Bildungspolitik und -chancen in Deutschland (*Split* Verhandlung "Brunner")

badday

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Meiner Meinung nach ist vor allem die Reaktion der Politik scharmlos. Die Regierung in Bayern versagt eklatant bei der Bildungsgerechtigkeit und den Bildungschancen, es wird selektiert, und der "untere" Teil der Jugendlichen wird der Jugendkriminalität überlassen. Siehe auch: http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D...F3A4A6C5926B177271~ATpl~Ecommon~Scontent.html ("Gegenbeispiel München")
Das kann und darf eine nicht zu rechtfertigende Tat nicht rechtfertigen, allerdings trägt auch die Politik bestimmter Parteien dazu bei. Es wäre sicher auch ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, wenn in Hamburg die Primarschule eingeführt worden wäre, nur fehlt den benachteiligten Kindern schlicht die Lobby.
Zu Hamburg möchte ich jedem folgendes empfehlen: http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama408.html

Schade, dass es der CDU, der SPD, den Grünen und der Linken nicht gelungen ist, ihre Reform durchzusetzen.
War zwar etwas off-topic, aber ich wollte es einfach mal erwähnt haben.


Gruß,

badday
 
AW: Verhandlung "Brunner"

badday schrieb:
Meiner Meinung nach ist vor allem die Reaktion der Politik scharmlos. Die Regierung in Bayern versagt eklatant bei der Bildungsgerechtigkeit und den Bildungschancen, es wird selektiert, und der "untere" Teil der Jugendlichen wird der Jugendkriminalität überlassen.

Es wird nirgends selektiert, das Bildungssystem ist völlig transparent.

badday schrieb:
Es wäre sicher auch ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, wenn in Hamburg die Primarschule eingeführt worden wäre, nur fehlt den benachteiligten Kindern schlicht die Lobby.

Die Bevölkerung wollte keine Primarschule und das solltest du in einer Demokratie auch akzeptieren. Deine Meinung muss nicht zwangsläufig die Meinung der Mehrheit sein.
 
In dem Versuch dieses off-topic vielleicht entsprechend der aktuellen Bezüge in ein sachliches Thema zu verwandeln, habe ich das mal auf Hinweis eines Users abgespalten.

Es wird nirgends selektiert, das Bildungssystem ist völlig transparent.

Alles eine Frage, wonach und wie bewusst man die Selektion unterstellen will:

Bildungsungerechtigkeit: Mehr als 100.000 Schüler sind an ihrer Schule falsch
Schulreförmchen: Bayern entkrampft Schul-Übertritt ein bisschen
Grundschulen: Kleinere Klassen bringen nichts

Die IGLU-Studie

usw.

All das bezieht sich auf diverse Studien, wie voreingenommen und vourteilsbehaftet Entscheidungen sein können und wie sehr sie in Deutschland die Bildungschancen beeinflussen. Es gibt das sicherlich bessere Quellen, als ich sie hier auf die Schnelle gefunden habe.
 
Es wird nirgends selektiert, das Bildungssystem ist völlig transparent.
Doch, es wird selektiert, dies ist z. B. durch die oben genannte IGLU-Studie nachgewiesen. Ein Akademikerkind hat mit identischer Leistung die ca. 2,6-fache Wahrscheinlichkeit, eine Gymnasialempfehlung zu erhalten, als ein "Unterschichtenkind". Das ist Selektion.

