Biologiestudium - nachher wirklich fast nur vagabunde Arbeitsplätze?

...es kommt immer auf das Niveau an. Eine einfache Kurvendiskussion beinhaltet auch die meisten, der von dir angesprochenen Werkzeuge (und mehr hast du nicht aufgezählt). Eine Kurvendiskussion kann ein 16-jähriger mittelguter Mathematikschüler auch auf Anhieb - auf einem altersentsprechendem Niveau.

Eine inhomogene Differtialgleichung höherer Ordnung wird wohl nicht auf einen 18-jährigen losgelassen.

Für Absolventen dieser Sektion ist Physik und Maschinenbau die ersten zwei Semester lang fast nur Wiederholung.
Krumme Träger und Biegelinien diff-Gleichung 4. Stufe standen wohl auch nicht am Programm.

Ich rate dir nur: Bilde dir nicht zu viel auf die Schulbildung ein. Österreichische HTL Absolventen (=höhere technische Lehranstalt; von 14-19) steigen in Deutschen Firmen oft als Bachelor-Äquivalent ein, da es keine vergleichbare Ausbildung gibt. Bei mir auf der Uni gab es nach 6 Monaten bereits keine nenneswerten Unterschiede zwischen guten Gymnasiasten und guten HTLern. (und die schwächeren hatten es da wie dort vor allem am Anfang schwer) Wenn das technische Gundverständnis fehlt, wirds vermutlich nix mit Physik. (und nein, zwischen gute Mathe-Schulnoten und dem "Technischen Verständnis" herrscht nach meiner Erfahrung kein starker Zusammenhang)

Und ja, ich rede aus Erfahrung.
Darf ich fragen, was und wo du studierst?
 
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Ich habe ein Semester Maschinenbau an der FH Aachen angefangen, krankheitsbedingt keine Klausuren schreiben können (doppelter Handgelenkbruch samt OP) und bin nun im ersten Semester Maschbau an der FH Bonn-Rhein-Sieg. An beiden FHs gab/gibt es große Unterschiede zwischen den Abiturienten und ihrem jeweiligen Wissen. Dass es zB in NRW nur drei schriftliche Examen in den jeweiligen Wahlfächern gibt, finde ich mehr als suboptimal. Klar, gutes technisches Verständnis und Begeisterung fürs Fach sind sehr hilfreich, aber fehlt die nötige Vorkenntnis, nützt dies auch nichts.

btw: Ich will nicht ausschließen, dass meine Sicht durch die noch recht lokal beschränkten Erfahrungen getrübt ist. Das jedoch, was ich bisher mitgekriegt habe, ist nicht unbedingt glänzend.
 
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Also ohne jetzt den FH's zu Nahe treten wollen: 1. Der Stoff da (gerade in Mathe) ist deutlich einfacher als nen richtiger Analysis Kurs an einer Universität. Dann hat man an den FH's auch sicherlich viele Leute die gerade kein Abitur haben. Aachen kann sicherlich auch von der Nahegelegenen Elite Uni profitieren.

Wie schon gesagt, sind die obigen Punkte die auch mehr oder weniger ein deutscher Abiturient in der Schule lernt (aber nicht unbedingt behersch). Beweise ist auch so eine Sache. Auch in Deutschland gibt es Schulen die "Beweise" machen. Die sind dann aber teils Lückenhaft im Vergleich zur Uni. Wenn man aber keine epsilon delta Beweise in der Schule macht, dann werden es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine richtigen Beweise sein.)

Habt ihr denn Stetigkeit in der Schule gehabt?
 
Dann hat man an den FH's auch sicherlich viele Leute die gerade kein Abitur haben.

Und an einer Uni haben also alle über G8/G9 Abitur gemacht? Auch da gibt es Leute, die mit viel Aufwand den Zugang erhalten haben. Dadurch sind die aber nicht schlechter einzustufen, als die mit G8/G9.
 
Das hat doch niemand gesagt. Nur wenn es hier um den Vergleich des Schulsystems geht, kann das sicherlich eine Rolle spielen. An einer Uni hat man zudem auch eher die Leute mit Mathe-Leistungskurs als an einer Fachhochschule. Das kann dann schon für recht hohe Wissensunterschiede sorgen. (Ich habe natürlich keine Statistiken dazu :) )
 
Ich habe ein Semester Maschinenbau an der FH Aachen angefangen, krankheitsbedingt keine Klausuren schreiben können (doppelter Handgelenkbruch samt OP) und bin nun im ersten Semester Maschbau an der FH Bonn-Rhein-Sieg.
Also lass mich mal zusammenfassen: Du hast an deiner ersten FH nicht eine einzige Prüfung geschrieben, richtig? An deiner zweiten FH bist du seit ~7 Wochen im Rennen und du sprichst hier "aus Erfahrung".
(mal abgesehen davon, dass sicht vermutlich das Niveau zwischen einem TU-Physik Studium und einem Maschbau FH-Studium doch deutlich unterscheidet)

