren Linksflügel ebenfalls unterdrücken, wäre eine Abwanderung schneller erfolgt als bei der SPD, da ja bereits eine Linkspartei bestände.
Würde dies unter Umständen verhindern, daß die CDU zu sehr in die Neoliberale Politik abdriftet ?
Ein abwandern der CDU-Linken hätte zur Folge, daß sich SPD und CDU immer mehr angleichen und es dann als wirkliche Alternative nur noch eine Linkspartei gäbe mit gegensätzlichem Wahlprogramm gegenüber SPD und CDU
Auch wenn es für eine sofortige Neubildung einer neuen Linkspartei unter Umständen bis zur Bundestagswahl nicht reichen könnte, würde diese Partei ab dem Jahr 2006 stetigen Zulauf finden durch weitere Abwanderer aus SPD und CDU.
Wenn sich der Trend der weiteren Verschlechterungen für die Arbeitnehmer( Rente, Arbeitslosigkeit, Krankenversicherung) fortsetzt, könnten die kommenden Landtagswahlen als Folge daraus zugünsten der neuen Linkspartei ausgehen.
Denn dann würde sich verdeutlichen, daß es mit SPD und CDU nicht aufwärts geht und logischerweise müssen wir dann auch einer anderen Politikrichtung berechtigterweise eine Change geben.
Die Parteienlandschaft könnte sich, verursacht durch die momentane Politik beider Großparteien in den nächsten 4 Jahren gewaltig ändern.
Die Wirtschaft wäre ebenfalls daran Schuld, denn die "Heuschreckenmentalität" wird sich langfristig rächen, denn "nur nehmen" und "nichts geben (Arbeitsplätze) wird nicht ungestraft bleiben.
Ein zweites "Amerika" wird es in Deutschland wohl nicht geben, damit wären die Menschen nicht einverstanden.
Auch dürfte es zweifelhaft sein, ob CDU und SPD zu sozialer Gerechtigkeit finden werden.

Wie seht Ihr dies ?
 
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was die selbsternannten linken Linken als programm auf die beine gestellt haben entbehrt jeglicher realitätsnähe. ich denke dass irgendwelche "links"-bündnisse absolut nichts ausrichten werden solange sie nicht mal in das hier und jetzt mental eintreffen.
die wirtschaftspolitik ist dermaßen unrealistisch, dass es selbst für mich als bekennenden linken schwer ist zu folgen. es geht schlicht nicht.
oscar lafontaine beispielsweise wird die spd keine stimmen kosten. soviel ist sicher. der junge ist zu auf, zu abgehalftert. wer vertraut einem der sich seiner verantwortung entzieht um dann wohl behütet aus der deckung zu schiessen? antwort: keiner...oder: ebenfalls verantwortungsflüchtlinge.
 
Mal abgesehen von den Programmen der linken Linken kann es für die nicht gut sein, sich von den größeren Parteien in kleinere Splitterparteien zu flüchten. Um Einfluss zu haben, müssen sie sich eigentlich zu einer größeren Partei vereinigen oder wenigstens gemeinsame Listen aufstellen, sonst ergeht es ihnen genauso wie den rechtsextremen Parteien, die auch keinen gemeinsamen Nenner finden und somit Gott sei Dank meist von der 5%-Klausel aus den Parlamenten herausgehalten werden.

Bei den Programmen der Linken ist natürlich zu sagen, dass sie sicherlich teilweise ein wenig realitätsfern sind. Trotzdem bleibt für mich zu wünschen, dass mit den linken Parteien ein Gegenpol zum gegenwärtigen Sozialabbau unter Rot-Grün (der mit Sicherheit unter Schwarz-gelb nicht wesentlich geringer wäre) geschaffen wird. An den Programmen werden sie jedoch sicher noch etwas feilen müssen.

Lafontaine ist in einem Links-Bündnis sicher nicht notwendig, da hat z.B. die PDS genug eigene Spitzenleute, womit ich nicht den völlig realitätsverlorenen kommunistischen Flügel meine.
 