Die Bevölkerung wollte keine Primarschule und das solltest du in einer Demokratie auch akzeptieren. Deine Meinung muss nicht zwangsläufig die Meinung der Mehrheit sein.
Nun kannst du natürlich sagen, es sind eben mehr Leute dagegen hingegangen, zur Initiative selbst würde ich allen mal folgendes empfehlen: http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama408.html
Zur Sache selbst: Das meinte ich eben mit keiner Lobby. Klar, es mag sein, dass die Eltern daran einfach nicht interessiert sind, könnte man sagen: Selber Schuld. Nur: Es geht nicht um die Eltern, es geht um die Kinder. Die Kinder die aussortiert werden, die keine Chance haben, sich auch einem Arbeitsmarkt zu behaupten, die sich ihre Zukunft verbauen. Währendessen setzt die "Elite" (im rein finanziellen Sinne) alles daran, zu verhindern, dass Menschen aus den unteren Schichten aufsteigen. Es gibt genung, die auf dem Gymnasium sind (ich kann das beurteilen, da ich das tagtäglich sehe), aber schlicht nicht die Voraussetzungen mitbringen. Und diese sind alle (ohne Ausnahme) von reichen Eltern (Firmenbesitzer, Ärzte, Anwälte).
Dafür gibt es fast keine Migranten, keine Kinder aus Hartz-4-Familien. Das ist Selektion, aber nicht nach Leistung, sondern nach Herkunft. Und gerade in Bayern und BW (den wohl reichsten Ländern) wird kaum Geld für frühkindliche Bildung ausgegeben. Stattdessen setzt sich eine erzkonservative Regionalpartei für eine "Herdprämie" ein, die wohl ins letzte Jahrtausend gehört, und kommt mit diesem absurden Vorschlag auch noch durch, und das als kleinster "Partner" einer Kooalition mit einer FDP, die sonst immer solchen Wert auf das moderne legt.
Aber offenbar haben alle diese Parteien ein Interesse daran, die Chancen für arme Kinder nicht zu erhöhen.
Nun, bei einer Partei wohl, weil die Wähler keine Veränderung wollen, die andere, weil sie nun wirklich alles andere, aber nicht die Interessen armer Kinder vertritt, egal ob global (Entwicklungshilfe) oder national.
Ich bin selbst auf dem Gymnasium, da könnte ich sagen: Gut, je weniger kommen, desto besser meine Chancen. Aber in einer solchen Gesellschaft der Egomanen will ich nicht leben.

Ein Armutszeugnis.



Gruß,

badday
 
badday schrieb:
Währendessen setzt die "Elite" (im rein finanziellen Sinne) alles daran, zu verhindern, dass Menschen aus den unteren Schichten aufsteigen.

Mich würde ja mal wirklich interessieren, wie der Elitenforscher aus dem Video diese These begründet - was er als guter Wissenschaftler ja mit Sicherheit gemacht hat :cool_alt:.
 
Bildung gehört bestimmt auch dazu


Aber vielleicht sind es auch die Medien, die mit dran schuld sind


Wenn man so manche Filme sieht, wo die Helden unendlich viel einstecken können, siehe Burce Willis, oder wo die Helden mal ebenso einen umknallen als ob das nichts wäre. Das verzerrt schon etwas die Realität.

Da reicht oft ein Schlag um jemanden tödlich zu verletzten, es ist halt nicht jeder Rambo oder Burce.

Und das gepaart mit schlechter Bildung kann nach hinten los gehen, so wie in dem Fall Brunner.
 
badday schrieb:
Doch, es wird selektiert, dies ist z. B. durch die oben genannte IGLU-Studie nachgewiesen. Ein Akademikerkind hat mit identischer Leistung die ca. 2,6-fache Wahrscheinlichkeit, eine Gymnasialempfehlung zu erhalten, als ein "Unterschichtenkind". Das ist Selektion.

Du solltest versuchen Kausalitäten zu begreifen, statt plumpe Verallgemeinerungen zum Besten zu geben.

Deine Aussage war, das Bildungssystem in Bayern würde selektieren, diese These konntest du bisher nicht belegen.

Deine Argumentation basiert darauf das in der besagten Studie gezeigt wurde das ein Akademikerkind mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ein Gymnasium besucht, als ein Arbeiterkind. Du konntest bisher aber keine Verbindung zwischen dem Bildungssystem und dieser Tatsache knüpfen. Das Akademikerkinder überproprtional an Gymnasien vertreten sind, kann diverse andere Gründe haben. Zum Beispiel kann es sein das die Eltern dieser Kinder mehr Wert auf Bildung legen oder das Kinder aus der Unterschicht vor der Einschulung nicht ausreichend (sprachlich) gefördert werden.

badday schrieb:
Nun kannst du natürlich sagen, es sind eben mehr Leute dagegen hingegangen, zur Initiative selbst würde ich allen mal folgendes empfehlen: http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama408.html
Zur Sache selbst: Das meinte ich eben mit keiner Lobby. Klar, es mag sein, dass die Eltern daran einfach nicht interessiert sind, könnte man sagen: Selber Schuld. Nur: Es geht nicht um die Eltern, es geht um die Kinder. Die Kinder die aussortiert werden, die keine Chance haben, sich auch einem Arbeitsmarkt zu behaupten, die sich ihre Zukunft verbauen.

