Arch Linux Desktop richtig installieren bzw. konfigurieren?

ChrisM

Commander
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Hallo zusammen,

nachdem auch lxde und debian nicht sauber auf meinem kleinen Netbook liefen, kam ich über etwas Recherche auf Arch Linux.

Ich kam nach einigem herumprobieren mit verschiedenen Guides nun dazu, dass das System selbst läuft.

Nun zu meinem eigentlichen Problem: Ich bekomme den Desktop nicht richtig hin. Installiert sind alle Pakete, und ich kann auch mit startx auf eine Desktopumgebung wechseln. Allerdings sieht die vorhandene Oberfläche sehr spartanisch aus, das ist nicht das, was ich als Desktop kenne (selbst unter Linux).

Weiß jemand, was da falsch lief, bzw. wie sich das beheben lässt und ich auf eine richtige Oberfläche wechseln kann?

Ich habe euch mal einen Screenshot gemacht (Handyfoto, aners ging es gerade nicht), ich hoffe man erkennt genug:

img_20160106_173705tfkd0.jpg


PS: Ich habe es mit diesem offiziellen Guide hier installiert. Zuerst Xorg und danach mit Gnome, aber es gab keinerlei Änderungen, es dah bei beiden gleich aus...


Vielen Dank im Voraus für eure Tipps bzw. Ideen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

vielen Dank für deine schnelle Antwort.

In der ~/.xinitrc hatte ich zuerst das "#" vor Xorg weg, damit dieser quasi als aktiv gekennzeichnet wird, so wie im Guide beschrieben. Danach kam bei startx das besagte Bild.

Danach habe ich mir Gnome installiert (mit: pacman -S gnome gnome-extra), die ~/.xinitrc entsprechend abgeändert und dann kam wieder das Bild vom Screenshot...

Ich habe die Datei manuell mit nano erstellt, der Inhalt ist identisch mit dem hier:

Code:
#!/bin/sh
#
# ~/.xinitrc
#
# Executed by startx (run your window manager from here)
#
# Für Xserver alleine:
# exec xterm
# Für Gnome:
exec gnome-session
# Für KDE:
# exec startkde
# Für xfce:
# exec startxfce4
# Für LXDE:
# exec startlxde
# und Andere:
# exec icewm
# exec blackbox
# exec fluxbox

Zuvor bei Xorg entsprechend abgeändert, so langsam bin ich etwas ratlos.
 
Gnome sollte für ein Netbook eigentlich eher zu viel sein... Ich würde dir Manjaro Xfce oder, wenn das schon zu viel ist, die Manjaro LXQt Community Edition empfehlen. Manjaro basiert auf Arch Linux aber ist sehr einfach zu installieren.
 
Auch eine Idee, aber das versuche ich erst dann, wenn ich das Problem oben gar nicht in den Griff bekomme.
 
Naja, auch unter Arch würde ich einen leichtgewichtigeren Desktop verwenden als Gnome. :) Aber zum eigentlichen Problem: Wie startest du denn X? Mit xinit oder starx oder einem Login-Manager?
 
Bisher habe ich es mit startx versucht, da ich mich rein an den Guide gehalten habe.
 
Ich habs unter beiden Usern versucht, kein Unterschied.

Da ich die ganze Zeit am ausprobieren war, bin ich eher als root unterwegs.
 
Wie im Tutorial beschrieben, liegt sie im Homeverzeichnis des nicht-root-users.
 
Ich hab selber gnome leider noch nie benutzt, kann dir also auch nicht sagen, ob da noch was fehlt.
Lad dir doch einfach mal openbox(nur ein paket "openbox"). und schreib in die datei "exec openbox-session" und probiers nochmal.
 
Hi,

wie in deinem Bild zu sehen startest du erstmal nur den Twm-Windowmanager https://wiki.archlinux.org/index.php/Twm

Das ist schon mal gut, da du jetzt weist dass der Xserver läuft und auch die Treiber soweit installiert sind.


Jetzt installierst du die Paketgruppen gnome und (zumindest empfehle ich dir das) die gnome-extras:

PHP:
# pacman –S gnome gnome-extras


Dann Reboot und als User anmelden.


Bei der xinit halt dich auf jeden Fall an das Arch-Wiki: https://wiki.archlinux.org/index.php/Xinitrc


PHP:
$ cp /etc/X11/xinit/xinitrc ~/.xinitrc


Dann die ~/.xinitrc ändern:

Auszug:

PHP:
# twm &
# xclock -geometry 50x50-1+1 &
# xterm -geometry 80x50+494+51 &
# xterm -geometry 80x20+494-0 &
# exec xterm -geometry 80x66+0+0 -name login

exec gnome-session


Jetzt solltest du mit
PHP:
startx
auf die gnome-session kommen.


