@HyperSnap : Dein Zahnarzt hat da sicher den Wurzelkanal aufgebohrt. Was passiert? Bei den entzündlichen Prozessen nahe der Zahnwurzel entstehen Faulgase. Diese können nirgendwo hin und der Raum dort steht immer mehr unter Druck. Dieser Druck lastet dann auch auf dem Trigeminusnerv. Wir alle kennen diesen Nerv. Wenn man als Kind zu schnell kaltes Eis gegessen hat, fängt der Bereich um die Augen an tierisch weh zu tun. Der Schmerz ist dem Zahnschmerz sehr ähnlich. Ein fieser "grell stechender" Schmerz. Eben eine Reizung des Nervus trigeminus. Dieser Nerv ist für die Augenhöhlen, den Ober- und den Unterkiefer zuständig. (Daher auch der Name - er hat drei Äste- daher das "Tri".)
In dem Moment, wo der Zahnarzt den Wurzelkanal aufbohrt, können die Faulkgase entweichen. Es riecht scheiße, es schmeckt scheiße, aber innnerhalb von kürzester Zeit / 1- 5 Minuten) ist der Schmerz weg.
@TE: Also stimmt es, dass der Zahn raus muss und entzündet ist. Und wenn das so ist, gibt es drei Möglichkeiten:
- Du erhälst eine Antibiose und nach Abklingen der Entzündung wird der Zahn gezogen
- Der Zahn wird gezogen und Du riskierst, dass dabei eine größere Menge an Keimen über die BLutbahn an Deine Herzkranzgefäße kommt und dadurch die Entzündung dorthin verschleppt wird. Folge: Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Myokarditis. Preisfrage: Wie wird eine bakterielle Myokarditis behandelt? RICHTIG- Mit Antibiotika. Nur jetzt geht es nicht mehr nur um einen von über 30 Zähnen. Jetzt geht es um Dein Herz. Davon hast Du nur eins. Muss nicht so passieren, aber ...
- Du wartest ab, betest jeden Abend brav und hoffst, die Entzündung heilt ohne Antibiotik ab und lässt den Zahn dann in X Wochen ziehen.
Das sind Deine Möglichkeiten. Wie gesagt, es spielt keine Rolle, wie viel Ärzte Du noch aufsuchst. Wenn es jetzt um eine Krebs- Therapie und somit um Dein Legben ginge, wäre ich absolut bei Dir. Hol Dir so viele Meinungen ein, wie Du brauchst. Aber es geht hier um einen einfachen Zahn und eine eigentlich vollkommen unkomplizierte Entzündung.
darum musst du dich bitte nicht kümmern, ist doch sowieso nicht deine entscheidung.
Da hast Du Recht. Es ist nicht meine Entscheidung. Aber ich muss den Mist mitbezahlen. Also kümmert es mich schon. Unser Gesundheitssystem ächst an allen Ecken und Kanten. Das erlebe ich jeden Tag mit. Denn ich bin ein Teil dieses Systems. Und dann nervt es mich einfach, wenn das System, das ohnehin schon am Limit läuft wegen "hypochondrischer" Problemen noch mehr belastet wird.
Sorry, für diese harten Worte.
Wir können uns an anderer Stelle gerne begegnen und ich bin ganz klein und zurück haltend. Aber das hier verärgert mich sehr. Und veilleicht tue ich Dir Unrecht. Dann täte mir das wirklich sehr leid. Aber lass Dir meine Worte einfach mal durch den Kopf gehen.
Und ich verdiene nix daran. Habe auch ansonsten keinerlei Vorteile durch mein Denken. Aber ich arbeite seit bald 30 Jahren in der Pflege. Und davon über 20 Jahre in der Psychaitrie und dort in der stationären Suchtkrankenhilfe. Und ich habe soooo oft mit Patienten zu tun, die richtig scheiß fießes Zahnweh haben. Ich habe soooo viele Nächte mit Patienten verbracht, die vor Zahnschmerzen die Wände hoch gekrochen sind.
Und aus diesen vielen Jahren Erfahrung kann ich nur sagen:
Nimm die scheiß Antibiotika. Kläre Deinen Arzt über die Penecillin- Unverträglichkeit auf, lass Dir ein alternatives Antibiotikum verschreiben. Pfeif Dir den Mist für rund 10 Tage rein. Dann Zahn raus und Ruhe is'.
Alles andere wäre grob fahrlässiges Glücksspiel.