Deine Freundin soll sich die Sache gut überlegen und vor der "großen" Entscheidung noch weitere Eindrücke sammeln. Wenn sie erst in 2 Jahren draufkommt, dass Medizin nix ist, ist es imho doch auch keine Katastrophe. Da wir ohnehin alle bis mindestens 70 arbeiten werden, spielen 20 Monate früherer oder späterer Arbeitseintritt auch keine große Rolle mehr.:)
Ich rate dir und deiner Freundin auch, sich nicht zu viel auf eure ohne Zweifel gute Schuldbildung einzubilden. Den Anschluss verliert man schneller als man glaubt.;)
 
Aber es spielt eine Rolle, weil es recht kostspielig ist, zwei Jahre lang zu studieren und am Ende nichts davon zu haben ...
 
Besser als wenn sie sich später ihr Leben lang ärgert, dass sie nicht doch Medizin gemacht hat (von dem sie ja dann nicht weiß, dass es ihr nicht gefallen hätte).
 
Partizan schrieb:
Aber es spielt eine Rolle, weil es recht kostspielig ist, zwei Jahre lang zu studieren und am Ende nichts davon zu haben ...

Man hat keinen Abschluss, aber davon zu reden, dass man nichts davon hatte, stimmt in den meisten Fällen einfach nicht(immerhin wechseln relativ viele und hab noch keinen Getroffen, der meinte dass es verschwendete Zeit war - nicht unbedingt ausbildungstechnisch betrachtet)
 
Hab ja nicht gesagt, dass es verschwendete Zeit ist. Es ist einfach kostspielig, so ein Umdenken nach einigen Jahren. Ein Semester, ok. Dann sollte man aber echt wissen, ob das was für einen ist.
 
Ich finde, dass es jetzt, wo die Studiengebühren wieder abgeschafft sind, defintiv nicht mehr zu kostspielig ist. Der Semesterbeitrag (meist inklusive Bus&BahnTicket) ist meines erachtens nicht zu hoch.

Hab in Essen an der Uni studiert und nach 2 Semstern hatten se da die Studiengebühren eingeführt. Aus rund 270€ pro Semester wurden 770€. Das ist viel.

Mit ein bisschen Nebenbeiarbeiten solltet das ja schaffbar sein, auch wenn man weiß, dass man vermutlich wechseln wird. Dann darf man z.B. kein ewig teures Auto fahren, sondern muss die Öffies nutzen oder so.
 
Jop, nebenbei arbeiten muss ohnehin ein Großteil der Studenten.
Wenn man jetzt noch 1 Jahr länger auf kleinem Fuß lebt, ist doch auch nichts verloren.
--> daher macht eucht ordentlich Gedanken. Mit Mitte 30 wird der Branchenwechsel nämlich x-mal teurer.;)
 
Naja, es geht nicht nur um die Studiengebühren, sondern viel eher um das Leben an sich, vor allem wenn man alleine wohnt und Miete, Essen und co zahlen muss. Ich zahle pro Semester auch ca 180€ ab Gebühren, dazu kommt allerdings noch meine Wohnung, Essen, Auto, Freizeit, Klamotten usw ... da bin ich im Monat schon bei recht hohen Summen. Und das ohne richtiges Einkommen.
Dazu muss man noch nebenbei arbeiten und kommt trotzdem kaum über die Runden, wenn man sich wenigstens ein bisschen Luxus gönnt (ab und zu auf Partys, Auto ..)
Daher will ich so schnell wie möglich fertig werden.

Wenn man natürlich noch bei den Eltern wohnt, sieht das anders aus.
 
Das ist das Problem, wenn man schon während des Studiums leben will, als würde man schon Kohle verdienen, wie nach dem Studium.

Ich hab inna WG gewohnt, die Öffies genutzt und war viel feiern. Das hat finanziell gepasst.
Und ich hab auch nichts vermisst.

Somit hab ich mir erst nach dem Studium und während des Arbeitens Auto und Motorrad gekauft.

Mit Nebenjob hätte man sich bestimmt auch nen Kleinwagen finanzieren können, aber wozu?
Was man nicht hat, vermisst man auch nicht :)

Außerdem wollte ich keinen Kleinwagen und jetzt wo ichs mir leisten kann, kann ich mir auch ruhigen gewisssens nen größeres Auto fahren.