Bei der Frage in einem Arch-Forum hättest du erstmal ein RTFM bekommen ;)

Gruß
Dirk
Ergänzung ()

Aso,

auf deinem Bild noch erkennbar: Du versuchst aus einem Windowmanager heraus eine Desktop-Umgebung zu starten. Datt funzt nicht.

Nach der Installation startest du am besten erstmal - direkt nach der Anmeldung als User - mit startx.

Wenn dann alles läuft kannst du dir einen Displaymanager (Anmeldemanager) https://wiki.archlinux.org/index.php/Display_manager wie gdm installieren (ist in der gnome-Gruppe mit dabei) und starten (wie du es bereits gemacht hast).

Merken: Starten entweder mit xinit oder gdm :)
 
Ok, das erklärt manches. Ich dachte eigentlich, das hätte ich auch so schon versucht, aber vermutlich fehlte dem irgendwo ein Reboot dazwischen.

Damit bootet es zumindest in eine Desktop-Umgebung, das ist auf jeden Fall ein Fortschritt :)
Bei der Frage in einem Arch-Forum hättest du erstmal ein RTFM bekommen

Das dachte ich mir fast - ich finde solch ein Verhalten immer sehr fragwürdig, egal wo bzw. in welchem Forum. In der Zeit, wo man Leute mit sowas abspeist, hätte man auch einfach die Fragen beantworten können. Gerade bei Linux sollte man schauen, dass man möglichst vielen Leuten den Umstieg so einfach wie möglich macht, wenn man sich schon für den "Exoten im Heimanwenderbereich" interessiert. :)


Ok, da das System nun läuft: gibt es auch eine Paketverwaltung, wie man sie aus anderen Distributionen wie z.B. Mint kennt, also ein direktes Programm mit Suchfeld? Falls nein, kann man so etwas irgendwie nachträglich installieren?
 
ChrisM:
Mal ganz grundsätzlich zum Starten von X via "startx", weil offenbar nicht klar ist, was da vor sich geht. Durch startx (auf der Konsole, nicht aus schon laufendem, grafischen Zeug heraus!) wird erstmal der Xserver (das Ding, was die Gafikanzeige macht) gestartet und dann deine ~/.xinitrc ausgeführt, falls sie existiert. Wenn sie nicht existiert, wird /etc/X11/xinit/xinitrc genommen.

An diesem Skript .xinitrc hängt die ganze X-Session. D.h. wenn der Prozess endet, in dem das Skript läuft, beendet sich auch der X-Server und du landest wieder auf der Konsole. Eine einfache .xinitrc sieht so aus:

Code:
#!/bin/sh
xterm
Damit startet der X-Server, dann deine .xinitrc, die wiederum das xterm startet. Du siehst nur das rohe xterm-Fenster und keinerlei Bedienelemente. In dem xterm kannst du alles mögliche machen, insb. andere Programme starten. Beendest du das xterm, endet auch das zweizeilige .xinitrc-Skript und du landest auf der Konsole. Du kannst in dem xterm insbesondere auch auch einen Windows-Manager starten (z.B. twm) und wieder beenden. Ausprobieren! Diese simple Konfiguration eignet sich prima zum Rumspielen. Immer dran denken: Beendest du das xterm, endet auch das zweizeilige .xinitrc-Skript und du landest wieder auf der Konsole.

Nächster Versuch(#2):
Code:
#!/bin/sh
exec xterm
Damit passiert fast das gleiche wie mit der Variante ohne exec, nur dass ein paar kByte RAM gespart werden. Das Skript xinitrc ruft nicht mehr xterm auf und wartet bis das xterm endet um sich dann selbst zu beenden, sondern das Skript xinitrc ersetzt sich selbst durch xterm. Das Skript(und die es ausführende /bin/sh) lungert also nicht mehr im SPeiche rum. An der Funktionalität ändert sich nichts. SObald das xyterm endet, enndet die X-Session und du landest auf der Konsole.

Versuch #3
Code:
#!/bin/sh
xclock &
exec xterm
Wie #2, nur dass vor dem xterm noch xclock (die Uhr) im Hintergrund gestart wird. Beendest du die Session (durch Beenden des xterms), wir der X-Server beendet. Damit stirbt auch das xclock, weils keine X-Server mehr hat, an den es seine Ausgaben schicken kann.

Versuch #4
Code:
#!/bin/sh
xclock &
twm &
exec xterm
Wie 3, nur wird auch noch der Windowmanager twm gestartet. Du siehst also sofort Bedienelemende um dein xclock und xterm herum. Beenden des xterm killt weiterhin die Session.

Versuch #5
Code:
#!/bin/sh
xclock &
xterm &
exec twm
Wie #4, aber xterm und twm vertauscht. Wenn du das startest, sieht es genauso aus wie mit #4, verhält sich aber anders: Nun wird das xterm im Hintergrund gestartet und twm ist der Prozess, an dem alles hängt. Beendest du twm (den Windowsmanager) endet die Sesseion. Das xterm kannst du hingegen beeenden ohne dass was passiert.

