Ausbildungszeugnis - eure Einschätzung

FreakZ1

Lieutenant
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So, da ich vor 'nem knappen Monat meine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker abgeschlossen habe, habe ich heut im Rahmen einer Abschlussfeier mein Ausbildungszeugnis überreicht bekommen. Da ich selber wenig Ahnung von den ganzen Formulierungen und Strukturen besitze, würde mich eure Meinung über mein Ausbildungszeugnis interessieren. Ich selber würde es als sehr gut einschätzen, was aber noch lange nicht heißt dass es das auch ist.

Hier dann mal das Ausbildungszeugnis:

Herr XXXXXXXXX, geboren am XX. Dez. XXXX in XXXXXXXXX, ist vom 3. September 2007 bis zum 6. Juli 2010 in unserem Unternehmen erfolgreich zum IT-Systemelektroniker ausgebildet worden.

Die Ausbildung wurde nach der geltenden Ausbildungsordnung durchgeführt und umfasste folgende Fachgebiete:

- Metallbearbeitung, Kunststoffbearbeitung
- Elektrogrundausbildung, Messtechnik
- Elektrische Schutzmaßnahmen, Stromversorgung
- Elektronikausbildung, Analog- und Digitaltechnik, Leistungselektronik
- Speicherprogrammierbare Steuerungen, Steuer- und Regelungstechnik
- Programmierung und Inbetriebnahme von EIB-Anlagen
- Telefon, FAX, ISDN, Montagetechnik, Übertragungstechnik, Fernwirktechnik, Leittechnik
- Systemarchitekturen, Hardwareschnittstellen, Speichermedien
- Ein-/Ausgabegeräte, Betriebssysteme
- Anwendungssoftware, Netzwerkarchitekturen
- IT-Systemlösungen, Programmiertechniken
- Installation und Konfiguration von Anwendungsprogrammen
- Datenkonvertierungen, Datensicherung, Datenwiederherstellung
- Analysieren und bBeheben von Störungen
- Leistungserstellung, Beschaffung, Marktbeobachtung
- Projektplanung, Projektdurchführung, Qualitätssicherung
- Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
- Betriebliche Organisiation
- Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Datenschutz

Durch die Teilnahme an Seminaren, betrieblichem Unterricht, Vorträgen und Exkursionen hat Herr XXXXXXXXX sein berufliches Wissen und Können vertieft.

Herr XXXXXXXXX hat sich stets sehr gut für die Erreichung der Ausbildungsziele eingesetzt und zeigte bei allen Ausbildungsinhalten einer hervorragende Auffassungsgabe. Herr XXXXXXXXX wurde von den Ausbildern wegen seiner zuverlässigen und gründlichen Lern- und Arbeitsweise außerordentlich geschätzt. Die Arbeitsergebnisse waren, auch bei hohen Anforderungen, stets von sehr guter Qualität. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Ausbildern, Mitarbeitern und Mitauszubildenden war jederzeit vorbildlich.

Wir wünschen Herrn XXXXXXXXX auf seinem zukünftigen Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.


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So, das wars. Unten natürlich noch Datum, Ort, Stempel und Unterschrift. Wie würdet ihr mein Ausbildungszeugnis nun einschätzen?
 
Es geht ja nur um diesen Ausschnitt:

FreakZ1 schrieb:
Herr XXXXXXXXX hat sich stets sehr gut für die Erreichung der Ausbildungsziele eingesetzt und zeigte bei allen Ausbildungsinhalten einer hervorragende Auffassungsgabe. Herr XXXXXXXXX wurde von den Ausbildern wegen seiner zuverlässigen und gründlichen Lern- und Arbeitsweise außerordentlich geschätzt. Die Arbeitsergebnisse waren, auch bei hohen Anforderungen, stets von sehr guter Qualität. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Ausbildern, Mitarbeitern und Mitauszubildenden war jederzeit vorbildlich.

Ich würde sagen das entspricht ungefähr einer Schulnote 2.
 
Ist ein gutes Zeugnis! Die Satzbausteine "stets sehr gut", "hervorragende Auffassungsgabe". "zuverlässig und gründlich", "auch bei hohen Anforderungen, stets von sehr guter Qualität" sowie "jederzeit vorbildlich" sind dafür die Indizien.
Es könnte bei diesem persönlichen Abschnitt etwas umfangreicher sein, muss aber nicht.

Damit kannst du zufrieden sein! Glückwunsch!

