Arbeitszeugnis - Bitte um Check

Z

Zimon

Gast
Hey Leute,

da ich zum Oktober die Stelle wechsle, hat mein Chef mir nun den Entwurf eines Arbeitszeugnisses geschickt. Naja, mit den Teilen ist es halt so eine Sache. Daher wäre es super, wenn Leute, die sich hiermit auskennen mal drüber schauen können. Ich habe mir dazu schon entsprechende Plattformen rausgesucht und mein Zeugnis dort (anonymisiert) gepostet. Aber etwas Bewertung/Kritik aus meinem "Täglich' Forum" kann sicher auch nicht schaden.
Ich danke für jede Konstruktive Meinung. Bitte schreibt aber auch dazu, welchen Bezug ihr zu Arbeitszeugnissen habt, damit ich die Aussagen etwas einordnen kann.

MFG

Simon

Hier der Link zum Zeugnis auf eben einer der genannten Plattformen...
 
Ich denke Du kannst zufrieden sein mit dem Zeugnis.

<-- Personalverantwortlicher in einer IT-Behörde gewesen (bis vor 4 Jahren).
 
Laut diesem Arbeitszeugniscodes ist es ne sehr gute 2. Eher so 1,5 mäßig also alles ohne Probleme ;)

Glückwunsch !
 
ich würde mich dem anschließen.

du hast übrigens nicht besonders anonymisiert: "Herr ... unterstützt die Zusammenarbeit" (unteres drittel)
 
Die Problematik an Arbeitszeugnissen ist meist, dass sie etwas mit der französischen Sprache gemein haben... Selbst Fluchen klingt so gut, "als ob man sich den Ar... mit Seide abwischt" (Filmzitat aus Matrix... wir wollen ja nicht guttenplaggen)

Um es zu konkretisieren:

"zeigte überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft" - Wie hoch ist denn dort der Durchschnitt... es war überdurchschnittlich... aber war es auch überragend?

"erfüllte er stets zu unserer vollen Zufriedenheit" - Wir waren zufrieden mit dem, was er abgeliefert hat, aber vom Stuhl gehauen hat es uns auch nicht.

Was ich sagen will, das Zeugnis ist nicht negativ, könnte aber sicherlich noch positiver ausfallen.
 
stets zu unserer vollen Zufriedenheit ist ein Terminus technikus für "gut".
Stets zu unserer vollsten ist "sehr gut"
stets zu unserer vollen ist "gut" genau wie: zu unserer vollsten (ohne stets)
zu unserer vollen Zufriedenheit ist befriedigend
usw

auch das andere finde ich jetzt nicht schlecht. Schätze ich auch als "gut" ein. "weit" überdurchschnittlich wäre wohl "sehr gut" Natürlich geht es immer besser. Die Frage ist aber auch, ob er ein "Sehr gut" verdient hat. Verdient ja nicht jeder. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Zeugnis ist mit Sicherheit gut gemeint, aber es wurde leider von keiner Fachkraft geschrieben. Die verwendeten Phrasen vergeben überwiegend mittelmäßige Noten. Das Problem ist, dass Arbeitszeugnisse eine eigene Sprache haben. Gute und sehr gute Beurteilungen werden daher immer mit Superlativen ausgedrückt.
"zu unserer vollen Zufriedenheit" entspricht etwa der Schulnote "2-". "...setzte seine umfassenden Fachkenntnisse erfolgreich ein." Bedeutet in etwa "er weiß was er tut".

Das ist von deinem Arbeitgeber sicher nicht so gemeint. Ich schätze, dass sie einfach wörtlich geschrieben haben, was sie denken, aber das reicht nicht.

Der Grund ist, dass in Arbeitszeugnissen nicht negatives stehen darf (gerichtlich entschieden). Daher verwendet man "verschlüsselte", positiv klingende Klauseln in verschiedenen Abstufungen.
Da bedeutet z.B. "war stehts bemüht" in Wirklichkeit "Achtung: ist ein Faulpelz und hat keinen Ahnung". Eine Schulnote "1" hingegen wäre in etwa "hat unsere Erwartungen in jeder Weise übertroffen".

Das mag alles übertrieben klingen, ist aber so. Es daher für solche Arbeitszeugnisse Phrasentabellen, welche Sätze man welchen Schulnoten zuordnet. Diese Sätze sollten am besten auch so im Arbeitszeugnis stehen, denn dein nächster Arbeitgeber wird das Arbeitszeugnis genau nach diesen vorgaben lesen aus dieser Betrachtungsweise ist das Arbeitszeugnis bestenfalls eine "2-".

Je nachdem wie du dich selbst einschätzt (habe exzellente Arbeit gemacht, habe gute Abriet gemacht, hab immer genau das gemacht was ich musste, hab mich jeden Tag nur ins Büro geschleppt), solltest du in ein oder zwei Punkten nachbessern lassen.

