BridaX schrieb:
Pass nur auf, dass du den Einstieg nicht verpasst. An der Börse wird die Zukunft gehandelt und so... Vieles ist bereits eingepreist.
Das "perfekte Timing" hat man ohnehin so gut wie nie - "oben" aussteigen und "unten" wieder einsteigen klappt selten bzw. nie!
Die Sorge etwas zu "verpassen" führt meist zu falschen Entscheidungen. Mir hat es letzten Freitag beim Verkaufen auch wehgetan auszusteigen, weil ich gesehen habe, dass die Kurse von Montag bis Freitag um rund 20% gefallen waren. eine Woche früher ausgestiegen hätten mir rund 12.000 € mehr gebracht...
Aber so kann/darf man es eben nicht sehen, Verluste oder Gewinne sind erst dann da, wenn man tatsächlich verkauft. Das, was mal war, zählt eben nicht wirklich.
Ich hatte in den vergangenen 20 Jahren Glück und Pech:
Während der Bankenkrise, als es eine leichte Erholung gab, habe ich viel zu früh nachgelegt. Z.B. RBS (Royal Bank of Scotland) gekauft am 5.2.2008, Nachkauf am 6.3.2008. 1,5 Jahre später hatte ich 85% des eingesetzen Kapitals als Verlust stehen.
Ähnlich mit Citigroup, da bin ich erstmals in 11/2007 rein (zu 22,79€ je Aktie), nachgekauft in 12/2007 zu 23,45€ und nochmals in 3/2008 zu 19,45€. Am 15.9.2008 war dann Lehman pleite, und im August 2009 war die Aktie dann nur noch 3,35€ wert. Voll ins Klo gegriffen also. Heute steht sie (aufgrund diverser Splits umgerechnet auf die Aktienanzahl in 2007) bei etwa 5 €. Ich bin seit Mitte 2017 aber raus, unterm Strich 5.000 € Verlust (bei 8.000 € Investition).
Andersherum ging es natürlich auch: in 3/2004 320x Stück Starbucks gekauft für 7,80€, in 2/2008 nochmals 320 Stück für 6,25€ und ein drittes Mal 660 Stück für 3,85€ in 11/2008.
Starbucks war dann zum Jahreswechsel 2008/2009 runter auf 3,30 € (bedeutet bei einem gemittelten Einstandskurs von 5,40€ einen "Buchverlust" von rund 40%!), aber ich habe die Aktien einfach behalten.
In 11/2014 dann eine erste Tranche von 400 Stück für 32€/Stück verkauft (im Nachhinein gesehen viel zu früh, aber ich brauchte bzw. wollte ein wenig Geld).
Starbucks hat dann in 2017 den Amerikaurlaub unserer ganzen Familie finanziert (die nächste Tranche verkauft für 55€/Stück), und letzten Freitag gingen die letzten Aktien weg für 56€/Stück.
Anfang des Jahres war Starbucks auf über 80€, das wäre natürlich das Highlight gewesen. Aber für "hätte" gibt es auch an der Börse "nichts". Die Starbucks-Bilanz lautet damit: rund 7.000 € Kapital eingesetzt, Verkaufserlös rund 50.000 € und ist damit deutlich positiv!
Ich mache jetzt erstmal bis Herbst Pause und schaue dann, wo wir stehen...