EDIT: HIER kannst du das nochmal nachlesen und einordnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Entscheidend werden wohl primär die Noten sein.
Was hast denn für ein Gesamtergebnis.
Ich habe da 78%, also knapp an ner 2 vorbei.
Finde ich für mich persönlich gut, waren doch paar blöde Fragen, IHK halt, bei der schriftlichen Prüfung dran. :lol:
 
Ich finde es klingt soweit ganz gut.

Es ist klar, dass ein zeugnis nie zu deinem Nachteil geschrieben werden darf. Aber dennoch wurde hier soweit ichs sehen kanns nichts schöngeredet. Das Einzige was mich stutzig macht ist das hier : "Herr XXXXXXXXX hat sich stets sehr gut für die Erreichung der Ausbildungsziele eingesetzt und zeigte bei allen Ausbildungsinhalten einer hervorragende Auffassungsgabe."

Gut du hast dich eingesetzt, auch hast du immer alles verstanden. Aber wer sagt, dass dus 1. überhaupt gemacht hast und 2. überhaupt fertiggestellt hast. Das beißt sich aber im Endfeffekt wieder mit den letzten Absätzen. Kann dein neuer Arbeitgebeer interpretieren wie er will.
 
Auf den Punkt gebracht: Das ist ein gutes bis sehr gutes Zeugnis.
 
@mrcrabs: Danke für den Link!

@marcol1979: Naja, mit meinem Gesamtergebnis der IHK bin ich nicht so zufrieden, hatte beim Fachgespräch nen kleinen Blackout der mich runtergezogen hat. Mein Schnitt dort ist 81%.

@arku: Das ist mir klar. Im Prinzip kann ich sagen dass mein alter Arbeitgeber auch meiner neuer ist. Hab lediglich die Gesellschaft gewechselt, weshalb das Ausbildungszeugnis so nicht weiter zum tragen kommt. Mich interessiert hier rein die Fakten die sich in den Formulierungen und Strukturen verstecken und was das ganze schlussendlich bedeutet.
 
Jemanden mit einem solchen Arbeitszeugnis würde ich sofort zu einem Vorstellungsgespräch einladen.

Aber mal ehrlich, viel Mühe hat sich der Verfasser damit nicht gemacht.
 
Zuletzt bearbeitet:
@dardalus: Danke für deine Meinung. Ich denke allerdings dass der Verfasser auf eine standardisierte Vorlage zurückgegriffen hat, da wir ein großes Unternehmen sind und diesen Winter knapp 20 Auszubildende ihre Ausbildung abgeschlossen haben und es deshalb wahrscheinlich so rüberkommt dass er sich nicht viel Mühe gemacht hat.
Wir haben auch untereinander verglichen, wobei sich die Zeugnisse nur vom Namen her und den bewertungen gut, sehr gut, etc. unterschieden haben.
 
Dieses Zeugnis sagt gar nichts aus. In der Form weiß ich als potentieller Arbeitgeber eigentlich nur, dass du Berufsanfänger bist und deine Arbeit ordentlich erledigst.

Ganz ehrlich, in die engere Auswahl kommst du mit diesem Zeugnis nicht, Ich vermisse so Schlagworte und Floskeln wie:

Eigeninitiative...
...weit über das geforderte Maß hinaus...
...war eine Stütze unseres Teams...
...übernahm auch in anderen Bereichen Verantwortung...
...engagierte sich in....

Versteh mich nicht falsch, das Zeugnis ist ok, aber ich als Personalchef würde halt gerne noch was lesen, was über deinen Tellerand als Azubi zum IT-Systemelektroniker hinausgeht geht Warst du im Betriebsrat, hast du anderen Azubis bei Problemen geholfen, vielleicht auch sozialen, hast du irgendwas elbstständig organisiert, was deiner Arbeit zugute kam (und sei es nur eine Fahrgemeinschaft)... irgendwie einfach was, was Mir als Personalchef sagt, dass du nicht nur das kannst, was du können sollst, sondern ob du dich auch mit deinem Arbeitgeber identifizieren kannst, dass es eben ein Gewinn ist, dich selbst und nicht nur deine Arbeitskraft im Unternehmen zu haben.
 
@nurmalsoamrande:
Nur weil es da nicht steht muss es nicht heissen, dass es nicht so war. Solche Infos finden aber selten den Weg in ein Zeugnis. In der Form, wie es oben vorliegt, ist es die Norm.
Da es nichts aussagt ist auch nicht korrekt, das Wichtigste steht drin.
Das es insgesamt nicht sehr ausführlich ist, da sind wir uns einig, aber das sollte man nicht zu Lasten des Bewerteten auslegen.
 
nurmalsoamrande schrieb:
Dieses Zeugnis sagt gar nichts aus. In der Form weiß ich als potentieller Arbeitgeber eigentlich nur, dass du Berufsanfänger bist und deine Arbeit ordentlich erledigst.