Was welche Phrase im Detail bedeutet, findest du im Internet.
 
Warum heißt es immer Herr Mustermann, und dann am Schluss einmal Herr Paul?
 
in diesem Zusammenhang möchte ich mal zwischenfragen, ob die Formulierung "sehr gut" äquivalent zur Schulnote 1 ist oder gibt es davon noch Steigerungen?

Und ist der Satz "Herr ... erfüllte die ihm übertragenen Aufgaben ..." am Schluss immer die Gesamtnote?
 
Das mit dem Gut und Sehr Gut ist fast richtig... in diesem Zusammenhang gibt es aber auch noch Ausgezeichnet, was einer 1+ entspräche.
 
@r0b-tbo

ja kann man so sagen, dass es die Gesamtnote ist.
Weiß nicht, ob es dem Schulsystem entspricht, denke nur bedingt. Gibt ja auch gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen. Eine 1 auf dem Gymnasium hat ja eine ganz andere Wertigkeit, als eine 1 auf der Hauptschule.
Ich denke, es bietet einfach einen Anhaltspunkt, mehr nicht.
Dazu sind die Benotungen einfach zu unterschiedlich und mithin nicht vergleichbar.
Eine Begründung wäre zB Jura. In Jura gibt es praktisch so gut wie kein "sehr gut" (in der Hochschule, in der Fachhochschule sieht das schon wieder anders aus). Selbst ein "gut" ist außergewöhnlich selten und kommt kaum vor (vielleicht 1%). Bei Juristen ist quasi das dann folgende "vollbefriedigend" als sehr gut einzuschätzen, denn andernfalls gäbe es praktisch keine "sehr guten" oder "guten" Arbeitszeugnisse.
Deswegen würde ich die Einschätzung eher unabhängig von Schule und Studium sehen und dann eher individuell für den Fachbereich die Bewertung vornehmen.
D.h. bist Du Schüler und machst Du Praktikum ist Sehr gut = Sehrgut entsprechend Deiner Schulabschlusswertigkeit. Dies gilt auch für die anderen Bereiche ;)
Man sollte schon zusehen, dass man ein gutes oder sehr gutes Arbeitszeugnis erreicht (so man es verdient), da schlechtere Zeugnisse durchaus problematisch bei der Bewertung wirken könnten.
 
Zuletzt bearbeitet:
ManOki schrieb:
ich würde mich dem anschließen.

du hast übrigens nicht besonders anonymisiert: "Herr ... unterstützt die Zusammenarbeit" (unteres drittel)

F_GXdx schrieb:
Warum heißt es immer Herr Mustermann, und dann am Schluss einmal Herr Paul?

Da hat mein Texteditor beim Suchen->Ersetzen keine gute Arbeit geleistet, seltsam. Aber auch egal.
Die Verklausulierungen mit der Anzahl Superlativen usw. sind mir bekannt. Dennoch kann ich das Zeugnis im Gesamtbild nicht beurteilen.
Der Kommentar "nicht von einer Fachkraft geschrieben" ist korrekt. Mein Chef ist kein Personaler. Wenn man das aber rauslesen kann, bekommen die Formulierungen aber denke ich, wieder ein anderes Gewicht...

Danke auf jeden Fall bisher für die Beteiligung hier.

MFG

Simon
 
Zuletzt bearbeitet:
Zimon schrieb:
Bei solchen Threads muss ich mich immer ein wenig wundern.
Willst Du dich wirklich auf die Aussagen der Mitglieder des Forums verlassen?
Du kannst doch gar nicht wissen wer hier kompetent ist und wer nicht, da Du dir selbst unsicher bist!

In meiner Stadt kann man sich sein Arbeitszeugnis kostenlos bei der Arbeitnehmerkammer überprüfen lassen.
Wenn Du diese Möglichkeit in deiner Stadt nicht hast, dann solltest Du dein Zeugnis von einem Juristen (ggf. Fachanwalt für Arbeitsrecht) überprüfen lassen. Das mag zwar Geld kosten, aber dafür kannst Du dich auch auf dessen Beurteilung verlassen! ;)

Dafür ist ein Arbeitszeugnis einfach zu wichtig, als das man sich bei der Beurteilung auf "Laien" verlässt. ;)
 
Sí sí senor.
Hab ja auch nicht gesagt, dass hier meine Einzige Quelle ist. Dennoch sind Anregungen jeglicher Art nicht verkehrt.
Außerdem hatte ich einerseits darum gebeten, die "Qualifikation" mit zu nennen (auch wenn sich bisher nur einer dran "gehalten" hat) und andererseits kann ich trotz wenig Verständnis vom Zeugnis an sich dennoch qualitative Posts gut erkennen.

MFG

Simon
 
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