Belastbarkeit Schuko-Verlängerung - bringen Prüfzeichen was?

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FSound

Gast
Hallo :-)

Ich verlege gerade die Kabel in meinem Zimmer neu - höchste Zeit, sich über elektrische Sicherheit Gedanken zu machen. Doch leider habe ich auf dem Gebiet recht wenig Ahnung.

Bisher habe ich herausgefunden, dass es gut ist, wenn z.B. Dreiersteckdosen eine Belastbarkeit von 3500 Watt haben. Das habe ich schon gecheckt.

Schwieriger wird es da bei normalen Verlängerungskabeln. Denn auf keinem meiner Kabel kann ich so recht eine Watt-Angabe finden (bei Steckdosen steht die max. Belastbarkeit dagegen oft drauf).

Wie kann ich also erkennen, bis wie viel Watt ich so ein Verlängerungskabel betreiben kann? Sagen die Prüfzeichen, die draufstehen, was über die Wattzahl aus, die durchgehen darf?
 
Normalerweise sollte auf dem Stecker oder Kabel eine Ampereangabe zu finden sein.
 
Bisher habe ich herausgefunden, dass es gut ist, wenn z.B. Dreiersteckdosen eine Belastbarkeit von 3500 Watt haben.

Trotzdem ist aber ein hintereinander schalten von Mehrfachsteckdosen aus Sicherheitsgründen verboten. Steht auch so in deine Versicherungsbedingungen.

2.13
Tischsteckdosen (bewegliche Mehrfach-
Steckdosenleisten) dürfen nicht hintereinander
gesteckt werden. Auch ist darauf zu achten, dass
sie durch die angeschlossenen Geräte nicht über-
lastet werden, z.B. durch leistungsstarke Haus-
haltsgeräte wie Waschmaschinen, Geschirrspü-
ler, Wäschetrockner, Elektro-Wärmegeräte.

Sie müssen zwecks Vermeidung von Wärmestau
„offen“ sprich zugänglich betrieben werden, so
dass entstehende Wärme abgeführt wird

http://vds.de/fileadmin/vds_publikationen/vds_2015_web.pdf

Auch bei Verlängerungskabeln sollte es eine Entsprechende Info geben. Wobei aktuell im Grunde keine Verlängerungen mehr mit einem Querschnitt kleiner 1,5 qmm verkauft werden dürfen. Was einer Leistung von 3500 Watt bei offener Verlegung entspricht. Bei verdeckter Verlegung, hinter Fußleiste oder unter Teppich muß diese, wegen schlechter Wärmeabfuhr, aber unbedingt verkleinert werden.
 
Wie sieht das bei diesen Steckerleisten denn aus wenn man zwar 2 oder 3 hintereinander schaltet aber die Last der Geräte daran nur minimal ist? Ich hab zum Beispiel derzeit für meinen PC insgesamt 3 Leisten mit je 6 genutzten Anschlüssen hintereinander aber der Verbrauch der jeweiligen Verbraucher liegt bei weniger als 20W.. in keinem Haushalt finde ich über 20 Steckdosen in einer Ecke....
 
die frage ist ja, ob du auch nur annähernd an die 3500W rankommen würdest...

ich würde behaupten, dass alle verlängerungen das aushalten

@Kuhprah: wieso keine 10er verteilerdose? und was willst du mit 20 steckdosen inner ecke? o.O
 
Die Wahrscheinlichkeit das was passiert ist gering. Nur wenn was passiert, also deine Leiste die Ursache für den Brand ist, dann sieht es schlecht aus mit dem Versicherungsschutz.

Durch die vielen Stecker erhöht sich der Widerstand der Leitung. Und dieser kann, in ungünstigen Situationen so hoch werden, das im Kurzschlussfall, was ja nicht Last abhängig ist, z.B. durch Wasser, gebogene Büroklammer im Dreifachstecker oder Gerät, die Sicherung nicht mehr Zeitnah auslöst.

Und auch ohne Brand kann es für dich Gefährlich werden. Zumindest wenn deine Steckdosen nicht über einen Fehlerstromschutzschalter laufen. In dem Fall kann ein Metallgehäuse Lebensgefährliche Spannungen einnehmen, welche nicht Rechtzeitig abgeschaltet werden.
 
@miac: Genau, so ist es ja normalerweise auch bei Mehrfachsteckdosen. Aber eine Wattangabe kann ich nicht finden. Ich finde nur folgende Zahlen auf den Verlängerungskabeln: 10-16/250 - die stehen überall. Ist das irgendeine Angabe, die mir die maximale Belastbarkeit angibt?

@Indako: Es kommt da also auf den Querschnitt an? Mhm. Auch dazu finde ich keine Angabe auf dem Kabel selbst. Zu den Mehrfachsteckern: Ich schalte da schon hintereinander, komme aber niemals über die 3500 Watt ab der Wandsteckdose (und da ist noch gut Luft nach oben, falls die 3500 Watt nur ne fiktive Herstellerangabe sind und es je weniger wäre). Nur auf den Verlängerungskabeln ist das etwas nebulös :-)

@Kuprah: Genau so sehe ich das auch :-)

@Indako: Oh weh ... Fehlerstromschutzschalter ... habe ich sowas? Woher weiß ich OHNE ES AM EIGENEN LEIB ZU TESTEN, ob eine Verlegung sicher ist? *g*
 
Okay, dankeschön! Das heißt ja, wenn ich Volt mal Ampere nehme, dass dann maximal 4000 Watt durchgehen können?
 
aber nur kurzzeitig.
10A Dauerlast
16A kurzzeitig.

Wenn Du in deinen Sicherungskasten guckst, wirst Du wahrscheinlich einen 16A Automat (träge) vorfinden.