Jaja, wer glaubt die Primarschule hätte auf irgendeine Art und Weise für mehr Bildungsgerechtigkeit gesorgt, der glaubt wahrscheinlich auch noch an den Weihnachtsmann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Stefan_Sch schrieb:
Das Akademikerkinder überproprtional an Gymnasien vertreten sind, kann diverse andere Gründe haben. Zum Beispiel kann es sein das die Eltern dieser Kinder mehr Wert auf Bildung legen oder das Kinder aus der Unterschicht vor der Einschulung nicht ausreichend (sprachlich) gefördert werden.
All diese Gründe haben nichts mit der Empfehlung der Grundschule zu tun und da haben Kinder aus der bildungsfernen Schicht schlechte Karten (trotz guter Noten).
 
Das Akademikerkinder überproportional an Gymnasien vertreten sind, kann diverse andere Gründe haben. Zum Beispiel kann es sein das die Eltern dieser Kinder mehr Wert auf Bildung legen oder das Kinder aus der Unterschicht vor der Einschulung nicht ausreichend (sprachlich) gefördert werden.
Das mag ja alles stimmen und AUCH eine Rolle spielen. Nur ist es meines Erachtens auch eine Aufgabe des Bildungssystems diese Unterschiede in der frühkindlichen Erziehung/Bildung auszugleichen, was kann denn das HartzIV-Kind dafür, dass seine Eltern ihm nicht am besten noch den Privat Kindergarten mit kleinen Gruppen, Englisch usw. bezahlen können?
Insofern kann man vielleicht im derzeitigen System von einer "passiven" Selektion sprechen, es werden halt die Kinder am besten durchkommen, die schon am meisten Vorbildung und Unterstützung aus dem Elternhaus mitbekommen. Also wird nicht aktiv geguckt: "Ach dein Papa is mein Zahnarzt, also kriegst du Abitur", nur es wird auch wenig in den Schulen getan, um Kinder aus einem eher bildungsfernen Elternhaus so zu unterstützen, dass sie die faire Chance haben mit den Akademikerkindern gleich zu ziehen. Und das es durchaus durchlässigere und fairere Schulsysteme als deutsche gibt, sollte die PISA Studie ja bewiesen haben, in Skandinavien ist das Schulsystem deutlich durchlässiger.

Und im Übrigen kann ich bestätigen, dass in Deutschland gerade Kinder aus reichem Elternhaus durchs Gymnasium geschleift werden, die eigentlich lieber auf ne Realschule hätten gehen sollen. Ich hab jahrelang Kindern Nachhilfe gegeben... da haben die Eltern teilweise ganz schön Druck gemacht, irgendwann war dann 1x die Woche Nachhilfe in Latein nich mehr gut genug, da wurden die Kinder dann schön 2-3x zur Schülerhilfe für Unsummen geschickt anstatt mal zu akzeptieren, dass das Kind evtl. einfach überfordert ist.