Ganz ehrlich, in die engere Auswahl kommst du mit diesem Zeugnis nicht, Ich vermisse so Schlagworte und Floskeln wie:

Eigeninitiative...
...weit über das geforderte Maß hinaus...
...war eine Stütze unseres Teams...
...übernahm auch in anderen Bereichen Verantwortung...
...engagierte sich in....

Versteh mich nicht falsch, das Zeugnis ist ok, aber ich als Personalchef würde halt gerne noch was lesen, was über deinen Tellerand als Azubi zum IT-Systemelektroniker hinausgeht geht Warst du im Betriebsrat, hast du anderen Azubis bei Problemen geholfen, vielleicht auch sozialen, hast du irgendwas elbstständig organisiert, was deiner Arbeit zugute kam (und sei es nur eine Fahrgemeinschaft)... irgendwie einfach was, was Mir als Personalchef sagt, dass du nicht nur das kannst, was du können sollst, sondern ob du dich auch mit deinem Arbeitgeber identifizieren kannst, dass es eben ein Gewinn ist, dich selbst und nicht nur deine Arbeitskraft im Unternehmen zu haben.
Gibt es dafür nicht erstens das Bewerbungsgespräch und zweitens den Griff zum Hörer um beim alten Arbeitgeber genauer nach zu haken? Keine Ahnung im Endeffekt fangt man auch mit deinen obengenannten Floskeln 0 aus, da es in dieser "geschönten" Norm immer noch drinnen steht, darüber hinaus wage ich zu behaupten, erfährst du an der Stimmlage und am Gespräch mehr vom alten Arbeitgeber.

Leider leider, ist vielen Personalchefs 5 Minuten mehr Aufwand bereits zu viel, geschweige denn die eine Minute die es bedarf, einer schriftlichen oder telefonischen Rückmeldung, dass man jene Bewerbung leider nicht berücksichtigen kann. (teils sogar nach Bewerbungsgesprächen was ich unter aller Sau empfinde)
 
Doch, ich erwarte, dass im Zeugnis drin steht, wenn sich der Bewerber entsprechend engagiert hat (da sollte eigentlich auch jeder drauf bestehen, dass das in seinem Zeugnis steht, notfalls in die Personalabteilung stiefeln und um Nachbesserung bitten). Weil DIESES Zeugnis sticht einfach nicht hervor. Und nein, wegen eines Zeugnisses lade ich mir keinen Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch ein. Dann würde ich nur noch Gespräche führen und könnte sonst nichts mehr machen.

Das wichtigste ist eh erstmal das Anschreiben. Wenns da schon hapert, dann hilft auch das beste Zeugnis der Welt nicht mehr. Aber wenn ich über das Anschreiben raus bin, dann lese ich im Zeugnis nach und will wissen, was der Bewerber denn sonst noch so gemacht hat. Vor allem will ich als Personalchef wissen, was ich mir unter der Person so zu erwarten habe. Das im Zeugnis steht, dass der Beruf beherrscht wird, das ist doch sowieso klar... nur wenn eben sonst nichts drin steht.. dann ist das tendentiell schonmal nicht positiv. Es ist noch kein K.O., aber es ist nunmal schon ein fehlender, möglicher Pluspunkt.

Bei alten Arbeitgebern anrufen, das funktioniert nur bedingt. Wenn der Bewerber nicht zufällig in leitender Position war oder einen besonderen Posten inne hatte, dann kannst du davon ausgehen, dass du nach 3-4 Jahren spätestens keine brauchbaren Aussagen mehr bekommst, weil sich keiner mehr erinnern kann/will. Und wenn der Personalchef selber erst in seinen Unterlagen nachsehen muß...in diesem Falle lohnt sich der Anruf nicht im geringsten.

Wie gesagt, als Personalchef bekommt man genug Bewerbungen auf den Tisch. Und alles, was "Standard" ist, fällt nunmal einfach nicht auf und wird im Zweifelsfalle aussortiert. Das ist einfach so. Von daher, wenn man was extra gemacht hat, dann immer drauf bestehen, dass es ins Zeugnis kommt, notfalls Zeugnis neu schreiben lassen. Das gilt besonders für Berufsneulinge, die gerade ihre Lehre abgeschlossen haben.
 
Ich verstehe die bedenken von "nurmalsoamrande" sehr wohl.
Ich habe gerade nochmal in meinem alten Zeugnis nachgeschaut und fand Floskeln wie...