//Edit
Irgendwie sind wir auch nicht mehr beim Thema...^^

Ich würde mir das, wenn es finanziell nicht zu groß von der Belastung ist, noch etwas weiter anschauen, ob das nich doc hwas ist :)
 
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Öffis sind nur praktisch, wenn man eine gute Anbindung hat. Ich habe eine Bushaltestelle 5 Minuten von mir, der Bus fährt alle 20 Minuten und nach 0 Uhr gar nicht mehr. Nachtbus fährt hier nicht vorbei. S-Bahn ist ca. ne halbe Stunde Fußmarsch entfernt.
Aufgrunddessen will ich mein Auto nicht missen.
Ich will auch nicht mit anderen Leuten in einer WG wohnen, das wäre gar nicht mein Ding. Dann könnte ich gleich bei den Eltern bleiben. :D
Zudem will man sich auch mal was gönnen, Technik, Klamotten, usw., das ist gar nicht so einfach zu stemmen alles.
Ein bisschen Luxus muss sein, bloß weil man Student ist muss man ja nicht schlecht leben. :D
 
Dazu muss man noch nebenbei arbeiten und kommt trotzdem kaum über die Runden, wenn man sich wenigstens ein bisschen Luxus gönnt (ab und zu auf Partys, Auto ..)

Ich weiß ja nicht wie hoch deine Kosten sind. Aber ich komme mit 16-20h die Woche(sind mehr als 400 Euro) arbeiten und Kindergeld relativ gut über die Runden(Miete ist in Rhein Main genauso teuer wie in Stuttgart), leiste mir regelmäßig auch irgendwelchen Scheiß und bin leicht über Regelstudienzeit(also mehr als 120CP nach dem 4ten - 5Semester atm).
 
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Aloha.

@ Sherman: Ok, ich revidiere meine Aussagen bezüglich des "hat sie schon gesehen" ;). Formulieren wir es anders: Sie ginge nicht vollkommen unvorbereitet ins Studium. btw: Diejenigen, die durchgefallen sind, konnte man trotzdem ziemlich schnell ausmachen. Wer am Ende des Semesters nicht mal einen Graphen mit einer einfachen Geraden hinkriegt (ja, gibt es!), hat halt keine Chance.

Bezüglich der Finanzen müssen wir uns weniger Sorgen machen, das passt schon. Feiern geht sie eh nicht, teure Hobbies oder ein Auto hat sie auch nicht. Das staatliche Stipendium jedoch kann man maximal zwei Semester länger als die Regelstudienzeit beanspruchen. Würde sie also jetzt zwei Jahre schaffen und dann doch umschwenken, müsste sie nach einer Zeit selbst für sich aufkommen. Klar, kein Beinbruch, aber es muss ja nicht unbedingt sein.
 
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@ Airbag

Wie kriegst du es hin, 20 Stunden die Woche zu arbeiten? Das würde ich gar nicht zeitlich hinbekommen, das wäre zB das ganze Wochenende und dann noch eine volle Schicht an einem Wochentag. Ich habe fast jeden Tag bis zum späten Nachmittag Vorlesungen...

Meine Kosten liegen exkl. Wohnung liegen bei ca 400-500€ ... kann aber auch stark nach oben schwenken, je nach Anschaffungen.
 
16-20h Stunden sind 2-2,5 Arbeitstage. Bleiben Also noch 4,5-5 freie Tage in der Woche. Davonabgesehen arbeitete ich von 8-17 Uhr (abzgl der Pause sind es 8h). Von daher kein Grund, dass man danach nicht 1-2h Stunden was für die Uni machen kann. Selbst Skript lesen um uptodate zu bleiben, bringt schon sehr viel.

Vorlesungen besuche ich eigentlich kaum noch mehr, weil ich da keinen wirklichen Mehrwert verspüre, außer der Dozent ist besonders gut. Im Prinzip kommt es oft eher darauf an wie man am besten Lernen kann. Bei mir ist es so, dass ich es nebenbei mit Skriptlesen und Übungen machen problemlos schaffe. (reines Eigenstudium)
 
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Okay, in deinem Fall kannst du dann soviel arbeiten ... ich leider nicht, da ich die Vorlesungen eigentlich ganz gerne besuche, bin eher der Typ der zuhört und dabei lernt ... dann mache ich zuhause noch ein zwei Aufgaben und das Schema sitzt. Zudem gibts bei uns Fächer, für die kein Skript zur Verfügung steht, zB Mathe II.
Würde ich nie zu den Vorlesungen gehen, wäre mein Aufwand für die Uni gleich null. :D
Aber da sind die Lerntypen eben verschieden.
 
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