Boxenkabel verlängern - Was ist zu beachten?

CarstenJoe

Lt. Commander
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Guten Abend liebe User!

Ich habe heute die Boxen in meinem Zimmer neu ausgerichtet bzw. umgestellt. Um die Kabel jetzt korrekt zu verlegen bräuchte ich längere aber leider haben die Boxen nicht diesen "einklick" Mechanismus.
Wenn ich das Kabel verlängere kommt der Sound dann verzögert aus der Box oder ist es egal ob die Kabel gleichlang oder unterschiedlich lang sind? Mein Vater meint, dass der Sound dann unter Umständen auf einer Box (mit dem längeren Kabel) verzögert ankommt.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen... :)

Edith:
Ich habe das wichtigste vergessen. Es handelt sich um eine normale Stereo Anlage!
 
Zuletzt bearbeitet:
also ich hab zwischen einer box ca. 40 cm kabel und einer 10 m, und da hör ich keine verzögerung.wahrscheinlich ist die so klein,das du die nicht hörst.
 
Ja gut, schonmal danke. Nun stellt sich mir aber noch eine Frage. Wenn ich die Kabel jetzt verlängere, kommt es dann zu Qualitätseinbußen?
 
Die Länge der Kabel ist fast egal; die Länge sollte nur möglichst jeweils bei den zwei Front und den zwei Effekt Boxen identisch sein; unterschiedliche Längen wird man aber auch kaum bemerken.
 
den zwei Front und den zwei Effekt Boxen identisch sein;

Es ist eine kein 5.1 System sondern nur eine Stereoanlage mit 2 Boxen oder habe ich beim lesen deines Beitrags etwas falsch verstanden? (Der Typ der Anlage steht in meiner Sig.)
 
Verzögernug? LOL
Die Elektronen sind schnell genug unterwegs, dass du niemals einen Unterschied bei ein paar Metern Kabellängenunterschied merkst.
Allerdings verändert sich nicht nur die Laufzeit sondern auch der Widerstand sowie induktive und kapazitive Eigenschaften des Kabels. Damit kann man unter Umständen einen unterschiedlichen Klang zwischen den Boxen feststellen.
Ich würde die Kabel gleich lang machen (zusammenlöten) und das zu lange Kabel in einer größeren Schleife legen (nicht aufrollen).

Gruß, Gobble-G

Edit: Verluste hat man immer, aber wenn es sauber zusammengelötet ist, merkt man keinen Unterschied.
 
Ich wollte das eigentlich mit einer Klemme verschrauben, da ich ziemlich oft umbaue. (fragt nicht wieso, ich weiß es auch nicht :freaky: ) Ist der Unterschied zwischen löten und schreiben arg groß?
 
Klemmen geht sicher auch, wenn es schön fest ist und ne vergleichsweise große Übergangsfläche bildet. Versuch's! Das klappt schon.
Kannst ja auch an die Enden solche Fähnchen bzw. Ösen ranlöten. Dann kannst du es ganz bequem verschrauben, ohne dass du die Adernenden kaputtmachst. ;o)
 
Vielen Danke für eure Tipps. Ich werde es sofort mal machen. :)
 
Gobble-G schrieb:
Die Elektronen sind schnell genug unterwegs, dass du niemals einen Unterschied bei ein paar Metern Kabellängenunterschied merkst.
[klugscheiß]nicht wirklich - aber die "Kettenreaktion" machts ;)[/klugscheiß]
 
Nein, die Elektronen bewegen sich relativ langsam (1/10 mm Sekunde o.ä.); aber jedes Elektron stößt ja quasi sein Nachbarelektron an. Somit bewegt sich ein Elektron am einen Ende des Kabels fast gleichzeitig mit der Elektronenbwegung am anderen Ende.

Wenn du einen gefüllten Wasserschlauch hast und ihn an einen Wasserhahn anschließt kommt auch sofort Wasser raus - aber welche Wassertropfen sind das? Die, die aus dem Hahn kommen oder die, die sich am Ende des Schlauchs befinden? :)
 
So kann man das auch sehen, ist die atomare/molekulare Ebene.

Ansonsten "ganz einfach" über die Maxwellschen Gleichungen zu errechnen, dazu muss man nur ein paar Differentialgleichungen lösen.

Heraus kommt die Wellenausbreitung auf Leitern, die Geschwindigkeit kann man nach c=c0/sqrt(e) berechnen, wobei c0=3*10^8 m/s und e die Permittivität des Mediums ist, da kann man, je nach Leitermaterial und Dielektrikum mit Werten zwischen 2,0 und 2,5 rechnen, man kommt näherungsweise auf 200.000 km/s. Der Laufzeitunterschied zwischen einem 10m und einem 40m langen Kabel beträgt damit:
30m/200.000 km/s=150ns.

Das ist definitiv nicht hörbar, ungefähr eine Größenordnung unter dem, was unser Ohr an Laufzeitunterschieden verarbeiten kann.

Ein anderes Thema ist der höhere Widerstand, den die längere Leitung hat. Zusammen mit der komplexen Impedanz des Lautsprechers ergibt das einen Spannungsteiler, der den Frequenzgang des Lautsprechers verbiegen kann. Dort sind Pegelunterschiede von bis zu 1dB drin, je nach Kabeldicke und Lautsprecher. Eine Berechnung erübrigt sich weil es viel zu viele Faktoren gibt die da reinspielen. Achja, und ich bin zu faul :D
Als Faustregel würde ich nehmen: bis 10m 1,5mm², bis 20m (eigentlich das doppelte, 3 mm² gibts aber nicht) 2,5 mm², für alles darüber 4 mm² Querschnitt. Und das ist großzügig dimensioniert.

