Dr. MaRV schrieb:
Das hat für die heimische Autoindustrie keinerlei Auswirkung. Die produzierten Halbleiter landen ganz normal auf dem Weltmarkt, der Meistbietende bekommt sie. Das ist das was ich gesagt habe. Die paar Arbeitsplätze, drauf geschissen. Die stehen in keinem Verhältnis zur Investition. Man hätte aber sagen müssen, wir geben euch die 15 Mrd., wenn ein Drittel der produzierten Halbleiter in Deutschland verbleiben und an die heimische Industrie zu 80% des Weltmarktpreis verkauft werden. Also mit 20% Nachlass (rein als Beispiel).
Nun ja, das hängt ja davon ab, was man vertraglich mit den Unternehmen vereinbart hat.
TSMC plant mittlerweile ein drittes Werk in Japan, Intel ist schon lange und auch subventioniert in Israel ansässig und ich glaube kaum, dass man sich dort so über den Tisch ziehen lassen würde, aber die allgemeinen Kosten, ähnlichere Mentalität, geographische Nähe, usw. begünstigen die Ansiedlung von TSMC in Japan natürlich auch.
Die Arbeitsplätze schaffen auch mehr Know-how langfristig und im Prinzip kann das auch Folgeinvestitionen nach sich ziehen, aber dazu braucht es natürlich vernünftige Verträge und Wirtschaftspolitik.
Da es eine globale Ökosteuer aber absehbar nicht geben dürfte, es sei denn die großen Wirtschaftsnationen werden dauerhaft mit klimabedingten Naturkatastrophen gebeutelt (was noch nicht der Fall ist, da die Zunahme solcher Katastrophen eine schleichende Entwicklung ist und eben nicht alle gleich(-zeitig) betroffen werden), wird man es schwer haben, konkurrenzfähig zu bleiben bzw. den subventionierten moralischen Klimabonus in höhere Profite/Marktanteile umwandeln zu können, denn viele (Länder) werden sich das nicht leisten können oder wollen.
Man dürfte leider schon die ausländische Chipindustrie vor Ort (auch nicht lieferkettenabhängig wie zu Zeiten der Pandemie, als man am meisten angeschmiert wurde, erst als Hersteller mit Chips nach China/Asien und den USA bedient wurde) brauchen, um technologisch noch (weltmarkt-)führende Produkte in der BRD herstellen zu können, denn was die eigene Chipindustrie (Infineon, Bosch, etc.) leisten kann, reicht eben zukünftig nicht, da man im High-End Halbleiterbereich den Anschluss verschlafen hat.
Dr. MaRV schrieb:
Es gab ausreichend Beispiele für dieses Verhalten. Auch deutsche Traditionsunternehmen wie AEG sind abgewandert. Wenn sich die Produktion ohne Subvention nicht lohnt, geht man. Ist die Subvention aufgebraucht und es kommt keine neue nach, geht man.
Natürlich gab es die, aber man kann hoffen, dass Politiker/Regierungen (die ja oft großtenteils aus Anwälten bestehen) aus den vergangenen Erfahrungen gelernt haben und vertragliche Standortbindung inkl. Ausrüstung sowie Vorzugsbehandlung regionaler (Auto-)Industrie vertraglich vorgesehen haben.
Dr. MaRV schrieb:
sie für etwas anderes als die Bundeswehr zu nutzen, würde nur wieder eine Klage in Kassel bedeuten. Ich selbst bin der Meinung, dass das Geld noch nicht mal zur Unterstützung der Ukraine genutzt werden dürfte.
Ja gut die Frage ist, ob die Lieferung/Schenkung der von diesen Bundeswehrmitteln bezahlten Ausrüstung an die Ukraine, die schon im Gange ist, nicht schon rechtlich problematisch ist und zumindest dürfte man mit einer Umwidmung der Mittel Zeit gewinnen und dass man sich "umentscheidet", mag zwar wahlstimmen-/popularitätstechnisch schlecht sein, aber darum geht es ja nicht, sondern um das stopfen der Haushaltslöcher, die vom Bundesverfassungsgericht jetzt festgelegt wurde.
Ob im Falle einer Umwidmung eines Teils des Bundeswehretats dann noch mehr (Klagen) kommen wird, müsste man abwarten, aber natürlich würden die Medien das wieder ausschlachten zum Nachteil der Regierung, keine Frage.