@ weltweit: Sorry, aber das geht entschieden zu weit. Man mag von der WASG halten was man will, aber ein direkter Vergleich mit einer ideologieverbrämten Mörderbande wie der RAF sprengt alle Grenzen des guten Geschmacks, wie auch alle Grenzen der politischen Auseinandersetzung, wie sie hier auf diesem Board üblich ist.

Gruss, Tiguar
 
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Das hätte ich mir ja eigentlich denken können, das Vergleiche zwischen Linken Linken und der RAF-Ideologie im Gegensatz zu DVU und NSDAP (hier sind sie zwingend) natürlich politsich nicht Korrekt sind. Wie konnte ich das nur vergessen. Meinungsfreiheit existiert halt nur so Lange wie man die "Richtige Meinung" hat. Und bevor hier jetzt gleich der Nächste etwas in den falschen Hals bekommt: Ich distanziere mich sowohl von Extremen Linken wie auch Extremen Rechten!
 
weltweit schrieb:
Ich distanziere mich sowohl von Extremen Linken wie auch Extremen Rechten!
Das ist doch eine Grundlage. :)

Trotzdem ist die Sache differenzierter. Wenn ich mir einen wahllos prügelnden Neonazi-Trupp ansehe, dann ist ein Vergleich in Sachen Menschenverachtung mit deren geistigen Vorbildern zwar alsolut politisch inkorrekt, imho jedoch naheliegend.

Die WASG tritt jedoch für die Lösungen der 70er Jahre ein. Ob diese noch zeitgemäß sind, ist imho das Thema dieses Threads. Die RAF ist jedoch genau gegen diese Lösungen zu Felde gezogen, daher hinkt der ideologische Vergleich ganz massiv. Zumal ich bei PDS und WASG auch bisher kein Gewaltpotential feststellen konnte, das neben dem ideologischen auch einen faktischen Vergleich mit der RAF - oder jeder beliebigen anderen Terrortruppe - rechtfertigen würde.

Inhaltlich und personell - wer sonst als Lafontaine könnte aufgrund seines Lebenslaufs besser mit einem Schild "Versager" und "Verlierer" herumlaufen als er - bieten sich imho ausreichend Reibungspunkte. Nicht das ich in der Richtung missverstanden werde, dass ich etwas für die WASG übrig hätte. Das ist definitiv nicht der Fall. Aber nichts geht mir mehr gegen den Strich als falsche Argumente für die vermeintlich richtige Sache.

Der Holzhammer-Vergleich ist daher meiner Meinung nach weder zielführend noch sinnvoll noch nachvollziehbar. Zumal ich hier nicht nur meine eigene Meinung kundtue, sondern auch eine Diskussion so am laufen zu halten habe, dass Sachargumente im Vordergrund stehen und persönliche Anfeindungen außen vor bleiben.

Gruß, Tiguar
 
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So wie es Aussieht, gibt es auch in Frankreich einen stärker werdenden Linkstrend seitens der Politik.
Durch diesen Trend könnte dort die EU Verfassung abgelehnt werden.

Das es richtig ist, der Neoliberalen Politik einhalt zu bieten, zeigt wieder dieser Bericht.

http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=72478&IDC=33

All die Jahre, wo die Einkommen der Privathaushalte, auch seit der Kohl-Regierung, permanent durch Steuererhöhungen, Abgabenerhöhungen usw. verkeinert worden sind, hat sich im Gegenzug die Arbeitslosigkeit erst langsam aber stetig und dann explodierend unter der SPD erhöht, da die SPD das Tempo der Belastungen für die Privathaushalte immer schneller erhöht hat.