Diese Art .xinirc #5 ist die üblicherweise vewendete. Man nimmt also üblicherweise den Windowmanager als "Aufhänger" für die Xsession. Wenn der Windowmanager endet, endet die X-Session. Statt twm kommt dann eben die Gome-Shell oder ein KDE-Dingens oder sonstwas zum Einsatz.

Ich denke, mit dem WIssen und bischen Spieltrieb bekommt du dein X ordentlich hin.
 
Photon schrieb:
Dann solltest du auf jeden Fall auch startx als nicht-root-user ausführen.
x sollte man eigentlich nie als root ausführen!

Bzgl. Paketverwaltung:
Das ist pacman. Benutzt hast du den ja schon. Von grafischen Oberflächen hält die Arch Community in solchen Fällen, zu Recht, nichts. Bei sowas wird dir nur die Funktionsweise verschleiert und du als User bleibst "dumm". Falls du innerhalb der verfügbaren Pakete suchen willst: pacman -Ss [paket] (siehe https://wiki.archlinux.de/title/Pacman)
Außerdem gibt es das Archiv suchbar auf der Arch website:
https://www.archlinux.de/?page=Packages
Weiter solltest du dir bei Gelegenheit das AUR ansehen, welches eine der weiteren Stärken von Arch ist:
https://aur.archlinux.org/?setlang=de

Bzgl. Manjaro etc.: Würde ich von abraten. Du hast es mit der Installation sicherlich schon weiter gebracht als viele andere und dabei sicher viel gelernt. Das wird auch noch eine Weile so weiter gehen, wenn du bei Arch bleibst. Aus meiner Sicht ein klarer Vorteil!
e: Außerdem ist das Arch Logo cooler =)

Bzgl. RTFM: Fragwürdig ist da aus meiner sicht maxmimal ab und an der Tonfall. Die Attidüde aber nachvollziehbar. Die Leute erwarten einfach, dass man die verfügbaren Ressourcen, die durch harte und vor allem freiwillge(!) Arbeit entstanden sind auch nutzt bevor man von jemand anders verlangt, dass er einem die vorliest. Wurde die Frage im Handbuch (Wiki, Forum) schon mal beantwortet, ist das "RTFM!" daher nicht ganz ungerechtfertigt. Man investiert seine knappe Zeit halt lieber in neue Probleme, als die gleich immer wieder zu beantworten. Außerdem "erzieht" man so am Ende mündige und fähige User die persönlich auch mehr davon haben.

MFG
Simon
 
Zuletzt bearbeitet:
@ChrisM, smn: Ich finde ein RTFM im Arch-Forum eigentlich ok. Denn Arch ist keine Einsteiger-Distro, man wird also nicht so bemuttert wie bei Ubuntu, Mint, Manjaro, ... Deshalb finde ich die Empfehlung als erste Distro Arch zu verwenden eigentlich unangebracht. Klar ist der Lerneffekt ungleich höher als bei Manjaro, aber zu Arch sollte man kommen, wenn einem Manjaro oder eine andere Einsteigerdistro zu langweilig geworden ist und man Lust am Schrauben an seinem OS hat. Dann bringt man auch genug Vorwissen mit um mit den Antworten im Arch-Forum was anfangen zu können.
 
Vielen Dank euch allen für die Tipps.

@Photon: Arch ist bei mir auch eher eine Notlösung, so ganz freiwillig war das auch nicht. Ich habe nun so einige Distributionen ausprobiert, das Netbook ist fast für alles zu schwach - ich frage mich wirklich, wie darauf Windows XP sauber lief.

Manjaro kannte ich bis vor Kurzem nicht mal vom Namen. Hätte ich gewusst, dass man sich damit einen Haufen Ärger hätte sparen können, wäre ich wohl nicht zu Arch gekommen. Wie gesagt, mir gefällt Mint bisher sehr gut, aber leider reicht die Leistung von der alten "Klapperkiste" dafür nicht aus.

Mint wäre auch ein Kandidat für meinen Hauptrechner, wenn der Support für Windows 7 dann mal ausläuft. :)
 
Photon schrieb:
@ChrisM, smn: Ich finde ein RTFM im Arch-Forum eigentlich ok.
War ja auch mein O-Ton. Ich habe nur weiter ausgeführt, warum ich das ok finde um hier etwas "awareness" zu schaffen.

Photon schrieb:
Deshalb finde ich die Empfehlung als erste Distro Arch zu verwenden eigentlich unangebracht....
Ist wohl Abhängig vom User, was sich für ihn besser eignet. Bei mir ist es "more pain, more gain".
 
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