Auf IP-Kamera "von außen" zugreifen

Maddi2505

Newbie
Registriert
Jan. 2017
Beiträge
1
Ich bin neu hier, deshalb ein besonders herzliches "Hallo" von mir :)

Ich habe mir eine IP-Kamera (dlink DSC932L) gekauft, die ich in mein Meerschweinchengehege hängen möchte, damit man da immer mal ne "Live-Schaltung" machen kann.
Zum EInen, weil ich es spannend finde, auch mal zu gucken, was die Tierchen so treiben, wenn ich nicht davor stehe, zum Anderen aber auch, um z.B. Freunde und Familie Anteil haben lassen zu können.
Nun kann ich selbst ja über die Cloud darauf zugreifen und bekomme auch ein gutes Bild- wie aber kann ich z.B. einen Link zu der Kamera generieren? Externe Software? Oder geht das auch über die dlink-Cloud?
Ich wollte eigentlich nicht jedem meine Zugangsdaten nennen, sondern z.B. der Kamera ein Passwort zuweisen und dann Links verschicken. Geht sowas??

DANKE und liebe Grüße
Maddi
 
Wenn weder Handbuch noch Software einen Hinweis darauf geben, kannst du ja mal versuchen den Support des Herstellers um Rat & Hilfe zu bitten aber da würde ich mir keine großen Hoffnungen machen. Einer der vielen Nachteile dieser Easy-Install Clouds und Apps -> Für den Benutzer einfach einzurichten (begrüße ich) aber daher eben auch ein walled garden, der eben solche Sonderanfragen idR absolut nicht abdecken kann.

Ich muss dich daher leider enttäuschen, du wirst vermutlich keine einfache Möglichkeit finden, dies so einfach für andere frei zu geben. Wenn du aber Zeit und Lust hast ein wenig zu basteln: Ich könnte mir vorstellen (!), dass folgendes klappen könnte. Wohlgemerkt könnte. Ein Raspberry Pi zuhause, der auch auf die Kamera zugreifen kann und den Bild-Feed per Webbrowser bereit stellt. Diesen kann man dann per Kennwort absichern und entsprechend im Internet frei geben. Knackpunkt wäre da zuallererst ob man auch so auf die Kamera zugreifen kann oder ob das nur über die Herstellerplattform geht.
 
Grundsätzlich vorher klären, welche Art von Internetanschluß du nutzt. Via DOCSIS („Internet über die Dose vom Kabelfernsehen“) und LTE wird es schwierig bis unmöglich. Am wahrscheinlichsten funktioniert es bei klassischem (V)DSL. Also: welcher Anbieter, welcher Tarif, welcher Router (Hersteller + Modellname)?

Weiter im Text:

Handbuch Kamera Revision A: ftp://ftp.dlink.de/dcs/dcs-932l/documentation/DCS-932L_man_reva_de_Handbuch.pdf

Handbuch Kamera Revision B: ftp://ftp.dlink.de/dcs/dcs-932l/documentation/DCS-932L_man_revb_de_Handbuch.pdf

Welche Revision du hast, erkennst du am Typenschild unter/an der Kamera.

Nun hat man zwei Möglichkeiten: UPnP und manuelles Portforwarding. UPnP ist einfacher einzurichten, aber ein Sicherheitsrisiko. Manuelles Portforwarding ist für Einsteiger schwieriger einzurichten, bietet aber weniger Angriffsfläche. Vollkommen sicher sind allerdings beide nicht, und man sollte sich zweimal überlegen, ob man eine Kamera von 2011, die ihre letzte Aktualisierung Ende 2015 bekommen hat, der Weltöffentlichkeit zur Verfügung stellt. Es gibt mittlerweile spezielle Suchmaschinen, die das Internet nach ungesicherten, nicht hinreichend gesicherten oder einfach veralteten Webcams abgrasen.

Man kann nun UPnP im Menü der Kamera aktivieren und zusätzlich UPnP im Router aktivieren.

Die andere Methode ist, den von der Kamera standardmäßig genutzten Port 80 auf die interne IP der Kamera weiterzuleiten, also ein sgn. Portforwarding einzurichten. Das erledigt man im Routermenü. Das Handbuch deines Routers erklärt, wie das geht. Seite 25 des Handbuchs der Kamera zeigt unter Network Setup, daß man den von der Kamera verwendeten Port festlegen kann. Einen anderen als Port 80 zu benutzen, ist anzuraten, denn der ist der am häufigsten benutzte und gescannte. Irgendeine hohe fünfstellige Zahl bis 65535 nehmen, die muß dann eben geforwardet werden. Evtl. mußt du die dann auch angeben, wenn du selbst „über die Cloud“ auf das Ding zugreifst, weil dieser Zugang wahrscheinlich davon ausgeht, daß die Kamera auf Port 80 lauscht.

Jetzt brauchen wir noch einen DynDNS-Namen, damit Leute sich nicht deine wechselnde öffentliche IP merken müssen. Das Konto bei einem DynDNS-Anbieter wie SPDYN, No-IP oder afraid.org kann die Kamera zwar auch aktualisieren, aber das sollte besser immer der Router machen, denn er ist für die Wiedereinwahl nach erfolgter Verbindungstrennung verantwortlich.

Die Kamera ist leider nicht gerade die neueste und unterstützt daher nur die schon damals veralteten Möglichkeiten Java und ActiveX für die Bewegtbildübertragung. ActiveX wird in Microsofts aktuellem Browser Edge gar nicht mehr unterstützt. Will man Edge-Benutzer nicht ausschließen, bleibt also nur Java übrig. Das ist als Plugin für alle Browser verfügbar, stirbt aber langsam aus. Grundsätzlich ist das ganze damit immer noch möglich, aber du mußt dir bewußt sein, daß du Zuschauern, die sich aus Sicherheitsgründen von Java im Browser verabschiedet haben, damit die Installation von einem der am häufigsten angegriffenen Stücken der Softwaregeschichte aufzwingst.
 
Zurück
Oben