Und ich finde ein längeres gemeinsames Lernen kann da nicht schaden, damit gibt man einfach den Kindern aus bilundgsferneren Schichten länger Zeit sich anzupassen und aufzuholen. Wenn man das vernünftig angeht, wird das auch nicht zu Lasten der achso begabten und tollen Akademikerkinder gehen, man kann auch dadurch lernen, dass man Klassenkameraden weiterhelfen kann (zumindestens habe ich das getan), das schult auch mal so ganz nebenbei vielleicht auch die soziale Kompetenz, die manchen gut behüteten Kindern leider heutzutage völlig abgeht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Stefan_Sch schrieb:
Zum Beispiel kann es sein das die Eltern dieser Kinder mehr Wert auf Bildung legen oder das Kinder aus der Unterschicht vor der Einschulung nicht ausreichend (sprachlich) gefördert werden.
Aber genau darum geht es doch. Sollen sie dafür bestraft werden, dass ihre Eltern sie vernachlässigt haben? Kinder werden nach Leistungen beurteilt, die im Alter von 6-10 Jahren erbracht worden sind und darauf basierend in Gewinner und Verlierer unterteilt. Natürlich ist das keine engültige Festlegung, aber richtungsweisend ist diese Selektion auf jeden Fall für viele.
Welches Kind ist in diesem Alter dazu fähig, die Folgen dieser Vorgänge mit allen Konsequenzen zu erfassen, geschweige denn eigenverantwortlich seine Defizite zu erkennen und zu beheben?
 
linkser schrieb:
Das mag ja alles stimmen und AUCH eine Rolle spielen. Nur ist es meines Erachtens auch eine Aufgabe des Bildungssystems diese Unterschiede in der frühkindlichen Erziehung/Bildung auszugleichen, was kann denn das HartzIV-Kind dafür, dass seine Eltern ihm nicht am besten noch den Privat Kindergarten mit kleinen Gruppen, Englisch usw. bezahlen können?
Insofern kann man vielleicht im derzeitigen System von einer "passiven" Selektion sprechen, es werden halt die Kinder am besten durchkommen, die schon am meisten Vorbildung und Unterstützung aus dem Elternhaus mitbekommen.

So ist das Leben. Absolute Chancengleichheit gibt es nirgendwo. Auch in der Wirtschaft stehen oft Beziehungen vor der Qualifikation.

Wenn du tatsächlich absolute Gerechtigkeit erzwingen wolltest, müsstest du alle Kinder vorzeitig aus den Familien herauslösen und ganztags in eine Bildungseinrichtung schicken. Das ist pure Illusion, ergo sollte ein Bildungssystem so transparent wie möglich sein. Der Staat kann bis zu einem gewissen Grad eingreifen, irgendwann wird es finanziell und sozial aber nicht mehr tragbar.

Wie will man konkret in die Familienverhältnisse von Unterschichten eingreifen, wo soziale Brennpunkte Schulversager am Fließband produzieren. Man müsste ganz weit unten beginnen, nämlich bei den gesellschaftlichen Verwerfungen. Hier wird nämlich bereits selektiert.
 
Exar_Kun schrieb:
Kinder werden nach Leistungen beurteilt

Nichtmal nach Leistung, sondern nach Herkunft, denn Kinder aus der Unterschicht bekommen trotz guter Leistung oft keine Empfehlung fürs Gymnasium.
 
So ist das Leben.
Danke für die Aufklärung, aber mit dem Argument kann ich jede Initiative abwürgen. Ob das unsere Gesellschaft weiterbringt? Ich glaube nicht, einfach alles nur akzeptieren und abnicken kann es ja nicht sein. Ich will keine Revolution starten oder zu ihr aufrufen, nur man sollte einfach manche Sachen mal hinterfragen.

Wenn du tatsächlich absolute Gerechtigkeit erzwingen wolltest
Ich will keine absolute Gerechtigkeit "erzwingen", das ist doch unsachlich sowas... mir geht es darum den Kindern MEHR Chancen zu eröffen, die jetzt einfach größtenteils sehr klein sind. Das heißt ja nicht, dass ich hier totalitär jedes Kind zur Chancenwahrnehmung und Gleichheit zwingen will. Und Kinder auch ganztags in die Schule kann da auch ein Ansatz sein. Ob das dann so extrem sein muss wie in Frankreich oder England sein muss, ist ne andere Frage.
irgendwann wird es finanziell und sozial aber nicht mehr tragbar.
Im deutschen Bildungssystem ist mehr als genug Geld, wir haben gesehen an den staatlichen Gesamtausgaben schon ne ziemlich hohe Ausgabenquote (was die Schulsystem angeht, bei den Universitäten wird leider seit Jahren das Geld unter dem Deckmantel von Studiengebühren und Umschichtungen eingespart), man müsste manches wohl einfach intelligenter einsetzen.
wo soziale Brennpunkte Schulversager am Fließband produzieren.
In dem z.B. länger gemeinsam mit den "reichen" Kindern zur Schule gegangen wird, meinetwegen auch ganz tags. Daneben sollte man so einen Unsinn lassen, wie die Auflösung von Schulbezirken in NRW. Das führt dann dazu, dass alle gut situierten Eltern ihre Kinder auf die "Bonzenschule" schicken wollen und in den Schulen am Rande von Problembezirken überhaupt gar keine Akademikerkinder mehr zu finden sind.