Auch Arbeitszeitverlängerungen (Vorstellung der CDU) sind kein Weg aus der Krise.
Lt. Wirtschaftsprognosen wird in den nächsten ca 8 Jahren die Arbeitslosigkeit konstant hoch bleiben.
Die Produktivität steigt jährlich weiter, somit wird folgerichtig immer weniger Personal gebraucht.
Folglich würde aber eine Arbeitszeitverlängerung massiv Entlassungen herbeiführen. Denn es kommt auf der anderen Seite ja nicht mehr zu mehr Produktnachfragen, da dies keinen Positiven Effekt auf den Inlandskonsum hat, es soll ja kostenlos mehr gearbeitet werden.
Ganz im Gegenteil, die folglichen Entlassungen verringern weiter das Wirtschaftswachstum.
Also ist, wie von Gewerkschaften und der WASG gefordert, die 35 Std. Woche festzuschreiben der richtige Weg. damit sich die vorhandene Arbeit auf so viele Menschen wie möglich verteilen lässt .
Vielleicht müsste langfristig die Arbeitszeit sogar weiter herabgesetzt werden.

Die letzten 10 Jahre haben uns doch bewiesen, daß SPD und CDU mit Ihrer Politik nichts besser machen, aber den anderen Parteien z.B. WASG, PDS vorwerfen, Sie seien mit Ihren Vorschlägen von "Gestern".
CDU und SPD sorgen nur dafür, daß es voraussichlich nicht besser wird in Deutschland
 
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Vielleicht ist unser "System" so wie es jetzt ist ja auch einfach gescheitert. In den 70gern gabs noch sowas wie eine "Soziale Marktwirtschaft" die Lasten waren einigermaßen gerecht auf alle Bevölkerungsschichten verteilt. Klar --- jetzt kommt sicher wieder von einigen der Einwand, dass man sich soziale Gerechtigkeit aber auch leisten können muß, man muß erst die Wirtschaft ankurbeln um Arbeitsplätze zu schaffen............ blablabla. Aber wenn ich da mal schaue, wie es einigen grossen Firmen geht widerspricht sich da für mich inzwischen GANZ KLAR das Argument, dass Wachstum Arbeitsplätze schafft. Selbst wenn es einem Betrieb "gut" geht werden die Menschen auf die Strasse gesetzt. Es zählt nur die Rendite der Anleger! Die deutsche Bank z.B. geht ja mit bestem Beispiel voran! Abzockmentalität zu Lasten der Kleinen herrscht in Deutschland. SPD, Grüne, CDU, FDP sind mit ihrer Politik und Glaubwürdigkeit massiv gescheitert! Vielleicht ist es wirklich an der Zeit etwas am System zu ändern, in Frankreich zeichnen sich ähnliche Tendenzen ja auch gerade ab. Deshalb denke ich ist eine Abspaltung und Vereinigung der linken Kräfte eine historische Chance für Deutschland.
 
hm.. und wo soll das hinführen?..
nur als gegenpol zu den rechten parteien, die zuwachs bekamen, dienen? damit beide seiten noch mehr stimmen kriegen weilse sich gegenseitig hochschrauben und anstacheln?
das sich im land was tun muss is ja schon lang kein geheimnis mehr.. aber ich weiß auch nich ob das dann nu der richtige weg is. oder ''die chance''.

aber eins is ma fakt für mich; die die jetz das sagen haben im ''kabinett'' (allesamt, keine einzelne partei) wirtschaften und sabbeln das land tot und zurück bleiben nur noch mehr probleme als vorher. und ich seh auch nich das eine der anderen parteien das ändern könnte, denn die cdu hat über ne dekade lang auch nur bullshit gebaut, sonst hätten wa nich seit jahrzenten soviele probleme inner wirtschaft, arbeitsmarkt etc. . ob es vor der spd ''phase'' besser war sei mal in den raum gestellt, denn immerhin haben die anderen das fundament für die jetzige gelegt. also können die sich auch das ''schwarze peter zu schieben'' sparen, weilse daran ne mitschuld tragen.

ich bin jedenfalls ähnlich skeptisch bei dem oben angesprochenem gedankengang des thread erstellers und könnte auch nich sagen ob das nun die große chance is oder eher dem gegenteil zuzuordnen is..
 
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