Eigeninitiative...
...weit über das geforderte Maß hinaus...
...übernahm auch in anderen Bereichen Verantwortung...
...engagierte sich in....

zusätzlich zum oben genannten vor.

Es handelt sich oben dennoch um ein gutes Standartzeugnis wie ich finde.
Bei großen Unternehmen die mehrere hundert Bewerbungen auf den Tisch des Personalleiters bekommen, werden solche Standartzeugnisse aussortiert. Es sei denn man kann sich eben durch das Anschreiben, Lebenslauf und besondere Fähigkeiten von den Mitbewerbern absetzen.

Leider ist man bei den Ausbildunsgzeugnissen ja immer auf das Wohlwollen und vielleicht auch ein wenig auf die Sorgfältigkeit des Arbeitgebers angewiesen.

Mein Tipp: Durch Anschreiben punkten und soviele Zusatzqualifizierungen erhaschen wie es nur geht.
 
nurmalsoamrande schrieb:
Dieses Zeugnis sagt gar nichts aus. In der Form weiß ich als potentieller Arbeitgeber eigentlich nur, dass du Berufsanfänger bist und deine Arbeit ordentlich erledigst.
Und das ist nicht gut - vor allem, da Azubi bzw. Berufsanfänger?

Eigeninitiative...
...weit über das geforderte Maß hinaus...
...war eine Stütze unseres Teams...
...übernahm auch in anderen Bereichen Verantwortung...
...engagierte sich in....
Also bitte ..
Als Azubi ist man wohl vorrangig damit beschäftigt, in die Grundlagen des Berufes reinzufinden und diese zu verinnerlichen. Soll man gedanklich, vom Fachwissen her, schon drei Schritte weiter sein, als eigentlich vorgeschrieben? Wie soll das gehen?

Ebenso sehe ich nicht, wie man als Azubi eine Stütze des Teams sein kann. Ich weiß ja nicht, wie du "Stütze" definierst. Wer gelehrt werden muss, und dafür dient die Ausbildung, kann schlecht vorangehen. Anders schaut es da bei alten Hasen aus - im Berufsfeld, im Unternehmen.
Wenn ein Berufsanfänger als eine der "Stützen des Teams" betitelt wird, dann ist das im Grunde genommen eine Beleidigung für seine Arbeitskollegen oder es stellt die Glaubwürdigkeit des Zeugnisses in Frage - zumindest in meinen Augen.

Warst du im Betriebsrat, hast du anderen Azubis bei Problemen geholfen, vielleicht auch sozialen, hast du irgendwas elbstständig organisiert, was deiner Arbeit zugute kam (und sei es nur eine Fahrgemeinschaft)
Der Trend scheint wohl dahin zu gehen, dass Zusatzleistungen höher gewertet werden als die eigentlichen Leistungen, auf den Beruf bezogen.
Das ist schade.
So werden die ganzen Schleimer und Heuchler natürlich immer besser wegkommen. Ich werde doch als normal denkender Mensch bspw. keine Fahrgemeinschaft bilden, wo es der Arbeitsweg bzw. der Wohnort anderer Person kaum zulässt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

Mir wurde letztens mein Arbeitszeugnis ausgehändigt und ich würde nun gerne wissen, wie man dieses deuten kann.

...
Wir lernten XXX als gut motivierten und interessierten Mitarbeiter kennen, der sich stets aktiv und fleißig zeigte. Er arbeitete nach klarer und durchdachter Zielsetzung sowie umsichtig und planvoll. Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er sorgfältig und genau, dabei konnte er auch seine Flexibilität in den verschiedenen Fachbereichen gut unter Beweis stellen. Herr XXX erwies sich jederzeit als zuverlässiger und vertrauenswürdig. Sein Arbeitstempo sowie seine Arbeitsmenge lagen über unseren Erwartungen. Er verfügt über gute und sichere Umgangsformen, ist entschlussfreudig und ausdrucksgewandt. Er besitzt eine rasche Auffassungsgabe sowie umfassendes Fachwissen. Herr XXX ist fähig ein sicheres und klares Urteil zu fällen und hat auch für Einzelheiten ein gutes Gedächtnis. Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er stets zu unserer vollen Zufiredenheit.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern was stets einwandfrei.

Wie kann man das Ganze in etwa deuten?


Danke :)
 
*Split* Ausbildungszeugnis - eure Einschätzung

Note 2-3.
 
Ich hab damals etwas Geld in eine Firma gesteckt die dir sowas genaustens analysiert und erklärt, sowie gewünschte Passagen umschreibt um die Note zu heben
 
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