PS (leicht unsachlich ;) ): Und ob das so gut ist, dass sehr viele Akademikerkinder nen Abi bekommen und studieren... ich weiß nicht. Wenn ich sehe, wer alles BWL studieren darf wird mir manchmal Angst und Bange
PPS: Und genug Geld ist ja wohl eigentlich da für sowas, Hoteliers für 1,3 Milliarden entlasten und Ärztegehälter überdurchschnittlich steigen lassen ist ja immer noch drin.
 
linkser schrieb:
In dem z.B. länger gemeinsam mit den "reichen" Kindern zur Schule gegangen wird, meinetwegen auch ganz tags. Daneben sollte man so einen Unsinn lassen, wie die Auflösung von Schulbezirken in NRW. Das führt dann dazu, dass alle gut situierten Eltern ihre Kinder auf die "Bonzenschule" schicken wollen und in den Schulen am Rande von Problembezirken überhaupt gar keine Akademikerkinder mehr zu finden sind.

Ach jetzt sind wieder die Reichen Schuld das die wollen das ihre Kinder gute Bildung bekommt :rolleyes:

Du glaubst doch nicht ernsthaft das die Akademierkinder die schwachen Kinder hochziehen werden oder? Ich geh eher davon aus das es eher umgekehrt passieren wird. Die lernen wollen werden unterfordert, stören den Unterricht, quatschen mit dem Nebenmann. Das wird passieren. Aber vielleicht wollen die das da oben ja auch. Am besten alle gleich (schlecht). So kann man denen da oben am wenigsten gefährlich werden.

Wer in der 4. Klasse immer noch nicht die deutsche Sprache beherrscht wird es auch in 2 weiteren Jahren nicht schaffen. Oder sollen dann die Akademierkinder dann türkisch lernen um mit den Türken (Migranten sag ich ungerne, damit tut man den Russen, Polen, Griechen, Italienern, Schweizern unrecht) kommunizieren zu können? Das kann es doch nicht sein.
 
Ach jetzt sind wieder die Reichen Schuld das die wollen das ihre Kinder gute Bildung bekommt
Das hab ich nicht gesagt, mich kotzt nur an, dass "die Reichen" glauben ihre Kinder können nur eine gute Bildung bekommen, wenn sie möglichst unter sich sind.

Du glaubst doch nicht ernsthaft das die Akademierkinder die schwachen Kinder hochziehen werden oder?
Warum denn nicht?
Die lernen wollen werden unterfordert, stören den Unterricht, quatschen mit dem Nebenmann.
Naja es spricht ja nichts dagegen, dass man für besonders lernwillige noch freiwillige Arbeitsgruppen etc anbietet. Und ich glaube die allerwenigsten Kinder sind so lernwillig, dass sie sich unterfordert fühlen und deswegen anfangen zu quatschen...(ist auch son Märchen das grade von reichen Eltern erfunden wird: Nein die Kinder sind nicht einfach zu schlecht fürs Gymnasium, sie sind nur so furchtbar intelligent, dass sie unterfordert sind und deswegen anfangen Scheiße zu bauen und/oder schlechte Noten zu schreiben. Und wenn es das nich ist, ist das Kind halt krank und wird mit Ritalin gedopt [in meinen Augen durchaus Doping, in den USA nehmen das Studenten zur Konzentrationsförderung]).