Gobble-G schrieb:
Ich würde die Kabel gleich lang machen (zusammenlöten) und das zu lange Kabel in einer größeren Schleife legen (nicht aufrollen).

Ob Schleife oder aufgerollt ist egal. Ein aufgerolltes Kabel erhöht entgegen landläufiger Meinung nicht die Induktivität des Kabels, weil sich die Magnetfelder der hinlaufenden und der rücklaufenden Ader aufheben. Das ist bei extremen Kabellängen von mehreren Kilometern so, wenn die Stromstärke nicht mehr zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort des Kabels gleich ist. Bei diesen paar Metern kann man aber davon ausgehen.

Gruß
Morgoth
 
Morgoth schrieb:
Ob Schleife oder aufgerollt ist egal. Ein aufgerolltes Kabel erhöht entgegen landläufiger Meinung nicht die Induktivität des Kabels, weil sich die Magnetfelder der hinlaufenden und der rücklaufenden Ader aufheben.
Stimmt, die Adern verlaufen ja wohl meist parallel, eng nebeneinander und nicht getrennt. Darüber hab' ich noch nie nachgedacht. Man lernt eben nie aus. ;o)
 
So scheint es also, dass die Kabellänge keine entscheidende Rolle spielt. Aber die Entfernung Ohr<->Schallquelle doch schon eher. Ab welcher Distanz sind denn hier Laufzeitdifferenzen zu erwarten?
 
Zuerst sollte man wissen, wie unser Ohr, besser unser Gehirn, Schallquellen orten kann.

Das tut es durch Pegel- und Laufzeitunterschiede.

Pegelunterschiede:
wenn man ein absolut identisches Signal über zwei Lautsprecher wiedergibt, die in exakt gleicher Entfernung vom Hörer stehen, dann erscheint eine Phantomschallquelle in der Mitte zwischen den Lautsprechern. Spielt der rechte Lautsprecher lauter als der linke, dann verschiebt sich die Phantomschallquelle abhängig vom Pegelunterschied immer weiter nach rechts.
Eine Grafik dazu: http://www.sengpielaudio.com/HoerereignRichtungDL.pdf

Laufzeitunterschiede:
wieder das absolut identische Signal über zwei Lautsprecher, es entsteht die Phantomschallquelle in der Mitte. Doch diesmal gibt der rechte Lautsprecher das Signal verzögert wieder (wichtig: er wird nicht weiter weg gestellt, denn das würde auch wieder einen Pegelunterschied bedeuten), die Phantomschallquelle verschiebt sich abhängig von der Verzögerung nach links:
Grafik: http://www.sengpielaudio.com/HoerereignRichtungDt.pdf

Heutzutage wird bei der Aufnahm eine Mischung aus beiden Verfahren benutzt, wobei sich die Pegelunterschiede von ganz alleine ergeben.
Durch eine breite Mikrofonbasis, die genügend große Laufzeitunterschiede ermöglicht, entsteht auch immer ein Pegelunterschied zwischen den beiden Kanälen.
Das gilt natürlich nur für Aufnahmen akustischer Instrumente in freier Wildbahn, was für ein Verfahren bei Studioaufnahmen verwendet wird weiß ich nicht.

Um Deine Frage nochmal gezielt zu beantworten:
für einen Laufzeitunterschied von 0,1 ms, der ja nach der Grafik schon für einen Ortungsfehler verantwortlich gemacht werden kann, muss die Entfernung vom Hörer zu den jeweiligen Lautsprechern eine Differenz von 3,4 cm aufweisen, also nicht besonders viel.
Um den gleichen Laufzeitunterschied mit einem Kabel zu erzeugen müsste es 20 km lang sein. Erstens ist in Wohnräumen eine ziemlich ungewöhnliche Länge und zweitens müsste ich mir dann eher darüber sorgen machen, dass durch die dann sehr hohe Induktivität und Kapazität überhaupt noch bis 20 kHz übertragen wird.

Gobble-G schrieb:
Stimmt, die Adern verlaufen ja wohl meist parallel, eng nebeneinander und nicht getrennt. Darüber hab' ich noch nie nachgedacht. Man lernt eben nie aus. ;o)

Das ist halt eines dieser Gerüchte, die sich langfristig halten. Wenn jemand im Hifi-Forum so eine Frage stellt, dann ist die erste Antwort garantiert auch, das Kabel nicht aufzurollen. Das genügt dem Fragenden und er schaut nicht wieder in den Thread hinein, und schon weiß jemand mehr etwas falsches.

Das sind genau solche Nümmerchen wie Kabelklang, C37-Lack, heilige Energieordner und anderer esoterischer Schwachsinn.

Gruß
Morgoth
 
Zuletzt bearbeitet:
@Morgoth: Danke. Immer wieder ein Genuß, deine Beiträge zu lesen!
 
Morgoth schrieb:
Das ist halt eines dieser G ;) erüchte, die sich langfristig halten. Wenn jemand im Hifi-Forum so eine Frage stellt, dann ist die erste Antwort garantiert auch, das Kabel nicht aufzurollen. Das genügt dem Fragenden und er schaut nicht wieder in den Thread hinein, und schon weiß jemand mehr etwas falsches.
Du hast Recht, dort habe ich das auch gesehen. Meist wird das erst in den letzten Posts aufgeklärt.
Ist in diesem Thread ist das kaum anders. ;o)
 
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