Und Du hast ja bestimmt noch andere Verbraucher auf der Sicherung, wie Beleuchtung, Staubsauger (ab und zu)...
 
Mhm, was genau sonst noch so auf der Sicherung hängt, weiß ich gar nicht genau :-) Aber es ging mir ja sowieso nicht um die Verkabelung "hinter der Wand", sondern darum, zu wissen, wie viel ein Kabel an sich aushalten würde. Das heißt, ich kann durch mein Verlängerungskabel als Richtwert so als "Grundlast" 2300 Watt (das kann ich mir besser vorstellen als Ampere) durchlassen, und kurzzeitig auch mal 3680 Watt? Was genau heißt "kurzzeitig"? 1 Stunde? 1 Sekunde? :-)
 
Das hängt vom Kabelquerschnitt ab.

Das sind Richtnormen und es bedeutet nicht, daß nicht mehr geht. Das Problem ist, daß mit kleiner werdenden Querschnitt die Verlustwärme steigt. D.h. die Leitung wird warm.

Auch der Stecker und die Kontakte können dafür nicht ausgelegt sein. Schlimmstenfalls kommt es zum Schmelzen des Steckers und zum Brand.

Stärkere Leitungen sind dicker, unflexibler und teurer. Wenn Du eine stärkere Belastung willst, solltest Du ein stärkeres Kabel kaufen. Fummle aber nicht an der Stärke des Sicherungsautomaten rum.

Ich verstehe jetzt nicht ganz das Problem. Ist das rein theoretischer Natur oder willst Du ein "Go", die Grenzen risikolos zu überschreiten?
 
Danke für deine ausführliche Antwort :-) Nein, die Grenzen will ich sicher nicht überschreiten. Ich wollte eben nur wissen, ob man über ein Standard-Schuko-Verlängerungskabel auch so viel Watt schicken kann, wie man es z.B. bei Mehrfachsteckern kann, auf denen z.B. "max. 3500 W" steht. Weil eben diese Angabe auf den Verlängerungen fehlt und stattdessen dort nur "10-16/250" steht, was ich so nicht vergleichen konnte. Das heißt jetzt letzlich, dass eine Dreiersteckdose mehr Watt abkann als ein Verlängerungskabel?
 
Die Angabe der Leistung auf Kabeln und Steckdosen ist eigentlich nicht korrekt. Sie ist nur ein Hilfsmittel für Endverbraucher, denn das eine Einheit, unter der sie sich etwas vorstellen können.

Die Belastbarkeit hängt nur von der Stromstärke ab. Dazu kommt die Prüfspannung, ab wann die Isolierung durchschlagen wird (mehrere kV) und von der Spannung, ab wann der Funkenabriß beim stecken und abziehen zu groß wird (hier sind max. 250V empfohlen).

Verwendest du z.B. 1000V, kannst Du immer noch 10A dauerhaft durch das Kabel schicken. Dann hättest Du 10.000W am Endverbraucher.
Andersherum sind es bei 110V nur 1.100 W.
 
Genau, und so ein Endverbraucher bin ich :-) Ich finde im Moment nur verwirrend, was es mit dieser "10-16/250"-Aussage auf sich hat. Weil es ist ja (so mein Laienwissen) ein Unterschied, ob ich 250 V und 10 Ampere oder 250 V und 16 Ampere habe.

Na, was kann mein Kabel denn nun? Ich kenne den Leitungsquerschnitt ja nicht :-)
 
Habe ich doch geschrieben.

Dein Kabel kann zuverlässig 10A dauernd aushalten.

Bei 16A wird wahrscheinlich auch nichts passieren, aber es wird warm und je nach Belüftung (aufgerollt, unterm Teppich, frei hängend) kann es eben zu heiß werden.
 
Okay, vielen vielen Dank für die Antwort. Ich habe ausgerechnet, dass es bei 230 Volt und den 10 A rund 2300 Watt aushalten müsste. Und zufälligerweise habe ich beim weiteren Stöbern noch folgenden Link gefunden:

https://www.computerbase.de/forum/threads/wieviel-ampere-watt-maximal-pro-steckdose.36578/

Hier schreibt Gurgulio: "Die Dauerbelastbarkeit von Schuko (Schutzkontaktsteckdosen) liegt bei 16 Ampere. Angegeben sind 10(16)A
Das bedeutet das die 10 Ampere fließen dürfen wenn der Stecker gezogen/gesteckt wird. Dann funktioniert die Steckdose quasi wie ein Schalter. Bei gestecktem Stecker ist die maximale Dauerbelastung bei 16A. Wenn dann der Stecker ständig gezogen und gesteckt wird, führt das zu einer erheblichen Erwärmung der Federkontakte und ebenfalls zur Kontaktverbrennung, sichtbar durch schwarzen Belag.
Da der schlecht Strom leitet wird dadurch die Erwärmung beschleunigt und es qualmt aus der Steckdose und ist kaputt."

Auch wenn hier von Steckdosen die Rede ist, ist das ja vielleicht auf meinen Fall übertragbar, oder? Komisch nur, dass auf meinem Stecker was von 250 V steht, wobei wir hier in Deutschland ja eigentlich 230 V haben (und ich habe den Stecker nicht im Ausland gekauft) :-)
 
Oh mann. Da google ich wie verrückt nach "Verlängerungskabel" und hätte doch nur nach "Schuko" googlen müssen, und schon hätte ich die Info gehabt. Tja :-)

Vielen Dank für eure (und besonders miacs) Hilfe. Ich mein, 2300 Watt reichen für ein simples Verlängerungskabel ja auch aus. Problem gelöst! :-)
 
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