So kann man denen da oben am wenigsten gefährlich werden.
Ist es nich der eigene Nachwuchs von "denen da oben", der dann schlecht gemacht wird? Oder gibts zwei "oben"?
Türken (Migranten sag ich ungerne, damit tut man den Russen, Polen, Griechen, Italienern, Schweizern unrecht)
Ich bin weiterhin für Migranten, du vergisst die Marokkaner, Iraner, Iraker etc. und schweizer Migranten? Die kann man doch in Deutschland an einer Hand abzählen, wer zieht denn freiwillig in ein Land, in dem man nur noch die Hälfte verdient?
 
Zuletzt bearbeitet:
Kinder aus "sozial benachteiligten" Familien haben geringere Chancen, aufs Gymnasium zu gehen, das ist Fakt. Wenn man nun jedem Kind die gleichen Chancen einräumen möchte und das durch das Bildungssystem erreichen will, so müsste man die Kinder direkt nach der Geburt den Familien entreißen und alle einheitlich erziehen. Anders blieben immer noch Nachteile für die Unterschicht-Kinder (Unterschicht sowohl bezogen auf den Intelligenzgrad der Eltern als auch deren Einkommen), da sie eben eine schlechtere Erziehung erfahren, hervorgerufen dadurch, dass die Eltern es nicht besser wissen, oder es sich nicht leisten können. Es ist ja nachgewiesen, dass z.B. Kinder die früh anfangen zu musizieren, durschnittlich intelligenter sind als Gleichaltrige, die das nicht tun. Das alles schränkt schon die Chancen ein, später in der Schule erfolgreich zu sein. Ich wohne in der Nähe von einem "Problemstadtteil", und dort sieht man auch öfter (meist sehr junge) Mütter auf der Straße. Das macht einen wirklich traurig, wie die manchmal mit ihren Kindern umgehen. Da will das Kind sich nur mit der Mutter unterhalten, aber nein, nach zwei Sätzen kommt dann "Halt's Maul" o.ä. Wie soll denn so ein Kind jemals so erfolgreich im Leben sein wie ein Akademiker-Kind, das noch erzogen wird? Da kann die Schule nicht mehr viel ändern.

Das Einheitsschulsystem würde wohl eher dazu führen, dass intelligente Kinder von den anderen herunter gezogen werden. Auf meine Grundschule waren stadtteilbedingt praktisch nur solche Problemfälle, außer mir hat in meiner Klasse noch ein anderer eine Gymnasialempfehlung bekommen. Ich habe mich im Unterricht komplett gelangweilt, da ich das meiste schon von meinen Eltern beigebracht bekommen habe und noch dazu der Stoff sehr langsam angegangen wurde, weil sonst überhaupt keiner mehr mitgekommen wäre. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, zwei Jahre länger in dieser Schule zu sein. Und einen "Mitzieheffekt", der dann auf Kosten der intelligenteren Schüler geht, ist nicht zu bemerken. Es ist eher umgekehrt, dass man seine Intelligenz verbergen muss (jetzt nicht nur auf mich bezogen, bin auch nicht der schlauste Mensch der Welt), um nicht gemobbt zu werden.

Ich muss jetzt leider weg, vielleicht werde ich morgen noch mehr dazu schreiben.
 
CHAOSMAYHEMSOAP schrieb:
Nichtmal nach Leistung, sondern nach Herkunft, denn Kinder aus der Unterschicht bekommen trotz guter Leistung oft keine Empfehlung fürs Gymnasium.

Woher weiß denn der Grundschullehrer bzw. die Grundschullererin aus welcher Schicht ein Kind kommt? Ich kann nur von meiner Grundschulzeit berichten, aber da hat jeder eine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen, der sie sich mit seinen Noten verdient hat. Auch ich, obwohl meine Eltern kein Abi haben.
 
Jeder Grundschullehrer kennt die Eltern der Kinder. Das ist doch noch kein Massenbetrieb und die guten Lehrer machen in den ersten Jahren auch einen Hausbesuch, um das Umfeld des Kindes einschätzen zu können.
Offensichtlich hilft das dann später bei der Empfehlung der weiterführenden Schule.
 
CHAOSMAYHEMSOAP schrieb:
Nichtmal nach Leistung, sondern nach Herkunft, denn Kinder aus der Unterschicht bekommen trotz guter Leistung oft keine Empfehlung fürs Gymnasium.

Das ist doch totaler Quatsch...
Zeig mir doch bitte einmal so einen Fall wo ein "Unterschichtenkind" (Ausländerkind ?) trotz lauter Einsen im Zeugnis keine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen hat.
Ich selbst bin nach der Grundschule erstmal auf der Hauptschule gelandet und habe später die Mittlere Reife nachgeholt. Und genau das kann jeder, wer auf der Hauptschule landet hat eben nicht verloren wenn er wirklich etwas kann !

Wenn die Eltern selbst Analphabeten sind und dazu noch kein/kaum deutsch sprechen ist das Kind natürlich benachteilig, da sind aber die Eltern die Schuldigen und nicht die Schulen. Wie man in so einem Fall den Kindern helfen kann ist wieder ein ganz anderes Thema.

Basti87 schrieb:
Ach jetzt sind wieder die Reichen Schuld das die wollen das ihre Kinder gute Bildung bekommt :rolleyes:

Du glaubst doch nicht ernsthaft das die Akademierkinder die schwachen Kinder hochziehen werden oder? Ich geh eher davon aus das es eher umgekehrt passieren wird. Die lernen wollen werden unterfordert, stören den Unterricht, quatschen mit dem Nebenmann. Das wird passieren. Aber vielleicht wollen die das da oben ja auch. Am besten alle gleich (schlecht). So kann man denen da oben am wenigsten gefährlich werden.

Auch hier muss man unterscheiden.
Ich denke, schwache Schüler gab es schon immer...das ist wohl selten ein großes Problem.
Wenn aber zb. der Anteil an (muslimischen) Ausländern* in einer Klasse bei über 50% liegt ist es doch verständlich das viele Eltern ihre Kinder lieber auf "Bonzenschulen" schicken oder ?
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5b2ed457057.0.html

* wir gehen mal nicht davon aus das es sich dabei um hoch intelligente und gut integrierte Ausländer handelt.
 
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Stefan_Sch schrieb:
Der Staat kann bis zu einem gewissen Grad eingreifen
Den Staat oder besser gesagt die Politiker interessiert das nicht. Die schauen lieber auf das tote Fleisch aka Rentner, denn da bekommen sie ihre Stimmen für die nächste Wahl her.
Und wenn der Staat bzw. die Politik (CDU) stets betont wir seien kein Einwanderungsland, kann man sich als Einwanderer auch nicht heimisch fühlen, oder?

Andere Länder (USA, Kanada, Australien, usw.) haben bei der Einwanderung ausgesiebt und nicht jeden Analphabeten aus Anatolien reingelassen, aber dort waren diese Einwanderer auch willkommen und hatten eine Motivation sich zu integrieren.
Warum gehen die Computerinder lieber in die USA und nicht nach Deutschland? (Stichwort: Hr. Rüttgers)

Basti87 schrieb:
Ach jetzt sind wieder die Reichen Schuld das die wollen das ihre Kinder gute Bildung bekommt :rolleyes:
Naja, es gibt genug reiche Wähler der Grünen, die das Fordern von Deutschkenntnissen bei der Einwanderung als faschistoid abstempelten, aber die gleichzeitig ihre Kinder auf eine Privatschule schicken, damit diese nicht zusammen mit den Türkenkindern lernen müssen. :rolleyes:

Basti87 schrieb:
Du glaubst doch nicht ernsthaft das die Akademierkinder die schwachen Kinder hochziehen werden oder?
In einer gestörten Gesellschaft wie der deutschen wahrscheinlich nicht.
In anderen Ländern gibt es Tutoren, die sich um schwächere Kinder kümmern. :rolleyes:

BelaC schrieb:
Woher weiß denn der Grundschullehrer bzw. die Grundschullererin aus welcher Schicht ein Kind kommt?
Elternabende oder einfach mal den/die Schüler/in fragen. Aber eigentlich egal, denn das Ergebnis zählt und da sprechen die Studien der OECD eine eindeutige Sprache.

In keinem anderen Industrieland bestimmt die Herkunft der Eltern die schulische Karriere ihrer Kinder so stark wie in Deutschland.
 

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